Predigt 13. Juli 2003
Psalm 103
Loben zieht nach oben!


So lautet ein altes, frommes Sprichwort. Ein weiteres heißt: „Und Danken schützt vor Wanken!“ Und wir sollen unseren HERRN immer wieder loben und preisen, nicht aus einer sturen Gesetzlichkeit heraus, sondern von ganzem Herzen, vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang, also tagsüber, wenn wir nicht schlafen, siehe Psalm 113,3: „Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang sei gelobet der Name des HERRN!“ Und natürlich auch nachts, für die Nachtarbeiter sei dies nur angemerkt. Das Wort ´loben` kommt in der Luther-Bibel in allen denkbaren Wortkombinationen 365 mal vor. Es gibt also für jeden Jahrestag einen neuen Lobvers in der Schrift.

Glücklich sein heißt, den HERRN zu preisen... So fängt ein altes Loblied an und es zeigt uns, dass das Loben wirklich nach oben zieht, dass es uns glücklich macht, wenn wir den HERRN von ganzen Herzen loben und preisen können! ´Vater, ich will Dich preisen` - auch von diesem alten Lied können wir einiges lernen, nämlich wofür unser Gottvater im Himmel und unser HERR Jesus Christus zu loben sind... Denn: Sein Wort ist wunderbar und vollkommen, Sein Wort hält, was es verspricht, Sein Wort hat ewigen Bestand, Sein Wort schenkt uns Freude, Kraft, Mut und Zuversicht... Und es gibt noch so viele andere Aspekte, weshalb wir unseren HERRN immer wieder loben und preisen dürfen. Davon spricht zum Beispiel auch das Lied ´Lobe den HERRN, den mächtigen König der Ehren`, nämlich: Der HERR hat uns gerettet, uns auf Adlers Fittichen sicher geführet, der HERR hält uns, wie es Ihm gefällt, der HERR segnet uns ganz persönlich mit den Strömen Seiner Liebe. Der HERR ist unser Licht in unserer dunklen Welt, und dafür sollen und dürfen wir Ihn immer wieder loben und preisen. Und dann gibt es noch diesen Psalm 103. Es heißt darin, dass unsere Seele, die vor unserer Bekehrung dem Teufel gedient hat, unseren HERRN loben soll, zum Beispiel für die Heilung und Sündenvergebung, für unsere Erlösung, für Seine Gnade und Barmherzigkeit! Den Psalm 103 habe ich einmal auswendig gekonnt, er ist einer meiner Lieblingspsalmen. Lesen wir diese Verse...

1 Lobe den HERRN, meine Seele, und was in mir ist, seinen heiligen Namen!
2 Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat:
3 der dir alle deine Sünde vergibt und heilet alle deine Gebrechen,
4 der dein Leben vom Verderben erlöst, der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit,
5 der deinen Mund fröhlich macht, und du wieder jung wirst wie ein Adler.
6 Der HERR schafft Gerechtigkeit und Recht allen, die Unrecht leiden.
7 Er hat seine Wege Mose wissen lassen, die Kinder Israel sein Tun.
8 Barmherzig und gnädig ist der HERR, geduldig und von großer Güte
9 Er wird nicht für immer hadern noch ewig zornig bleiben.
10 Er handelt nicht mit uns nach unsern Sünden und vergilt uns nicht nach unsrer Missetat.
11 Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, lässt er seine Gnade walten über denen, die ihn fürchten.
12 So fern der Morgen ist vom Abend, lässt er unsre Übertretungen von uns sein.
13 Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt, so erbarmt sich der HERR über die, die ihn fürchten.
14 Denn er weiß, was für ein Gebilde wir sind; er gedenkt daran, daß wir Staub sind.
15 Ein Mensch ist in seinem Leben wie Gras, er blüht wie eine Blume auf dem Felde;
16 wenn der Wind darüber geht, so ist sie nimmer da, und ihre Stätte kennet sie nicht mehr.
17 Die Gnade aber des HERRN währt von Ewigkeit zu Ewigkeit über denen, die ihn fürchten, und seine Gerechtigkeit auf Kindeskind
18 bei denen, die seinen Bund halten und gedenken an seine Gebote, daß sie danach tun.
19 Der HERR hat seinen Thron im Himmel errichtet, und sein Reich herrscht über alles.
20 Lobet den HERRN, ihr seine Engel, ihr starken Helden, die ihr seinen Befehl ausrichtet, dass man höre auf die Stimme seines Wortes!
21 Lobet den HERRN, alle seine Heerscharen, seine Diener, die ihr seinen Willen tut!
22 Lobet den HERRN, alle seine Werke, an allen Orten seiner Herrschaft! Lobe den HERRN, meine Seele!

Charles Haddon Spurgeon hat einmal zu diesem Psalm gesagt: ´Dieser Psalm hat mehr Inhalt, als tausend Federn aufschreiben können. So wie in den Alpen einzelne Bergspitzen höher aufragen als alle anderen, so überragt dieser Psalm alle anderen.`

Ich wäre überfordert, wenn ich uns heute diesen Psalm lehrmäßig und vollständig auslegen müsste. Dennoch möchte ich uns jetzt einige Highlights dieses Psalms vorstellen. Sie sollen uns auch dazu anregen, unserem HERRN immer wieder zu loben und zu danken für all das, was Er bereits für uns getan hat und noch für uns tun wird.

Nach diesen einleitenden Gedanken nun ein kurzer Überblick über unsere heutige Predigt. Hier werden viele Dinge angesprochen, wofür wir immer wieder dankbar sein können und unseren HERRN loben und preisen dürfen.

Hauptteil:Loben zieht nach oben (Vers 2 + 3)Weihnachten findet täglich statt (Vers 4)Die unendliche Größe der Gnade Gottes (Vers 11)Sündenvergebung (Vers 12)Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen... (Vers 15 + 16)Himmlische Verheißungen (Vers 19)
Schlussgedanke: Lobe den HERRN, meine Seele!

Singen wir nun aus Lied 152 die ersten beiden Strophen:
„Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren. Meine geliebete Seele, das ist mein Begehren. Kommet zu hauf! Psalter und Harfe, wacht auf, lasset den Lobgesang hören! Lobe den Herren, der alles so herrlich regieret, der dich auf Adelers Fittichen sicher geführet, der dich erhält, wie es dir selber gefällt. Hast du nicht dieses verspüret?“

Psalm 103,2-3 Lobet den HERRN, der dir alle Deine Sünde vergibt und heilet all deine Gebrechen.

Loben zieht nach oben, das merke ich, wenn ich diesen Psalm lese. Doch ich lobe viel zu wenig und lasse mich dabei auch viel zu wenig nach oben ziehen.. Bei uns im Werk gab es einmal eine neue Gehaltsstruktur. Das hieß konkret für mich, dass mein zusätzlicher Aushilfslohn bei einer Tochtergesellschaft ab sofort wegfiel. Mein Gehalt ist zwar erhöht worden, aber nur so, dass nur ein finanzieller Ausgleich stattfand in Form einer „Nullrunde“. Ich habe Gott nicht gelobt dafür. Diese Situation zeigt mir, wie ein paar Euro mehr oder weniger meine Stimmungslage beeinflussen können.

Dabei darf ich allerdings nicht vergessen, dass ich meinen eigentlichen Lohn bei Gott im Himmel erhalten werde und auch jetzt schon durch Seine Gnade, die Er mir auch heute immer wieder schenkt. Und unser HERR Jesus hat ja schon so reichlich in meinem Leben gehandelt, wie undankbar und wie vergesslich bin ich da doch immer wieder. Da bin ich sehr dankbar für diese Rückbesinnung, siehe Psalm 103,2+3: „Lobe den HERRN, meine Seele, und vergiss nicht, was Er dir Gutes getan hat. Der dir alle Deine Sünde vergibt und heilet all deine Gebrechen.“ Wenn ich mir diese Gnade Gottes vor Augen halte, dann ist eine weitere interne Lohnerhöhung wirklich nicht das alleine Seligmachende. Bei all diesen Gehaltskram brauche ich ja nun wirklich nicht meinen inneren Frieden verlieren. Loben zieht nach oben - und danken schützt vor Wanken - und vor einer Unzufriedenheit! Lobe den HERRN, meiner Seele!

Ja, ich darf versöhnt sein, einen Frieden in meinem Herzen haben, der sich wirklich nicht an diesen Gehaltsfragen stößt, gerade auch in Anbetracht dessen, was Jesus bereits alles für mich getan hat, siehe 2. Kor. 5,19: „Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung.“
Psalm 103,2-3 Lobet den HERRN, der dir alle Deine Sünde vergibt und heilet all deine Gebrechen.

Singen wir nun die dritte Strophe aus Lied 152:
„Lobe den HERREN, der sichtbar dein Leben gesegnet, der aus dem Himmel mit Strömen der Liebe geregnet. Denke daran, was der Allmächtige kann, der dir mit Liebe begegnet!“

Ps 103,4 der dein Leben vom Verderben erlöst, der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit.

Nach einer äußerst unruhigen Nacht voller Schüttelfrost, nach einer eingeschnupften halben Rolle Toilettenpapier und nach einem sehr müden ersten Arbeitstag, nach vier freien Tagen, war ich an einem zweiten Weihnachtsfeiertag einmal ziemlich müde und groggy. Eigentlich zu matt, um jetzt noch eine Andacht zu schreiben geschweige denn die Predigt für den nächsten Sonntag vorzubereiten. Vielleicht sollte ich mir da die Gedanken einer früheren Andacht ganz praktisch zu Herzen nehmen... Da ging es um Niedergeschlagenheit... und um die Hilfe des HERRN!

Und der HERR hat sofort geholfen. Nach längerer Zeit öffnete ich endlich wieder einmal meine „e-mail“ Box, um meine Mails abzurufen. Da sendet mir doch ein lieber Bruder aus München in einem Rundmail am 20. Dezember ganz herzliche Weihnachtsgrüße, die er mit einer Kurzandacht zum Weihnachtsfest verbunden hat. Und diese treffenden und geistreichen Gedanken passen genau in meine Weihnachtsstimmung. Jetzt geht es mir schon wieder viel besser.
Thomas schreibt, zunächst Phil 2,4-11 zitierend: „Denn diese Gesinnung sei in euch, die auch in Christus Jesus war, der, als er in der Gestalt Gottes war, es nicht wie einen Raub festhielt, Gott gleich zu sein; sondern er achte sich klein, nahm die Gestalt eines Knechtes an und wurde den Menschen gleich und in seiner äußeren Erscheinung wie ein Mensch, erniedrigte sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, ja zum Tod am Kreuz. Darum hat Gott ihn auch über alle Maßen erhöht und ihm einen Namen gegeben, der über allen Namen ist, damit in dem Namen Jesu sich alle Knie derer beugen, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind, und alle Zungen bekennen, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes, des Vaters."

In diesen Versen steckt die Weihnachtsgeschichte von der gewaltigen Dimension der Menschwerdung Jesu! Was hat es Jesus bedeutet, Mensch zu werden? Wir können es uns nicht vorstellen, was es für ihn bedeutet hat, ein vollkommener Mensch zu werden. Wir müssen uns von den Zeichnungen und Darstellungen lösen, wo Jesus bereits als Baby mit Macht und Herrlichkeit ausgestattet gezeigt wird. Er war als Mensch zunächst ein kleines hilfloses Baby, das erst einmal alles mögliche lernen musste und abhängig war von der liebenden Fürsorge seiner Mutter - obwohl er in der Gestalt Gottes war. Aber seine Liebe zu uns Menschen drängte ihn, sich so gewaltig zu Erniedrigen. Er kam nicht in Macht und Herrlichkeit, um uns Menschen zu richten, sondern er stieg in die ganzen Tiefen des Menschseins herab, um uns die Rettung zu bringen. Ja seine Erniedrigung ging sogar bis zum Tod am Kreuz.

Was können wir darauf antworten? Unsere Knie beugen und ihn als den Herrn bekennen! Was für eine Bedeutung hat dies für uns ? Wie oft pochen wir auf unser Recht und sind nicht bereit, den anderen höher zu achten als uns selbst. Jesus war bereit sich zu erniedrigen. Zu was sind wir bereit ? Wo nehmen wir es in Kauf, etwas von unseren Rechten abzugeben, damit anderen geholfen werden kann ? Wo nehmen wir mehr für uns heraus, als wir anderen zubilligen ? Jesus hat diesen Schritt getan und weil er es getan hat, sind wir unendlich reich beschenkt.

Aber sind wir überhaupt bereit, den höher als uns selbst zu achten, dessen Name jetzt über allen Namen ist ? Sind wir bereit, unsere Knie vor dem zu beugen, den Gott über alle Maßen erhöht hat ? Sind wir bereit, Jesus als Herrn zu bekennen, und damit ihm zuzugestehen, dass er wirklich die ganze Herrschaft über unser Leben bekommt oder behalten wir gerne die Herrschaft über unser Leben bei uns ? Sind wir bereit, unser Leben dafür einzusetzen, dass dem allmächtigen Gott, dem himmlischen Vater, die Ehre gegeben wird, die ihm gebührt ?

Weihnachten erinnert uns an die Erniedrigung des Höchsten ! Seine Demut wurde zu unserer Rettung. Seine Liebe trieb ihn an, auf alles zu verzichten, damit er uns gewinne. Lasst uns sein Gewinn sein !“

In einer Weihnachtsansprache habe ich einmal gesagt, dass Weihnachten für mich tagtäglich sein kann, nämlich immer dann, wenn ich mich über Seine regelmäßige Gnade, über Sein Geschenk für mein Leben freue. So ist es sicherlich auch sinnvoll, wenn wir uns heute, mitten im Hochsommer, an Weihnachten erinnern können, an Jesus..., siehe
Ps 103,4 der dein Leben vom Verderben erlöst, der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit

Singen wir nun die vierte Strophe aus Lied 152:
Lobe den HERREN und Seinen hochheiligen Namen! Lob Ihn, was in mir ist, mit dem erkorenen Samen! Er ist dein Licht; Seele, vergiss es ja nicht, lob Ihn in Ewigkeit. Amen!“

Ps 103,11 Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, lässt er seine Gnade walten über denen, die ihn fürchten.

Unter einem Meter können wir uns etwas vorstellen. Auch das die Zugspitze knapp 3000 m hoch ist, das leuchtet uns auch noch ein. Aber kennt ihr schon das Metermaß der Astronomen? Es ist eine astronomische Einheit, sie entspricht mit 150 Millionen Kilometern etwa der mittleren Entfernung zwischen Erde und Sonne...

Wegen dieser kaum noch fassbaren Dimensionen drücken die Himmelsforscher diese Entfernungen gerne durch die Zeit aus, den ein Lichtstrahl braucht, um sie zu durchlaufen. So beträgt die Entfernung von der Erde bis zur Sonne, bei einer Lichtgeschwindigkeit von rund 300.000 km pro Sekunde, etwa 8 Lichtminuten. Und dennoch sind diese paar Lichtminuten ein kosmisches Nichts gegenüber den Entfernungen, mit denen wir das bekannte Universum theoretisch durchmessen können. So wird die Größe des heute beobachtbaren Weltalls mit etwa 14-18 Milliarden Lichtjahren angegeben. So weit ist also eine angenommene Himmelsgrenze mindestens von uns entfernt, so hoch ist der sichtbare Himmel mindestens noch über uns.

Und so hoch und so unermesslich groß ist auch die Gnade Gottes, die Er Seinen gläubigen Geschöpfen geschenkt hat, die vielleicht nur 1,75 Meter groß sind, durchschnittlich, hier in Europa. Lesen wir dazu Ps 103,11: „ Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, läßt er seine Gnade walten über denen, die ihn fürchten.“ Die Gnade Gottes mit uns vergleichsweise winzig kleinen Menschen ist nicht kleiner als das unermesslich große Opfer, welches unser HERR Jesus für uns gebracht hat! Er, der Schöpfer des Weltalls, des Universums, ließ sich von Seinen Geschöpfen umbringen, um uns Seine unermesslich große Gnade zu schenken. Seine Gnade mit uns wiegt Seine ganze Schöpfung auf, sie ist so hoch wie der Himmel über der Erde ist! Seine ganze Schöpfung ist darüber hinaus auch nur geschaffen, um uns ein Leben zu ermöglichen. Und all die Sterne, die Er durch Sein Wort hervorgebracht hat, sind nur dazu da, damit sie auf uns hinabscheinen, damit sie diese Erde beleuchten können, siehe auch 1Mo 1,16-17: „Und Gott machte zwei große Lichter: ein großes Licht, das den Tag regiere, und ein kleines Licht, das die Nacht regiere, dazu auch die Sterne. Und Gott setzte sie an die Feste des Himmels, dass sie schienen auf die Erde...“

Ja, Seine unbeschreiblich große Gnade mit uns hat wahrhaftig kosmische Dimensionen, da wage es noch einer zu sagen, dass diese Gnade billig wäre! Noch leben wir in dieser Gnadenzeit, in dieser Zeit der Gemeinde Jesu. Wir dürfen Seine Gnade ganz und gar in Anspruch nehmen, aus Seiner Vergebung heraus leben.

Da können wir nur noch voller Dankbarkeit staunend anbeten und Ihn auch bitten, dass wir als Seine winzigen Lichter, die Er so hoch erhöht hat, immer mehr fröhlich und treu zu Seiner Ehre leben.
Ps 103,11 Denn so hoch der Himmel über der Erde ist, lässt er seine Gnade walten über denen, die ihn fürchten.

Singen wir nun aus Lied 578 die erste Strophe
„Vater, ich will Dich preisen, denn Dein Wort ist wunderbar. Vater, ich will Dich preisen, denn Dein Wort ist wunderbar und vollkommen. Jeden Morgen staun ich neu, was Dein Wort enthält. Jeden Morgen staun ich neu, was Dein Wort enthält. Vater, ich will Dich preisen, denn Dein Wort ist wunderbar. Vater, ich will Dich preisen, denn Dein Wort ist wunderbar und vollkommen.“

Ps 103,12 So fern der Morgen ist vom Abend, lässt er unsre Übertretungen von uns sein.

Montags, da schlafe ich oft aus. Dafür arbeite ich ja Samstags. Montags fehlt die Disziplin wie an den anderen Wochentagen... An einem Montag morgen brauche ich ja nicht fit zu sein, und deshalb sieht der Montag Vormittag oft ganz anders aus. Ob es dem HERRN gefällt, das wage ich zu bezweifeln.

Ich habe gerade über Sünde nachgedacht, und schon bietet mir der HERR am späten Vormittag Seine Gnade und Vergebung an. Ich lese die Tageslosung, und da spricht Sein lebendiges Wort wieder zu mir, siehe Ps 103,12: „So fern der Morgen ist vom Abend, lässt er unsre Übertretungen von uns sein.“ Das hört sich sehr nach einem alten Luther – Deutsch an. Die Bedeutung dieses Wortes in unserer heutigen Umgangssprache kann ich zum Beispiel in der Übertragung „Hoffnung für Alle“ nachlesen: „So fern, wie der Osten vom Westen liegt, so weit wirft Gott unsere Schuld von uns fort!“ Da konnte ich wieder einmal staunen und danken...

Jesus spricht vor Seinem Tod am Kreuz von Golgatha sieben bedeutende Worte, die uns die Heilige Schrift überliefert hat. Das erste Wort, welches unser sterbende, am Kreuz hängende Heiland sagt, lautet: „Vater, vergib ihnen; denn sie wissen nicht, was sie tun!“ Dieses Wort spricht von der Vergebung. Der allmächtige Vater im Himmel kann uns jetzt vergeben, weil Sein Sohn Jesus so treu diesen äußerst schmerzhaften Weg zum Kreuz gegangen ist, um auch für unsere Schuld, um auch für meine Schuld zu sterben! Dieses Wort gilt nicht nur den Henkern, den Spöttern, den Ungläubigen, die diese furchtbaren Szenen unter den Kreuzen von Golgatha beobachten. Dieses Wort von der Vergebung gilt auch den Gläubigen, die Jesus bereits erlöst und errettet hat. Dieses Wort gilt auch mir! Wie oft stolpern und fallen wir doch immer noch in Sünde, durch unsere Gedanken und Taten... und beleidigen unseren HERRN Jesus so immer wieder. Im Augenblick unserer Sünde wissen wir oft wirklich nicht, was wir tun. Da hat uns der Teufel verblendet, da sind wir hereingefallen auf die zuckersüßen Verlockungen des Feindes....

Und dennoch vergibt uns unser himmlischer Heiland immer wieder, der HERR spricht davon in Matth 18,21-22 gleichnishaft: „Da trat Petrus zu ihm und fragte: Herr, wie oft muss ich denn meinem Bruder, der an mir sündigt, vergeben? Genügt es siebenmal? Jesus sprach zu ihm: Ich sage dir: nicht siebenmal, sondern siebzigmal siebenmal.“
Ps 103,12 So fern der Morgen ist vom Abend, lässt er unsre Übertretungen von uns sein.

Singen wir nun aus Lied 578 die zweite Strophe:
„Vater, ich will Dich preisen, denn Dein Wort ist wunderbar. Vater, ich will Dich preisen, denn Dein Wort ist wunderbar und vollkommen. Ich erkenne, Dein Wort hält stets, was es verspricht. Ich erkenne, Dein Wort hält stets, was es verspricht. Vater, ich will Dich preisen, denn Dein Wort ist wunderbar. Vater, ich will Dich preisen, denn Dein Wort ist wunderbar und vollkommen.“

15 Ein Mensch ist in seinem Leben wie Gras, er blüht wie eine Blume auf dem Felde;
16 wenn der Wind darüber geht, so ist sie nimmer da, und ihre Stätte kennet sie nicht mehr.

Der 11. September 2001 hat sich uns durch die schrecklichen
Ereignisse tief ins Gedächtnis eingegraben. Um 8:45 Uhr Ortszeit raste das erste Passagierflugzeug, von Terroristen gesteuert, in den nördlichen Turm des World Trade Center, kurze Zeit später folgte das zweite Flugzeug in den anderen Turm. Hieran schloss sich nahtlos der Anschlag auf das Pentagon an. Ein viertes gekapertes Flugzeug befand sich noch in der Luft. Einer der Passagiere war Todd Beamer, der seine schwangere Frau und seine zwei Kinder zu Hause gelassen hatte. Über das Bordtelefon telefonierte er mit der Vermittlerin Lisa Jefferson von der Telefongesellschaft und berichtete über die Entführung. Den Passagieren, die im hinteren Bereich der Maschine eingeschlossen wurden, war die Dramatik der Situation aus den kurz zuvor geschehenen Abstürzen klar. Todd Beamer betete mit Lisa Jefferson. Er und einige weitere Männer an Bord beschlossen, ihr Leben zu riskieren und die Luftpiraten zu überwältigen. Was dann geschah, können wir nur vermuten. »Glücklicherweise« stürzte diese Maschine in der Nähe von Pittsburgh in Pennsylvania ab und erreichte somit nicht ihr Ziel: das Weiße Haus in Washington D.C. Sind wir vom Mut dieser Männer ergriffen, die selbst in solcher Situation so klar denken konnten?
Wie wichtig ist es, jederzeit bereit zu sein, mit dem Leben abzuschließen, um vor Gottes Angesicht zu treten! Die Bibel fordert uns auf, jeden Tag in dem Bewusstsein zu leben, dies könne unser letzter Tag sein. Von Alexander dem Großen wird berichtet, dass er einem seiner Diener befohlen hatte, ihn jeden Morgen mit den Worten zu wecken: Bedenke, dass du sterben musst.
15 Ein Mensch ist in seinem Leben wie Gras, er blüht wie eine Blume auf dem Felde;
16 wenn der Wind darüber geht, so ist sie nimmer da, und ihre Stätte kennet sie nicht mehr.

Singen wir nun aus Lied 578 die dritte Strophe:
„Vater, ich will Dich preisen, denn Dein Wort ist wunderbar. Vater, ich will Dich preisen, denn Dein Wort ist wunderbar und vollkommen. Ja, in Zeit und Ewigkeit hat Dein Wort Bestand. Ja, in Zeit und Ewigkeit hat Dein Wort Bestand. Vater, ich will Dich preisen, denn Dein Wort ist wunderbar. Vater, ich will Dich preisen, denn Dein Wort ist wunderbar und vollkommen.“

Psalm 103,19 Der HERR hat seinen Thron im Himmel errichtet, und sein Reich herrscht über alles.

„Jesus Christus herrscht als König...
...alles wird Ihm untertänig, alles legt Ihm Gott zu Fuß. Aller Zunge soll bekennen, Jesus sei der HERR zu nennen, dem man Ehre geben muss!“ Philipp Friedrich Hiller hat dieses bekannte Loblied auf unseren HERRN Jesus geschrieben. Ja, spätestens im Himmel wird sich dann ein jedes Knie vor Ihm beugen müssen, ob es will oder nicht. Auch die Feinde von Jesus werden Ihm dann die Ehre geben müssen, bevor sie endgültig verdammt werden.

„Der HERR hat seinen Thron im Himmel errichtet, und sein Reich herrscht über alles (Ps 103,19).“ Im Himmel bereitet Jesus für seine gläubigen Nachfolger unzählige Wohnungen vor, in einem Ort der Reinheit und der Heiligkeit. Lesen wir dazu aus Offb 21,27: „Und nichts Unreines wird hineinkommen und keiner, der Gräuel tut und Lüge, sondern allein, die geschrieben stehen in dem Lebensbuch des Lammes.“ Dort wird es für uns keine Schmerzen mehr geben, siehe Offb 21,4: „...und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.“ Unser HERR Jesus hat Seinen Thron dort im Himmel errichtet, und wir dürfen dabei sein, wenn er in Seinem Reich regiert! In Seiner Allmacht wird Jesus über alle Dinge herrschen, nicht nur über Seine himmlische Heimat, sondern auch über die Reiche dieser Welt, siehe Offb 11,15: „Und der siebente Engel blies seine Posaune; und es erhoben sich große Stimmen im Himmel, die sprachen: Es sind die Reiche der Welt unseres Herrn und seines Christus geworden, und er wird regieren von Ewigkeit zu Ewigkeit.“

Wir werden dabei sein und Seine himmlische Herrschaft miterleben dürfen, so unvorstellbar das heute auch noch für uns sein mag. Wir haben es schriftlich in Seinem Wort, und deshalb ist es wahr. Lesen wir dazu ein bekanntes Wort aus Joh 3,16: „Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.“
Psalm 103,19 Der HERR hat seinen Thron im Himmel errichtet, und sein Reich herrscht über alles.

Singen wir nun aus Lied 578 die vierte Strophe:
„Vater, ich will Dich preisen, denn Dein Wort ist wunderbar. Vater, ich will Dich preisen, denn Dein Wort ist wunderbar und vollkommen. Freude, Kraft, Mut, Zuversicht, all das schenkt Dein Wort. Freude, Kraft, Mut, Zuversicht, all das schenkt Dein Wort. Vater, ich will Dich preisen, denn Dein Wort ist wunderbar. Vater, ich will Dich preisen, denn Dein Wort ist wunderbar und vollkommen.“

Ps 103,22 Lobet den HERRN, alle seine Werke, an allen Orten seiner Herrschaft! Lobe den HERRN, meine Seele!

Lobe den HERRN, meine Seele...!
Mit einem Aufruf zum Loben beginnt der Psalm 103 und mit einem Aufruf zum Loben enden diese bekannten und wunderschönen Verse. Dieser Psalm ist, auch wenn der Dichter David seinen Messias noch nicht persönlich kennen kann, ein Loblied auf unseren HERRN Jesus! Vorausschauend zeigt uns David, wofür wir unseren HERRN immer wieder loben und ehren können. Der König David ist in seinem Leben durch sehr viele Höhen und Tiefen gegangen, jedoch weiß er sich auf seinem ganzen Lebensweg von unserem HERRN geführt und bewahrt. Deshalb kann unser David unseren gemeinsamen Gott immer wieder loben und preisen.

Ich selber bin bereits auch schon durch einige „finstere Täler“ (siehe Ps 23,4) gegangen, total mutlos und deprimiert. Von dort hat mich mein Heiland abgeholt. Jesus hat sich selber bis hinab zu mir erniedrigt, um auch mich von dort abzuholen und zu erlösen. Von da an ging es aufwärts mit mir. Jesus hat mich erhöht, er hat mich herausgerissen aus diesem dunklen Schatten hinein in Sein fröhliches und ewiges Licht! Und von dieser hoch erhobenen und erhabenen Stellung kann mich niemand mehr hinunter schubsen, eben weil Jesus so treu ist und mich nicht mehr fallen lassen wird. Deshalb darf auch ich meinen HERRN Jesus immer wieder loben und preisen für all das, was Er bereits für mich getan hat und auch heute noch tun wird!

Jesus hat bereits alles auch für uns vollbracht. Er hat dabei die allerschlimmsten Schmerzen aushalten müssen, damit auch wir leben und in Ihm leben dürfen, aus Seiner Gnade heraus leben dürfen und Seine Vergebung beanspruchen dürfen, die wir auf dieser Erde immer noch tagtäglich brauchen!

22 Lobet den HERRN, alle seine Werke, an allen Orten seiner Herrschaft! Lobe den HERRN, meine Seele!“

Jesus hat mich uns persönlich lieb, sonst wäre Er nicht für unsere Sünden gestorben. Und deshalb dürfen wir Ihn, motiviert durch Seinen guten Heiligen Geist, zurücklieben, Ihn immer wieder danken und loben und preisen. Nicht nur im Gebet und mit dem Mund, sondern auch ganz praktisch in einem Leben als lebendigen Gottesdienst (vergleiche Römer 12,1). Und dann dürfen wir Seine Hilfe immer wieder erfahren, dann dürfen wir merken, wie Jesus uns immer wieder nach oben zieht! Und gerade auch dann, wenn wir mal ganz traurig sind, gilt ganz besonders: Lobe den HERRN, meine Seele und vergiss nicht, was Er dir gutes getan hat! Lobe den HERRN, meine Seele!

Amen!

Singen wir zum Schluss das Lied 255:
Groß ist dein Name, HERR, wir loben Dich! Heilig ist Dein Name, HERR, wir preisen Dich! Er selber, Gottes Sohn, verließ des Vaters Thron, litt Schande, Spott und Not, ging für uns in den Tod. Groß ist dein Name, HERR, wir loben Dich! Heilig ist Dein Name, HERR, wir preisen Dich!

Der Sieger Jesus Christ vom Tod erstanden ist. Zu Ende ist die Nacht, vorbei der Sünde Macht. Groß ist dein Name, HERR, wir loben Dich! Heilig ist Dein Name, HERR, wir preisen Dich!

Nun schämen wir uns nicht und treten frei ans Licht. Wir nehmen staunend an, was Er für uns getan. Groß ist dein Name, HERR, wir loben Dich! Heilig ist Dein Name, HERR, wir preisen Dich!