Predigt Jürgen 28. Februar 1999
Hebräer 9,11-15
Gnade im Alten Testament


Als ein Mann stirbt, nennen wir ihn einmal Felix, erscheint er bei Petrus an der Himmelstür. Felix grüßt kurz und geht auf die Tür zu. Aber Petrus stellt sich dazwischen. „Nun mal langsam, so schnell geht das nicht!“ – „ Was ist denn? Stimmt was nicht, kann ich hier etwa nicht rein?“ fragt Felix leicht verunsichert. Petrus antwortet: „Das wollen wir mal sehen.“ – „Gibt es denn hier besondere Bedingungen? Ich bin doch ein anständiger Mensch gewesen!“ – Petrus: „Hat Dir denn keiner gesagt, wie man hier hereinkommen kann? Bist Du denn keinem Christen begegnet, oder hat Dir das kein Pastor gesagt?“ – „Ich kenne viele Christen, auch einen netten Pastor. Aber vom Sterben und vom Himmel haben wir nie gesprochen.“ – Petrus antwortet: „Wenn Dir das bisher keiner gesagt hat, dann sage ich es Dir. Hier muß man 4000 Punkte haben.“ – „4000 Punkte? Wie ist das denn gemeint? Davon weiß ich ja gar nichts!!“ – Petrus fragt daraufhin: „Was hast Du denn vorzuweisen? Zähl mal auf!“ – „Also, ich war ziemlich oft in der Kirche.“ – Petrus: „Ein Punkt.“ – „Als meine Frau schwer krank war, habe ich sie Tag und Nacht gepflegt.“ – „Ein Punkt.“ – „Ich habe viel für Hilfsaktionen gespendet.“ – „Auch ein Punkt!“ antwortet Petrus. Als dem Mann nichts mehr einfällt, sagt Petrus: „Ich kann ja mal das dicke Buch holen, in dem wir alles mitgeschrieben haben. Für Dich ist da auch eine Seite. Aber eins sage ich Dir im voraus. Für jeden gibt es da zwei Spalten: Eine für die Pluspunkte, eine für die Minuspunkte.“ – Da wurden Felix die Knie weich und er sagt ganz kleinlaut: „Wer kann denn dann hier hereinkommen???“ – Petrus: „Das hat unsern Vater auch bewegt, deshalb hat Er mit Seinem Sohn überlegt, was zu tun wäre. Von den 4000 Punkten ist er aber nicht abgegangen. Da ging der Sohn auf die Erde. Er hält nun jedem Seine Hände hin und bietet ihm an: ´Gib mir Deine Minuspunkte. Ich nehme sie mit ans Kreuz. Da habe ich dafür gebüßt.`Wer nun zum Kreuz kommt und sich Jesus ausliefert, der bekommt 4000 Pluspunkte auf einmal geschenkt! Und wenn er dann hierher an die Himmelstür kommt und Jesus Christus im Herzen hat und sich zu Ihm bekennt, steht ihm die Tür weit offen. Eins muß ich noch ergänzen“, erklärt Petrus, „...das kann man nur auf der Erde klären.“

Wir wissen es hoffentlich mit Sicherheit alle hier in dieser Gemeinde... nur der persönliche Glaube an Jesus Christus rettet uns, ist unsere Eintrittskarte in den Himmel. Felix scheint davon keine Ahnung gehabt zu haben, zunächst noch ganz stolz zählt er Punkt für Punkt seine guten Werke auf, die er sein ganzen Leben lang gemacht haben will. Doch leider übersieht er dabei seine Minuspunkte, seine Sünden, und voller Schrecken muß Felix erkennen, daß er niemals die geforderte Punktzahl erreichen wird. Zu spät begreift Felix, daß ihm unser HERR Jesus nur zu gerne die erforderlichen viertausend Pluspunkte geschenkt hätte, wenn er doch nur in seinem irdischen Leben ganz persönlich an Jesus geglaubt hätte...

Auf Grund seiner Werke kann niemand gerettet werden. Der Römerbrief, Kapitel vier, unterstreicht dies besonders in den folgenden Verses, ich lese aus der „Hoffnung für Alle“ die Verse 4-5

„4 Es ist doch so: Wenn ich eine Arbeit leiste, habe ich Anspruch auf Lohn. Ohne Leistung werde ich nichts bekommen. 5 Aber bei Gott ist das anders. Bei ihm werde ich nichts erreichen, wenn ich mich auf meine «guten» Taten berufe. Nur wenn ich Gott vertraue, der mich trotz meiner Schuld freispricht, kann ich vor ihm bestehen.“

So weit, so gut, ich glaube, diese Wahrheit haben wir alle begriffen. Vor sechs Wochen konnte ich dazu in einer Predigt zum Thema „Gnade in unserem alltäglichen Leben“ einiges weitersagen... Auch heute wird es um Gnade gehen, dieses Thema ist einfach so faszinierend. Schon seit langer Zeit, seit dem Beginn meines Glaubenslebens, habe ich mich immer wieder gefragt, wie sich Gottes Gnade im alten Testament auswirkt. Die Gnade Gottes in meinem persönlichen Leben durfte ich ja begreifen, aber was wäre gewesen, wenn ich zum Beispiel vor drei- bis viertausend Jahren gelebt hätte??? Wäre ich dann auch gerettet worden? Wäre ich, wärest Du gerettet worden, wenn ich oder Du unter dem alttestamentlichen Gesetz gelebt hätten, oder auch schon vorher? Wißt Ihr darauf eine Antwort? Bis vor kurzem fand ich auf diese Frage keine befriedigende Erwiderung, also wird es höchste Zeit, sich einmal damit zu beschäftigen! Wir sehen es, heute geht es wieder um ein hoffentlich spannendes Thema, es geht um Gnade im Alten Testament!

Unsere Eingangsgeschichte hat es so schön illustriert: Werkgerechtigkeit rettet nicht. Ich kann mir nicht aus guten Taten den Himmel verdienen. Dieser wichtige Grundsatz gilt auch im alten Testament, stellte ich, zunächst verwundert fest. Doch was rettet dann im Alten Testament? Jesus lebte damals noch nicht, auch gab es zu jener Zeit über 350 sogenannte mosaische Gesetze, die das israelitische Volk nach Möglichkeit einzuhalten hatte. Von Gnade ist da doch auf dem ersten Blick keine Spur, fragte ich mich immer wieder. Wenn wir jedoch das alte Testament auch immer wieder aus dem Licht des neuen Testamentes lesen, dann können wir dankbar erkennen, daß auch im Alten Testament nur ein liebevoller Glaube an den Gott Abrahams, Issaks und Jakobs zählt. Nur der Glaube rettet im Alten Testament, auch wenn das auf den ersten Blick nicht mit dem Gesetz und all seinen Vorschriften und Opferritualen in Übereinstimmung zu bringen ist. Nur der Glaube rettet auch im Alten Testament, auch wenn die Torah, das Gesetz, so gnadenlos zu sein scheint – und das möchte ich uns heute zeigen. Die Antwort, wie dieser Glaube eben auch im Alten Testament rettet, gibt uns zum Beispiel der Hebräerbrief, dazu lese ich aus unserem heutigen Predigttext Hebräer 9, die Verse 11 bis 15

„11 Christus aber ist gekommen als ein Hoherpriester der zukünftigen Güter durch die größere und vollkommenere Stiftshütte, die nicht mit Händen gemacht ist, das ist: die nicht von dieser Schöpfung ist. 12 Er ist auch nicht durch das Blut von Böcken oder Kälbern, sondern durch sein eigenes Blut ein für allemal in das Heiligtum eingegangen und hat eine ewige Erlösung erworben. 13 Denn wenn schon das Blut von Böcken und Stieren und die Asche von der Kuh durch Besprengung die Unreinen heiligt, so daß sie äußerlich rein sind, 14 um wieviel mehr wird dann das Blut Christi, der sich selbst als Opfer ohne Fehl durch den ewigen Geist Gott dargebracht hat, unser Gewissen reinigen von den toten Werken, zu dienen dem lebendigen Gott! 15 Und darum ist er auch der Mittler des neuen Bundes, damit durch seinen Tod, der geschehen ist zur Erlösung von den Übertretungen unter dem ersten Bund, die Berufenen das verheißene ewige Erbe empfangen.“

Dieser Wort aus der Lutherübersetzung ist auf den ersten Blick vielleicht ein wenig schwierig zu verstehen, deshalb noch einmal diesen Text, diesmal aus der Übertragung „Hoffnung für Alle“

„11 Seit Christus da ist, gilt diese neue Ordnung. Er ist der Hohepriester über alles, was Gott uns verheißen hat. Seinen Dienst verrichtet er in einem Heiligtum, das größer und vollkommener ist als jedes andere, was je von Menschen betreten wurde. Denn dieses Heiligtum haben nicht Menschenhände errichtet, es gehört nicht zu dieser Welt. 12 Christus opferte auch nicht das Blut von Böcken und Kälbern für unsere Sünden. Als er im Allerheiligsten sein eigenes Blut ein für allemal zum Opfer gab, hat er uns für immer und ewig von unserer Schuld vor Gott befreit. 13 Nach den Regeln des alten Bundes wurde jemand, den die Sünde unrein gemacht hatte, wieder rein, wenn er mit dem Blut von Böcken und Stieren oder mit der Asche einer geopferten Kuh besprengt wurde. 14 Wieviel mehr wird uns das Blut Jesu Christi von unseren Sünden reinwaschen! Erfüllt vom Heiligen Geist, hat er, der ohne jede Sünde war, sich selbst für uns als fehlerloses Opfer Gott dargebracht. Jetzt brauchen wir unser Vertrauen nicht länger auf Ordnungen zu setzen, die uns doch nicht vom Tod erretten. Wir sind frei, um dem lebendigen Gott zu dienen. 15 So hat Christus den neuen Bund zwischen Gott und uns Menschen vermittelt: Er starb, damit die Sünden aufgehoben werden, die während des alten Bundes geschehen sind. Nun können alle, die dazu berufen sind, das von Gott zugesagte, unvergängliche Erbe empfangen, das ewige Leben bei Gott.“

Hier steht es: Nicht nur wir, die wir an Jesus Christus glauben, sind errettet, sondern auch die erwählten und gottgläubigen Juden aus dem Alten Testament. Ein Stoßseufzer geht mir auf, hier zeigt sich ganz deutlich die Gnade, die Gott auch für das alte Testament vorgesehen hat! Und darum geht es heute! Auch heute möchte ich uns nach diesen einleitenden Gedanken wieder einen kleinen Überblick geben von dem, was uns jetzt hier erwartet.

Hauptteil

1. Glaube und Gnade zur Zeit der Urväter
2. Das Gesetz und seine Bedeutung
3. Die Stiftshütte – Gottes Gnade im Alten Testament

Schlußgedanke: ...die Freude am HERRN ist Eure Stärke!

Singen wir nun aus unserem Liederbuch die erste Strophe aus dem Lied 250:
„O Gott, Dir sei Ehre, der Großes getan. Du liebtest die Welt, nahmst der Sünder Dich an. Dein Sohn hat sein Leben zum Opfer geweiht. Der Himmel steht offen zur ewigen Freud. Preist den HERRN! Preist den HERRN! Erde, hör diesen Schall! Preist den HERRN! Preist den HERRN! Völker, freuet euch all! O kommt zu dem Vater, in Jesus wir nahn. Und gebt Ihm die Ehre, der Großes getan!“

Kommen wir jetzt zu unserem ersten Hauptteil. Es geht hier um Gottes Gnade an die Menschen, bevor Gott Seine Gesetze, also Seine Weisungen an das Volk Israel, durch Mose verkündigen läßt. Kennt Ihr eigentlich den Unterschied zwischen Gnade und Barmherzigkeit? Das ist doch eigentlich fast dasselbe. Jemand hat einmal gesagt, das ´Gnade` bedeutet , Gott handelt in Seiner Güte an Menschen, die es nicht verdient haben. Barmherzigkeit ist, daß Gott uns keine der Strafen gibt, die wie verdient haben! Gottes Gnade und Barmherzigkeit erleben wir schon bei Adam und Eva... Gott gibt Adam und Eva bei ihrer Erschaffung alles, was sie brauchen. Als Adam und Eva gegen Gott rebellieren, haben sie Gottes Zorn verdient. Aber was tut Gott? Hat Er sie augenblicklich in die ewige Qual geschickt? Nein! Weil Gott so barmherzig und gnädig ist, verspricht Er, einen Befreier zu schicken, der letztendlich Adam und Eva vor einer verdienten Strafe retten kann. Die vielleicht allererste messianische Verheißung finden wir nämlich im 3. Kapitel des ersten Buches Mose, hier spricht Gott in Anwesenheit von Adam und Eva zu der Schlange
„15 Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und dem Weibe und zwischen deinem Nachkommen und ihrem Nachkommen; der soll dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen.“

Der Teufel wird, bevor er dereinst von unserem HERRN Jesus besiegt wird, unseren Heiland in die Ferse stechen, ein Bild auf die Kreuzigung Jesus! Adam und Eva brauchen nicht sofort zu sterben, sie erhalten eine zweite Chance und bekommen die Möglichkeit, ihren Gottesglauben gehorsam auszuleben. Der Befreier, unser HERR Jesus, kann dann auch diese allerersten Sünder von der verdienten Strafe endgültig retten! Das ist allererste Gnade im Alten Testament!

Noah ist ein weiteres Beispiel für Gottes große Gnade und Barmherzigkeit. Lesen wir 1. Mose 6, 8-9

„8 Aber Noah fand Gnade vor dem HERRN 9 Dies ist die Geschichte von Noahs Geschlecht. Noah war ein frommer Mann und ohne Tadel zu seinen Zeiten; er wandelte mit Gott“

Noah wandelt mit Gott, und so wandelt Gott mit Noah. Noah kann so Gott von Herzen vertrauen, Ihm glauben, auch nachdem ihm der Gott seiner Väter etwas scheinbar Unmögliches verheißen hat. Eine riesige Überschwemmung soll alles Leben auf dieser Erde vernichten. Bis dahin wußten die Menschen noch nicht einmal, was Regen ist, wie er aussieht... Noah glaubt jedoch diesen schlimmen Verheißungen und baut in einer hundertzwanzigjährigen Bauzeit seine Arche. Auch hier zeigt sich wieder Gottes Gnade. Gott wartet geduldig 120 Jahre, gibt den verlorenen Menschen so noch viel Zeit, sich zu bessern, zu Gott umzukehren. Doch niemand wird sein Leben ändern, schließlich kann Gott nur Noah und seine Familie mit dieser Arche retten. Entscheidend wichtig ist schon hier der Glaube, Gottes Maßstab Seiner Gnade: Gott rettet Noah nicht, weil er ein gutes Leben geführt hat, nein, Gott rettet Noah, weil Noah Ihm zustimmte und Ihm glaubte!

Abraham ist mittlerweile einhundert Jahre alt und seine Frau Sarai ist mit neunzig Jahren auch nicht mehr gerade die Jüngste. Zu dieser Zeit hat ein Mensch eine durchschnittliche Lebenserwartung von vielleicht wiederum 120 Jahren. Doch Gott verspricht dem kinderlosen hundertjährigem Abraham den ersehnten Nachkommen und verheißt ihm sogar, daß er der Vater eines großen Volkes werden würde. Abraham glaubt ganz einfach diesen unmöglich scheinenden Verheißungen, genauso, wie er bereits mit fünfundsiebzig Jahren Gott glaubte und gehorchte, als er aus Haran auszog, um auf Gottes Geheiß ins Land Kanaan zu reisen. Und Abrahams Glaube reicht außerdem soweit, daß er sogar bereit ist, diesen ersehnten Nachkommen Isaak in Gottes Namen zu opfern und zu töten, wir kennen alle diese Geschichten. Abraham glaubt und gehorcht deshalb auch seinem Gott. Und deshalb kann ihm auch Gott wieder soviel Gnade erweisen! Natürlich hat Abraham auch gezweifelt und gesündigt in seinem Leben, die Bibel berichtet ebenfalls davon. Aber das ist in Gottes Augen total uninteressant. Abraham hat unerschütterlich geglaubt und so kann er auch Gnade und Vergebung finden durch das rückwirkende Erlösungswerk unseres HERRN Jesus!
Abraham ist uns im Neuen Testament immer wieder als Glaubensheld zum Beispiel gesetzt worden, lesen wir aus Galater 3 eine Kostprobe

„9 Mit Abraham, der unerschütterlich Gott vertraute, werden alle gesegnet, die ebenso glauben wie er.“
(Hoffnung für alle)

Wir können also am Beispiel Adams und Eva, am Beispiel Noahs und
natürlich am Beispiel Abrahams erkennen, daß nur ein persönlicher Glaube rettet. Gott kann, auch schon zu Zeiten der Urväter, nur denen Seine Gnade und Barmherzigkeit erweisen, die an Ihm glauben.
Auch für diese Urväter ist Jesus bereits gestorben, hat ihnen durch Seinen Tod und Seine Auferstehung Gnade und Vergebung geschenkt!

Singen wir nun die zweite Strophe aus unserem Lied 250
„O große Erlösung, erkauft durch Sein Blut. Dem Sünder, der glaubt, kommt sie heute zugut. Die volle Vergebung wird jedem zuteil, der Jesus erfasset, das göttliche Heil. Preist den HERRN! Preist den HERRN! Erde, hör diesen Schall! Preist den HERRN! Preist den HERRN! Völker, freuet euch all! O kommt zu dem Vater, in Jesus wir nahn. Und gebt Ihm die Ehre, der Großes getan!“

Kommen wir jetzt zum zweiten Hauptteil dieser Predigt, es geht um das Gesetz im Alten Testament. Eigentlich müßten wir uns jetzt ja fragen, warum der gnädige und gerechte Gott jetzt auf einmal das Gesetz in die Waagschale wirft, es lief doch vorher auch ohne Gesetz ganz gut... zumindest bei Adam und Eva, nach ihrem Sündenfall, bei Noah und auch bei Abraham...! Warum denn jetzt auf einmal das Gesetz? Denkste! Es läuft eben nicht so gut, nur einige wenige Glaubenshelden können aus der Gnade heraus leben, der Großteil des Volkes Israel rebelliert jedoch immer wieder gegen Gott, trotz Seiner offensichtlichen Gegenwart, trotz Seiner vielen Zeichen und Wunder, die Gott immer wieder unter Seinem Volk tut. Denken wir nur an die Zeichen und Wunder Gottes vor dem Pharao in Ägypten, denken wir an Israels Durchzug durch das Schilfmeer, denken wir nur an die tägliche Speisung des Volkes, an das Manna in der Wüste, denken wir an die Wolken- und die Feuersäule, in der sich der allmächtige Gott dem Volk Israel immer wieder offenbart! Der gerechte und so sehr liebende Gott gibt immer wieder so deutliche und klare Zeichen Seiner Gnade – da müßten wir doch meinen, daß ein jeder Israelit voller Freude und Dankbarkeit dem HERRN nachfolgt! Auch hören wir immer wieder, wenn uns der allmächtige Gott in unserem Leben auch solch deutliche Zeichen und Wunder präsentieren würde, wie einfach voller Begeisterung wäre doch dann unser Glaubensleben und unsere Nachfolge! Doch weit gefehlt! Fast das gesamte Volk Israel bleibt mürrisch und unzufrieden und rebelliert immer wieder gegen Moses und damit auch gegen Gott! So geht es nicht weiter, etwas Neues muß her! So beschließt Gott in Seiner Weisheit und Gnade, einen neuen Bund zu stiften, eine neue Abmachung mit dem Volk Israel. Weil dieses Volk so ungehorsam ist, verlangt Gott jetzt absoluten Gehorsam! So läßt der allmächtige Gott durch Moses dem störrischen Volke folgendes verkünden, ich lese aus 2. Mose 19

„5 Werdet ihr nun meiner Stimme gehorchen und meinen Bund halten, so sollt ihr mein Eigentum sein vor allen Völkern; denn die ganze Erde ist mein. 6 Und ihr sollt mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein. Das sind die Worte, die du den Israeliten sagen sollst.“

Gott verspricht hier, die Israeliten zu segnen, wenn sie Ihm völlig gehorchen werden. Wenn sie gehorsam sind und tun, was Er ihnen sagt, dann wird Er sie annehmen und ihnen alles und darüber hinaus noch viel mehr geben, was sie brauchen. Dies ist das zweite Mal, daß Gott solche Verheißungen schenkt, die allerdings mit Gehorsam verbunden sind. Das erste Mal geschah es bei Adam und Eva im Paradies. Adam und Eva hätten alles haben können, wenn sie nur gehorcht hätten und nicht vom Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen genascht hätten!

Und was machen nun die Israeliten, nachdem Gott ihnen solch einen verheißungsvollen Bund angeboten hat? Ohne diesen Bund mit all seinen Gesetzen und Verpflichtungen näher zu kennen, willigen sie fröhlich jubelnd ein, voller Übermut sehen sie nur auf die Belohnung, ich lese aus 2 Mose 19

„7 Mose kam und berief die Ältesten des Volks und legte ihnen alle diese Worte vor, die ihm der HERR geboten hatte. 8 Und alles Volk antwortete einmütig und sprach: Alles, was der HERR geredet hat, wollen wir tun. Und Mose sagte die Worte des Volks dem HERRN wieder.“

Israel verspricht, Gott in allem zu gehorchen. Sie sind so sehr von sich überzeugt, sie haben ihre frühere Untreue gegenüber Gott total verdrängt und vergessen.

Diese Vereinbarung besagt aber auch weiter, daß Gott ihren Ungehorsam strafen wird, daß das Volk Israel dann nicht mehr unter dem Segen, sondern unter dem Fluch Gottes stehen wird. Das Gesetz, die Gebote Gottes, verlangen nämlich vollkommenen Gehorsam! In Seiner Allwissenheit sieht der HERR natürlich, daß das Volk Israel innerhalb kürzester Zeit ungehorsam werden wird, und nach dieser Vereinbarung wird Er sie für ihre Sünden strafen müssen. Warum trifft Gott dann diese Vereinbarung mit den Israeliten, wenn Er doch weiß, daß sie nicht in der Lage sind, absolut zu gehorchen? Gott tut es, weil er ihnen beweisen will, daß sie Sünder sind! Sie sind nicht in der Lage, Ihm zu gefallen!

Gott wird nur die begnadigen, die akzeptieren, daß sie selbst Sünder sind, daß sie verloren sind und erkennen, daß sie sich nicht selbst von Sünde, Tod und Teufel befreien können. Die Strafe für jede Sünde ist der Tod, und zwar deshalb, weil Gott absolut heilig und der Mensch absolut sündig ist. So dürfen sich die Israeliten auch nicht dem Berg Sinai nähern, als der HERR auf ihn herabkommt, um Sein Gesetz zu geben. Das ist eine Sünde, die in diesem Fall sofort mit dem Tode bestraft wird. Der HERR will ihnen zeigen, daß sie nicht durch ihre eigenen Anstrengungen Seine Freunde werden können, will ihnen zeigen, daß sie sich nicht Seine Anerkennung verdienen können!

Oft hören wir, daß gute Werke uns darauf hoffen lassen, daß Gott sie gegen unsere Sünden aufrechnen wird. Oft tröstet dieser Gedanke die Menschen und motiviert sie dazu, Gutes zu tun. Sie rechnen sich aus, daß ihre guten Werke die schlechten Taten ihres Lebens überwiegen werden. Dies mag in der Tat ein beruhigender Gedanke sein und uns dazu anspornen, Gutes zu tun, aber es ist auch eine Lüge Satans! Der Teufel will nicht, daß wir die Wahrheit erkennen und glauben. Der Teufel will uns einreden, daß wir uns den Himmel verdienen können. Wie oft haben wir es schon gehört: „Dieser Mensch hat so viel Gutes getan. Ich bin sicher, daß er in den Himmel kommen wird!“ Gerade bei den Beerdigungsreden prominenter Persönlichkeiten ist davon immer wieder die Rede. Doch das ist eine teuflische Lüge! Gott hat einen Maßstab, und dieser Maßstab heißt Vollkommenheit. Selbst wenn ein Mensch in der Lage wäre, viele gute Werke zu tun und selbst wenn er diese Gebote Gottes größtenteils beachtet – versagt er nur ein einziges Mal versagt hat, dann hat dieser Mensch damit doch das Gesetz gebrochen und ist der Sünde schuldig! Adam und Eva sündigten nur ein einziges Mal und empfingen dafür die Todesstrafe! Es ist unmöglich für uns, Gottes Gebote so vollkommen zu halten, wie Gott es fordert... Aber wenn wir Gottes Gebote nicht befolgen können, was dann? Wie kann Gott in Seiner Gerechtigkeit jemals Gnade vor Recht gelten lassen? Es wäre zum verzweifeln und zum resignieren für das Volk Gottes, wenn es da nur dieses Gesetz gäbe, im Alten Testament!
Singen wir nun aus Lied 250 die Strophe 3
Wie groß ist Sein Lieben! Wie groß ist Sein Tun! Wie groß unsre Freude, in Jesus zu ruhn. Doch größer und reiner und höher wird’s sein, wenn jubelnd und schauend wir droben ziehn ein! Preist den HERRN! Preist den HERRN! Erde, hör diesen Schall! Preist den HERRN! Preist den HERRN! Völker, freuet euch all! O kommt zu dem Vater, in Jesus wir nahn. Und gebt Ihm die Ehre, der Großes getan!“

Stelle Dir einmal vor, dieser Felix oder noch besser, Du selber hätten vor etwa 3500 Jahren im Volk Israel gelebt... Stelle Dir einmal vor, Du befindest Dich mit Deinen jüdischen Freunden und Nachbarn irgendwo zwischen Ägypten und dem Land Kanaan, und Deine Füße tun Dir schon vom vielen Laufen im heißen Wüstensand weh. Es ist die Zeit der vierzigjährigen Wüstenwanderung. Du fühlst Dich nicht wohl. Unruhig ist Dir. An einer Leine führst Du ein Schaf. Was treibt Dich? Du hast Angst, Du fürchtest Dich vor Gott. Du hast gesündigt, und deshalb schlägt Dein Gewissen. Du weißt von einem Heiligen Gott, der dort drinnen in dem goldenen Haus wohnt. Möchtest Du denn vor Gott fliehen, in die entgegengesetzte Richtung? Nein, denn vor Gott kannst Du nicht fliehen! Der Schweiß bricht Dir aus, wenn Du an diesen gerechten Gott denkst! Du gehst weiter, vorbei an der ganzen Nordseite, an der weißen Wand entlang. Ihre Reinheit spricht zu Deinem Gewissen. Du kommst an die Ostseite. Dort siehst Du eine Tür, die weit offen steht! Du zögerst nicht länger und gehst hinein. Da stehst Du in einem geräumigen Vorhof. Dir gegenüber erhebt sich das schöne Haus, das Haus Gottes, die Stiftshütte, beeindruckend hoch: Zehn Ellen, also fünf Meter! Die Sonne brennt auf den Sand des Vorhofs. Du fühlst Dich in das Licht Gottes gestellt. Du fühlst, daß Gott durch Deine Kleider hindurch in Dein Herz sieht und alles genau über Dich weiß. Ein Priester kommt auf Dich zu. „Was ist mit Dir?“, fragt der Priester. Du stammelst: „Ich, ... ich habe gesündigt... und... Gott... muß... strafen...“ – „Ja,“ sagt der Priester, „dann bist Du hier richtig. Gerade für Sünder hat Gott hier alles einrichten lassen; nicht für Menschen, die denken, daß sie brav sind. Komm ruhig mit!“ Und dann stehen sie bei dem ersten Gegenstand der Stiftshütte, dem großen, kupfernen Brandopferaltar. Das Wort Altar bedeutet Schlachtplatz. Wie unzählig viele Opfertiere sind darauf geschlachtet und verbrannt worden! „Ich sehe, daß Du schon ein Opfertier mitgebracht hast,“ sagt der Priester zu Dir und blickt auf Dein Schaf. „Ja, davon wußte ich schon. Muß das Tier wirklich sterben?“ fragst Du... „Sicherlich, denn ohne Blutvergießen ist keine Vergebung möglich,“ sagt der Priester. „Aber dieses Tier ist unschuldig. Und meine Kinder lieben es so sehr. Dieses Schaf hat doch nichts Böses getan?!?“ entrüstest Du Dich...! „Darum geht es doch gerade! Ein Schuldiger kann niemals den Platz eines anderen Schuldigen einnehmen. Du hast durch Deine Sünde Dein Leben verspielt. Jetzt mußt entweder Du sterben oder ein unschuldiger Stellvertreter...“ erklärt Dir der Priester... „ Lege jetzt Deine Hand auf den Kopf des Lammes! Damit erkennst Du an, daß Du schuldig bist und das Lamm unschuldig ist. Gott sieht diese Handlung als eine Identifikation mit dem Opferlamm an... Das Lamm wird dann schuldig. Wenn das Lamm stirbt, bist Du dann frei und schuldlos, so wie es das Lamm war.“ Still legst Du Deine Hand auf den Kopf des Lammes... Noch einige Vorbereitungen... das Messer... und dann fließt das Blut des Lammes in den Wüstensand. Es ist schrecklich anzusehen. Du aber blicktst erleichtert zum Himmel auf; es ist Dir, als ob eine schwere Last von Dir abfällt... Das Lamm stirbt an Deiner Stelle, und es wird Dir vergeben werden. Der Priester nimmt das Lamm und trägt es zum Altar. Erst da siehst Du Dir den Altar genauer an. Wie groß ist doch der Altar! Zweieinhalb Meter breit und zweieinhalb Meter lang und einmeterfünfzig hoch. Das Feuer lodert im Altar. Auf halber Höhe ist im Altar ein Gitter angebracht, darauf wird das Holz gelegt, hier brennt das Feuer, das von Gott selbst angezündet worden ist. Du erschrickst wieder, als der Priester das Fett Deines Lammes in das Feuer legt! Was für eine Feuersglut! Gott ist wie ein verzehrendes Feuer! Bewegt siehst Du in die Flammen. Das Lamm an Deiner Stelle...! Ein Seufzer der Erleichterung steigt in Dir auf. Alle Deine Sünden sind hinweggenommen. Du kannst frei ausgehen. Dann plötzlich hältst Du den Priester fest: „Aber wenn ich jetzt morgen wieder sündige? Was dann?“ – „Dann mußt Du wieder mit einem Opfertier kommen, mit einer Ziege, oder einem Schaf oder ein paar Tauben...“ antwortet der Priester... „Und wenn ich nächste Woche dann wieder...“ fragst Du... Der Priester antwortet: „Ja, dann wieder ein Opfer! Ich werde hier mit meiner Arbeit niemals fertig. Hast Du schon bemerkt, daß hier nirgendwo ein Stuhl steht? Ich kann mich hier nicht hinsetzen und ausruhen, ich bin nie fertig, habe keine Ruhe hier...“

Die Priester werden mit ihrer Arbeit nicht fertig, der Brandopferaltar wird nicht so schnell verlöschen. Der Herr weiß, daß die Israeliten Sünder sind und nicht in der Lage sind, Seine Gebote beständig zu befolgen. Dennoch will Er sie nicht vernichten, weil er sie liebt. Deshalb ordnet Gott an, einen besonderen Ort zu errichten, an dem Er mitten unter Seinem Volk wohnen will. Das hebräische Wort für Stiftshütte bedeutet Zelt, Wohnort oder Heim. Alles an dieser Stiftshütte muß exakt so gebaut werden, wie es Gott dem Mose vorgeschrieben hat. Wir können Gott nicht vorschreiben, auf welchem Weg wir zu Ihm kommen sollen. Die Stiftshütte muß leicht und transportabel sein. Gott sagt Mose, daß die Stiftshütte zwei Räume besitzen soll. Der erste Raum, der von außen betreten werden kann, wird das Heilige oder das Abgesonderte genannt. Er wird nur von den Priestern betreten, die Gott zu Seinem Dienst erwählt hat. Der zweite, innere Raum ist aber noch wesentlich bedeutungsvoller. Er wird das Allerheiligste genannt, das bedeutet, daß dies der abgesonderte Raum innerhalb des Hauses Gottes ist. Dieser Raum ist allein für Gott bestimmt. Nur einmal im Jahr darf der Hohepriester ihn betreten. Dies ist der besondere Raum in der Stiftshütte, in dem Gott Seiner Verheißung nach im Lager der Israeliten wohnen will. Der HERR ordnet auch an, eine Kiste anzufertigen, die im inneren des zweiten Raumes, dem Allerheiligsten, aufgestellt werden soll. Diese Kiste wird Bundeslade genannt. Nachdem sie angefertigt ist, wird sie völlig mit Gold überzogen. Mose wird gesagt, daß er auch einen Deckel aus purem Gold machen und diesen auf die Lade im inneren Raum setzen soll. Dieser Deckel wird Gnadenstuhl genannt. Dieser Gnadenstuhl ist der wichtigste Teil der gesamten Stiftshütte. Der HERR sagt Mose, daß er zwei goldene Cherubime an beiden Enden des Gnadenstuhles anfertigen soll. Cherubim tauchen das erste Mal in Gottes Wort im Garten Eden auf, hier sollen sie den Garten Eden bewachen, damit Adam und Eva nicht zum Baum des Lebens zurückkehren können. Der HERR sagt Mose, er solle die beiden steinernen Gesetzestafeln unter den Gnadenstuhl in die Bundeslade legen und Mose solle auch einen wunderschönen, dicken Vorhang zur Trennung zwischen die beiden Räumen aufhängen. Dieser Vorhang soll die Israeliten daran erinnern, daß ihre Sünde sie von Gott trennt.
Nur Aaron, dem Hohepriester, ist es erlaubt, den inneren Raum, das Allerheiligste, zu betreten, und das auch nur einmal jährlich, am Versöhnungstag. Nun muß Aaron den goldenen Deckel der Bundeslade, den Gnadenthron, mit Blut besprengen. Wenn alles so getan wird, wie es der HERR dem Mose angewiesen hat, dann verspricht Gott, Israel die Sünden des vergangenen Jahres zu vergeben. Warum muß der Hohepriester diese Prozedur jedes Jahr wiederholen, am Versöhnungstag? Wir wissen es vielleicht schon, eben weil das Blut von Tieren nicht für die Sünden der Menschen bezahlen kann! Dazu aus Hebräer 10,4 aus der Übertragung „Hoffnung für alle“

„4 Dabei ist es vollkommen unmöglich, daß wir durch das Blut von Stieren und Böcken von unserer Schuld befreit werden können.“

In Seiner Gnade hält Gott einfach die verdiente Strafe an den Israeliten für ein weiteres Jahr zurück – bis Jesus endgültig alles bezahlt... Jesus ist der Quell der Gnade, auch im Alten Testament!!!! Nach dem alttesttamentlichen Gesetz kann Sünde praktisch nur durch Blutvergießen gesühnt werden, daß heißt, der Zorn Gottes fordert Sühne für die begangene Sünde und kann allenfalls nur durch ein Ersatzopfer besänftigt werden. Am alljährlich stattfindenden Versöhnungstag bringt nun der Hohepriester für seine eigenen Sünden das Blut eines Ochsen und für die Sünden des Volkes das Blut einer Ziege dar (3. Mose 16, 4-16). Dazu William Mc Donald: ´In gewisser Weise hat Gott die Menschen des Alten Testamentes auf „Kredit“ erlöst. Sie wurden genau wie wir durch den Glauben gerechtfertigt. Doch Christus war noch nicht gestorben. Wie konnte Gott sie da retten? Die Antwort lautet, daß Er sie auf Grund dessen erlöste, was Christus, wie Gott wußte, in Zukunft tun würde. Gott wußte es schon, und deshalb vergab Er den Israeliten den riesigen, angesammelten Schuldenberg von Sünden, all denen, die seinen Offenbarungen glaubten.` Gott rettet also die gläubigen Israeliten! Gott rettet die Juden, die zumindest treu und liebevoll versuchen, einige Gesetze zu halten, durch eine rückwirkende Sündenvergebung! Das ist die Gnade im alten Testament: Die Stiftshütte - und in ihr der Gnadenstuhl, der das Gesetz zudeckt und somit vollendet, welches in der Bundeslade verborgen liegt! Aus der Stiftshütte wird zu Zeiten Salomons der Tempelbau in Jerusalem. Seit Pfingsten dürfen die Gläubigen erfahren, daß ihr Leib ein Tempel des Heiligen Geistes ist (1. Kor. 6,19). Und im Himmel werden wir erkennen, daß wir selbst die geistlichen Pfeiler eines neuen Tempels, einer neuen Stiftshütte sein werden, die nicht aus Stein und Fels gebaut ist. Der HERR, der allmächtige Gott, und Jesus, das Lamm sind der neue Tempel (Offb 21,22). Doch schon in der Stiftshütte erkennen wir unseren HERRN Jesus im Gnadenstuhl wieder..., Jesus, der sich persönlich für die vollkommene Gnade auch im Alten Testament verbürgt, lesen wir dazu noch einmal unseren Predigttext aus Hebräer 9,
„14 Wieviel mehr wird uns das Blut Jesu Christi von unseren Sünden reinwaschen! Erfüllt vom Heiligen Geist, hat er, der ohne jede Sünde war, sich selbst für uns als fehlerloses Opfer Gott dargebracht. Jetzt brauchen wir unser Vertrauen nicht länger auf Ordnungen zu setzen, die uns doch nicht vom Tod erretten. Wir sind frei, um dem lebendigen Gott zu dienen. 15 So hat Christus den neuen Bund zwischen Gott und uns Menschen vermittelt: Er starb, damit die Sünden aufgehoben werden, die während des alten Bundes geschehen sind. Nun können alle, die dazu berufen sind, das von Gott zugesagte, unvergängliche Erbe empfangen, das ewige Leben bei Gott.“
(Hoffnung für Alle)

In Jesus zeigt sich auch die Gnade im Alten Testamen!
Singen wir nun noch einmal die erste Strophe aus Lied 250:
„O Gott, Dir sei Ehre, der Großes getan. Du liebtest die Welt, nahmst der Sünder Dich an. Dein Sohn hat sein Leben zum Opfer geweiht. Der Himmel steht offen zur ewigen Freud. Preist den HERRN! Preist den HERRN! Erde, hör diesen Schall! Preist den HERRN! Preist den HERRN! Völker, freuet euch all! O kommt zu dem Vater, in Jesus wir nahn. Und gebt Ihm die Ehre, der Großes getan!“

Ein wichtiger Punkt in unserem Glaubensleben ist unsere Lebensfreude, die uns unser HERR in einer lebendigen Beziehung immer wieder schenkt. Wir haben es gerade auch wieder in diesem Lied gesungen. Preist den HERRN, Völker freuet Euch all, heißt es da! Wir dürfen uns immer wieder freuen, weil Jesus uns diese Freude schenkt, weil wir Erlöste sind! Ich glaube, an einer solchen Lebensfreude können wir auch die Erlösten im Alten Testament gut wiedererkennen. Es sind mit Sicherheit keine pharisäerhaften Erbsenzähler, die krampfhaft versuchen, die vielen Gesetze zu erfüllen. Die Freude ist eine Frucht des Heiligen Geistes, und diese Freude sollte auch im Leben der gläubigen Juden im alten Testament zum Ausdruck kommen. Ein Vers in der Torah, im 5. Buch Mose, befiehlt den gläubigen Israeliten regelrecht diese Freude, ich lese aus dem 12. Kapitel Vers

„12 Und ihr sollt fröhlich sein vor dem HERRN, eurem Gott, ihr und eure Söhne und eure Töchter, eure Knechte und eure Mägde und die Leviten, die in euren Städten wohnen...“

Diese echte Freude kann nur durch eine persönliche Beziehung zu unserem HERRN entstehen, für uns ist unser HERR Jesus die Basis dieser Freude. Die Basis des Glaubens ist im Alten und im Neuen Testament gleich: Nämlich Jesus! Jesus ist auch für alle Menschen aus dem Alten Testament gestorben, für alle Menschen, die nur eine Bedingung erfüllen: Glauben. Wir haben es gesehen: Es war nie Gottes Absicht, daß der Mensch durch das Gesetz gerettet wird! Dieses Gesetz führt zur Sündenerkenntnis. Und jetzt bringen die Israeliten im Alten Testament in den Gott dargebrachten Opfern zum Ausdruck, daß sie Gottes Wort glauben wollen und daß sie damit eine Hoffnung auf Sündenvergebung haben. Indem sie von Herzen opfern und anbeten, treten sie in eine innige Beziehung zu dem Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs. Und Gott der HERR freut sich über einen solch lebendigen Gottesdienst, Er freut sich, wenn wir Ihm mit möglichst ungeteiltem Herzen immer mehr dienen. Dies darf auch der König Salomon erfahren, von ihm stammt dieser Vers aus Sprüche 15

„8 Der Herr haßt die Opfergaben gottloser Menschen, aber er freut sich über die Gebete der Aufrichtigen.“
(Hoffnung für alle)

Und diesen Vers dürfen auch wir ganz persönlich nehmen und anwenden, dieser Vers kann uns immer mehr von gespielter Heuchelei zu echter Hingabe führen. Und wenn dann der HERR so viel Freude mit uns hat, dann dürfen auch wir uns immer wieder freuen und Seine Gnade von Herzen ausleben. Ob wir nun zur Zeit des Alten Testamentes gelebt hätten oder jetzt in der Gemeinde Jesu leben, wir dürfen uns immer wieder über die spürbare Gnade freuen, die uns unser HERR Jesus schenkt.

„Groß sind die Werke des HERRN; wer sie erforscht, der hat Freude daran.“
(Psalm 111,2)

Unser Heiland will uns in der Nachfolge nichts Unzumutbares aufbürden, im Gegenteil, Er möchte uns Freude schenken! Das Gesetz macht uns nicht froh und glücklich. Es zeigt uns nur, daß wir Sünder sind und Sünder waren. Das Gesetz bleibt für die Sünder eine fast unerträgliche Bürde, bei den Sündern, die diese Last noch nicht bei unserem HERRN Jesus abgegeben haben, bei Sündern, die die Gnade unseres Heilandes noch nicht kennengelernt haben! In unserer Nachfolge dürfen wir dagegen, befreit von allen Beschwernissen, aus Gnade fröhlich aufatmen, einen fröhlichen Geber hat Gott lieb (2. Kor. 9,7)!
Wir brauchen heute keine Kühe, Lämmer und Vögel mehr zu opfern, um wieder lebensfroh zu werden! Wir haben ja unseren HERRN Jesus, das vollkommene Opfer, welches jedes weitere Opfer ausschließt! Jesus, die Quelle unserer Gnade und unserer Freude! Ach, wenn wir doch die Gelegenheit hätten, schon jetzt mal nur für zehn Minuten im Himmel zu sein, ich glaube, wir würden dann hinterher ganz anders leben heute, diese erlebte Freude würde uns jeden Kummer und jede Sorge von uns nehmen...!

Zum Schluß möchte ich uns noch in diesem Sinne ein Wort aus Nehemia 8 zurufen, ein Wort, welches auch mir immer wieder Mut und Lebensfreude schenkt, ein Wort, in welchem sich die ganze Gnade Gottes im Alten Testament widerspiegelt

„10 ... Und seid nicht bekümmert; denn die Freude am HERRN ist eure Stärke.“

Amen!