Predigt Jürgen 14. Januar 2001
Jesus Christus, gestern heute und in alle Ewigkeit!
Hebr 13,8

Viele von uns können sich noch an unseren Reisebruder Walter Pfeifer erinnern. Im letzten Jahr hat er uns zu dem Thema

Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit.
(Hebr 13,8)

einiges gesagt. Dabei hat Walter uns viel darüber berichtet und ausgelegt, was Jesus gestern für uns getan hat, was Er heute für uns tut und was Jesus zukünftig noch für uns tun wird.

Jetzt, zum Jahresanfang, möchte ich gerne mit uns darüber nachdenken, was Jesus in letzter Zeit in meinem und unserem Leben getan hat, was ich mit Jesus heute verbessern kann, was wir mit Jesus verbessern können und wie unser Leben mit Jesus zukünftig noch kreativer aussehen könnte... Ein Anlaß zu diesen Gedanken war tatsächlich der Jahreswechsel. Ich habe für mich einen Rückblick halten können, ohne dabei – Gott sei Dank – eine persönliche Midlife Crise zu erleben... Es wird deshalb diesmal eine sehr persönliche Predigt werden, was natürlich auch den Vorteil hat, daß ich nicht in Gefahr laufe, aus irgendeiner Auslegung abzuschreiben. Und so weit ich weiß, hat über mich noch niemand eine Auslegung geschrieben...!

Ich habe das Jahr 2000 als ein sehr schönes Jahr erlebt, mit viel Urlaub und auch vielen Lebensfreuden, ich war oft in den Bergen und auch öfters in den Biergärten, dafür aber nicht ganz regelmäßig in der Gemeinde. Ich habe mir halt gedacht, jetzt bin ich alt genug, jetzt möchte ich mir auch mal einiges leisten, auch wenn es mein missionarisches Budget etwas überstrapaziert. Immerhin bekam ich einen VWL Sparvertrag ausgezahlt, und so konnte ich zumindest etwas aus dem Vollen schöpfen. Ich habe das Jahr 2000 genossen.

Trotzdem oder gerade deshalb war das letzte Jahr für mich ein Jahr der Stagnation, des geistlichen Stillstandes... Sicherlich habe ich nicht resigniert, nein, fast jeden Tag war die Freude im HERRN da, aber ich habe auch keinen neuen inneren Aufbruch erlebt, kein neues Vorangehen... Es war ein schönes Jahr, auch ein schönes Jahr im HERRN, doch es hätte noch viel schöner sein können, wenn ich Jesus noch mehr gehorcht hätte, noch mehr auf Ihn als auf mich geschaut hätte!

Mein geistliches Leben ist nicht genügend in meinem Leben zum Ausdruck gekommen... Ich habe zuviel Geld ausgegeben, mehr, als ich eigentlich hatte..., ich habe mehr Urlaub gemacht, mehr, als eigentlich sein mußte..., ich habe mehr auf meine Bedürfnisse geschaut als gut war... Ich bin viel zu oft bei Mc Donald gewesen, mehr als gut gewesen wäre, ich habe mehr körperlich zugenommen als gut für mich wäre... Da gibt es also einiges zu korrigieren im neuen Jahr, da läßt sich vieles noch besser machen...

Etwa zum siebenten Male habe ich die Bibel in einem Jahr komplett durchgelesen, diesmal habe ich mir die besonders dicke Genfer Studienbibel zugemutet, inklusive aller Kommentare... Das hört sich doch gut an.... Doch bei einem solchen Programm habe ich in der Bibel oft nur halbherzig gelesen, ich war oft froh, wenn dieses Pflichtprogramm, diese täglichen sechs Seiten, geschafft waren.
Natürlich habe ich trotzdem viel Segen dadurch empfangen, vieles ist hängengeblieben... Aber ich habe mir gesagt, daß ich im neuen Jahr auch mal meine Stille Zeit reformieren solle, das heißt ändern und schöner gestalten solle... Wie gut, daß Jesus Christus gestern und heute und bis in alle Ewigkeiten hinein mein vollkommener und perfekter Erlöser, HERR und Heiland sein wird, wie gut, daß Jesus dabei so treu bleibt und geduldig mit meinen vielen Schwächen umgeht... Wie gut, daß wir alle im HERRN immer wieder weiter wachsen können, daß gilt nicht nur für mich, sondern auch für die Omi, für die Doro, für uns alle in dieser Gemeinde!

Wie Ihr seht, habe ich mir für dieses Jahr sehr viele guten Vorsätze gefaßt... Gott sei Dank bin ich ein stetiger Typ, das habe ich schriftlich, wir haben mal bei WDL alle einen interessanten Persönlichkeitstest gemacht... Als stetiges Naturell kann ich geduldig und beharrlich viele Dinge durchziehen, dabei gelte ich vielleicht auch als ein wenig phlegmatisch.und unflexibel. Dafür fehlen mir aber auch vor allem dominante Eigenschaften, auch bin ich kein Choleriker, ich kann aber auch nicht immer gut auf fremde Leute zugehen. Aber als stetiger Mensch habe ich sehr gute Voraussetzungen, viele von meinen guten Vorsätzen mit unserem HERRN Jesus durchzuziehen.

Nach diesen einleitenden Gedanken folgt jetzt wieder ein kurzer Überblick von dem, was uns heute hier erwartet.

B Hauptteil

1. Die Diagnose: Ein dankbarer Rückblick
2. Die Therapie: Es gibt heute so vieles zu verbessern...
3. Die Belohnung: Mit Jesus im Himmel

C Der Schlußgedanke: Wenn schon gute Vorsätze, dann täglich!

Singen wir nun aus dem Lied 213 die erste Strophe, es ist ein altes Lied aus dem 18. Jahrhundert. Mich hat es in letzter Zeit immer wieder verfolgt und mir gezeigt, wie schön es ist, Jesus immer mehr zu vertrauen...

„Sicher in Jesu Armen, sicher an Seiner Brust, ruhend in Seiner Liebe, da find ich Himmelslust. Mit holder Hirtenstimme ruft mir mein Heiland zu: Laß ab von eignen Ringen, an meinem Herzen ruh!“

Diesmal wird es eine sehr persönliche Predigt... Steigen wir nun ein in den ersten Hauptteil, halten wir einen kleinen Rückblick...

Jeder Mensch braucht Treibstoff, Antrieb, Motivation, wenn er das nicht bekommt, dann resigniert er, dann geht er ein, wie so mancher Weihnachtsstern jetzt... Vor meiner Bekehrung sah mein Leben so ziemlich hoffnungslos aus, nichts motivierte mich mehr, nachdem ich schon so vieles vergeblich ausprobiert habe... Dankbar darf ich heute immer wieder bekennen, daß mich unser HERR Jesus tatsächlich die letzten neun Jahre seit meiner Bekehrung wunderbar durchgetragen hat, obwohl ich doch ein ziemlich schwerer Brocken bin... Regelmäßig konnte ich seit 1991 täglich eine bis eineinhalb Stunden mit meinem HERRN in der Stille verbringen, genauso regelmäßig habe ich aber auch, das muß ich zu meiner Schande sagen, immer wieder gesündigt... Ich konnte in der Stille geistliche Höhenflüge erleben, doch oft hat mich kurz darauf die Sünde wieder eingeholt, es wäre zum Verzweifeln, wenn mir mein Heiland nicht vergeben würde... Aber der HERR ist so treu, nach jeder Niederlage durfte ich wieder neue Schritte mit Ihm vorangehen. Der HERR ist treu zu mir, gestern, heute und in alle Ewigkeit...

Wenn Jesus mich nicht tagtäglich neu motivieren würde, dann wäre mein Leben, auch als Christ, wahrhaftig langweilig...Da frage ich mich doch als ein Buchhalter, der nicht gerade weltbewegende Arbeiten zu verrichten hat, was an meinem bisherigen Leben so interessant und vielleicht auch beispielhaft gewesen ist... Viele Arbeiten wiederholen sich da Tag für Tag, es ist bestimmt auch so beim Ecki oder bei der Resi oder beim Gerhard... Gerade als Buchhalter schaue ich immer nur rückwärts, buche das, was bereits gewesen ist, beeinflusse aber nur sehr selten das, was noch auf uns zukommen wird... Wenn sich bei Wort des Lebens in der Osterfreizeit neue Seelen zum HERRN bekehren, dann mache ich womöglich gerade den Jahresabschluß des vergangenen Jahres...

Nach weltlichen Maßstäben bin ich so ziemlich ein Versager. Ich verdiene nicht viel Geld, wie das halt in Missionswerken üblich ist, ich habe keine Familie, ich bin oft abends alleine zu Hause oder im Büro bei Überstunden..., ein sogenanntes kleinbürgerliches Dasein ohne große Höhen und Tiefen. So würde so mancher von mir denken, der keine Ahnung von dem hat, was für ein Glück es ist, erlöst zu sein!
Normalerweise wäre es bisher wirklich ein recht langweiliges Leben gewesen, in den Augen dieser Welt, doch ich durfte immer wieder erfahren, daß sich der allmächtige Gott tatsächlich auch um mich gekümmert hat!

Nähme ich einmal an, ein sogenannter Kaiser von China oder auch der Bundeskanzler Schröder hätte mich im letzten Jahr besucht einmal besucht und mich reichlich beschenkt... Ich wäre dabei viel zu nervös gewesen, ich wäre vor lauter Lampenfieber ganz erblaßt. Doch ich bin ganz gelassen und ruhig, oft auch ganz einfach unkonzentriert, wenn mir der HERR Jesus täglich in der Stillen Zeit begegnet und wenn ich den HERRN aller HERREn anbete, der um so vieles höher steht als Schröder oder ein angeblicher Kaiser von China... Bin ich mir da nicht bewußt, daß ich da eine Audienz mit dem Schöpfer aller Dinge, dem Schöpfer des Universums habe? Normalerweise müßte ich erzittern, vor Schrecken und Angst, wenn ich immer mehr begreifen würde, daß mir da der allmächtige Gott in der Stille immer wieder begegnet, daß Er sich doch tatsächlich auch um meine kleinsten Problemchen persönlich kümmert!

Doch bisher erzittere ich nur selten innerlich, wenn ich bete oder Sein Wort lese..., sondern ich gehe mit Jesus um wie mit einem guten Chef, den ich duzen darf, wie mit einem Freund, der für mich da zu sein hat... Wenn ich Den sehen würde, mit dem ich immer wieder gesprochen habe, wenn ich beim Beten Jesus leibhaftig vor mir sehen würde vor mir, dann wäre meine Gebetshaltung und Gebetseinstellung gewiß eine ganz andere... Doch dann müßte ich auch gleichzeitig sterben, denn kein lebendiger Mensch hat Gott je gesehen, auch Moses konnte Gott nur erahnen... Wir müßten ganz einfach sterben, wenn sich Gott jetzt leibhaftig uns offenbaren würde, wir könnten Seinen Anblick ganz einfach nicht ertragen..., solange wir nicht mit unserem Auferstehumgsleib überkleidet sind... Und dennoch dürfen wir Jesus immer wieder ganz persönlich erfahren. Jesus offenbart sich uns - Gott sei Dank - ganz individuell und schonend..., einem jeden so, wie er es verträgt, eben wie ein liebender Heiland und nicht wie ein machtvoller Tyrann...

Ich bin so dankbar, daß Jesus auch Mensch geworden ist, sich auf eine Ebene mit mir herabgelassen hat, so kann ich mir unseren Gott und HERRN Jesus ein klein wenig besser vorstellen... Jesus hat sich, auch für mich so sehr erniedrigt, damit ich erhöht werden darf...Jesus hat sich mit mir auf eine Stufe gestellt, damit ich mich mit Ihm wie mit einem vertrauten Freund unterhalten kann... Jesus hat mir in dieser verlorenen Welt vergeben, damit ich ein glücklicher Mensch sein darf, wie in den ganzen letzten Jahre hindurch, und auch jetzt und dann erst recht einmal im Himmel, doch dazu später...
Jesus hat mir nach meiner Zerbrechung ein befreites Leben geschenkt, und da werde ich jetzt an eine kleine Geschichte erinnert.

Der preußische König Friedrich der Große, der von 1740 bis 1780 regierte, inspizierte der Strafanstalt Spandau. Im Gespräch mit den Inhaftierten erkundigte Er sich nach ihren Verbrechen. Die Häftlinge witterten eine Chance auf Überprüfung der Urteile oder auf Begnadigung. Eifrig erklärten sie, warum ihre Taten, die zur Verurteilung geführt haben, nicht so schwerwiegend waren. Sie schoben die Verantwortung dafür auf ihre Opfer, auf ihre Eltern, auf ihre Arbeitgeber, auf ihre Umstände. Mit der Beredsamkeit von Advokaten legten sie dar, daß ihre Strafe unangemessen hoch und sie selber harmlos und zu Unrecht inhaftiert seien. Lediglich einer der Gefängnisinsassen sagte zum König: „Eure Majestät, ich bin unter allen Verbrechern hier der schlimmste und die Strafe, die ich absitze, habe ich leider verdient...!“ Darauf antwortete der alte Fritz mit gespielter Empörung: „Was machst Du elender Kerl hier unter diesen braven Leuten? Pack Dich hinaus!“

Ich darf also dankbar zurückschauen...
Nachdem mich Jesus ganz barmherzig aus dem Gefängnis meiner Sünde entlassen hat, hat er mich ganz einfach ein wenig wachsen lassen, mich aber auch durchgetragen, wenn ich nicht selber nachfolgen wollte... Ich habe seitdem viel gesündigt, doch Er hat mich noch mehr geliebt, ganz unverdientermaßen... Ich darf deshalb zurückschauen, doch nicht sehnsüchtig, wie vielleicht Lots Frau..., sondern dankbar... und Ihn loben immer wieder für all das was Er für mich getan hat! Welch ein Freund ist unser Jesus, gestern, heute und in alle Ewigkeit!

Singen wir jetzt Lied 213, die zweite Strophe
„Sicher in Jesu Armen, loß von der Sorge Qual, sicher vor Satans Stürmen in Jesu Wundenmal, frei von dem Druck des Kummers, frei von des Zweifels Pfad; nur noch ein wenig Prüfung, nur etwas Tränensaat. Sicher in Jesu Armen...“

Jesus hat sich für uns am Kreuz erniedrigt, um uns in unseren Sünden abzuholen, und Jesus erniedrigt sich auch heute noch, immer wieder, um uns dort abzuholen, wo wir gerade stehen. Jetzt, an einem Montag, bei dieser Predigtvorbereitung, habe ich mir vorgenommen, mich unter Sein Wort zu beugen - und nicht über Seinem Wort zu stehen, so wie es Ecki am letzten Sonntag formuliert hat... Und schon ist Jesus wieder da und hilft mir mit Seinem Wort, diesmal aus der heutigen Tageslosung

2Chr 15,7 Ihr aber, seid getrost und laßt eure Hände nicht sinken; denn a euer Werk hat seinen Lohn.
(a) 1. Kor 15,58

und aus dem Neuen Testament den Lehrtext

Mt 5,16 So laßt a euer Licht leuchten vor den Leuten, damit sie b eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.
(a) Phil 2,14-15; (b) Joh 15,8; Eph 5,8-9

Ich brauche und soll also meine Hände nicht mutlos sinken lassen, nur weil ich in der Vergangenheit so oft versagt habe... Im Gegenteil, Jesus fordert mich und uns auf, für Ihn zu leuchten, in Seinem Namen gute Werke zu tun - und aus den Fehlern der Vergangenheit zu lernen, wenn ich das hinzufügen darf. Darüber hinaus darf ich auf die Belohnung schauen, die Er für mich bereithält, nicht erst im Himmel, sondern auch schon heute, wenn Jesus mein gutes Tun segnet, mir dabei Kraft und Freude schenkt!

Der heutige Tag gilt, der vergangene Tag ist unwiderruflich vorbei und das Morgen ist noch nicht da... Heute sollen wir Seine Stimme hören und dabei unser Herz nicht verstocken..., siehe Psalm 95,7-9.

Ich habe mir also einige gute Vorsätze für dieses Jahr vorgenommen, nachdem ich meine schwachen Punkte in der Vergangenheit erkannt habe.

Vieles hängt mit dem lieben Geld zusammen. Da habe ich für mich ein ziemlich enges Budget aufgestellt, aus dem ich z. B. den Skiurlaub gestrichen habe... Andererseits habe ich einen monatlichen Betrag in mein Budget aufgenommen für Sport und Fitness... Da ich in der Arbeit bei WDL nur sehr wenig Bewegung habe, erst recht nicht im Winter, gehört zu meinen guten Vorsätzen, ein Fitness Studio zweimal wöchentlich oder auch 100 mal jährlich zu besuchen... So kann ich auch besser einer weiteren Gewichtszunahme entgegenwirken, auch wieder einer meiner Schwächen...

Um mehr Freude und Lust in meine tägliche Stille Zeit hineinzubringen, verzichte ich diesmal ganz bewußt auf den bestimmt guten Vorsatz, die Bibel in einem Jahr durchzulesen..., eben nachdem ich gemerkt habe, daß ich tagaus und tagein oft nur, schon fast gesetzlich, über mein tägliches Pensum geflogen bin... Dafür möchte ich mich gerne in dieser täglich fest eingeplanten Stillen Zeit ganz auf die Herrnhuter Losungstexte konzentrieren und dabei zu den Losungen täglich eine Kurzandacht schreiben, eben die Gedanken aufschreiben, die sonst in der Stillen Zeit kommen und dann wieder plötzlich unauffindbar verschwinden. Bis jetzt hat es gut geklappt, so begleiten mich die Losungsworte den ganzen Tag und ich habe viel Freude dabei..., und ich spare sogar noch Zeit ein, denn das oft unkonzentrierte tägliche seitenlange Bibellesen dauert in der Regel viel länger...

Nachdem ich im letzten Jahr einige Sonntage und viele Mittwoche nicht in der Gemeinde war, möchte ich mich auch hier bessern, schon wieder gute Vorsätze... Wie gut, daß da der Thomas da ist, so können wir uns auch am Mittwoch immer wieder gegenseitig zu einem Gemeindebesuch motivieren...

Und auch der sonntägliche Gemeindebesuch wird mir in diesem Jahr auch an heißen Tourentagen sicherlich nicht mehr so schwerfallen..., denn der HERR hat es für mich so eingerichtet, daß der Sonntagsgottesdienst nicht mehr mitten in einem Wochenende stattfindet. Wie das? Nun, ich arbeite bei WDL jetzt Dienstags bis Samstags, sodaß daß Wochenende jetzt für mich mit einem Sonntagsgottesdienst beginnt und ich anschließend immer noch in eine fast zweitägige Wochenendtour bis Montag abend starten darf, so der HERR will und ich sein darf... Und bei all sollte ich mir wirklich eine missionarische Lebensweise angewöhnen, vielleicht darf dann doch der eine oder andere Funken Seiner Liebe immer mehr die Herzen von Ungläubigen erreichen?!?

Ich habe mir also allerhand für dieses neue Jahr vorgenommen, doch will ich nicht vergessen, daß alles nur unter dem Segen Gottes sein kann und geschehen darf. All diese Aktivitäten sollten wirklich nicht aus eigener Kraft geschehen... Jakobus warnt uns hier alle vor zu viel Selbstsicherheit...

Jak 4,13 Warnung vor Selbstsicherheit
Und nun ihr, die ihr sagt: Heute oder morgen wollen wir in die oder die Stadt gehen und wollen ein Jahr dort zubringen und Handel treiben und Gewinn machen -, a
(a) Spr 27,1
Jak 4,14 und a wißt nicht, was morgen sein wird. Was ist euer Leben? Ein Rauch seid ihr, der eine kleine Zeit bleibt und dann verschwindet.
(a) Lk 12,20
Jak 4,15 Dagegen solltet ihr sagen: a Wenn der Herr will, werden wir leben und dies oder das tun.
(a) Apg 18,21; 1. Kor 4,19

Daß unser Leben eigentlich nur an einem seidenen Faden hängt und uns unser HERR jederzeit heimholen kann und wir ohne die Gnade unseres HERRN womöglich schon längst verloren wären, das habe ich bei all meinen Planungen am 2. Januar erleben können. Ulrike Gutsch, eine etwa 30 jährige Mitarbeiterin aus dem Gästebüro von WDL, ist am Jahresanfang ganz plötzlich in die Murnauer Unfallklinik eingeliefert worden, mit Verdacht auf Hirntumor... Schon zwei Tage später wurde sie operiert, der Tumor konnte nicht ganz entfernt werden, und jetzt ist ihr und uns klar, daß das verbleibende Krebsgeschwür nicht so ohne weiteres entfernt werden kann. Sie hat die Operation überstanden, es geht ihr den Umständen entsprechend gut... Dazu fällt mir jetzt ein Psalmwort ein, ein Wort, welches wir eigentlich unseren täglichen guten Vorsätzen hinzufügen sollten...

Ps 90,12 a Lehre uns bedenken, daß wir sterben müssen, auf daß wir klug werden.
(a) Ps 39,5-7

All diese guten jährlichen Vorsätze können zu täglichen Vorsätzen werden und sie sollten vor allem ein Ziel haben: Uns noch bereiter zu machen für das Kommen unseres HERRN Jesus, damit Jesus durch unser Leben noch mehr verherrlicht wird!

Mt 24,44 Darum seid auch ihr bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, da ihr's nicht meint.

Singen wir jetzt Lied 213, die dritte Strophe
„Jesus, des Herzens Zuflucht, Jesus, Du starbst für mich! Sicher auf diesen Felsen stütz ich mich ewiglich! Hier will ich stille warten, bis daß vergeht die Nacht, bis an dem goldenem Ufer leuchtend der Tag erwacht. Sicher in Jesu Armen...“

In Anbetracht dessen, daß das Verplanen meiner zukünftigen Tage und Jahre doch auf einem recht wackeligen Fundament steht, möchte ich gerne darauf verzichten zu beschreiben, wie ich mir mein zukünftiges Leben mit Jesus in fünf oder zehn Jahren vielleicht vorstelle... Nur Jesus kennt meine Zukunft genau..., und ich würde bestimmt zuviel versprechen, wenn ich voraussagen würde, daß ich am 2. 2. 2002 heiraten werde und ich in fünf Jahren statt eines Rollers natürlich eine Harley Davidson fahren werden – Hauptsache, so denke ich es mir auch trotzdem schon, der HERR fährt auf dem Rücksitz mit!

Nein, ich möchte mir jetzt keine Zukunft erträumen, sondern es da lieber mit Paulus halten, lesen wir aus

Röm 14,7 Denn keiner von uns lebt sich selbst und keiner stirbt sich selbst.
Röm 14,8 Leben wir, so leben wir dem Herrn, sterben wir, so sterben wir dem Herrn; ob wir nun leben oder sterben, so sind wir des Herrn.
Röm 14,9 Denn dazu ist Christus gestorben und wieder lebendig geworden, daß er sowohl über Tote als auch über Lebende Herr sei.
(Schlachter)
und aus

Phil 1,21 Denn für mich ist Christus das Leben, und das Sterben ist mein Gewinn.

Jesus Christus, gestern, heute und in alle Ewigkeit!

Und trotzdem darf ich einen Blick in die Zukunft werfen, doch nicht nach meinen, sondern nach Jesu Vorstellungen! Am letzten Dezembertag des alten Jahres habe ich in meiner Jahresbibellese natürlich die letzten Kapitel der Offenbarung gelesen, die Kapitel 21 und 22. Und so konnte ich auch weit nach vorne schauen, meinen Blick aus der Vergangenheit heraus weit in die Zukunft werfen! Und so darf ich wieder gewiß sein, daß mich ein wunderbares Leben im Himmel erwarten wird, egal, ob ich heute noch sterbe oder erst in 50 Jahren... oder ob ich tatsächlich die ganz besondere Gnade der späten Geburt, die Gnade der Entrückung erleben darf! Schauen wir in die Zukunft, werfen wir einen Blick in den Himmel!

Die Gemeinde Jesu wird dort sein. Wir werden vereint sein mit all den Erlösten von Pfingsten an bis zur Entrückung. Die Apostel und Märtyrer werden dort sein, und auch die Unbekannten, die niemals Schlagzeilen machten, aber Ihm treu und gewissenhaft gedient haben. Die Heiligen des Alten Testaments werden dort sein. Wir werden uns gegenseitig wiedererkennen können, wir werden alle erkennen, wie wir erkannt worden sind! Nicht dabei sein werden alle Ungläubigen, in der Offenbarung 21 werden uns einige unrühmliche Beispiele genannt:

"8 Furchtbar aber wird es denen ergehen, die mich feige verleugneten und von mir abgefallen sind, den Mördern und Ehebrechern, allen, die okkulte Praktiken ausüben und sich ihre Götzen und Idole geschaffen haben, den Lügnern und Betrügern. Sie alle werden in den See aus Feuer und Schwefel geworfen. Das ist der zweite Tod, der für immer von Gott trennt."
(Hoffnung für alle)

John Newton schrieb einmal: ´Wenn ich in den Himmel komme, werde ich drei Wunder sehen. Das erste Wunder wird sein, viele Menschen dort zu sehen, die ich dort nicht erwartet habe. Das zweite Wunder wird sein, daß ich viele Menschen dort nicht sehen werde, von denen ich dachte, daß sie dort sein werden. Und das dritte und größte Wunder wird sein, daß ich selbst dort sein werde!"

Unser Körper wird nicht mehr an Krankheiten zu leiden haben. Er wird nie mehr mit Bazillen, Viren, Infekten, bösartigen Geschwüren oder Herzkrankheiten zu kämpfen haben... Krankenhäuser braucht man nicht, Ärzte (siehe Gerhard Gail...) und Krankenschwestern werden überflüssig sein. Sorgen werden unbekannt sein. Es wird keine gebrochenen Herzen mehr geben. Der Erlöser wird alle Tränen abwischen.

Sehr oft denken die Menschen, daß der Himmel ein Ort eines nie endenden Urlaubes sein wird, verbunden mit Müßiggang und Harfenspielen. Ein Mitarbeiter von WDL sagte einmal voll übertriebener Hoffnung: „Wenn ich einmal im Himmel bin, dann will ich die ersten zehntausend Jahre nur Skifahren ...“ Doch dem wird nicht so sein. Der Himmel ist auch ein Ort des Dienstes. Wie dieser Dienst aussehen wird, ist im Wort Gottes nicht näher beschrieben, aber ein jeder wird wohl nach seinen Gaben und Fähigkeiten eingesetzt werden. Über den Dienst der Erlösten schreibt die Offb. 7

"15 Deshalb stehen sie hier vor dem Thron Gottes und dienen Ihm Tag und Nacht in Seinem Tempel." (Hoffnung für alle)

Dabei müssen wir berücksichtigen, daß es im Himmel einen Tempel im herkömmlichen Sinn nicht mehr geben wird, siehe Offb. 21

"22 Und ich sah keinen Tempel darin; denn der Herr, der allmächtige Gott, ist Ihr Tempel, Er und das Lamm." (Luther)

Schon jetzt bereitet uns ein Dienst für den HERRN so viel Freude. Wie schön wird es da erst in der Ewigkeit sein!

Wir werden in alle Ewigkeit hinein dazulernen dürfen, Gottes Gnade und Barmherzigkeit immer mehr erkennen lernen dürfen, siehe Epheser 2

"6 Durch den Glauben an Christus sind wir dem Tod entrissen und haben einen Platz in Gottes Reich. 7 So will Gott in Seiner Liebe zu uns, die in Jesus Christus sichtbar wurde, für alle Zeiten die Größe Seiner Gnade zeigen." (Hoffnung für alle)

Jesus kann uns z. B. die Ausmaße des Universums zeigen, uns die Wunder Seiner Schöpfung erklären. Wir werden Seine Planung in Zeit und Ablauf verstehen, die uns heute noch wie unglaubliche Zufälle vorkommen. Werden wir im Himmel essen? Warum nicht? Der HERR Jesus aß nach Seiner Auferstehung ein Stück gebratenen Fisch, von den Jüngern gereicht! Jesus sagt beim letzten Abendmahl zu Seinen Jüngern, siehe Matthäus 26

"29 Von jetzt an werde ich keinen Wein mehr trinken, bis ich ihn wieder im Reich meines Vaters mit Euch trinken werde." (Hoffnung für alle)

Auf uns wartet das Hochzeitsmahl des Lammes (siehe Offb. 19, 9) und im himmlischen Jerusalem wachsen Bäume, die 12 mal im Jahr Frucht bringen, welche sicherlich auch zur Speise der erlösten Gläubigen dienen können.

Im Himmel wird es keine Nacht geben. Gottes Herrlichkeit überstrahlt jede Dunkelheit. Gold und Edelsteine sind die Bausteine des himmlischen Jerusalems. Wir werden staunend anbeten. Es wird Musik geben, himmlische Harfen werden in der Offenbarung erwähnt (Offb. 14,1-3 + 15,2)...

Wir können davon ausgehen, daß es auch im Himmel Große und Kleine, Erste und Letzte geben wird. Wir werden abgestufte, aber doch wohlgeordnete Verhältnisse finden! Treue Diener werden über viel gesetzt, so wie der eine vielleicht über zehn Städte, der andere über fünf Städte.

Und der Himmel wird ein Ort der Belohnungen sein. Treue wird mehr belohnt werden als Erfolg. Wir können nicht immer erfolgreich sein, aber treu können wir sein. Es zählt nicht die Quantität, sondern die Qualität. Die Witwe, die nur zwei Scherflein einlegte, ist dafür ein bleibendes Beispiel. Alles wird belohnt werden, ein jeder wird seinen Lohn empfangen (Epheser 6,8, 1 Kor. 8). Im allgemeinen werden die Preise Kronen oder Siegeskränze genannt.

Unser Bürgerrecht aber ist bereits jetzt schon im Himmel (Phil 3,20). Hast Du Dich schon in Gottes Einwohnermeldeamt eintragen lassen, stehst Du bereits im Lebensbuch des Lammes?

Dieser Blick in den Himmel, den wir in Offenbarung 21+22 immer wieder tun können, dieser Blick nach oben kann uns immer wieder zusätzlich motivieren zu einem Leben in froher Nachfolge..., und deshalb können wir als Erlöste jetzt freudig die 3. Strophe aus Lied 225 singen

"Dort vor dem Throne im himmlischen Land, treff ich die Freunde, die ich hier gekannt; dennoch wird Jesus und Jesus allein Grund meiner Freude und Anbetung sein. Das wird allein Herrlichkeit sein. Das wird allein Herrlichkeit sein, wenn frei von Weh ich Sein Angesicht seh, wenn frei von Weh ich Sein Angesicht seh!"

Jetzt zum Schluß möchte ich doch noch etwas abschreiben, und zwar aus dem Andachtsbuch „Leben ist mehr“ aus der Andacht vom 31.12.2000. Besser und treffender könnte ich solch einen Schlußgedanken wirklich nicht formulieren. Überschrieben ist diese Tagesandacht natürlich mit „Jahres – Wechsel“

„Januar, der erste Monat des Jahres, ist nach Janus benannt, dem römischen Gott der Zeit. Der wird mit zwei Gesichtern dasrgestellt, wobei eines immer rückwärts und das andere immer vorwärts schaut. So ähnlich machen wir das beim Jahreswechsel, nicht wahr? Wir tun uns schwer damit, voller Hoffnung und Zuversicht in die Zukunft zu schauen. Die Probleme und Fehler der Vergangenheit sind nun zu lebendig in uns. Weil wir zwar aus ihnen lernen, sie aber nicht rückgängig machen können, ist das genauso sinnlos, wie über vergossene Milch zu weinen.
Für das neue Jahr nehme ich mir verschiedenes vor: Gutes, Schönes, Neues! Selbst wenn sich nicht alle Pläne, Wünsche und Hoffnungen erfüllen, will ich das Ziel fest im Auge behalten. Aber nicht nur jedes neue Jahr, sondern jeder neue Tag ist ein Neubeginn; wie ein leeres Gefäß, das gefüllt werden will. Mit guten Gedanken und Taten, mit Leben!
Christus ist das Leben und unsere Zeit steht in Gottes Händen. Mit Ihm sollten wir jeden einzelnen Tag des neuen Jahres beginnen und Ihn um Hilfe und Leitung bitten. Im Vertrauen auf Seine unendliche Liebe und Gnade habe ich dem HERRN Jesus alle meine Sünden der Vergangenheit bekannt. Und in der Gewißheit, daß sie mir mit Christus am Kreuz auch alle vergeben sind, darf ich freudig und frei die Zukunft erwarten.“
Jesus Christus, gestern, heute und in alle Ewigkeit!
Amen!