O du fröhliche ... Weihnachten 1983 –

nach einer Heiligabend-Feier, im trauten Familienkreis gedichtet...

Am liebsten wäre ich allein,
in meinem Zimmer möchte ich sein.
Doch die Familie macht sich fein,
mit mir, bei Braten und Kerzenschein.
Ist das nicht eine: Heuchelei?

Obwohl wir nicht zur Kirche gehen,
berieseln Weihnachtslieder taube Ohren!
Ach, wär ich Christ, ich könnt verstehen,
daß unser Heiland ward geboren!
Gibt’s Freude in der: Schenkerei?

Alljährlich heißt es wieder: Schenken!
Doch was passiert die übrige Zeit?
Da mag man an sich selbst nur denken
und gibt sich wenig hilfsbereit!
Was jetzt kommt, das ist: Völlerei!

Wir futtern schmatzend unseren Braten,
mit allem, was dazugehört.
Der Magen blubbert – und wir beraten,
was noch zu Weihnachten gehört.
Was übrigbleibt, ist: Sauferei?

Der Wein verschönt uns diese Stunden,
läßt uns den Abend friedlich werden,
auch Schnaps verklebt Familienwunden,
jetzt wird’s zum schönsten Fest auf Erden!
Doch: Was soll bloß diese: Feierei?

Ich gebe zu, der Sinn des Lebens,
ist mir noch ziemlich unbekannt.
Wer wird mir Geist und Frieden geben,
in unserem kommerziellen Land?
Vielleicht hilft mir die: Beterei?