Predigt 30. Dezember 2001
Röm 1,20 - Schöpfung
„Denn Gottes unsichtbares Wesen, das ist seine ewige Kraft und Gottheit, wird seit der Schöpfung der Welt ersehen aus seinen Werken, wenn man sie wahrnimmt...“

Hiob ist sprachlos. Nachdem er in vielen Reden immer wieder seine Unschuld und Gerechtigkeit beteuert und verteidigt hat, mag er nun am liebsten im Boden versinken.

In 35 Kapiteln der Heiligen Schrift, von Kapitel 3 bis Kapitel 37, hat er sich leidenschaftlich mit seinen Freunden auseinandergesetzt. Diese sogenannten Freunde haben ihm sinngemäß laufend vorgeworfen, daß Hiob gesündigt haben muß, denn sonst würde es ihm ja nicht so schlecht gehen. Doch Hiob widerspricht immer wieder, siehe Hi 16,17: „obwohl kein Frevel in meiner Hand und mein Gebet rein ist.“ Und siehe auch „Hi 27,6 An meiner Gerechtigkeit halte ich fest und lasse sie nicht; mein Gewissen beißt mich nicht wegen eines meiner Tage.“ Und sein Freund Elihu zitiert ihn mit den Worten, siehe Hi 33,9: „Ich bin rein, ohne Missetat, unschuldig und habe keine Sünde.“

Doch jetzt redet Gott. Und Hiob ereifert sich nicht mehr. Er schweigt staunend über Gottes Schöpfung und Allmacht, siehe: „Hi 38,4 Wo warst du, als ich die Erde gründete? Sage mir's, wenn du so klug bist! Hi 38,16 Bist du zu den Quellen des Meeres gekommen und auf dem Grund der Tiefe gewandelt? Hi 38,18 Hast du erkannt, wie breit die Erde ist? Sage an, weißt du das alles? Hi 38,31 Kannst du die Bande des Siebengestirns zusammenbinden oder den Gürtel des a Orion auflösen? Hi 38,33 Weißt du des Himmels Ordnungen, oder bestimmst du seine Herrschaft über die Erde? Hi 38,37 Wer ist so weise, daß er die Wolken zählen könnte? Wer kann die Wasserschläuche am Himmel ausschütten. Hi 40,2 Wer mit dem Allmächtigen rechtet, kann der ihm etwas vorschreiben? Wer Gott zurechtweist, der antworte!“

Hiob ist sprachlos, er hat nicht mehr viel zu sagen, siehe: „Hi 40,3 Hiob aber antwortete dem HERRN und sprach: Hi 40,4 Siehe, ich bin zu gering, was soll ich antworten? Ich will meine Hand auf meinen Mund legen. Hi 40,5 Einmal hab ich geredet und will nicht mehr antworten, ein zweites Mal geredet und will's nicht wieder tun.“

Und der allmächtige Gott redet weiter, er weist Hiob mit seinen Freunden in ihre Schranken. Ein großer Höhepunkt in der Rede unseres HERRN ist eine rhetorische Frage, siehe Hiob 41,2: „Wer ist denn, der vor mir bestehen könnte?“

Ein letztes Wort hat der Hiob hier noch, jetzt redet er nicht mehr von eigener Unschuld und Gerechtigkeit, siehe: „Hi 42,2 Ich erkenne, daß du alles vermagst, und nichts, das du dir vorgenommen, ist dir zu schwer.... Hi 42,5 Ich hatte von dir nur vom Hörensagen vernommen; aber nun hat mein Auge dich gesehen. 42,6 Darum spreche ich mich schuldig und tue Buße in Staub und Asche.“

Hiob ist zerbrochen. Doch jetzt darf er darüber hinaus erkennen, daß er aus eigener Kraft gar nichts mehr tun kann, noch nicht einmal sich verteidigen. Hiob erkennt, daß er ganz auf Seine Gnade angewiesen ist. Er erkennt, wie gering er im Angesicht Gottes ist. Und von nun an kann der HERR dem Hiob vergeben und ihn dabei so reich segnen, siehe Hi 42,12-13: „Und der HERR segnete Hiob fortan mehr als einst, so daß er vierzehntausend Schafe kriegte und sechstausend Kamele und tausend Joch Rinder und tausend Eselinnen. Und er bekam sieben Söhne und drei Töchter.“

Solch ein Zerbruch ist trotz aller Schmerzen sehr heilsam. Solch eine Zerbrechung führt zur Annahme Gottes, führt zum Staunen über Sein Wesen und über Sein Handeln rund um unser Leben. Der Apostel Paulus hat ähnliches erlebt. Er faßt seine Leidenserfahrungen in kurzen Worten folgendermaßen zusammen, siehe 1Kor 15,9-10: „Ich bin der Geringste unter den Aposteln.... Aber durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin.“ Mit Hiob und Paulus haben wir zwei Personen vor uns, die in ihrer Zerbrechung voller Staunen sprachlos geworden sind - und die der HERR dann wieder mehr als nur aufgerichtet hat. Vielleicht gelingt es mir, auch uns heute ein wenig sprachlos zu machen im Angesicht Seiner Größe und Gnade, im Anblick Seiner Schöpfung. Nach diesen einleitenden Gedanken folgt jetzt wieder ein Überblick über unsere heutige Predigt

Hauptteil:Das Schöpfungswunder unser ErdeGottes Intelligenz und Verstand in Seiner SchöpfungLicht leuchtet aufDie unendliche Größe Seines UniversumsGetreidehalme erzählen von der Größe GottesDer Mensch als Sein GeschöpfSeine chemischen BestandteileDer Körper des MenschenSein GehirnSein GeruchsinnDas Auge
Schlußgedanke: ...damit in dem Namen Jesus sich alle Knie beugen!
Staunen wir heute ein wenig zum Jahreswechsel. Singen wir dazu aus Lied 433, beginnen wir mit Strophe 1

„Auf, Seele, Gott zu loben! Gar herrlich steht Sein Haus. Er spannt den Himmel droben gleich einem Teppich aus. Er fährt auf Wolkenwagen, und Flammen sind Sein Kleid. Windfittiche Ihn tragen, zu Diensten Ihm bereit.“

Jeder Mensch hat die Möglichkeit, Gott zu erkennen, auch wenn er kein Christ ist. Ein ganz bekannter Beleg für diese Tatsache ist unser Bibelvers aus Römer 1,20: „Gottes unsichtbares Wesen, das ist Seine ewige Kraft und Gottheit, wird seit der Schöpfung der Welt ersehen aus Seinen Werken, wenn man sie wahrnimmt, so daß sie keine Entschuldigung haben.“ An Seiner Schöpfung können wir also erkennen, daß nichts dem Zufall überlassen ist, daß hinter allem ein Schöpfer stehen muß. Früher habe ich das nie geglaubt, doch heute begreife ich immer mehr, daß Seine Schöpfung so genial ist. Sie kann nicht durch Zufall oder durch eine Evolution entstanden sein... Und das möchte ich uns heute zeigen, an Beispielen Seiner Schöpfung. Erdkunde gefällig? Ich zitiere jetzt einige Zeilen aus dem evangelistischem Andachtsbuch „Leben ist mehr“, aus einer Andacht vom 24. September 2001:

„Kein anderer Planet aus dem ganzen Weltall kann sich rühmen, es der Erde an Vorzügen gleichzutun. Wäre ihr Abstand zur Sonne nur ein wenig größer oder kleiner, könnte hier kein Leben existieren. Auch hat die Erde genau die richtige Größe, da sonst die Lufthülle entweder zu dünn oder zu dick wäre und alles Leben zu Grunde gehen würde. Auch die Luft hat die für uns Menschen genaue richtige Zusammensetzung und Dichte (21 % Sauerstoff, 78 % Stickstoff), wofür wir selbst der beste und lebendige Beweis sind. Gott schuf auch die Ozonschicht, um uns vor den gefährlichen UV - Strahlen der Sonne zu schützen. Weil ohne Wasser kein Leben möglich ist, bedeckte unser großzügiger Schöpfer mehr als zwei Drittel der Erdoberfläche mit Ozeanen, Flüssen und Seen. Man kennt keinen anderen Planeten, der jederzeit über genügend Wasser in flüssigem Zustand verfügt. Im Gegensatz zu allen anderen Stoffen ist Wasser im festen Zustand leichter als im Flüssigen, weshalb das Eis oben auf dem Wasser schwimmt. So frieren die Seen im Winter von oben nach unten zu und in einer gewissen Tiefe gar nicht mehr. Hätte das Wasser die gleichen Eigenschaften wie alle anderen Stoffe, die im festen Zustand schwerer sind als im Flüssigen, würden die Seen von unten gefrieren, die Sonnenstrahlen könnten dieses dicke Eis nicht mehr auftauen und alles Leben käme um.“

Ja, wir dürfen staunend und anerkennend unseren HERRN Jesus als Schöpfer anerkennen, siehe Nehemia 9,6: „Du allein bist der HERR, Du hast den Himmel und aller Himmel Himmel und ihr ganzes Heer gemacht, die Erde, und alles, was darauf ist, das Meer und alles was darin. Du erhältst alles lebendig.“

Singen wir jetzt die zweite Strophe aus Lied 433:
„Gott hat das Licht entzündet, Er schuf des Himmels HERR. Das Erdreich war gegründet, gesondert Berg und Meer. Die kühlen Brunnen quellen, im jauchzend grünen Grund, die klaren Wasser schnellen, aus Schlucht und Bergesrund.“

Schöpfung oder Evolution? Das sind die beiden Alternativen. Eine dritte Möglichkeit gibt es nicht. Für die Schöpfung spricht allerdings eine ganze Menge. Beispielsweise kann ich mir nicht vorstellen, daß das alte Haus, in dem ich wohne, durch Zufall entstanden sein könnte. Nach irgendwelchen Plänen wurde es gebaut. Oder kannst Du Dir vorstellen, daß die Seeburg von „Wort des Lebens eV“ bei Berg am Starnberger See durch Zufall entstanden sein könnte? Natürlich nicht. Wir wissen, hier hat es Architekten und Planer gegeben, die sich diese Burg ausgedacht haben. Nach ihren Plänen wurde sie erbaut. Genauso gut wissen wir, daß jedes einzelne Lebewesen dieser Welt viel komplizierter konstruiert ist als diese Seeburg. Also, folgern wir hier, daß jedes einzelne Lebewesen von einem unendlich weisen Architekten geplant und erschaffen wurde. Dieser Architekt ist unser Schöpfergott, Er besitzt eine unerschöpfliche und grenzenlose Intelligenz.

HERR, wie sind deine Werke so groß! Deine Gedanken sind sehr tief.“ So lesen wir es in Psalm 94,6. Gottes Werke sind so groß! Ein Mensch könnte sie niemals verstehen geschweige denn selbst ausführen. Ich denke da an unsere Schöpfung. Wenn wir das erste Kapitel der Heiligen Schrift lesen, dann können wir daraus erkennen, daß Gott, der HERR, das Licht, die Atmosphäre, das Festland, die Vegetation, die Himmelskörper, die Wassertiere und Vögel, die Landtiere und den Menschen erschaffen hat. HERR, wie sind Deine Werke so groß!

Der HERR hat die Erde durch Seine Kraft gemacht und den Himmel ausgebreitet durch Seinen Verstand (Jeremia 10,12).“ Was muß unser allmächtiger Gott doch für einen unaussprechlich großen Verstand haben, was für eine unglaublich hohe Intelligenz, die sich nicht mehr mit einem Intelligenzquotienten ausdrücken läßt. „Der HERR, der ewige Gott, der die Enden der Erde geschaffen hat, wird nicht müde noch matt, sein Verstand ist unausforschlich“ so Jesaja 40,28. Und Hiob 12,13 drückt es so aus: „Bei Gott ist Weisheit und Gewalt, Sein ist Rat und Verstand!“ Und siehe 1. Tim. 4,4: „Alles, was Gott geschaffen hat, ist gut.“ Dazu gibt es nur noch eine Steigerung, siehe 1. Mose 1,31: „Und Gott sah an alles, was Er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut...“

Aus göttlicher Perspektive können mit den Adjektiven „gut“ oder „sehr gut“ nur Seine Taten und Seine Werke beschrieben werden. Nur das, was Er macht, ist vollkommen und sehr gut! In unseren Schulzeugnissen finden sich zwar auch manchmal gute bis sehr gute Noten. Doch lassen wir uns davon nicht täuschen. Mit unserem beschränktem Verstand, mit unserer geringen Intelligenz können wir aus göttlicher Sicht niemals gute oder sehr gute Werke vollbringen. Die Bibel drückt es so aus, Jesus spricht zu einem reichen Jüngling in Markus 10,18: „
Was nennst Du mich gut? Niemand ist gut als Gott allein.“

Gott hat uns aber nicht nur geschaffen. Gott hat an uns Menschen, an Seinen Ebenbildern, weitergearbeitet, bereits seit Adam und Eva. Gott hat an den Menschen, denen Er einen freien Willen ließ, weitergearbeitet, bis Er auch in mir einen besonders schweren Brocken fand. Sein großartigstes Werk ist, aus meiner subjektiven Betrachtungsweise heraus gesehen, meine eigene Wiedergeburt, siehe auch Joh 3,3: „Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, so kann er das Reich Gottes nicht sehen.“ Sein großartiges Werk in mir ist meine Wiedergeburt! Warum gerade ich? Es geht über meine Erkenntnis..., für mich ist es Gnade. HERR, wie sind Deine Werke so groß! Aus Liebe hat Er auch mich erwählt und errettet, darin darf auch ich Seine ganz persönliche Liebe für mich erkennen! Wie Hiob darf ich erkennen, siehe Hiob 19,25: „Ich weiß, daß mein Erlöser lebt!“ Unser HERR ist nicht am Kreuz hängengeblieben, so wie es oft auf Kreuzen in katholischen Kirchen dargestellt ist, nein, unser HERR ist auferstanden, Er lebt! Und Er lebt ganz besonders gerne in uns, in Seinen Geschöpfen!

An Seiner Schöpfung und an uns selber können wir Seine große Liebe erkennen. Seine Schöpfung ist für uns Menschen gemacht, siehe auch 1Mo 1,28: „Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan und herrschet über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über alles Getier, das auf Erden kriecht.“ HERR, wie sind Deine Werke so groß!

Singen wir die dritte Strophe aus unserem Lied 433:

„Vom Tau die Gräser blinken, im Wald die Quelle quillt, daraus die Tiere trinken, die Vögel und das Wild. Die Vögel in den Zweigen, lobsingen Ihm in Ruh, und alle Bäume neigen, Ihm ihre Früchte zu.“

Gott hat den Menschen schon in der Schöpfungsgeschichte Sein Licht geschenkt. Lesen wir dazu 1. Mose 1,3+4: „Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward Licht. Und Gott sah, daß das Licht gut war. Da schied Gott das Licht von der Finsternis.“ Und Gott produziert weiterhin Licht, siehe 1Mo 1,16-18: „Und Gott machte zwei große Lichter: ein großes Licht, das den Tag regiere, und ein kleines Licht, das die Nacht regiere, dazu auch die Sterne. Und Gott setzte sie an die Feste des Himmels, daß sie schienen auf die Erde und den Tag und die Nacht regierten und schieden Licht und Finsternis. Und Gott sah, daß es gut war.“

Das ist ja höchst interessant. Hier beschreibt das Wort Gottes, daß die Sterne die wesentliche Funktion haben, unsere Erde zu beleuchten. Unser Planet Erde ist in den Augen Gottes der wichtigste Planet, auch wenn diese Erde auch nur am Rande des bekannten Universums schwebt.. Und auf Seiner Erde leben Menschen, die Gott zu Seinen Ebenbildern geschaffen hat. Und für uns Menschen hat Gott Licht erzeugt, welches freilich immer mehr verdunkelt wird durch diesen Sündenfall. Der Mensch hat sich durch diese Sünde verblenden lassen, er wollte Gott gleich sein. Doch dabei hat er Gottes Licht mit der Finsternis vertauscht.

Ein neues Licht muß her, welches die Folgen dieser Erbsünde ausknipst. Was muß es doch für ein helles und klares Licht im Paradies gegeben haben, wenn auch heute noch so viel von Gottes Licht auf diese Erde hinab scheint, daß es zum Überleben mehr als ausreicht! Ein ganz neues Licht leuchtet seit knapp 2000 Jahren auf, welches Gott, der allmächtige Vater, uns in Seinem Sohn Jesus Christus geschenkt hat. Jesus ist das Licht in dieser Welt geworden, siehe auch 2Kor 4,6: „Denn Gott, der sprach: Licht soll aus der Finsternis hervorleuchten, der hat einen hellen Schein in unsre Herzen gegeben, daß durch uns entstünde die Erleuchtung zur Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes in dem Angesicht Jesu Christi.“

Vor meiner Bekehrung lebte ich in einer hoffnungslosen Finsternis, bis ich dann endlich dieses Licht kennenlernen konnte, welches mir ein wunderbares neues Leben geschenkt hat. Wie schön wird es erst wieder im Himmel sein, wenn dann die ursprünglichen paradiesischen Zustände für uns erlöste Menschen wieder hergestellt sind!

Singen wir jetzt die vierte Strophe aus Lied 433:
„Gott lässet Saaten werden, zur Nahrung Mensch und Vieh. Er bringet aus der Erden das Brot und sättigt sie. Er sparet nicht an Güte, die Herzen zu erfreun. Er schenkt die Zeit der Blüte, gibt Früchte, Öl und Wein!“

Unter einem Meter können wir uns etwas vorstellen. Auch das die Zugspitze knapp 3000 m hoch ist, das leuchtet uns auch noch ein. Aber kennt ihr schon das Metermaß der Astronomen? Es ist eine astronomische Einheit, sie entspricht mit 150 Millionen Kilometern etwa der mittleren Entfernung zwischen Erde und Sonne...

Wegen dieser kaum noch faßbaren Dimensionen drücken die Himmelsforscher diese Entfernungen gerne durch die Zeit aus, den ein Lichtstrahl braucht, um sie zu durchlaufen. So beträgt die Entfernung von der Erde bis zur Sonne, bei einer Lichtgeschwindigkeit von rund 300.000 km pro Sekunde, etwa 8 Lichtminuten. Und dennoch sind diese paar Lichtminuten ein kosmisches Nichts gegenüber den Entfernungen, mit denen wir das bekannte Universum theoretisch durchmessen können. So wird die Größe des heute beobachtbaren Weltalls mit etwa 14-18 Milliarden Lichtjahren angegeben. So weit ist also eine angenommene Himmelsgrenze mindestens von uns entfernt, so hoch ist der sichtbare Himmel mindestens noch über uns.

Und so hoch und so unermeßlich groß ist auch die Gnade Gottes, die Er Seinen gläubigen Geschöpfen geschenkt hat, die vielleicht nur 1,75 Meter groß sind, durchschnittlich, hier in Europa. Lesen wir dazu Ps 103,11: „Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, läßt er seine Gnade walten über denen, die ihn fürchten.“ Die Gnade Gottes mit uns vergleichsweise winzig kleinen Menschen ist nicht kleiner als das unermeßlich große Opfer, welches unser HERR Jesus für uns gebracht hat! Er, der Schöpfer des Weltalls, des Universums, ließ sich von Seinen Geschöpfen umbringen, um uns Seine unermeßlich große Gnade zu schenken. Seine Gnade mit uns wiegt Seine ganze Schöpfung auf, sie ist so hoch wie der Himmel über der Erde ist!

Singen wir nun die fünfte Strophe aus Lied 433:
„Der Wald hat Ihn erschauet, und steht in Schmuck und Zier. Gott hat den Berg gebauet, zur Zuflucht dem Getier. Das Jahr danach zu teilen, hat Er den Mond gemacht. Er läßt die Sonne eilen und gibt den Trost der Nacht!“

Ein Millionär ließ einen Architekten kommen und bat ihn, einen Turm mit einem Durchmesser von 4 Meter zu konstruieren. „Okay, machen wir, “ sagte der Archtekt. „In diesen Turm müssen Treppen und Gänge eingebaut werden, ferner Versorgungskabel, Wasserleitungen und Aufzüge für das Material.“ Verbindlich nickt der andere. „Die Wände dürfen einen halben Meter dick sein, die Höhe des Turms soll 1500 Meter betragen, und er soll sich nach allen Seiten biegen können.“ Der Architekt lief rot an. „das ist noch nicht alles...“ sagte der Auftraggeber... „Auf diesen Turm soll eine chemische Fabrik gebaut werden...“ Die letzten Worte hörte der Architekt schon gar nicht mehr, denn er war aufgesprungen und hinausgerannt...

Diese Geschichte ist erfunden, aber eine ähnliche Einrichtung gibt es wirklich. Es handelt sich um einen Getreidehalm, natürlich im Maßstab 1000:1. Milliarden von Ährenhalmen künden so von der Größe Gottes“. (Aus: Leben ist mehr vom 15. März 2001)

Kommen wir jetzt zu uns Menschen. Die Bibel spricht in der Übertragung „HfA“ von uns sogar als „Krone Seiner Schöpfung“, siehe Ps 8,5-6: „ Wie klein ist da der Mensch! Und doch beachtest du ihn! Winzig ist er, und doch kümmerst du dich um ihn! Du hast ihn zur Krone der Schöpfung erhoben und ihn mit hoher Würde bekleidet. Nur du stehst über ihm!

Eine chemische Analyse der Bestandteile des Menschen zeigt, daß der Mensch tatsächlich nur aus Staub und Erde besteht: Calzium (43,5 %), Phosphor (29,1 %), Kalium (10,2 %), Schwefel (7,1 %), Natrium (4,3 %), Chlor (4,3 %), Magnesium (1,4 %) und Eisen (0,1 %). Hinzu kommen noch Spuren von Jod, Mangan, Cäsium, Kupfer und anderen Mineralien. Der geschätzte Wert nach diesen Bestandteilen beträgt heute etwa 20,00 DM. Mehr ist der Mensch also nicht wert? Nein! Wir sind unendlich wertvoll für Gott. Würde man allen Reichtum der Banken der Welt addieren, alle Schatztruhen öffnen und den Inhalt aller Safes zusammentragen und ihren Wert berechnen, er würde nicht ausreichen, die Kostbarkeit unseres Lebens aufzuwiegen. Das hat Gott durch etwas Unfaßbares bewiesen: Er ließ Seinen Sohn Jesus Christus für uns Menschen stellvertretend sterben und sühnte damit unsere Schuld. Aus Liebe zu uns starb der Sohn Gottes. Wir sind zu wertvoll, um unerrettet in die Ewigkeit zu gehen... (Aus „Leben ist mehr“ vom 3.12.2001)

Von allen Menschen, die jemals auf der Erde leben und gelebt haben, entspricht nicht einer dem anderen, weil jeder ein einmaliges Original ist. Den Bauplan für den menschlichen Körper findet man immer wieder kopiert im Kern aller Körperzellen; und in einem Kügelchen von nur drei Milliardstel Kubikmillimeter ist die ganze Erbinformation des Menschen gespeichert. Der Körper des Menschen besteht aus Billionen von Zellen, die alle zusammenarbeiten, damit er essen, trinken, gehen, hören, springen, fühlen, schmecken, riechen, denken, lernen und sich erinnern kann. Schon vier Wochen nach der Empfängnis fängt das Herz an zu schlagen. Und das tut es im Laufe eines Tages ohne Pause etwa 100.000 mal und pumpt dabei jeweils 5-6 Liter Blut durch den Körper. Das menschliche Gehirn produziert pro Tag mehr als 10.000 Gedanken und Vorstellungen und ist damit die größte Daten – Konzentration im physikalischen Weltall. Das Gehirn ist Videokamera, Bibliothek, Computer, Kommunikationssystem und eine unvorstellbare Datenbank in Einem. Aber der Mensch hat nicht nur einen Körper, sondern auch eine Seele, mit der er denken, fühlen und wollen kann. Was ihn aber über alle anderen Geschöpfe hinaushebt, ist der Geist des Menschen, mit dem er mit seinem Schöpfer kommunizieren kann... (Aus „Leben ist mehr“ vom 20. September 2001)

Singen wir nun die sechste Strophe aus Lied 433:
„Den Menschen heißt am Morgen Er an das Tagwerk gehen, läßt ihn in Plag und Sorgen, das Werk der Allmacht sehn. Er ist der treue Hüter, wacht über Meer und Land, die Erd ist voll der Güter und Gaben Seiner Hand.“

Das Gehirn ist das zentrale übergeordnete Organ unseres Nervensystems. Es steuert, überwacht und koordiniert fast alle Abläufe, die im Organismus von sich gehen. Es sammelt und verwertet Sinneseindrücke, speichert sie und bewirkt ihre sinnvolle Beantwortung. Über die eigentliche Informationsverarbeitung im Gehirn ist jedoch so gut wie nichts bekannt. Bestimmte Aktivitäten haben ihren Ursprung in der Großhirnrinde, wo auch Erinnerungen gespeichert sind. Wir wissen aber nicht, wie sie gespeichert werden und wie wir bestimmte Erinnerungen abrufen. Unbekannt ist auch, wie wir auf neue Ideen kommen und was im Gehirn geschieht, wenn wir etwas neues lernen. Das Gehirn besteht aus etwa 100 Milliarden einzelner Bauelemente, den Nervenzellen oder Neuronen. Ihre Zahl liegt damit in der Größenordnung der Zahl der Sterne in unserer Milchstraße. Würde man nur diejenigen Verbindungen in einem Buch notieren, die ein einzelnes Neuron direkt eingeht, dann bräuchte man hierfür schon 40 Druckseiten. Um alle Kontaktstellen zu registrieren, benötigte man eine noch 500 mal größere Bibliothek als die Kongessbibliothek in Washington, die zu den größten der Welt gehört... (Aus „Leben ist mehr“ vom 23. 9.2001)

Düfte erkennen wir treffsicher über Jahrzehnte hinweg wieder. Manche Gerüche erinnern uns an bestimmte Begebenheiten, sei es der Frühlingsduft nach Flieder, der leichte Salzgeruch der Nordseeluft oder auch der weihnachtlich duftende Gänsebraten. Riechen und Schmecken sind chemische Sinne. Duftmoleküle werden von Rezeptoren in der Nasenschleimhaut festgehalten. Diese verwandeln die Geruchsinformation in elektrische Impulse, um sie zum Gehirn weiterzuleiten, Wir können weit mehr als 10.000 Gerüche unterscheiden. Wie das Gehirn die Informationen decodiert, gehört zu den zentralen, aber schwierigsten ungelösten Fragen der Neurophysiologie. Die Vielzahl der wahrnehmbaren Gerüche steht im direkten Verhältnis zur Anzahl der dafür benötigten Gene. Es ist die bisher größte gefundene Genfamilie. Dieser große genetische Aufwand zeigt, wie schwierig es ist, die verschiedenen Gerüche zu messen. Jeder Mensch, mit Ausnahme der eineiigen Zwillinge, hat einen individuellen Eigengeruch, der genetisch festgelegt ist. Das Neugeborene erkennt den Geruch seiner Mutter, und Erwachsene können zwischen männlichem und weiblichem Körpergeruch unterscheiden.
Oder betrachten wir das Auge. Das Auge des Menschen kann es mit jeder modernen Kamera aufnehmen. Es hat Autofocus, automatische Scharfeinstellung. Eine kleine, elastische Linse, die durch spezielle Muskeln stärker gewölbt werden kann, ermöglicht das Nahsehen. Die gleiche Linse, durch andere Muskeln auseinandergezogen, wird flacher und befindet sich in der Ferneinstellung. Diese Linse projeziert das Bild jedes Gegenstandes, den wir ansehen, auf die Netzhaut. Von dort wird es über den Sehnerv zum Gehirn weitergeleitet. Das Gehirn wiederum steuert die Muskeln der Linse, bis ein deutliches Bild entsteht. Das ganze geschieht so schnell und automatisch, daß wir es überhaupt nicht merken. Alles, was wir ansehen, wird sofort deutlich, ganz gleich, in welcher Entfernung es sich befindet. Außerdem ist das menschliche Auge mit einer Blendenautomatik ausgerüstet. Die Iris, der meist braune oder blaue Ring um die Pupille, dient zum Schutz gegen zu helles Licht. Man kann das vor einem Spiegel gut beobachten, wenn man die Augen plötzlich hellem Licht aussetzt. Die Pupille zieht sich zusammen, ohne daß man es mit dem Willen beeinflussen kann.

Jeder weiß, daß eine Kamera mit Autofocus und Blendenautomatik mit großer Sorgfalt von Fachleuten geplant und hergestellt wurde. Aber vom menschlichen Auge, das viel mehr leistet als jede Kamera, glaubt man allen Ernstes, es habe sich zufällig entwickelt. Die Bibel sagt, siehe Spr 20,12: „Ein hörendes Ohr und ein sehendes Auge, die macht beide der HERR.“ Unser ganzer Körper ist ein Wunder aus Seiner Hand! (Aus „Leben ist mehr“ vom 5. 8.2001).

Singen wir nun die siebente Strophe aus unserem Lied 433:
„Laß Dir das Lied gefallen. Mein Herz in Freuden steht. Dein Loblied soll erschallen, solang mein Odem geht. Du tilgst des Sünders Fehle und bist mit Gnade nah. Lob Gott, o meine Seele, sing Ihm Halleluja!“

Nach einer äußerst unruhigen Nacht voller Schüttelfrost, nach einer eingeschnupften halben Rolle Toilettenpapier und nach einem sehr müden ersten Arbeitstag, nach vier freien Tagen, war ich am 26. Dezember, am 2. Weihnachtsfeiertag, am Abend, ziemlich müde und groggy. Eigentlich zu matt, um jetzt noch die Predigt für den nächsten Sonntag vorzubereiten.

Doch der HERR hat mir sofort geholfen. Nach längerer Zeit öffnete ich endlich wieder einmal meine „e-mail“ Box, um meine Mails abzurufen. Da sendet mir doch ein lieber Bruder aus München am 20. Dezember ganz herzliche Weihnachtsgrüße, die er mit einer Kurzandacht zum Weihnachtsfest verbunden hat. Und diese treffenden und geistreichen Gedanken passen genau zu unserem heutigen Thema, zum Thema Staunen und Anbeten..., nachdem wir viele Wunder in Seiner Schöpfung gesehen haben. Da ging es mir schon wieder viel besser. Jetzt merke ich, daß das größte Wunder in Seiner Schöpfung Er selbst ist, unser HERR Jesus, der als Baby auf diese Welt gekommen ist, um uns zu erlösen, um uns zu erretten. Gerne übergebe ich Thomas Giebel jetzt das letzte Wort...
Thomas schreibt, zunächst Phil 2,4-11 zitierend: „Denn diese Gesinnung sei in euch, die auch in Christus Jesus war, der, als er in der Gestalt Gottes war, es nicht wie einen Raub festhielt, Gott gleich zu sein; sondern er achte sich klein, nahm die Gestalt eines Knechtes an und wurde den Menschen gleich und in seiner äußeren Erscheinung wie ein Mensch, erniedrigte sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, ja zum Tod am Kreuz. Darum hat Gott Ihn auch über alle Maßen erhöht und Ihm einen Namen gegeben, der über allen Namen ist, damit in dem Namen Jesu sich alle Knie derer beugen, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen, daß Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters."

In diesen Versen steckt die Weihnachtsgeschichte von der gewaltigen Dimension der Menschwerdung Jesu! Was hat es Jesus bedeutet, Mensch zu werden? Wir können es uns nicht vorstellen, was es für Ihn bedeutet hat, ein vollkommener Mensch zu werden. Wir müssen uns von den Zeichnungen und Darstellungen lösen, wo Jesus bereits als Baby mit Macht und Herrlichkeit ausgestattet gezeigt wird. Er war als Mensch zunächst ein kleines hilfloses Baby, das erst einmal alles mögliche lernen mußte und abhängig war von der liebenden Fürsorge seiner Mutter - obwohl Er in der Gestalt Gottes war. Aber Seine Liebe zu uns Menschen drängte ihn, sich so gewaltig zu Erniedrigen. Er kam nicht in Macht und Herrlichkeit, um uns Menschen zu richten, sondern Er stieg in die ganzen Tiefen des Menschseins herab, um uns die Rettung zu bringen. Ja, Seine Erniedrigung ging sogar bis zum Tod am Kreuz.

Was können wir darauf antworten? Unsere Knie beugen und Ihn als den Herrn bekennen! Was für eine Bedeutung hat dies für uns ? Wie oft pochen wir auf unser Recht und sind nicht bereit, den anderen höher zu achten als uns selbst. Jesus war bereit sich zu erniedrigen. Zu was sind wir bereit ? Wo nehmen wir es in Kauf, etwas von unseren Rechten abzugeben, damit anderen geholfen werden kann ? Wo nehmen wir mehr für uns heraus, als wir anderen zubilligen ? Jesus hat diesen Schritt getan und weil Er es getan hat, sind wir unendlich reich beschenkt.

Aber sind wir überhaupt bereit, den höher als uns selbst zu achten, dessen Name jetzt über allen Namen ist ? Sind wir bereit, unsere Knie vor dem zu beugen, den Gott über alle Maßen erhöht hat ? Sind wir bereit, Jesus als Herrn zu bekennen, und damit Ihm zuzugestehen, daß Er wirklich die ganze Herrschaft über unser Leben bekommt oder behalten wir gerne die Herrschaft über unser Leben bei uns ? Sind wir bereit, unser Leben dafür einzusetzen, daß dem allmächtigen Gott, dem himmlischen Vater, die Ehre gegeben wird, die Ihm gebührt ?

Weihnachten erinnert uns an die Erniedrigung des Höchsten ! Seine Demut wurde zu unserer Rettung. Seine Liebe trieb Ihn an, auf alles zu verzichten, damit Er uns gewinne. Laßt uns Sein Gewinn sein... „...damit in dem Namen Jesu sich alle Knie derer beugen, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind... (Phil 2,10).“
Amen!