Predigt Jürgen 24.3.2002
Matth 7,13-14
Der breite und der schmale Weg


Vor über zehn Jahren, einige Wochen nach meiner Bekehrung, habe ich mir als begeisteter Puzzle – Spieler ein 500 – teiliges Puzzlespiel gekauft und es auch mit wachsender Begeisterung in kurzer Zeit zusammengesetzt. Damals erlernte ich gerade erst die Grundbegriffe unseres Glaubens, und da kam mir dieses Puzzle gerade recht. Es trägt den Titel „Der breite und der schmale Weg“. In diesem Bild über einen breiten und einen schmalen Weg sind sehr viele Bibelverse eingebaut, die ich vorher noch nicht kannte. Ihre Wirkung auf mich war faszinierend, ich staunte auch über Versbezeichnungen wie „Hebräer“ und „2. Petrus“. 71 Bibelverse sind in diesem gleichnishaften Bild verewigt, und das schöne dabei ist: Sämtliche Bibelverse haben einen direkten Bezug zu diesem Bild, so daß ich keine Schwierigkeiten hatte, sie als Glaubensneuling zu verstehen und einzuordnen. Die meisten von uns kennen bestimmt dieses Bild. Ich habe uns von meinem Puzzle einige Kopien gemacht, die ich Euch gerne schenken möchte...

Dieses Bild hat eine lange Geschichte. Schon Anfang des 19. Jahrhunderts gab es die ersten Darstellungen. Eine gläubige Frau namens Reihlen bekam 1860 solch ein sehr volkstümliches Gemälde zu Gesicht und sagte sich, daß doch eine bessere Ausführung dieses Bildes möglich sein müsse. Da sie selbst nicht zeichnen konnte, suchte sie sich einen Maler und gab ihm klare Anweisungen, wie alles werden sollte. So entstand dann im Jahre 1866 in Stuttgart dieses sehr bekannt und wieder vergessen, dieses geliebte und verspottete, dieses oft betrachtete aber nicht immer begriffen Bild. Die württembergische Kirche war damals vom Pietismus geprägt. Im Pietismus liegt das Hauptgewicht nicht auf einem gut formulierten Glaubensbekenntnis, sondern auf der eigenen, persönlichen Glaubenserfahrung. Eine praktische und intensiv ausgelebte persönliche Beziehung zu unserem HERRN ist wichtiger als die reine Lehre. Aus diesem Grunde möchte uns diese gläubige Frau Reihlen in diesem Bild zeigen, was „Leben“ bedeutet und vor welch eine Wahl der Mensch gestellt werden kann. Deshalb dürfen wir in diesem Bild auch keine theologische Lehre hineindeuten. Wir dürfen also, nur weil es sich um ein frommes Werk handelt, nicht daraus folgern, daß alle Ungläubigen in Saus und Braus leben und daß andererseits das Leben einen Christen immer nur mühsam bergan voran geht. Bei diesem Bild handelt sich vielmehr um eine praktische Erklärung dieses Gleichnisses unseres HERRN Jesus. Einerseits gibt es die verführerischen Möglichkeiten des breiten Weges, andererseits werden uns einige mögliche Lebenssituationen gezeigt, wenn wir uns für den schmalen Pfad entscheiden. Dieses Bild lädt uns ein, auf Gottes Wort zu hören und ist zugleich eine ernste Warnung vor den Folgen der Sünde auf einem bequemen und breiten Weg.

Dieses Bild trägt, wie gesagt, den Titel „Der breite und der schmale Weg“. Dies ist auch der erste Eindruck beim Betrachten. Links sieht man deutlich einen breiten und ebenen Weg, rechts einen schmalen, manchmal steilen Weg. Im unteren Teil des Bildes fällt uns eine runde Mauer auf. Hier ist der Vorplatz, auf dem Menschen zu sehen sind, die noch vor der Entscheidung stehen, welchen Weg sie einschlagen möchten. Die beiden Möglichkeiten sind deutlich vorgegeben. Nach links weist ein Schild „Tod und Verdammnis“, weiter links daneben dann das Ortseingangsschild „Reich der Welt“. Nach rechts weist hingegen ein Schild „Leben und Seligkeit“. Weiter rechts, vor einer engen und schmalen Pforte, die durch diese Mauer geht, begrüßt ein weiteres Schild „Reich Gottes“ die eintreffenden Pilger.

Über dem „Reich der Welt“, oben am Horizont auf der linken Seite, hängen drohende, dunkle Wolken über einer Feuersbrunst, auf der rechten Bildseite oben am Horizont sehen wir einen leuchtenden Regenbogen über einer lieblichen Landschaft, rechts darüber schwebt unser paradiesischer Zielort, das goldfarben schimmernde, himmlische Jerusalem...

Nach diesen einleitenden Gedanke möchte ich uns wieder einen Überblick über die heutige Predigt geben. Wir ahnen es bereits, es geht um das Thema Nachfolge...

B Hauptteil

1. Unser Glaube ist der Sieg...
2. Der breite Weg
3. Der schmale Weg

C Schlußgedanke: ...Ihr sollt heilig sein!

Singen wir nun aus dem Lied 337 die erste Strophe:

„Viele Wege gibt es auf dieser Welt, doch einen nur können wir gehen. Und die Frage, die sich mir dadurch stellt, ist, welchen Weg ich nehm. Soll ich den weg gehen, der mir gefällt? Such ich einen, der mir recht bequem? Doch nicht, was ich denke und wünsche, zählt. Wie Er führt, will ich gehen! Weise mir, HERR, Deinen Weg, daß ich wandle in Deiner Wahrheit! Laß michs erkennen, o HERR und bekennen, daß Du nie einen Fehler machst! Weise mir, HERR, Deinen weg, daß ich wandle in Deiner Wahrheit. Und all mein Sinnen und alles Beginnen möchte ich, daß Du, HERR, überwachst!“

Dieses Bild vom breiten und vom schmalen Weg finden wir auch im Matthäusevangelium, am Ende der Bergpredigt, da heißt es in Matth 7,13-14: „Gehet ein durch die enge Pforte; denn weit ist die Pforte und breit der Weg, der ins Verderben führt, und viele sind, die auf ihm hineingehen. Wie eng ist die Pforte und schmal der Weg, der ins Leben führt, und nur wenige sind es, die ihn finden.“ Über den Zusammenhang dieser engen Pforte mit der Bergpredigt schreibt der im 19. Jahrhundert lebende Prediger Ludwig Hofacker, bereits mit 30 Jahren hat ihn der HERR heimgeholt, folgende bemerkenswerte Sätze: „Dieses heutige Evangelium ist der Schluß der Bergpredigt. Offenbar faßt hier der Heiland alles das, was Er in der ganzen Predigt gesagt hat, zusammen in eine Ermahnung und spricht: „Gehet ein durch die enge Pforte...“ So kann also der schmale Weg, der zum Leben führt, kein anderer sein als der, welcher in der Bergpredigt vorgezeichnet ist... Seht da die enge Pforte, und wie man durch sie hindurchkommt. Wer dieses an seinem Herzen erfahren hat, der kann nun auch auf dem schmalen Weg wandeln. Vorher konnte er es nicht, er hatte nicht die Kraft dazu. Er konnte in den Schranken der Bergpredigt nicht laufen, wenn er auch gewollt hätte. Nun hat die Seele den neuen Geist. Sie glaubt und tut, was Jesus heist. Nun hat sie Lust zu den Geboten des HERRN ..., sie sind für ihn nun keine schwere Last, kein ärgerliches Gesetz mehr. Sie darf nun den Willen des Heilandes erfüllen, es ist ihr eine süße Erlaubnis...“ Soweit Ludwig Hofacker.

Ähnliche Bilder und Berichte wie von einem breiten und einem schmalen Weg finden wir an vielen Stellen in unserer Bibel. Gerhard hat uns am letzen Sonntag beispielsweise die Geschichte vom reichen Mann und dem armen Lazarus ausgelegt. Diese reiche Mann kann ein Leben voller Luxus und Freuden genießen, doch ohne unseren HERRN. Als er stirbt, merkt er, daß er offensichtlich den falschen Weg gegangen ist, einen breiten und bequemen Weg, der ihn nun in sein Verderben geführt hat. Der arme Lazarus hat sich hingegen in seiner erbärmlichen Armut ganz auf die Gnade unseres HERRN verlassen und findet sich nach seinem Tod bei Abraham in einem himmlischen Paradies wieder. Daß unser zukünftiges Schicksal nicht von unserem Reichtum oder unserer Armut abhängt, sondern alleine von unserem Glauben, das wissen wir natürlich. Das zeigt uns beispielsweise auch die Lebensgeschichte des Hiob. Hiob ist einer der reichsten Menschen des bekannten Morgenlandes. Sein rechter Glaube wird gleich in Hiob 1,1 bezeugt, siehe: „Es war ein Mann im Lande Uz, der hieß Hiob. Der war fromm und rechtschaffen, gottesfürchtig und mied das Böse.“ Sein Schicksal wendet sich, Hiob wird bettelarm und sterbenskrank wie vielleicht auch der arme Lazarus. Dennoch verleugnet er seinen Glauben nicht, siehe Hiob 19,25-26: „Aber ich weiß, daß mein Erlöser lebt, und als der letzte wird er über dem Staub sich erheben. Und ist meine Haut noch so zerschlagen und mein Fleisch dahingeschwunden, so werde ich doch Gott sehen.“

Wir wissen es natürlich schon längst, alleine der Glaube ist entscheidend, wenn es um unser himmlisches Schicksal geht. Wenn wir an unseren HERRN Jesus glauben, wenn wir also Seine Gnade und Vergebung, Seine geistliche Wiedergeburt erfahren haben, dann können wir eigentlich gar nicht anders und müssen uns automatisch für die enge Pforte und den schmalen Weg entscheiden. Natürlich wird es dann in unserer Nachfolge immer mal wieder zu gefährlichen Situationen, zu Ausrutschern und Abstürzen und zu vielen kleinen Irrwegen kommen. Doch wir dürfen aus Seiner Vergebung heraus leben und können sicher sein, daß uns unser HERR letztendlich nicht im selbstproduzierten Dreck stecken läßt. Unser Weg führt nach oben, auch wenn es manchmal unbequem und steil wird. Der HERR zieht uns, und deshalb bin ich mir sehr sicher, daß sich jeder gläubige Christ schließlich richtig entscheiden wird, wenn er vor der großen Stadtmauer steht und die Qual der Wahl hat zwischen Tod und Verdammnis und dem Leben und der Seligkeit. Bei dem einen fällt die Entscheidung sehr rasch, ein anderer taucht erst in dieses pralle sündige Leben hinein, bevor ihn der HERR in Seiner Gnade abholt und nach oben zieht. Es gibt für uns nur einen richtigen Weg, und der führt nach oben, siehe auch Kol 3,1+2: „Seid ihr nun mit Christus auferstanden, so sucht, was droben ist, wo Christus ist, sitzend zur Rechten Gottes. Trachtet nach dem, was droben ist, nicht nach dem, was auf Erden ist.

Singen wir nun die dritte Strophe aus unserem Lied 337:

„Laß uns immer handeln nach Jesu Sinn, so wie es die Bibel uns sagt. Unser Weg führt dann nur zum Himmel hin, wenn man nach Jesus fragt. Überall soll Er unser Hirte sein. Ganz gleich, ob man über uns lacht. Wenn Er bei ins ist, sind wir nie allein, am Tag und in der Nacht. Weise mir, HERR, Deinen Weg, daß ich wandle in Deiner Wahrheit! Laß mich’s erkennen, o HERR und bekennen, daß Du nie einen Fehler machst! Weise mir, HERR, Deinen weg, daß ich wandle in Deiner Wahrheit. Und all mein Sinnen und alles Beginnen möchte ich, daß Du, HERR, überwachst!“

Kommen wir jetzt zum zweiten Hauptteil. Schauen wir uns jetzt wieder ein wenig dieses Bild an. Verfolgen wir dabei aus sicheren Perspektive diesen breiten Weg, ohne darauf Schaden zu erleiden. Ludwig Hofacker beschreibt in einer Predigt diesen breiten Weg so: „Ein weiteres Hindernis, wodurch viele vom Weg des Lebens zurückgehalten werden, ist das, daß der Weg, der zur Verdammnis führt, breit ist. Es ist ein bequemer Weg, ein für das Fleisch angenehmer Weg; man braucht nicht vor sich zu sehen; man kann gehen, wie man will; man steht da und sieht nach diesem und jenem; man geht weiter; man ist sorglos und sicher; man meint, guten Frieden zu haben; die Gesellschaft ist auch gar anziehend, die man dort nach seinem Geschmack hat. Man wächst unter ihr auf; man saugt ihre falschen Begriffe und Vorurteile ein; man hat seine Freunde und Kameraden da; es gehört ein mächtiger Entschluß, es gehört Gotteskraft dazu, sich von ihnen loszureißen. Es ist ein tolles und törichtes Volk, daß auf dem breiten Weg geht. Die größte Torheit aber besteht nicht darin, daß es am Abgrund sorglos herumtaumelt und dahinträumt, sondern darin, daß es seinen Weg noch für den rechten ausgibt. Was diese Menschen tun, das muß noch recht getan heißen. So muß man handeln, sprechen sie, wie wir handeln; so muß man gesinnt sein, wie wir gesinnt sind; man kann`s nicht anders treiben als wir; wer es aber anders treiben will, der ist ein Narr. Kaum entfernt sich darum eine heilsbegierige Seele ein wenig von der breiten Straße und tut, als wenn sie der höllischen Verdammnis entrinnen wollte, ach, was erhebt sich da für ein Geschrei! Meinst Du denn, heißt es, unser Weg sei nicht der rechte, meinst Du, Gott werde uns nicht selig machen, wir werden alle verlorengehen? Willst Du uns richten? Willst Du uns alle, willst Du Deine Väter, willst Du so viele tausend rechtschaffene Menschen, die auch so leben und gelebt haben wie wir, verdammen? Und da fangen sie an zu spotten und um sich zu werfen mit allerhand Schimpf...!“ So weit Ludwig Hofacker, mit etwa 25 Jahren, aus einer Predigt etwa um 1823... Diese Predigt ist auch heute noch aktuell... Diese Predigt beschreibt hier diesen Zeitgeist auf dem breiten Weg, der für alle möglichen Wahrheiten eintritt, und dabei den einzigen richtigen schmalen und engen Weg und die einzige richtige Wahrheit in unserem HERRN Jesus verschmäht und verspottet....

Wenn ich auf mein Leben zurückschaue, dann stelle ich fest, daß ich bis zu meinem 33. Lebensjahr auf diesen breiten Weg gegangen bin. Ich kenne also diesen Irrweg recht gut und weiß deshalb genau, was ich hier sage. Wenn ich mich vielleicht schon im Alter von zehn Jahren bekehrt hätte, hätte ich diesen breiten Weg vielleicht nie betreten, doch dann würde ich wahrscheinlich heute sehnsüchtig in diese Welt hineinschauen. Dem war nicht so... Der HERR ließ mich eine sehr lange Zeit auch die durchaus angenehmen Seiten der Sünde genießen, bevor auch ich nicht mehr weiterwußte und mich dieser Irrgarten der Selbstverwirklichung fast fertig gemacht hätte. Der HERR hat mich abgeholt, bevor mich der Lohn der Sünde, der Tod, endgültig einholen konnte. Heute kann ich deshalb sagen: Niemals zurück, ich kenne ja bereits dieses alte, verführerische Leben, welches mir nach vielen genußreichen Jahren nur noch die kalte Schulter gezeigt hat....

Schauen wir uns jetzt dieses Bild noch genauer an. Am Anfang dieses breiten Weges sehen wir ein Zelt mit allerlei Menschen: Ein Soldat, wohlhabende Bürger, eine Dame mit einem Kavalier, der ein Monokel im Auge trägt und sie freundschaftlich begrüßt. Es wird getrunken und gespielt. Auf dem Boden liegt ein Mann, der schon zu viel gesoffen hat, aber niemand scheint sich um ihn zu kümmern. Ein Bibelvers aus Jesaja 5,22 garniert diese Szene, siehe: „Weh denen, die Helden sind, Wein zu saufen...“ Diese Abbildung zeigt, wie schnell sich Gebrauch in Mißbrauch verwandeln kann und daß Alkohol – Mißbrauch oft der erste Schritt auf dem breiten Weg sein kann.

Etwas höher auf der linken Seite sehen wir ein Gebäude, eine Fahne mit dem Motto „Weltsinn“ schaut heraus. Hier wird ein Ball- oder Tanzsaal angedeutet: aufpeitschende Musik bis spät in die Nacht, Speisen und Trinken, Ausschweifungen. Um das noch deutlicher zu unterstreichen, sind auf dem Gebäude selbst die Worte „Maskenball“ und „Sonntagsentheiligung“ angebracht. Die Gefahr dieser Zerstreuungen wird hier gezeigt. Menschen werden abgelenkt von ihrer eigentlichen Bestimmung und schlagen den falschen Weg ein, der breit ist. Gegenüber dem Ballsaal wird ein Bordell dargestellt und weiter oben das Theater. Es gibt viele Warnungen in der Heiligen Schrift vor der Zügellosigkeit, siehe z. B. Sprüche 5,3: „Denn die Lippen der fremden Frau sind süß wie Honigseim, und ihre Kehle ist glatter als Öl“. Sprüche 7, ab Vers 6 beschreibt diese Szene in dieser Lastergasse ganz treffend, siehe: „Denn am Fenster meines Hauses guckte ich durchs Gitter und sah einen unter den Unverständigen und erblickte unter den jungen Leuten einen törichten Jüngling. Der ging über die Gasse zu ihrer Ecke und schritt daher auf dem Wege zu ihrem Hause in der Dämmerung, am Abend des Tages, als es Nacht wurde und dunkel war. Und siehe, da begegnete ihm eine Frau im Hurengewand, listig...“ Nicht von ungefähr erkennen wir hier auch ein Venusstandbild, die Venus wird in der griechischen Antike als Göttin der Liebe verehrt. Und genau gegenüber ist Bacchus, der Gott des Weines, plaziert... Es dreht sich also auf den ersten Metern dieses breiten Weges viel um Wein, Weib und Gesang, und was soll dabei schon schlimm sein? Auch unsere heutige Werbung zeigt uns ja tagtäglich, daß es angeblich nichts Schöneres geben kann. In dieser Welt war auch ich früher zu Hause, doch Gott sei Dank bin ich diesen breiten Weg nicht viel weiter gegangen. Es kommt nämlich noch viel schlimmer.

Hinter dem Tanzsaal steht ein Spielkasino, und dahinter ein Leihhaus; sie gehören zusammen. Mit den Worten aus 2Mo 20,15: „Du sollst nicht stehlen“ wird eine Taschendiebstahlsszene dargestellt, weiter oben auf dem breiten Weg wird ein Mann erschossen, dazu wird 2. Mo 20,13 eingeblendet: „Du sollst nicht töten...“ Dieser breite Weg zieht sich ganz gemütlich einen Berg hinauf, der auf der anderen Seite scheinbar steil abbricht, hinein in eine lodernde Hölle, hinein ins Verderben...

Am Ende dieses breiten Weges werden uns vor allem Kriegskatastrophen vorgestellt. Wir sehen, wie eine Stadt durch eine Feuersbrunst vernichtet wird, dazu wird auf folgende Bibelstelle verwiesen, siehe 2. Petr 3,10: „Es wird aber des Herrn Tag kommen wie ein Dieb; dann werden die Himmel zergehen mit großem Krachen; die Elemente aber werden vor Hitze schmelzen, und die Erde und die Werke, die darauf sind, werden ihr Urteil finden.“

Doch es gibt tatsächlich auch noch Hoffnung auf diesem breiten Weg, an einer Stelle, die sehr leicht zu übersehen ist. In dem Zaun, der über die ganze Länge die linke von der rechten Seite trennt, gibt es eine Öffnung. Das ist weder Zufall noch Irrtum, sondern Heilsverkündigung: Es gibt einen Weg zurück! Über dieser Zaunlücke steht ein Vers aus Lukas 19,10: „Denn der Menschensohn ist gekommen, zu suchen und selig zu machen, was verloren ist.“ So darf ein verlorener Mensch das Evangelium hören. Durch solch eine Zaunlücke bin auch ich hindurchgekrabbelt hinein in das Reich Gottes. Der HERR hat mich dort abgeholt und auf den richtigen Weg gebracht. Ich durfte einen Neubeginn machen auf dem großen Vorplatz und diesmal den wahrhaftigen Weg einschlagen, hindurch durch die enge Pforte.

Singen wir nun aus dem Lied 368 die ersten drei Strophen:

„Komm zum Kreuz mit Deinen Lasten, geh auf Jesus zu. Bei dem Kreuze kannst Du rasten, da ist Ruh!
Unter des Gerichtes Ruten sieh am Kreuzesstamm für Dich dulden und verbluten Gottes Lamm!
An dem Kreuze trug der Reine, Deiner Sünde Lohn. Sieh, wie liebt Dich dieser eine, Gottes Sohn!“

Kommen wir jetzt zum dritten Hauptteil. Betreten wir den schmalen Weg...

Eines der meistgelesenen Bücher in der christlichen Literatur nach der Bibel ist sicherlich „Die Pilgerreise zur ewigen Seligkeit“ von John Bunyan. Spurgeon soll es über 100 Male gelesen haben. Dieses Buch beschreibt in vielen Gleichnissen und Bildern den Weg eines verzagten Christen, es erzählt seine Pilgerreise hindurch durch diese enge Pforte, es berichtet sehr eindrucksvoll von den vielen Anfechtungen und Versuchungen, die auch auf dem Weg von dieser Pforte bis hinein in das himmlische Jerusalem lauern.

An der Stadtmauer vor dieser engen Pforte sind folgende Bibelverse eingemeißelt, siehe Mt 11,28: „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.“ und siehe Joh 6,37: „Alles, was mir mein Vater gibt, das kommt zu mir; und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.“ Diese enge Pforte ist lebenswichtig. Ohne diese Pforte gäbe es keinen schmalen Weg, der zum Leben führt. Diese Pforte ist ein Sinnbild auf unseren HERRN Jesus, der von sich selbst sagt, siehe Joh 10,9: „Ich bin die Tür; wenn jemand durch mich eingeht, so wird er errettet werden und wird ein- und ausgehen und Weide finden.“ Jesus ist jedoch nicht nur ein Sinnbild für diese Pforte, sondern auch für den dahinterliegenden schmalen Weg. Jesus sagt in diesem Zusammenhang auch von sich selbst, siehe Joh 14,6 : „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.“ Sobald wir durch diese enge Pforte marschieren, sind wir nicht mehr alleine. Jesus ist da, Er geht voran. Wir folgen Ihm nach! Wir sind nicht mehr verloren, was auch sonst noch passieren mag auf unserer Pilgerreise.

Allerdings passen nur bestimmte Menschen hindurch durch diese enge Pforte. Für stolze, hochnäsige Menschen, für Egoisten, für Selbstverwirklicher und für Gottesleugner ist diese Pforte viel zu klein und eng. Siehe auch 1. Kor. 6,9-10 nach „HfA“: „Habt ihr vergessen, daß für Menschen, die Unrecht tun, in Gottes Reich kein Platz sein wird? Darauf könnt ihr euch verlassen: Keiner, der unzüchtig lebt, keiner, dem irgend etwas wichtiger ist als Gott, kein Ehebrecher, kein Mensch, der sich von seinen Begierden treiben läßt und homosexuell verkehrt, wird einen Platz in Gottes Reich haben; auch kein Dieb, kein Ausbeuter, kein Trinker, kein Verleumder oder Räuber.
“ Und da gibt es noch die ehrlichen, braven und frommen Leute, auch sie kommen mit ihren guten Werken und Tugenden nicht durch diese Pforte hindurch. Sie ist zu eng, ihr Gepäck ist zu groß. Diese Pforte läßt sich auch nicht auseinanderdrücken. Da kommt etwa einer mit einem dicken Vernunftskopf und möchte diese Glaubenstür durchstoßen. Pech gehabt, umsonst. Zuerst muß der Kopf kleiner werden. Nur für wahrhaft arme Sünder, die ihre Lasten nicht mehr tragen können und Vergebung suchen, ist diese Pforte weit genug. Denn diese Pforte heißt Buße und Umkehr. Erst wenn all die ungläubigen Sünder, die Diebe und Mörder, die Ehebrecher, die Trinker und Homosexuellen ihre Sündenlast vor unserem HERRN Jesus bekennen und bereuen, dann sind sie klein genug für diese Pforte. Die Bergpredigt von Jesus beginnt mit folgenden Worten, siehe Matth 5,3: „Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich.“ Das soll, frei übertragen nach „HfA“ bedeuten: „Glücklich sind, die erkennen, wie arm sie vor Gott sind, denn Gottes Herrschaft und Herrlichkeit gehört ihnen.“ Erst wenn wir all unsere Sünden, unser Herzeleid und all unsere Lasten bei Jesus abgegeben haben, dann passen wir durch diese enge Pforte hindurch, dann sind wir gerettet.

Die Hauptperson in Bunyans „Pilgerreise“, ein Mensch namens Christ erfährt diese Vergebung, voller Freude singt er folgendes Lied, bevor er durch diese enge Pforte hindurchmarschiert:

Es gibt im Leben ein Herzeleid,
das ist wie die weite Welt so weit,
das ist wie Bergeslasten schwer,
das ist so tief wie das tiefe Meer.

Das ist das tiefe Herzeleid,
wenn um die Sünde die Seele schreit,
wenn die Träne rinnt um der Sünde Last,
wenn um die Sünde die Wang erblast.Und dieses tiefe Herzeleid,
das heilt kein Balsam dieser Zeit,
das stillt kein Zauber von Lieb und Lust,
das tötet kein Tod in der Menschenbrust.

Und für dies bittre Herzeleid
Hat unser Mittler Sein Herz geweiht:
Durch Christi Blut und Gerechtigkeit
Wird uns gestillt dies Herzeleid.

Jetzt sind wir hindurch durch diese enge Pforte. Jetzt haben wir es geschafft. Jetzt beginnt für uns der schmale und oftmals anstrengende Bergwanderweg, zumindest auf diesem Bild. In diesem bildlichen Gleichnis erkennen wir, wie die geretteten Pilger fast mühelos bergan wandern. Direkt hinter dieser Pforte sehen wir ein mächtiges Holzkreuz auf einem felsenfesten Grund stehen, aus dem eine erfrischende Quelle sprudelt. Beim Kreuz lesen wir die Worte aus 1Petr 2,24: „...der unsre Sünde selbst hinaufgetragen hat an seinem Leibe auf das Holz, damit wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben. Durch seine Wunden seid ihr heil geworden.“ Und auch ein Vers aus Jesaja 53,5: „Die Strafe liegt auf ihm, auf daß wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt.“ In der Nähe der Quelle finden wir folgende herzerfrischende Verse, siehe 1Kor 10,4: „..und haben alle denselben geistlichen Trank getrunken; sie tranken nämlich von dem geistlichen Felsen, der ihnen folgte; der Fels aber war Christus.“ und auch Offb 22,17: „Und der Geist und die Braut sprechen: Komm! Und wer es hört, der spreche: Komm! Und wen dürstet, der komme; und wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst.“ Weitere Bibelverse begleiten unsere hoffnungsvollen Wanderer auf ihrem schmalen Weg bergauf, zum Beispiel aus 1. Tim 1,15: „Das ist gewißlich wahr und ein Wort, des Glaubens wert, daß Christus Jesus in die Welt gekommen ist, die Sünder selig zu machen, unter denen ich der erste bin.“ Vor einem Steg, der über ein Bächlein führt, stehen die Worte aus Joh 14,6: „Ich bin der Weg...“ Die Wanderer auf diesem schmalen und steilen Weg versorgen sich gemeinsam mit Speisen und Getränken, finden zusammen ihre Herbergen, sie kleiden die Nackten ein und helfen den Hilflosen, ganz so, wie es unser HERR in Matthäus 25,35 beschreibt: „Denn ich bin hungrig gewesen, und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen, und ihr habt mir zu trinken gegeben. Ich bin ein Fremder gewesen, und ihr habt mich aufgenommen.“ Es geht vorbei, an einer Sonntagsschule. Auf einer grünen Weide zur Seite des schmalen Weges versammelt sich eine Gesellschaft, die der Botschaft eines Predigers lauscht. Etwas weiter weg hütet ein verlorener Sohn die Schweine. Er sitzt noch im grünen Bereich, aber auf der falschen Seite der Kluft., dazu lesen wir Lk 15,18: „Ich will mich aufmachen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe gesündigt gegen den Himmel und vor dir.“ Gott sei Dank gibt es da eine Brücke, die diese Kluft überwindet. Hier wird ein weiteres Bibelvers angedeutet, siehe Hesekiel 33,11: „So wahr ich lebe, spricht Gott der HERR: ich habe kein Gefallen am Tode des Gottlosen, sondern daß der Gottlose umkehre von seinem Wege und lebe. So kehrt nun um von euren bösen Wegen.“ Der verlorene Sohn kann umkehren.

Kehren wir wieder zu dem schmalen Weg zurück. Wir sehen einen Mann, der buchstäblich sein Kreuz trägt. Bei ihm finden wir einen Vers aus Lukas 9,23: „Wer mir folgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich täglich und folge mir nach.“ Die Nachfolge bedeutet, daß nun nicht alles ohne Sorgen und Mühen abgeht. Die Nachfolge Jesu bedeutet, daß man das Kreuz aufnimmt, anstatt es, wie es allzuoft geschieht, liegenzulassen. Wir nähern uns einer sogenannten Kinderrettungsanstalt, in dem wohl Waisenkinder versorgt werden und einem Diakonissenhaus. Dort werden offensichtlich kranke Pilger behandelt, ein Bibelvers deutet es an, siehe Matth 25,36: „...Ich bin krank gewesen, und ihr habt mich besucht....“ Bevor es nun wieder steiler voran geht und unser schmaler Weg im Hintergrund immer undeutlicher zu erkennen ist, mahnt uns ein Wort aus Epheser 6,11: „Zieht an die Waffenrüstung Gottes, damit ihr bestehen könnt gegen die listigen Anschläge des Teufels.“ Der größte Teil des Weges ist nun zurückgelegt. Das bedeutet aber nicht, daß jetzt alle Gefahren vorbei sind. Jetzt kommen die listigen Anläufe des Teufels, der hier als ein angeketteter Löwe abgebildet ist, dazu ein Vers aus 1. Petr. 5,8: „Seid nüchtern und wacht; denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge.“ Ein Wort aus Römer 8,31 spricht auch hier dem angegriffenen Pilger Mut zu, siehe: „Was wollen wir nun hierzu sagen? Ist Gott für uns, wer kann wider uns sein?

Bevor der Pilger sein Ziel erreicht, stimmt er voller Dankbarkeit Psalm 103,1 ein: „Lobe den HERRN, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen!“ Er sieht bereits das himmlische Jerusalem. Jetzt blickt er nicht mehr hinter sich. Mühen und Gefahren sind vorbei, und es bleibt nur noch eine kurze Wegstrecke zu gehen. Oben rechts am Firmament wird dieses himmlische Jerusalem nur schemenhaft und goldfarben angedeutet. Eine Krone ist zu sehen, darunter der Vers aus Offenbarung 2,10: „Sei getreu bis an den Tod, so will ich dir die Krone des Lebens geben.“ Ein Wort aus Hebr 12,22 begrüßt unseren seligen Pilger, siehe: „Sondern ihr seid gekommen zu dem Berg Zion und zu der Stadt des lebendigen Gottes, dem himmlischen Jerusalem, und zu den vielen tausend Engeln, und zu der Versammlung.“ Unser glückseliger Wanderer darf jetzt schauen, was wir bisher nur glauben dürfen, siehe Offb 5,11-14: „Und ich sah, und ich hörte eine Stimme vieler Engel um den Thron und um die Gestalten und um die Ältesten her, und ihre Zahl war vieltausendmal tausend; die sprachen mit großer Stimme: Das Lamm, das geschlachtet ist, ist würdig, zu nehmen Kraft und Reichtum und Weisheit und Stärke und Ehre und Preis und Lob. Und jedes Geschöpf, das im Himmel ist und auf Erden und unter der Erde und auf dem Meer und alles, was darin ist, hörte ich sagen: Dem, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm sei Lob und Ehre und Preis und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit! Und die vier Gestalten sprachen: Amen! Und die Ältesten fielen nieder und beteten an.“ Der Pilger ist am Ziel seiner Reise, in der himmlischen Glückseligkeit, angekommen!

Daß unsere eigene Pilgerreise viel problematischer und schwieriger verlaufen kann, das erfahren wir immer wieder einmal in unserem eigenem Leben. Dieses Bild vom breiten und vom schmalen Weg will uns, wie gesagt, keine theologische Lehre vermitteln. In Bunyans Buch „Die Pilgerreise zur seligen Ewigkeit..“ sehen die folgenden Lebenssituationen schon realistischer aus, auch wenn dieses Buch natürlich ebenfalls kein theologisches Lehrbuch ist. Diese Pilgerreise ist gleichermaßen eine wunderschöne Auslegung von unserem Gleichnis vom breiten und vom schmalen Weg, nur, daß hier viel mehr Gefahren lauern auf unserem schmalen Weg. Da versperren diesmal gleich zwei angekettete Löwen den schmalen Weg des Pilgers, er durchwandert mühsam ein Tal der Todesschatten, auf einem Jahrmarkt der Eitelkeiten ist unser Pilger großen Versuchungen ausgesetzt, dann überfallen auch mal heftige Zweifel unseren gottesfürchtigen Wanderer. Schließlich gelangt er zu den lieblichen Bergen, die wir auch auf unserem Bild rechts oben wiederfinden. Doch neue Anfechtungen lauern auf unseren Pilger, es geht durch einen verzauberten Wiesengrund. Hier hilft nur Wachen und Beten... Und bevor unsere Pilger das himmlische Jerusalem erreicht, muß er noch einen reißenden Fluß überqueren, der ihn wieder hinab in die Tiefe zerren will. Wie die vielen Wanderer auf unserem Bild, so erreicht auch der Pilger in der „Pilgerreise“ endlich sein Ziel. Beide Auslegungen, sowohl unser Bild als auch die „Pilgerreise“, gehen von einer gemeinsamen Grundvoraussetzung aus: Wir können diesen schmalen Weg nur ganz im Vertrauen auf unseren HERRN Jesus gehen, nur unser Glaube wird uns sicher zu unserem himmlischen Ziel leiten.

Singen wir aus Lied 368 nun die vierte und die fünfte Strophe:

„Da stillt Er Dein heiß Verlangen, heilet Deinen Schmerz. Frieden wirst du da empfangen, müdes Herz.
Trost, Vergebung, ew’ges Leben, fließt von Ihm dir zu; bei dem Kreuz wird Er dir geben wahre Ruh!“

Jakob, der Sohn Isaaks, Jakob, der später einmal „Israel“ heißen wird, dieser Jakob ist auf Brautschau, er befindet sich auch auf einem Weg, auf dem Weg ins Morgenland... Doch statt von einer jungen und hübschen Frau zu träumen, träumt er von etwas viel Schönerem. Er träumt von etwas ganz Heiligem, er träumt von Gottes Haus, er träumt von der Pforte des Himmels. Jakob träumt von einer Leiter, deren Spitze bis an den Himmel reicht, er träumt von Engeln, die darauf auf und ab gehen!

Jakob ist gewiß kein Musterbeispiel eines gehorsamen und treuen Mannes. Wir lesen viel von seinen Betrügereien und Schandtaten in der Schrift. Dennoch hat ihn Gott auserwählt und ihm all diese Verheißungen mit auf den Weg gegeben. Darüber hinaus darf Jakob ein wenig erahnen, wie großartig und wunderbar es einmal im Himmel sein wird.

Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig, der HERR, euer Gott.“ So spricht der HERR in 3. Mose 19,2 zum Volk Israel, zu Jakobs Nachkommen. Der HERR hat den Jakob erwählt, ihn erzogen, ihn zu einem heiligen Mann gemacht. Jakob werden wir im Himmel wiedersehen, er ist nicht vor der ersten Stufe einer Himmelsleiter stehengeblieben.

Auch wir sollen heilig sein, der HERR möchte gleicherweise mit uns gehen auf diesem schmalen Weg, uns absondern von der Finsternis dieser Welt. Bereits im 2. Buch Mose empfiehlt uns deshalb der HERR, siehe 2Mo 23,2: „Du sollst der Menge nicht auf dem Weg zum Bösen folgen.“ Für uns soll das ganz praktisch heißen: Verlasse doch bitte sofort den breiten Weg der Sünde und folge doch immer mehr dem schmalen Weg, den Jesus bereits für uns vorgezeichnet hat. Jesus hat uns bereits schon erwählt und erlöst, er möchte mit uns weiterkommen in unserer Nachfolge. Wir sollen Ihm immer ähnlicher werden, als ein Ebenbild Gottes, so wie es schon am Anfang der Schöpfung vorgesehen war, siehe 1Mo 1,27: „Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Weib.“ Unser HERR Jesus, der bereits alles für uns getan hat durch Sein Sterben und durch Sein Auferstehen, möchte uns darüber hinaus immer mehr mit Seiner Fülle beschenken, die Er vom Vater erhalten hat. So können wir Ihm immer ähnlicher werden, siehe Eph 4,13: „...bis wir alle hingelangen zur Einheit des Glaubens und der Erkenntnis des Sohnes Gottes, zum vollendeten Mann, zum vollen Maß der Fülle Christi.“ In Jesus wohnt bereits die ganze Fülle Gottes, siehe Kol 1,19: „Es hat Gott wohlgefallen, daß in Jesus Christus alle Fülle wohnen sollte.“

Wenn wir das doch bloß kapieren würden, wie sehr Jesus sich da tagtäglich um uns bemüht! Wenn auch wir nur einen Augenblick in den Himmel werfen könnten, ich vermute, wir würden uns viel bereitwilliger von Jesus führen und unterweisen lassen... Es wäre so schön, wenn wir doch immer besser begreifen könnten, wie attraktiv ein solch heiliges Leben in Seiner Fülle schon heute für uns sein könnte...auf diesem schmalen Weg, der in hineinführt in die ewige Glückseligkeit, Amen!