Weihnachten 2002
Kurzpredigt Jürgen

Anspiel mit 5 Personen, in einem Fitnessstudio, die Sportler unterhalten sich über besinnliche Weihnachten

A macht mit Mann und Kind den Weihnachtstrubel voll mit, Stress, kriegt dabei regelmäßig die Krise

B lässt seit zwei Jahren mit Mann und Kindern Weihnachtstrubel, Putzerei usw. aus, geht dafür auf Adventsfreizeit, feiert im Gemeindehaus, vermeidet Stress

C schmeißt ne Party, geht mit Freunden in eine Kneipe, Weihnachten ist sinnlos und nur nervtötendes Getue und tote Tradition, frommer Quatsch

D macht einen ausgeglichenen Eindruck, Weihnachtsstress wird gut verdaut, wünscht sch aber mehr Besinnlichkeit und Ruhe... Weiß keine Antwort, wie dieser Wunsch in Erfüllung gehen kann



E Ehepaar ohne Kinder, außer Haus, haben jetzt viel Ruhe, empfinden diese besinnliche Stille eher als bedrückend, sehnt sich mit Frau nach früher zurück, wo der Trubel mit Kindern so schön hektisch war, depressive Stimmung herrscht vor

Was sind dann besinnliche Weihnachten?

Bei WDL sind zur Zeit Betriebsferien. Als die meisten Kollegen sich in diese Ferien verabschieden, wünschen sie sich eine stressfreie und erholsame Weihnachtszeit, vor allem ohne Streit mit Eltern und Geschwistern und Verwandten. Da habe ich es doch richtig gut, antworte ich. Ich bleibe Weihnachten alleine zu Hause und habe dabei keinen Beziehungsstress. Mit mir selber streite ich mich nur noch ganz selten, dazu habe ich mich viel zu lieb. Langeweile kommt auch kaum auf, denn am 2. Weihnachtsfeiertag müssen wir alle wieder arbeiten. Ich habe auch keinen Grund, mich gerade an Weihnachten einsam und verlassen zu fühlen. Als Single lebe ich ja auch alle anderen Tage im Jahr alleine vor mich hin, und ich fühle mich ganz wohl dabei. Weihnachtsstress kommt bei mir auch nicht auf, ich kaufe mir keinen Weihnachtsbaum, mache die Wohnung nicht extra fein, Weihnachtsgeschenke werden nicht gekauft, da haben wir uns in der Familie geeinigt. Ich brauche auch nur zwei Weihnachtsbriefe schreiben, der Rest wird vertelefoniert. Weihnachtsstress kommt höchstens bei dieser Predigtvorbereitung auf oder im Büro, bei den vielen Überstunden, vor und nach Weihnachten. Ich sehne mich auch nicht mehr nach diesem besinnlichen Weihnachtsfrieden, denn diese Besinnlichkeit, diesen Frieden , diese Freude erlebe ich fast täglich im Leben mit Jesus. Dazu brauche ich kein Weihnachten, keinen Tag wie Heiligabend. Natürlich freue ich mich auf ein paar freie Tage, aber Weihnachten ist für mich nichts Besonderes mehr, denn Weihnachten ist für mich jeden Tag! Was wäre ich doch arm dran, wenn ich das ganze Jahr nur auf Weihnachten zuleben würde, als ein Highlight, als ein Meilenstein des ganzen Jahres..., und ich hinterher womöglich auch noch enttäuscht sein würde... Nein, dann feiere ich doch lieber jeden Tag Weihnachten! Dann freue ich mich doch lieber jeden Tag darauf, mit welcher Gnade und Liebe mich der auferstandene HERR heute beschenken wird. Sicherlich, es ist wahr, als Christen erinnern wir uns an diesen Weihnachtsfeiertagen besonders daran, dass Jesus als Mensch in diese Welt gekommen ist, um viele Menschen zu erlösen. Wenn ich als Christ aber täglich in der Bibel lese, dann weiß ich: Ich bin bereits erlöst, Jesus lebt mit Seinem Heiligen Geist in mir, Er ist auch in meinem Herzen auferstanden. Dann weiß ich: Jesus ist täglich bei mir, dann ist für mich tagtäglich Weihnachten! Ein schöneres Geschenk kann es gar nicht geben!

Weihnachten ist leider größtenteils zu einem kommerziellen Fest verkommen. Vor lauter Geschenken, die natürlich auch wieder unsere Wirtschaft ankurbeln sallen, wird dabei von den allermeisten Menschen das größte Geschenk nicht angenommen, es wird übersehen und vergessen.

Hören wir uns dazu ein kurzes und witziges Anspiel an, es zeigt, wie sehr unser heutiger Zeitgeist Weihnachten und unseren HERRN Jesus bereits verfremdet haben...

Kassette an...

Wie wenig bereits die Weihnachtsgeschichte in unserer heutigen Zeit begriffen wird, zeigt auch das folgende Beispiel:

Ein kleines Mädchen kommt triumphierend von der Sonntagsschule nach Hause und winkt mit einem Stück Papier. Mutti, sagt sie, meine Sonntagsschullehrerin hat mir gesagt, dass ich das interessanteste Weihnachtsbild gemalt habe, das sie je gesehen hat. Die Mutter sieht sich das Bild einen Augenblick lang an und kommt zu dem Schluss, dass dies tatsächlich ein eigenartiges Weihnachtsbild ist. – Das hast Du sehr schön gemalt. Aber warum sind alle diese Leute in einem Flugzeug? fragt sie vorsichtig... Die sind auf dem Flug nach Ägypten, sagt das kleine Mädchen, nun etwas enttäuscht, dass dies nicht sofort offensichtlich ist und fügt hinzu: Hast Du denn noch nie davon gehört, dass der Engel dem Josef sagt, dass er mit dem Engel und dem Baby nach Ägypten fliegen soll? – Ah, sagt die Mutter, nun etwas besser informiert. – Und wer ist der Mann, der da ganz vorne sitzt und so böse dreinschaut? – Das ist doch Pontius Pilatus, sagt das Mädchen mit sichtlich wachsender Ungeduld. – Ach so, besänftigt die Mutter. Sag mal, hier erkenne ich Maria und Josef und das Jesuskind. Du hast da etwas über Sein kleines Köpfchen geschrieben. Kannst Du mir sagen, was das heißen soll... bat die Mutter nun. Seufzend erwidert die kleine Tochter: Das ist Sein Name. Ereinnerst Du Dich denn nicht daran, wie wir in dem Lied singen: Gottes Sohn, Owielacht...!

Diese Geschichte reizt zum Lachen, und doch ist es eine traurige Wahrheit, dass die Weihnachtsperspektive dieses kleinen Mädchens nicht viel mehr verwirrt ist als die des Durchschnittsmenschen auf der Strasse.

Dabei ist doch die Weihnachtsbotschaft so einfach. Ein Geschenk von bleibenden, ja von ewigem Wert, macht uns Gott bei der Geburt von Jesus: Er schenkt uns Seinen Sohn Jesus! Wenn wir dieses Geschenk von Herzen angenommen haben, dann werden wir dieses Geschenk nie mehr weglegen oder in die Ecke stellen wie eine ausgediente Puppe oder ein Spielzeugauto. Dieses Geschenk ist in seiner Größe und Einmaligkeit so faszinierend und mitreißend! Dieses Geschenk beschäftigt Dich nicht nur an den drei Weihnachtsfeiertagen, nein, es packt Dich Dein ganzes Leben lang! Und je mehr Du Dich mit diesem Geschenk beschäftigst, um so größer und um so lebendiger wird es in Dir. Es kann kein besseres und schöneres Geschenk geben mit solch einer Langzeitwirkung. Weißt Du noch, was Du vor zwei Jahren zu Weihnachten geschenkt bekommen hast? Du hast es bestimmt auch schon wieder vergessen. Doch solch ein großartiges Geschenk, wie wir es in Jesus haben, vergessen wir bis in alle Ewigkeit nicht mehr! Es ist wie mit einem Sternenhimmel. Je tiefer wir in ihn hineinschauen, um so mehr entdecken wir in ihm. Je mehr wir uns mit Jesus beschäftigen, desto mehr erkennen wir den Wert dieses Geschenkes, desto mehr kann Seine Gnade unser Leben reich und glücklich machen! Im Gegensatz zu allen anderen Geschenken, mit denen auch wir uns immer wieder beschäftigen, wird Jesus in uns nach vielen Tagen eben nicht kleiner und wertloser und reparaturbedürftiger, nein, sondern Er wird in uns immer größer und lebendiger und vollkommener!

Und deshalb möchte ich auch heute betonen, dass dieses Geschenk in uns von Tag zu Tag größer werden kann. Und deshalb können wir jeden Tag neu mit unserem Geschenk Weihnachten feiern, nicht nur jetzt, sondern auch im Frühling, Sommer, Herbst und auch wieder in einem Jahr. Jesus möchte nicht nur die Weihnachtstage mit uns verbringen, sondern auch alle anderen Tage in unserem Leben. Um diese Tatsache auch vielen Kindern zu verdeutlichen, hat es bei Wort des Lebens im Sommer auf den Kinderzeltlagern immer wieder einen Weihnachtsabend gegeben, es wurden Weihnachtslieder am Lagerfeuer gesungen und die Weihnachtsgeschichte den staunenden Kids erzählt... Es soll sehr originell und schön gewesen sein! Für die allermeisten von ihnen ist es eine bleibende Erinnerung.

Weihnachten findet für einen gläubigen Christen tagtäglich statt. Und wenn wir dieses Geschenk, welches wir in Jesus haben, tagtäglich lieb haben und festhalten und ehren, dann sind wir bereit, wenn Jesus eines Tages kommen wird, um uns heimzuholen in Sein himmlisches Reich! Denn auch die Adventszeit geht für uns als Christen weiter, tagtäglich... Wir erwarten ja Sein zweites Kommen, und dann dürfen wir mit diesem Geschenk von Angesicht zu Angesicht im Himmel eine ewige Gemeinschaft haben! Dann werden alle anderen Geschenke, die wir jemals erhalten haben, zu Staub und Asche zerfallen sein. Nur ein Geschenk, der HERR Jesus selbst, wird nie vergehen, Er wird uns immer größer und herrlicher werden in Seinem Himmelreich.

Wenn wir die gesamte Wahrheit der Weihnacht auf nur ein Wort reduzieren wollen, so wäre es das Wort Immanuel, das heißt in drei Worten: Gott mit uns. Wir konzentrieren uns an Weihnachten gewöhnlich auf Jesus als Kind. Die größere Wahrheit des Festes betont jedoch Jesus als Gott. Erstaunlicher als das Kindlein in der Krippe ist die Wahrheit, dass dieses verheißene Kindlein der allmächtige Schöpfer des Himmels und der Erde ist. Mit diesem allmächtigen Schöpfer können wir jederzeit in Verbindung treten, nämlich dann, wenn wir Sein Wort lesen und wenn wir zu Ihm beten! Jederzeit: Das heißt nicht nur am 24. Dezember, sondern täglich, stündlich, minütlich, Tag für Tag...! Erst dann kann sich Gottes Weihnachtsgeschenk in uns so richtig entfalten, in der Frucht Seines Geistes, als da sind Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut, Keuschheit, siehe auch Galater 5,22-23!

In diesem Sinne wünsche ich uns alle fröhliche und gesegnete Weihnachten!
Amen!