Kurzpredigt
Lukas 1, 39-45
12. 12.1999



Heute, am dritten Advent, erleben wir in unserem Wort, daß diese Adventszeit, daß diese Wartezeit bis hin zur Geburt unseres HERRN Jesus, eine wirklich schöne, wenn nicht sogar glückselige Wartezeit sein kann. Wir blicken dabei auf zwei schwangere Frauen und erleben, wie beide Frauen, nämlich Maria und Elisabeth, in dieser Adventszeit, in dieser Wartezeit, eine geradezu übernatürliche Freude erleben und ausstrahlen, eine Freude, die nur der Heilige Geist schenken kann, eine Freude, die beide lobpreisen und anbeten läßt. Lesen wir dazu aus Lukas 1 die Verse 39 bis 56

„39 Maria aber machte sich auf in diesen Tagen und ging eilends
in das Gebirge zu einer Stadt in Juda 40 und kam in das Haus
des Zacharias und begrüßte Elisabeth. 41 Und es begab sich, als
Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leibe.
Und Elisabeth wurde vom heiligen Geist erfüllt 42 und rief laut
und sprach: Gepriesen bist du unter den Frauen, und gepriesen
ist die Frucht deines Leibes! 43 Und wie geschieht mir das, daß
die Mutter meines Herrn zu mir kommt? 44 Denn siehe, als ich
die Stimme deines Grußes hörte, hüpfte das Kind vor Freude in
meinem Leibe. 45 Und selig bist du, die du geglaubt hast! Denn
es wird vollendet werden, was dir gesagt ist von dem Herrn.Und Maria sprach: Meine Seele erhebt den Herrn, 47 und mein Geist freut sich Gottes, meines Heilandes; 48 denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen. Siehe, von nun an werden mich seligpreisen alle Kindeskinder. 49 Denn er hat große Dinge an mir getan, der da mächtig ist und dessen Name heilig ist. 50
Und seine Barmherzigkeit währt von Geschlecht zu Geschlecht bei denen, die ihn fürchten. 51 Er übt Gewalt mit seinem Arm und zerstreut, die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn. 52 Er stößt die Gewaltigen vom Thron und erhebt die Niedrigen. 53 Die Hungrigen füllt er mit Gütern und läßt die Reichen leer ausgehen.
54 Er gedenkt der Barmherzigkeit und hilft seinem Diener Israel
auf, 55 wie er geredet hat zu unsern Vätern, Abraham und einen
Kindern in Ewigkeit. 56 Und Maria blieb bei ihr etwa drei
Monate; danach kehrte sie wieder heim.“

Maria macht einen längeren Urlaub im Gebirge Juda, das ist mein erster Eindruck. Urlaub ist, so würde ich es vielleicht bezeichnen, wenn ich einen Ortswechsel vornehme, um vielleicht Angehörige zu besuchen, es sind Tage, um mich dabei auch zu erholen. Maria besucht ihre Verwandte Elisabeth und bleibt immerhin etwa drei Monate bei ihr, bis kurz vor der Geburt ihres zukünftigen Sohnes Johannes, denn Elisabeth ist zu diesem Zeitpunkt schon im sechsten Monat schwanger. Solch eine Reise von Nazareth ins Hügelland von Judäa dauert so zwischen drei und fünf Tagen, je nachdem, wo genau Elisabeth wohnt. Es ist für Maria bestimmt sogar auch ein Abenteuerurlaub, denn die vielen Straßenräuber und Wegelagerer, sie sind eine regelrechte Landplage zur Zeit Jesu, machen die Reise der jungen Maria zu einem nicht ganz ungefährlichem Unternehmen. Vielleicht kann sich Maria einer Karawane anschließen? Sonst hätte ihre Familie ihr dieses Wagnis bestimmt nicht erlaubt! Für Maria ist diese Reise ganz sicherlich nicht nur ein einfacher Erholungsurlaub oder nur ein unmotivierter Tapetenwechsel. Sie hat sehr gute Gründe, ihre Verwandte Elisabeth zu besuchen, die wesentlich älter zu sein scheint als Maria selbst. In der bis dahin kinderlosen Elisabeth sucht Maria bestimmt auch eine mütterliche Freundin und Beraterin, zumal diese gottesfürchtige Elisabeth auch einen ihr verheißenen Sohn erwartet. Da hat der Engel des HERRN, der Gabriel, der Maria den entscheidenden Tip geben können, wir lesen es in Vers 36, im gleichen Kapitel. Maria sehnt sich nach einer echten Herzensgemeinschaft unter gleichgesinnten Gläubigen. Die Menschen um sie herum in Nazareth können sie ja nicht verstehen, dort umgeben sie Mißverständnisse, vielleicht auch Hohn und Spott. Maria sucht eine innige und verständnisvolle Gemeinschaft mit ihrer Verwandten Elisabeth, das scheint mir die wahre Motivation ihrer beschwerlichen Reise zu sein!

Bei ihrer Ankunft grüßt sie die Elisabeth, und das ist sicherlich nicht außergewöhnlich. Doch dann passieren einige sehr außergewöhnliche Dinge. Denn bei dieser Begrüßung hüpft der kleine, bis dahin ungeborene Johannes im Leib der Elisabeth. und im gleichen Augenblick wird die Elisabeth mit dem Heiligen Geist erfüllt und gesegnet. Wie das Tanzen ist auch das Hüpfen ein Ausdruck der Freude. Nicht nur die Juden glauben, daß der Fötus im Leib der Mutter bereits fühlen und auf Reize reagieren kann. Diese Leibesfrucht, dieser ungeborene Johannes, reagiert ganz offensichtlich auf die Kraft und die Gegenwart und des Heiligen Geistes. Durch die Weisheit und Kraft dieses Heiligen Geistes erkennt Elisabeth sofort, daß diese Maria die Mutter ihres HERRN ist, die Mutter ihres HERRN Jesus sein wird! Und Elisabeth kann dieser Maria vollmächtig bestätigen, daß alle Dinge geschehen werden, die unser HERR und Gott unserer Maria verheißen hat! Maria fallen dabei bestimmt einige schwere Steine vom Herzen, sie erlebt, daß diese Verheißungen bestätigt werden und daß sie deshalb bestimmt auf keinen Irrtum oder einfach nur auf einen Tagtraum hereingefallen ist. Der HERR lebt, der ihr dieses verheißen hat durch Seinen Engel Gabriel, der HERR lebt und spricht zu ihr durch Gabriel. Maria glaubt den Worten dieses Engels. Gabriel ist einer der sieben Engel, die ständig vor Gott stehen, die ständig in allerengster Gemeinschaft mit unserem großen Gott leben. Dieser große Gott lebt tatsächlich und bestätigt dieser nun überglücklichen Maria durch den Mund ihrer Verwandten Elisabeth die Geburt des Gottessohnes, ...des Gottessohnes, welcher nun auch als Menschensohn im Leib dieser Maria gebildet wird als Frucht ihres Leibes in diesen ersten Schwangerschaftswochen. Der HERR lebt und schenkt dieser total überraschten und vielleicht anfangs skeptischen Maria solch eine wunderschöne Bestätigung. Maria hat zurecht diesen großen Verheißungen Gabriels geglaubt, genauso, wie auch der greise Abraham der Verheißung geglaubt hat, in der ihm ein Nachkomme versprochen wird. Maria hat geglaubt, und das läßt sie glückselig werden!
Auch wir können solche Glücksmomente in unserem Leben immer wieder erleben, wir brauchen ganz einfach mit ganzem Herzen nur zu glauben, und sodann wird sich unser HERR immer wieder in unserem Leben bestätigen und uns dabei viel Gnade und Segen schenken! Auch wir können solche glückseligen Momente immer wieder genießen, so wie es auch Maria erlebt hat! Soweit diese ersten Gedanken.

Amen!