Predigt Jürgen Schulig
13. Oktober 2002
Verführungen

Lügen haben kurze Beine... Mit diesem Sprichwort haben wir einmal eine junge Kollegin charakterisiert, die wir beim Flunkern erwischt haben. Sie war recht klein, sozusagen ein viel beschäftigter „laufender Meter...“.

Aber warum haben denn Lügen kurze Beine? Wer einmal lügt und dabei erwischt wird, dem glaubt man nicht, auch wenn er dann doch die Wahrheit spricht... So lautet sinngemäß ein weiteres Sprichwort. Lügen können nicht weit davonlaufen. Die Gefahr, beim Schwindeln früher oder später ertappt zu werden, ist sehr groß. Wenn man sich dann auch noch mit weiteren Lügen herausreden will, dann wird man erst recht unglaubwürdig.

Lügen haben kurze Beine... Wir können sicherlich unsere Freunde, Verwandten und Bekannten anschwindeln, vielleicht werden sie es sogar nie bemerken,. Aber wir können mit unseren Lügen nicht vor Gott davonlaufen. Gott bemerkt unsere Lügen sofort. Auch wenn wir noch so abgebrüht und gewissenlos sind, so können wir gleichfalls unser Gewissen nicht dauerhaft belügen. Irgendwann wird es sich einmal melden!

„Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten
(2Mo 20,16)“

So heißt es zum Thema „Lügen“ schon in den zehn Geboten. In 3. Mose 19,11 lesen wir

„Ihr sollt nicht stehlen noch lügen noch betrügerisch handeln einer mit dem andern.“

Wenn wir lügen, dann sündigen wir. Diese Sünde ist und bleibt eine Greueltat vor Gott, siehe auch Spr 12,22:

„Lügenmäuler sind dem HERRN ein Greuel; die aber treulich handeln, gefallen ihm.“

Über Lügner und Lügen und über den Vater der Lüge sagt uns der Apostel Johannes folgendes, siehe Joh 8,44:

„Ihr habt den Teufel zum Vater, und nach eures Vaters Gelüste wollt ihr tun. Der ist ein Mörder von Anfang an und steht nicht in der Wahrheit; denn die Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er Lügen redet, so spricht er aus dem Eigenen; denn er ist ein Lügner und der Vater der Lüge.“

Unser Vater im Himmel ist, wie unser HERR Jesus und der Heilige Geist, wahrhaftig. Unser dreieinige Gott kann nicht lügen und gegen Seine eigenen Gebote verstoßen, siehe auch Hebr 6,18:

„...denn es ist unmöglich, daß Gott lügt...“ und Tit 1,2: „...Gott, der nicht lügt...“.

Gerade deshalb können wir Seinem Wort unbedingt vertrauen. Sein Wort, Seine Heilige Schrift, lügt nicht, Sein Wort ist die Wahrheit! Deshalb ist die Bibel für uns so glaubwürdig und unwiderlegbar.

Gott hat uns Menschen zu Seinem Ebenbild geschaffen. Deshalb sollen wir als erlöste Christen auch nicht mehr lügen, sondern nur noch die Wahrheit sagen. In Kol 3,9 lesen wir dazu:

„Belügt einander nicht; denn ihr habt den alten Menschen mit seinen Werken ausgezogen...“

Als Nachfolger unseres HERRN Jesus haben wir es gar nicht mehr nötig zu lügen. Dennoch erwische auch ich mich immer wieder bei Schwindeleien und Halbwahrheiten, sie lassen mich ja angeblich vor meinen Mitmenschen besser dastehen... Doch Lügen haben kurze Beine...!
Ich habe das Thema „Lügen, Schwindeln und Halbwahrheiten“ deshalb vorangestellt, weil diese Sünde wohl einen jeden von uns betrifft. Ein jeder von uns hat schon einmal geschwindelt. Mit dieser Sünde kann ein jeder von uns leben, ohne allzu große Gewissensbisse zu haben. Dagegen sind wir wohl sicherlich keine Mörder und Ehebrecher. Doch eines zeichnet uns Menschen allesamt gleich aus, siehe Römer 3,23 nach „HfA“

„Denn darin sind die Menschen gleich: Alle sind Sünder und haben nichts aufzuweisen, was Gott gefallen könnte.“

Auch ich selber ärgere mich immer wieder, wenn mich die Sünde herunterzieht. Da erlebe ich geistliche Höhepunkte und Gottes permanente Hilfe, zum Beispiel auch bei Predigtvorbereitungen, und schon falle ich im nächsten Augenblick wieder. Ich bin verführt worden..., muß ich regelmäßig zu meiner Schande gestehen. Aus eigener Kraft kann ich mich nicht vor Verführung schützen, da muß ich mich ganz auf Gottes Hilfe verlassen. Heute möchte ich einmal Ursachenforschung zum leidigen Thema Verführung betreiben, ich denke, ein jeder von uns leidet darunter. Sehr dabei geholfen hat mir ein bekanntes Buch von Lewis, es heißt „Dienstanweisung für einen Unterteufel“. Lewis ist selber Christ. In seinem Buch geht es auf recht unterhaltsame Art und Weise um die vielfältigsten Verführungstechniken des Teufels. In einem Vorwort schreibt uns Lewis über diesen Vater der Lüge:

„Es gibt zwei Irrtümer über den Teufel, an die die Menschen leicht glauben. Der eine ist, seine Existenz ganz zu verleugnen. Der andere besteht darin, an ihn zu glauben und sich in übermäßiger und ungesunder Weise mit ihm zu beschäftigen. Satan selbst freut sich über beide Irrtümer gleichermaßen. Er begrüßt den Materialisten sowie auch den Anhänger der schwarzen Magie mit demselben Vergnügen.“

Was da der höllische Unterstaatssekretär Srewtape an seinen unerfahrenen Neffen Wormwood schreibt, ist ein regelrechter Fernkurs in der Kunst der Menschenverführung. Der Unterteufel Wormwood soll Mister Spike, einen jungen englischen Gentleman, auf die schiefe Bahn bringen. Der Oberteufel Srewtape nimmt dies zum Anlaß, seinem Neffen Wormwood auf listig – raffinierte Weise verblüffende Einblicke in die menschliche Seele zu geben. In diesem Dienstanweisungen geht es um vielfältige Verführungstechniken, denen auch wir immer wieder einmal verfallen sind.

Die Ziele Gottes und die Ziele des Teufels mit uns Menschen werden in diesem Buch kurz und präzise zusammengefaßt. Srewtape schreibt seinem Neffen dazu:

„Für uns bedeutet der Mensch hauptsächlich ein Nahrungsmittel; wir bezwecken, seinen Willen vollständig aufzusaugen in unsern Willen, unsern Lebensraum auf seine Kosten zu erweitern. Den Gehorsam aber, den der Feind von den Menschen verlangt, ist etwas ganz anderes. Wir müssen uns der Tatsache stellen, daß alles Gerede über Seine Liebe zu den Menschen und über die Freiheit des Menschen in seinem Dienst nicht bloße Propaganda, sondern erschreckende Wahrheit ist. Er hegt wirklich die Absicht, das Weltall mit einer Menge ekelhafter Bilder Seiner selbst zu füllen – mit Geschöpfen, deren Leben in ihrem Miniaturmaßstab dem Seinen wesentlich gleich geworden ist, nicht, weil Er sie in sich aufgenommen hätte, sondern weil ihr Wille aus freiem Entschluß dem Seinigem gleichförmig geworden ist. Wir brauchen Vieh, das schließlich zum Fraß wird. Er sucht Diener, die letztlich zu Söhnen werden. Wir saugen sie aus. Er gibt sich her. Wir sind leer und wollen uns füllen. Er besitzt die Fülle und fließt über...

Wir dürfen den abstoßendsten und unerklärlichsten Wesenszug des Feindes nie vergessen: Er liebt diese haarlosen Zweibeiner, die Er erschaffen hat, wirklich und gibt ihnen mit der rechten Hand zurück, was Seine Linke ihnen weggenommen hat. Was Du immer unternimmst, schütze Deinen Patienten, so gut es eben möglich ist, vor dem Tode. Siebzig Jahre sind kein Tag zuviel für die schwierige Aufgabe, ihre Seele vom Himmel zu lösen und eine feste Bindung an die Erde zu schaffen.... !“

Dieses Buch „Dienstanweisung an einen Unterteufel“ von Lewis ist aber auch ein sehr amüsantes Buch, sein Inhalt ist auch ein ironisches Spiegelbild unserer verführten Seele. Srewtape nennt uns Patienten. Gleich im ersten Kapitel bringt es Srewtape auf den Punkt: Alle Unterteufel sind nur dazu da, um uns Menschen zu verführen, um uns „Patienten“ zum Narren zu halten, um uns vom Weg abzubringen. Wie Satan das immer wieder schafft, zeigt uns Lewis. Ich möchte heute einige dieser Gedanken zusammenfassen. Dabei will ich jedoch nicht stehenbleiben, sondern uns auch gleichzeitig biblische Abwehrtechniken und Gegenmittel zeigen.

Nach diesen einleitenden Gedanken gibt es jetzt wieder eine Gliederung über unsere heutige Predigt

Hauptteil: Die Gefahren lauern überall

1. Die Verführung fängt schon in der Volkskirche an
2. Der Teufel möchte unser Gebet verwässern
3. Scheinfreuden statt echter Freude bei Mißbrauch von
a) Alkohol b) Sexualität
4. Sanfte Verführung als sicherster Weg in die Hölle
5. Verhinderung von echter Reue und Umkehr
6. Falsche Demut und Selbstlosigkeit

Schlußgedanke: ...unsere Untreue und Gottes gewaltige Treue zu uns

Singen wir nun aus Lied 566 die erste Strophe:
„Denn ich bin gewiß, daß weder Tod noch Leben mich von Ihm scheiden kann, ja, daß nichts und niemand mehr mich kann scheiden von dem HERRN. Gott ist immer für uns, wer kann uns noch schaden? Er hat Seinen Sohn nicht verschont. Er hat Ihn uns gegeben, auf das wir sollen leben als befreite Menschen auf der Erd.“

Mister Spike, der Patient und das Ziel aller teuflischen Verführungen, ist Christ geworden. Gleich im zweiten Kapitel stellt es Srewtape mit größtem Mißvergnügen fest. Doch für ihn und für alle Verführer ist das noch kein Grund zum Verzweifeln, denn der Kampf geht jetzt erst richtig los. Auch Christen sollen verblendet und in die Irre geführt werden, damit ihr Dienst möglichst wirkungslos bleibt. So schreibt Srewtape an seinen Neffen: „Einer unserer besten Bundesgenossen ist gegenwärtig die Kirche selbst. Aber bitte, verstehe mich richtig. Ich meine natürlich nicht die Kirche, wie wir sie sehen: sich über Raum und Zeit erstreckend und verwurzelt in der Ewigkeit, schrecklich wie ein Kriegsheer im Aufmarsch. Ich gestehe, vor diesem Schauspiel wird es unseren kühnsten Versuchern unbehaglich. Glücklicherweise ist es den Menschen verborgen. Alles, was dein Patient sehen kann, ist ein halb vollendetes Gebäude in falscher Gotik auf einem Neubaugrundstück.“ Soweit Srewtape. Und in diesem Gebäude wimmelt es geradezu von salbungsvollen Scheinchristen... Lewis diagnostiziert den heutigen Zustand der Volkskirche knallhart als Bundesgenosse des Feindes... Da bemüht sich ein Pfarrer, so schreibt Srewtape an den Unterteufel Warmwood, den Glauben zu verniedlichen und zu vereinfachen, um ihn einer vermeintlich ungläubigen und hartköpfigen Gemeinde zugänglicher zu machen, so daß nun dieser Pfarrer selbst mit seinem Unglauben in der Gemeinde Anstoß erregt und nicht umgekehrt. Auch den Gottesdienst gestaltet er vortrefflich. Um den Laien alle Schwierigkeiten zu ersparen, hat er die vorgeschriebenen Bibellesungen und die festgelegten Psalmen weggelassen. Wir sind somit sicher vor der Gefahr..., schreibt Srewtape. Aber vielleicht ist Dein Patient nicht dumm genug für diese Kirche – oder noch nicht?“

Der Apostel Paulus beschreibt eine lebendige Gemeinde ganz anders, zum Beispiel so, ich lese einige Verse aus Römer 12 nach „HfA“:

„9 Eure Liebe muß aufrichtig sein. Und wie ihr das Böse hassen müßt, sollt ihr das Gute lieben. 10 In herzlicher Liebe sollt ihr miteinander verbunden sein, und gegenseitige Achtung soll euer Zusammenleben bestimmen....13 Helft anderen Christen, die in Not geraten sind, und seid gastfreundlich!... 15 Wenn andere fröhlich sind, dann freut euch mit ihnen. Weint aber auch mit den Trauernden! 16 Seid einmütig untereinander und streitet nicht. Versucht nicht immer wieder, hoch hinauszuwollen, sondern seid euch auch für geringe Dinge nicht zu schade. Hütet euch vor Selbstüberschätzung und Besserwisserei.“

Die größte Gefahr, die von einem Christen für all die teuflischen Mächte ausgeht, ist ein ernstes und leidenschaftliches Gebet. Deshalb versucht der Feind immer wieder, unser Gebet zu verwässern oder uns ganz davon abzuhalten. Screwtape schreibt an seinen Neffen dazu folgendes: „Die beste Taktik wird nun sein, Deinen Patienten, wenn möglich, von jedem ernsthaften Vorsatz, zu beten, abzuhalten. Ist der Patient erwachsen oder erst vor kurzer Zeit ins Lager des Feindes zurückgekehrt, wie das hier der Fall ist, dann erreichst Du das am besten dadurch, daß du in ihm die vermeintliche Erinnerungen nachgeplapperte Gebete seiner Kindheit weckst... Wo immer ein Mensch betet, besteht Gefahr, daß Er selbst unverzüglich eingreift... Ich hatte verschiedene eigene Patienten so vollständig in der Hand, daß sie unmittelbar nach leidenschaftlichem Gebet für das Seelenheil der Frau oder des Sohnes die gleiche Frau oder denselben Sohn schlagen oder beschimpfen konnten, ohne die geringsten Gewissensbisse zu empfinden.“

Die Teufel haben so recht, wenn sie unser aufrichtiges Gebet fürchten. Beten können wir wirklich fast allezeit, dazu brauchen wir keine besondere Gebetshaltung oder einen speziellen Gebetsort. Ich kenne betende Kollegen, die hauptsächlich handwerklich arbeiten, zum Beispiel in den Außenanlagen oder auf der Baustelle. Ich beneide sie fast schon, weil sie ihre Arbeitszeit viel mehr zum Gebet nützen können als ich. Gebet hat so viele wunderbare Verheißungen, zum Beispiel Psalm 145,18-19

„Der HERR ist nahe allen, die ihn anrufen, allen, die ihn ernstlich anrufen. Er tut, was die Gottesfürchtigen begehren, und hört ihr Schreien und hilft ihnen.“

und Mt 7,7-8

„Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan. Denn wer da bittet, der empfängt; und wer da sucht, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan.“

und auch Phil 4,6-7

„Sorgt euch um nichts, sondern in allen Dingen laßt eure Bitten in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden! Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus.“

Deshalb, lassen wir uns doch hier von den Teufeln nicht mehr so oft beirren!

Singen wir nun aus Lied 566 die zweite Strophe
„Traurigkeit und Ängste, Hunger und Verfolgung, kann mich das denn scheiden von Ihm? Denn in der Not, in Sorgen, weiß ich mich geborgen. Immer will ich hören Seine Stimm. Denn ich bin gewiß, daß weder Tod noch Leben mich von Ihm scheiden kann, ja, daß nichts und niemand mehr mich kann scheiden von dem HERRN.“

Unser HERR Jesus möchte unserem Dasein so viel echte Freude schenken, Freude, in der Frucht Seines Geistes. Die Teufel kennen natürlich solch eine Freude nicht und sie beneiden uns deshalb fast schon. Deshalb versuchen sie es immer wieder, uns durch billige Vergnügen und Scheinfreuden vom Weg abzubringen. So schreibt der Oberteufel Screwtape an seinen Neffen:

„Ich weiß, wir haben durch Vergnügungen schon manche Seele gewonnen. Trotzdem, die Freude ist Seine Erfindung, und nicht die unsrige. Er hat sie geschaffen, trotz unserer ganzen so weit entwickelten Forschung ist es uns bisher nicht gelungen, eine einzige wahre Freude hervorzubringen. Alles, was wir tun können, ist die Menschen anzuspornen, die vom Feinde geschaffenen Freuden zu Zeiten oder in einer Weise oder in einem Grade zu genießen, die Er nicht erlaubt... Wachsende Begierden bei schwindender Freude heißt jetzt die Parole... Eine ungemein gute Gelegenheit bieten allerlei sinnliche Versuchungen, ganz besonders geschlechtlicher Art... Die Forderung, die der Feind an die Menschen stellt, nimmt die Form eines Dilemmas an: Entweder vollständige Enthaltsamkeit oder kompromißlose Monogamie. Das Einhalten dieser Regeln müssen wir den Menschen sehr schwer machen... Es gibt ganz gewiß mehrere jüngere Töchter in der Nachbarschaft Deines Patienten, die es ihm sicherlich sehr schwer machen würden, ein christliches Leben zu führen... Eine Periode der sexuellen Anfechtung ist die beste Gelegenheit für einen Nebenangriff auf deinen Patienten.... Das Vergnügen jedoch, das die Menschen oft beim Sündigen haben, ist gerade jener Teil des Vorganges, den wir bedauern und den wir gerne ausscheiden würden, wenn wir damit nicht auch der Sünde verlustig gehen würden.“

Dann das Thema Alkohol, Srewtape schreibt: „Es wird Dir auch viel eher gelingen, aus deinem Manne einen tüchtigen Trunkenbold zu machen, wenn du ihm den Alkohol als Betäubungsmittel gegen Langeweile und Niedergeschlagenheit aufdrängst, als wenn du ihn ermutigst, den Alkohol zur Förderung der Stimmung unter Freunden zu genießen...“

Unser HERR hat uns auch den Wein geschenkt, damit wir uns als Seine Geschöpfe daran erfreuen können. Jesus selbst trank mit seinen Jüngern Wein, offensichtlich nicht nur beim Abendmahl. Jesus genoß den Wein mit Seinen Jüngern in Maßen, nirgendwo wird uns in den Evangelien etwas von betrunkenen Aposteln berichtet. Auch die Sexualität ist ein Geschenk Gottes an Seine Geschöpfe. Doch wir wissen es, die Sexualität gehört in die Ehe, alles andere wird in der Bibel zum Beispiel mit Hurerei und Unzucht bezeichnet.

Es mag für uns bedauerlich sein, doch uns sind hier Grenzen gesetzt. Doch die teuflischen Feinde versuchen uns immer wieder dazu, diese Grenzen zu unterlaufen oder zu überspringen. Die Bibel warnt uns an vielen Stellen vor den Gefahren, die hinter diesen Grenzen lauern und empfiehlt uns ganz eindringlich, auf solch ein sündiges Leben zu verzichten. Einige Beispiele hierzu aus der „HfA“

„Hurerei, Wein und Most vernebeln ihnen den Verstand
(Hos 4,11)“.

„Es ist schlimm genug, daß ihr früher ein gottloses Leben in Saus und Braus geführt habt. Ihr wart euren Leidenschaften ausgeliefert, der Trunksucht ergeben, dem sinnlosen Prassen, und gefangen in einem abstoßenden Götzendienst. Natürlich können eure alten Freunde nicht verstehen, weshalb ihr von diesem zügellosen Leben auf einmal nichts mehr wissen wollt. Und deshalb verhöhnen sie euch (1Petr 4,3+4)“.

„Betrinkt euch nicht; das führt nur zu einem liederlichen Leben. Laßt euch vielmehr von Gottes Heiligem Geist erfüllen
(Eph 5,18)“.

„Wir haben vor niemandem etwas zu verbergen und wollen ein gutes, anständiges Leben führen; ohne üppige Gelage und Saufereien, ohne Ausschweifungen und Sittenlosigkeit, ohne Streit und Eifersucht (Röm 13,13)“.

Und schließlich Gottes zusammenfassender Ratschlag aus Gal 5,16

„Ich sage aber: Lebt im Geist, so werdet ihr die Begierden des Fleisches nicht vollbringen.“

Singen wir aus Lied 566 die dritte Strophe
„Vor des Feindes Mächten, Welten oder Kräften, braucht mir nicht mehr bange zu sein; denn durch die große Liebe des HERRN Jesus Christus hab ich überwunden diese Pein. Denn ich bin gewiß, daß weder Tod noch Leben mich von Ihm scheiden kann, ja, daß nichts und niemand mehr mich kann scheiden von dem HERRN.“

Unser teuflischer Widersacher hat am meisten damit Erfolg, wenn er uns auf die sanfte Art und Weise zu verführt, ohne daß wir viel davon merken. So schreibt Srewtape an seinen Lehrling: „Der Mensch darf unter keinen Umständen argwöhnen, daß er sich langsam, aber sicher von der Sonne entfernt auf einem Geleise, das ihn in die Finsternis und Kälte des leeren Weltraums führen wird. Aus diesem Grunde ist es mir beinahe eine Erleichterung zu hören, daß er immer noch zur Kirche und zum Abendmahl geht... In diesem Zustand wird dein Patient zwar nicht seine religiösen Pflichten vernachlässigen, aber er wird ihrer mehr und mehr überdrüssig werden... Du brauchst ihn dann nicht mehr mit einem guten Buch, daß ihm wirklich Freude bereitet, vom Beten, Arbeiten und Schlafen abzuhalten. Jede Reklameseite aus der gestrigen Tageszeitung wird das jetzt auch fertigbringen....Du wirst mir entgegenhalten, dies seien aber gar geringfügige Sünden und du bist zweifellos, wie alle jungen Versucher, begierig darauf, von spektakulärer Gottlosigkeit berichten zu können. Aber vergiß nicht: Es kommt alles darauf an, wie weit Du den Menschen vom Feinde zu trennen vermagst... Mord taugt nicht mehr als Kartenspiel, wenn das Kartenspiel genügt. Der sicherste Weg zur Hölle ist der allmähliche, der sanfte Hang, angenehm für die Füße, ohne plötzliche Kurven, ohne Meilensteine, ohne Wegweiser...“ Soweit Srewtape.

Vor meiner Bekehrung habe ich mich sicherlich auf diesem sanften Weg hinab befunden. Dabei haben mich aber schließlich immer mehr unerklärliche Angstzustände gefangengenommen. Der Oberteufel Srewtape bemerkt zu diesem Thema: „Quälende Furcht und törichte Zuversicht sind beides ganz wünschenswerte Gemütszustände.... Die Dankbarkeit schaut in die Vergangenheit, und die Liebe auf die Gegenwart; Furcht, Habsucht, Lust und Streberei blicken auf die Zukunft.“

In eine hoffnungslose Zukunft, muß ich ergänzen, in eine schlimme Zukunft, wenn wir unseren HERRN Jesus nicht haben...!

Was für Verheißungen haben wir dagegen, wenn wir unserem HERRN Jesus nachfolgen, siehe Joh 15,1-8:

„Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater der Weingärtner. Eine jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, wird er wegnehmen; und eine jede, die Frucht bringt, wird er reinigen, daß sie mehr Frucht bringe. Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe. Bleibt in mir und ich in euch. Wie die Rebe keine Frucht bringen kann aus sich selbst, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht in mir bleibt. Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun. Wer nicht in mir bleibt, der wird weggeworfen wie eine Rebe und verdorrt, und man sammelt sie und wirft sie ins Feuer, und sie müssen brennen. Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren. Darin wird mein Vater verherrlicht, daß ihr viel Frucht bringt und werdet meine Jünger.“

Gottes Wort fordert uns aus gutem Grund öfters zum Wachen und Beten auf, damit wir in Seiner Kraft den teuflischen Versuchungen standhalten können, siehe Mt 26,41
„Wachet und betet, daß ihr nicht in Anfechtung fallt! Der Geist ist willig; aber das Fleisch ist schwach.“

und 1Kor 16,13

„Wachet, steht im Glauben, seid mutig und seid stark!“

und 1Petr 5,8

„Seid nüchtern und wacht; denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge.“

Selbst vor Srewtape und all seinen Unterteufeln brauchen wir keine Angst zu haben, wenn wir in Seiner Kraft und Stärke handeln, die Bibel verspricht es uns wiederholt, uns Sein Wort ist wahr! Lesen wir Seine Worte aus der Waffenrüstung aus Epheser 6,10 - 18

„Zuletzt: Seid stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke. Zieht an die Waffenrüstung Gottes, damit ihr bestehen könnt gegen die listigen Anschläge des Teufels. Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Mächtigen und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in dieser Finsternis herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel. Deshalb ergreift die Waffenrüstung Gottes, damit ihr an dem bösen Tag Widerstand leisten und alles überwinden und das Feld behalten könnt. So steht nun fest, umgürtet an euren Lenden mit Wahrheit und angetan mit dem Panzer der Gerechtigkeit, und an den Beinen gestiefelt, bereit, einzutreten für das Evangelium des Friedens. Vor allen Dingen aber ergreift den Schild des Glaubens, mit dem ihr auslöschen könnt alle feurigen Pfeile des Bösen, und nehmt den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, welches ist das Wort Gottes.“

Bekleidet mit Seiner Waffenrüstung, wird selbst der Teufel vor uns fliehen, siehe auch Jak 4,7

„So seid nun Gott untertan. Widersteht dem Teufel, so flieht er von euch.

Singen wir nun aus Lied 64 die erste Strophe
„O Liebe ohnegleichen. Kein Sinn kann je erreichen, wie Du, o HERR uns liebst. Vergaßest Deine Schmerzen, trugst die nur auf dem Herzen, die Du so unaussprechlich liebst.“

Was bei all dem die Teufel in diesem geistlichen Kampf am meisten fürchten, ist unsere bewußte Reue, unsere Umkehr hin zu Gott. Mr Spike, dieser englische Patient, ist zwar vielen Verführungen des Feindes auf den Leim gegangen, doch er hat zum allergrößten Mißfallen Screwtapes Buße getan. Doch die Teufel geben auch hier nicht auf. Srewtape schreibt an seinen Neffen: „Solange er seine Reue nicht in die Tat umsetzt, tut es nichts zur Sache, wieviel er über sie nachsinnt. Lasse das kleine Scheusal sich darin wälzen... Lasse ihn alles tun, nur nicht handeln... Wie groß auch immer die Frömmigkeit in seiner Einbildung und Gemütserregung sein mag, sie schadet uns nicht im geringsten, solange er nicht danach handelt“

Mr Spike hat seine Sünden also erkannt und Vergebung erfahren. Er möchte sich jetzt unter Gottes Gnade demütigen. Da schrillen bei allen Teufeln die Alarmglocken. Es gilt nun vordringlich, diese Hingabe in eine falsche Demut zu verwandeln. Srewtape schreibt seinem Neffen dazu: „Packe ihn in dem Augenblick, da er wirklich geistlich arm ist, und schmuggle in seine Gedanken die angenehme Erwägung ein: ´Wahrhaftig, ich bin demütig geworden...`und fast unverzüglich wird sich Stolz zeigen, der Stolz über die eigene Demut.... Bringe ihn zu der Auffassung zu glauben, die Demut bestehe darin, daß hübsche Frauen zu glauben versuchen, sie seien häßlich, ...lasse seine Gedanken stolz werden und nur um das eigene Ich kreisen...!“

Nur falsche Demut schaut auf sich selber und läßt uns dann stolz werden. Echte Demut schaut dagegen auf unseren HERRN und unsere Nächsten lesen wir dazu
Phil 2,3

„Tut nichts aus Eigennutz oder um eitler Ehre willen, sondern in Demut achte einer den andern höher als sich selbst...“

und Kol 3,12-14

„So zieht nun an als die Auserwählten Gottes, als die Heiligen und Geliebten, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld; und ertrage einer den andern und vergebt euch untereinander, wenn jemand Klage hat gegen den andern; wie der Herr euch vergeben hat, so vergebt auch ihr! Über alles aber zieht an die Liebe, die da ist das Band der Vollkommenheit.“



Der junge Mr Spike wächst trotz aller Versuchungen und Anfechtungen im Glauben und schließlich passiert für die Teufel eine mittelgroße Katastrophe. Mr Spike verlobt sich mit einer gläubigen Frau! Für Srewtape ist dies jedoch immer noch kein Grund zum Verzweifeln. Er gibt weiterhin schlechte Ratschläge. So schreibt er: Die Verlobungszeit ist die beste Gelegenheit, jenen Samen auszustreuen, der sich zehn Jahre später zur häuslichen Zwietracht auswachsen wird. Zehn Jahre später kann das dann so aussehen... Falsch verstandene Demut und Selbstlosigkeit entwickeln sich zu scharfen Angriffswaffen, die eine familiäre Harmonie schnell zerstören können. Da wird etwas ganz Geringfügiges vorgeschlagen, wie den Nachmittagstee im Grünen zu trinken. Einer aus der Familie gibt deutlich zu verstehen (allerdings nicht durch viele Worte), daß er lieber nicht hinausgehen würde, aber natürlich aus „Selbstlosigkeit“ bereit sei, sich den Wünschen der anderen zu fügen. Die anderen ziehen sogleich ihren Vorschlag zurück, scheinbar aus Selbstlosigkeit, in Wirklichkeit aber darum, weil sie sich nicht als eine Art Strohpuppe gebrauchen lassen wollen, an der der erste Sprecher seine uneigennützige Selbstlosigkeit bestätigen kann. Er aber ist ganz und gar nicht bereit, sich aus seinem Schwelgen in der Selbstlosigkeit hinauswerfen zu lassen und besteht darauf, zu tun, was die anderen wünschen. Die anderen bestehen aber darauf, zu tun, was er wünscht... Der Zorn steigt auf, ein heftiger Streit bricht aus... Das alles kann in der Verlobungszeit seinen Anfang nehmen...“
Wie gut, daß wir als gläubige Christen hier das Allheilmittel der Vergebung haben, siehe auch Kol 3,13

„...und ertrage einer den andern und vergebt euch untereinander, wenn jemand Klage hat gegen den andern; wie der Herr euch vergeben hat, so vergebt auch ihr!“

Singen wir noch aus Lied 64 die zweite Strophe
„Dein Werk ist jetzt vollendet, der Fluch ist abgewendet und Gnade uns gebracht. Der Schuldbrief ist zerrissen, befreit ist das Gewissen, die Sünde ist zunicht gemacht.“

Gott ist unveränderlich in Seinem Wesen, ganz im Gegensatz zu uns, zu Seinen Geschöpfen. Gott ändert sich nicht, lesen wir dazu einige Verse, siehe Maleachi 3,6:

„Ich, der HERR, wandle mich nicht.“

Und siehe Hebr 1,10-12:

„Du, Herr, hast am Anfang die Erde gegründet, und die Himmel sind Deiner Hände Werk. Sie werden vergehen, Du aber bleibst. Sie werden alle veralten wie ein Gewand; und wie einen Mantel wirst Du sie zusammenrollen, wie ein Gewand werden sie gewechselt werden. Du aber bist derselbe, und Deine Jahre werden nicht aufhören.“ Siehe auch Hebr 13,8: „Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit!“

Und siehe auch Offb 22,13:

„Ich bin das A und das O, der Erste und der Letzte, der Anfang und das Ende.“

Unsere persönlichen Vorstellungen und Überzeugungen sind häufig sehr wechselhaft, einige von uns mögen vielleicht flexibel dazu sagen. Gott steht dagegen zu Seinem Wort. Wir lassen uns in unserer Nachfolge regelmäßig wie eine Woge zwischen Gehorsam und Sünde hin und her spülen. Gott dagegen sündigt nicht. Während wir zu unseren Freunde, Verwandten und Bekannten oft sehr launisch sind, können wir immer wieder mit Seiner gleichbleibenden Liebe zu uns rechnen. Gott ändert Seine Meinung auch nicht über uns. Und währenddessen wir gewöhnlich sehr untreu sind, so bleibt Gott doch treu zu uns!

Gott kennt unsere Untreue, Er beklagt sich oft darüber, die ganze Bibel ist voll mit Geschichten von unserer Untreue. Und dennoch ist Seine Liebe zu uns viel größer als unsere Untreue, siehe Röm 3,3-4

„Daß aber einige nicht treu waren, was liegt daran? Sollte ihre Untreue Gottes Treue aufheben? Das sei ferne!“

Und eben weil Gott so unveränderlich treu zu uns ist und uns zum Beispiel auch niemals anlügt, deshalb haben wir die Heilsgewißheit. Sein Wort hat uns versprochen, daß wir nicht verloren gehen, siehe Joh 3,16:

„Denn also hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben!“

Wie können wir Ihm dafür nur danken? Ich denke, Gottes Wille für unser Leben ist auch die Frucht Seines Geistes für uns, siehe Galater 5,22. Treue ist auch solch eine Frucht. Der HERR möchte, daß wir in unserer Nachfolge treuer werden, und Er möchte uns dabei so sehr helfen! Lassen wir uns doch dabei helfen, noch schenkt Er uns täglich viele Gelegenheiten dazu, siehe auch Klagelieder 3,22:

„Die Güte des HERRN ist's, daß wir nicht gar aus sind, Seine Barmherzigkeit hat noch kein Ende, sondern sie ist alle Morgen neu, und Deine Treue ist groß.“

Amen!