Meinen Frieden gebe ich Euch...
Predigt Jürgen 13.4.2003
Joh 14,27

Das letzte Kapitel – Von Erich Kästner

Am 12. Juli des Jahres 2003
lief folgender Funkspruch rund um die Erde;
dass ein Bombengeschwader der Luftpolizei
die gesamte Menschheit ausrotten werde.

Die Weltregierung, so wurde erklärt,
stelle fest, dass der Plan, endgültig Frieden zu stiften,
sich gar nicht anders verwirklichen lässt,
als alle Beteiligten zu vergiften.

Zu fliehen, wurde erklärt, habe keinen Zweck.
Nicht eine Seele dürfe am Leben bleiben.
Das neue Giftgas krieche in jedes Versteck.
Man habe nicht einmal nötig, sich selbst zu entleiben.

Am 13. Juli flogen von Boston eintausend
mit Gas und Bazillen beladene Flugzeuge fort
und vollbrachten, rund um den Globus sausend,
den von der Weltregierung befohlenen Mord.

Die Menschen krochen winselnd unter die Betten.
Sie stürzten in ihre Keller und in den Wald.
Das Gift hing gelb wie Wolken über den Städten.
Millionen Leichen lagen auf dem Asphalt.

Jeder dachte, er könne dem Tod entgehen.
Keiner entging dem Tod, und die Welt wurde leer.
Das Gift war überall. Es schlich wie auf Zehen.
Es lief die Wüsten entlang. Und es schwamm übers Meer.

Die Menschen lagen gebündelt wie faulende Garben.
Andere hingen wie Puppen zum Fenster heraus.
Die Tiere im Zoo schrieen schrecklich, bevor sie starben.
Und langsam löschten die großen Hochöfen aus.

Dampfer schwankten im Meer, beladen mit Toten.
Und weder Weinen noch Lachen war mehr auf der Welt.
Die Flugzeuge irrten mit tausend toten Piloten,
unter dem Himmel und sanken brennend ins Feld.

Jetzt hatte die Menschheit endlich erreicht, was sie wollte.
Zwar war die Methode nicht ausgesprochen human.
Die Erde war aber endlich still und zufrieden und rollte,
völlig beruhigt ihre bekannte elliptische Bahn.

Die Welt hat ihren Frieden wiedergefunden. So bitter und scharfzüngig stellt sich der bekannte Kinderbuchautor Erich Kästner das letzte Kapitel dieser Erde vor. Für ungläubige Menschen ist das ein durchaus denkbares Szenarium. Doch als Bibelleser wissen wir es besser. Diese lebendige Welt wird nicht von heute auf morgen durch biologische und chemische Kampfstoffe untergehen, und schon gar nicht auf Befehl irgendeiner Weltregierung. Als Christen haben wir darüber hinaus eine großartige, ewige himmlische Hoffnung.

Wenn man diese Weltbevölkerung auf ein 100 Seelen zählendes Dorf reduzieren könnte und dabei die Proportionen aller auf der Erde lebenden Völker beibehalten würde, wäre dieses Dorf folgendermaßen zusammengesetzt: 57 Asiaten, 21 Europäer
14 Nord-, Zentral- und Südamerikaner, 8 Afrikaner. Es gäbe
52 Frauen und 48 Männer, 30 Weiße und 70 nicht Weiße, 30 Christen oder Namenschristen, davon vielleicht 5 wiedergeborene Christen, und 70 „nicht Christen“, 96 Heterosexuelle und 4 Homosexuelle, 6 Personen besäßen 59% des gesamten Reichtums und alle 6 kämen aus den USA, 80 lebten in maroden Häusern, 70 wären Analphabeten, 50 würden an Unterernährung leiden, 1 wäre dabei zu sterben, 1 wäre dabei geboren zu werden. 1 besäße einen Computer, 1 hätte einen Universitätsabschluß.

Du solltest dabei folgendes bedenken: Wenn Du heute morgen aufgestanden bist und eher gesund als krank warst, hast Du ein besseres Los gezogen als die Millionen Menschen, die die nächste Woche nicht mehr erleben werden. Wenn Du noch nie in der Gefahr einer Schlacht, in der Einsamkeit der Gefangenschaft, im Todeskampf der Folterung oder im Schraubstock des Hungers warst, geht es Dir besser als 500 Millionen Menschen. Wenn Du zur Kirche gehen kannst ohne Angst haben zu müssen bedroht, gefoltert oder getötet zu werden, hast Du mehr Glück als 3 Milliarden Menschen.
Wenn Du Essen im Kühlschrank, Kleider am Leib, ein Dach über dem Kopf und einen Platz zum Schlafen hast, bist du reicher als 75% der Menschen dieser Erde.

Wenn Du Geld auf der Bank, in Deinem Portemonnaie und im Sparschwein hast, gehörst Du zu den privilegiertesten 8% dieser Welt. Wenn Deine Eltern noch leben und immer noch verheiratet sind, bist Du schon wahrlich eine Rarität. Und wenn Du zu den etwa fünf Prozent wiedergeborenen Christen gehörst, die darüber hinaus noch zu den 8 % Menschen dieser Welt gehören, die ein privilegiertes und Leben in Wohlstand genießen dürfen, dann kann es Dir eigentlich gar nicht mehr besser gehen. Dann gehörst Du zu den rechnerisch 0,4 Prozent aller Menschen, die gläubige Christen sind und gleichzeitig ein wirklich materiell gesegnetes Leben führen. Ich glaube, dass wir alle hier in diesem Raum zu diesen überaus privilegierten 0,4 Prozent aller Menschen gehören.

Also müssten wir alle eigentlich überaus glücklich sein! Doch sind wir auch wirklich glücklich, leben wir permanent im Frieden Gottes? Wir wissen natürlich alle, dass Reichtum und Wohlstand kein Maßstab für inneren Frieden sind. Dagegen haben wir auf unserer Gemeindefreizeit viel von diesem inneren Frieden erlebt. Doch auch die bombardierten Christen in Bagdad haben in diesem Frieden gelebt. In einer der letzten Idea – Hefte können wir nachlesen, dass sich diese Christen gerade in den Bombennächten in ihren Kirchen, Gemeinden und Hauskreisen versammelt haben und dort in der Gemeinschaft ihrer Geschwister den Frieden Gottes erfahren...

Ein Professor der Universität von Glasgow hat irgendwann errechnet, dass nach dem Jahr 1600 etwa 2900 Schlachten geschlagen wurden und dass seit dem Jahr 1800 mehr als 60 Millionen Soldaten gefallen sind, ohne die Millionen Opfer unter Frauen, Kindern und sonstigen Landsleuten mitzuzählen. Während der letzten 3500 Jahre wurden 8000 »ewige Friedensverträge« zwischen Königen, Nationen und Regierenden abgeschlossen. Oftmals war die Tinte der Vertragsunterschriften noch nicht ganz trocken, als sie bereits wieder gebrochen wurden, und das Papier nicht mehr wert waren, auf dem sie geschrieben standen. Wie viele Friedensverhandlungen werden nur deshalb geführt, um die wahren, durchaus unfriedlichen Absichten zu verschleiern! Der irakische Diktator Saddam Hussein ist dafür ein unrühmliches Beispiel. In einem Fernsehportrait vom 6. April ist es dokumentiert worden. Hussein hat vor einigen Jahren seinem heimkehrenden Schwiegersohn, der als Politiker nach Jordanien geflohen war, Versöhnung und Frieden versprochen, bloß um ihn dann mit seiner Familie in Bagdad hinrichten zu lassen...

Auch Gott hat dem Menschen die Möglichkeit gegeben, mit Ihm einen »Friedensvertrag« zu schließen, den Er jedoch unter allen Umständen zu halten bereit ist. Tausende, Millionen von Menschen lehnen diesen von Gott angebotenen Frieden ab, weil sie nicht von Gott abhängig sein wollen...

Bin ich jederzeit gerne und bereit und willig, auch unter Schmerzen, heimzugehen, zum Vater im Himmel? Ist das auch ein Maßstab für diesen inneren Frieden? Oder möchte ich hier lieber alt und lebenssatt in Seinem Frieden hier auf dieser Erde sterben? Das ist doch auch sehr nachahmenswert und biblisch, denken wir doch nur an Noah, Abraham und Hiob...

In diesen so kriegerischen Zeiten soll es heute um das Thema „Frieden“ gehen. Um den Frieden, den uns unser HERR Jesus Christus verheißen hat, um unseren inneren Frieden. Lesen wir dazu unseren kurzen Predigttext aus Joh 14,27, Jesus spricht hier zu Seinen Jüngern

„Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht.“

Nach diesen einleitenden Gedanken folgt nun wieder eine kurze Gliederung unserer heutigen Predigt

Hauptteil

1 Innerer Friede trägt durch
2 Unzufriedenheit und Neid kämpfen dagegen an
3 Dankbarkeit und Freude, die Schlüssel zum inneren Frieden

Schlussgedanke: ...über Jesus, unseren Friedensfürsten!

Singen wir nun aus Lied die erste Strophe

„Wie ein Strom von oben, aus der Herrlichkeit, fließt der Friede Gottes durch das Land der Zeit. Tiefer, reicher, klarer, strömt er Tag und Nacht mit unwiderstehlich wunderbarer Macht. Friede meines Gottes, stille, tiefe Ruh, alle meine Sorgen, alles deckst Du zu.“

Wir Menschen können untereinander keinen dauerhaften Frieden schaffen. Dieser wahre Frieden kann nur von oben kommen. „Wie ein Strom von oben, aus der Herrlichkeit, fließt der Friede Gottes durch das Land der Zeit.“ So klingt es in diesem Lied. Und: „Strömt der Friede Gottes über mich dahin, müssen alle finstern Mächte von mir fliehn. Seine Fluten tragen Hass und Sorgen fort, Friede meines Gottes, selger Ruheort! ... In Dir ist verborgen stille, tiefe Ruh, alle meine Sorgen, alles deckst Du zu!“ Das ist der wahre Frieden, so wie er in unserem Lied beschrieben ist. Solch ein Frieden kann ein jeder von uns geschenkt bekommen. Solch ein Frieden kann uns nur Jesus Christus schenken, wenn wir an Ihn glauben, Ihn von Herzen lieb haben.

„Habe ich Gnade vor Deinen Augen gefunden, so lass mich Deinen Weg wissen, damit ich Dich erkenne (2. Mose 33,13).“ So bittet der Prophet Moses unseren allmächtigen Gott. Sein Weg, Sein Wille für uns ist zum Beispiel die Frucht Seines Geistes, siehe Galater 5,22. Da wird der „Friede“ gleich an dritter Stelle genannt, nach Liebe und Freude. In einer Andacht zu dieser Frucht bemerkt der bekannte Bibellehrer William Mc Donald dazu, ausgehend von Römer 5,1

„Da wir nun gerecht geworden sind durch den Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch unsern Herrn Jesus Christus“

Das bedeutet, dass die Feindschaft zwischen uns und Gott beendet ist, weil Christus die Ursache dieser Feindschaft - unsere Sünden völlig weggetan hat. Wir haben deshalb auch Frieden des Gewissens, da wir wissen, dass das Werk vollbracht ist, Christus die Strafe für unsere Sünden auf Sich genommen und Gott sie vergessen hat.
Aber der Heilige Geist möchte auch, dass wir den Frieden Gottes in unseren Herzen genießen. Dies ist die Gelassenheit und Ruhe, die aus dem Wissen entspringen, dass unsere Zeiten und Geschicke in der Hand Gottes sind, und dass uns nichts außerhalb Seiner Zulassung zustoßen kann.

Darum können wir ruhig bleiben, wenn uns auf der dichtbefahrenen Autobahn plötzlich ein Reifen platzt. Wir brauchen unsere Beherrschung nicht zu verlieren, wenn wir wegen eines Verkehrsstaus unser Flugzeug nicht mehr erreichen. Frieden zu haben heißt auch, bei einem Autounfall oder bei einer Fettexplosion auf dem Küchenherd die Nerven zu behalten.

Diese Frucht des Geistes versetzt einen Petrus in die Lage, im Gefängnis tief und fest zu schlafen, befähigt einen Stephanus, für seine Mörder zu beten, ermöglicht es einem Paulus, mitten in einem Schiffbruch andere zu trösten.

Wenn ein Flugzeug in starke Luftturbulenzen gerät und wie eine Feder im Sturm hin- und hergeworfen wird, wenn die Enden der Tragflächen vier Meter weit auf- und abschwingen, wenn die meisten Fluggäste kreischen, während das Flugzeug schlingert, sich aufbäumt und plötzlich abtaucht, dann befähigt jener Friede den Gläubigen, seinen Kopf zu neigen, seine Seele Gott anzubefehlen, und Gott dafür zu preisen, wie immer der Ausgang sein wird.
Oder, um eine andere Illustration zu verwenden: Der Geist Gottes kann uns auch Frieden geben, wenn wir im Büro unseres Arztes sitzen und ihn sagen hören: »Es tut mir furchtbar leid, Ihnen mitteilen zu müssen, dass die Geschwulst leider bösartig ist.« Er kann uns zur Antwort befähigen:
»Ich bin bereit zu gehen, Herr Doktor. Ich bin durch Gottes Gnade gerettet, und für mich wird es heißen, dass ich bald ,ausheimisch von dem Leibe und einheimisch bei dem Herrn' sein werde.« So weit Mc Donald.

Nur Jesus kann Seinen Geschöpfen einen vollständigen Frieden schenken. Nur Jesus hat die Vollmacht dazu, er ist für unseren Frieden sogar gestorben, lesen wir dazu aus

Jes 53,5 „Aber er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt.“

Der allmächtige Gott möchte, dass wir als Seine Geschöpfe Seinen Frieden im Herzen haben. Unser HERR Jesus hat Seinen Jüngern bereits diesen Frieden geschenkt. Ein jeder andere Frieden, der von Menschen gemacht ist, kann nur ein Scheinfrieden sein. Ich denke da an die jahrelangen „Friedensverhandlungen“ zwischen den Israelis und den Palästinensern, immer wieder eskaliert die Gewalt zwischendurch.

Diesen echten Frieden können wir täglich neu erfahren, wenn wir im vertrauensvollem Gebet zum HERRN kommen. Im Gebet darf das menschliche Herz zur Stille, zur Ruhe, zum Frieden kommen. „Sorgt euch um nichts, sondern in allem lasst durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor Gott kund werden. Und der Friede Gottes, der allen Verstand übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken bewahren in Christus Jesus! (Phil. 4,6-7)“

Singen wir aus Lied 218 die zweite Strophe:

„Strömt der Friede Gotte über mich dahin, müssen alle fremden Mächte von mir fliehn. Seine Fluten tragen Hast und Sorgen fort, Friede meines Gottes, sel`ger Ruheort. Friede meines Gottes, stille, tiefe Ruh, alle meine Sorgen, alles deckst Du zu.“

Dieser Liedinhalt ist uns gut bekannt, doch scheinbar vergessen wir ihn immer mal wieder... Damit befinden wir uns jedoch in bester Gesellschaft mit all den Personen, die auch im Frieden Gottes leben könnten, es aber nicht tun. Ein Gegenteil von Frieden ist sicherlich Unzufriedenheit und Neid. Unzufriedenheit verleugnet ganz einfach Gottes gutes Wirken in unserem Leben. Unzufriedenheit und Neid möchten so gerne unser Leben beherrschen, eigentlich total grundlos. Es gibt dafür viele biblische Beispiele, zwei davon habe ich mir jetzt herausgegriffen. Schauen wir uns zunächst einmal die Mirjam an, die Schwester des Moses. Trotz ihrer nur allzu menschlichen Schwächen und Sünden ist sie sicherlich ein Kind Gottes geblieben.

Manchmal ist es schwer, den Erfolg anderer zu sehen. Es kann einem besonders schwer fallen, den Erfolg einer Schwester oder eines Bruders zu feiern. Dies war der Fall bei Mirjam, der älteren Schwester von Mose.

Mirjam hatte zugesehen, wie Mose im Luxus des Pharaonenpalastes erzogen worden war. Sie hatte erlebt, wie Gott ihren kleinen Bruder dazu benutzt hatte, die Israeliten aus der ägyptischen Knechtschaft zu führen. Sie war mit dem Volk Israel zu Fuß des Berges Sinai zurückgeblieben, während Mose zu einer
Unterhaltung von Angesicht zu Angesicht mit Gott auf den Berg
steigen durfte. Mose kam immer in den Genuss des Rampenlichts. Ihre Rolle war untergeordnet und weniger auffällig.
Statt nun ihren Platz in Gottes Plan zu akzeptieren und ihm mit Freude zu dienen, ließ Mirjam sich von Unmut beherrschen. Sie und Aaron griffen Mose wegen seiner Ehefrau an. Dann kamen sie zu ihrer wirklichen Beschwerde. »Wir sind ebenfalls Gottes Diener.
Vergiss nicht, was wir alles beigetragen haben!« Es war ein klarer
Fall von Rebellion gegen Moses Führerschaft und Gott beendete ihn schnell, indem er Mirjam mit Aussatz strafte.
Wir müssen an der Stelle dienen, an die Gott uns gestellt hat und mit den Fähigkeiten, die Gott uns gegeben hat. Statt uns Gedanken um andere zu machen, müssen wir für unsere eigene Treue Sorge tragen. Wenn wir Gott regelmäßig danken für alles, was er uns geschenkt hat, stellen wir fest, dass wir keine Zeit dafür haben, auf andere neidisch zu sein - noch nicht einmal auf unsere Geschwister!

Kommen wir nun zu Korach. Korach, eine weitere Persönlichkeit aus dem alten Testament, ist offensichtlich in seiner Unzufriedenheit und Verbitterung gescheitert.Korach war einer der immer jammerte, sich beschwerte oder murrte. Für ihn war ein halb volles Glas immer halb leer. Statt sich auf all die guten Dinge in seinem Leben zu besinnen zu besinnen (und davon gab es reichlich!), konzentrierte er sich auf das, was er nicht hatte. Seine Unzufriedenheit wurde schließlich zu Groll. Von Verbitterung übermannt, forderte er Moses heraus, den von Gott eingesetzten Führer. Korachs Rebellion endete mit seinem Tod und dem vieler weiterer Israeliten.

Stell Dir einmal vor, wie anders die Dinge hätten verlaufen können. Nimm an, Korach hätte seine Zeit, seine Energie und seine Gefühle dem Dank an Gott gewidmet für seine eigene Errettung und die seiner Familie aus der ägyptischen Knechtschaft. Stell' dir vor, Korach hätte Gott regelmäßig seinen Dank gezeigt für das Privileg, ein Levit zu sein und Gelegenheit zu haben, in der Stiftshütte und deren Umgebung zu arbeiten. Denk an den Unterschied, wenn Korach täglich für Mose und Aaron, die Führer Israels, gebetet hätte. Zweifellos hätte Korachs Zeugnis Gott Ehre gemacht, wenn Korach zufrieden geblieben wäre.

Wie können wir uns gegen Murren wappnen? Sei dankbar! Danke Gott häufig für all das Gute, das er dir geschenkt hat. Konzentriere Dich auf das, wozu Gott dich gerufen hat. Sei treu und lege neidische und unzufriedene Gedanken ganz einfach in Gottes Hände. Sei einfach nicht mehr ärgerlich, wenn andere an Deiner Stelle im Rampenlicht stehen. Dann wird Dir der Friede Gottes ganz nahe sein.

Singen wir nun aus Lied 218 die dritte Strophe:

Wechselt auch hienieden Licht und Schatten ab, strahlt doch meine Sonne warm auf mich herab; wunderbar getragen von der Friedensflut, sing ich froh dem Ew`gen: „HERR, wie hab ich`s gut!“ In Dir ist verborgen stille, tiefe Ruh, alle meine Sorgen, alles deckst Du zu!“

Wir haben es vorhin schon gesehen, und auch in diesem Loblied kommt es zum Ausdruck. Dankbarkeit ist wichtiger Schlüssel zum göttlichen inneren Frieden, „...sing ich froh dem Ew`gen: „HERR, wie hab ich`s gut!“ Zum Thema inneren Frieden und Dankbarkeit hier wieder ein Zitat von William Mc Donald.

„Bei fast jedem Menschen gibt es Dinge im Leben, die er sich selbst nie ausgesucht hätte, die er gerne los wäre, aber die nun einmal nicht geändert werden können. Es kann sich um körperliche Behinderungen oder Abnormalitäten handeln. Oder es ist vielleicht eine chronische Krankheit, die uns einfach nicht in Ruhe lässt. Oder aber eine nervliche Störung oder eine Gemütskrankheit taucht immer wieder als äußerst unwillkommener Gast auf.

So viele Menschen leben ein Leben voll bitterer Niedergeschlagenheit und träumen davon, was wäre, wenn. Wenn sie nur größer wären. Wenn sie nur besser aussehen würden. Wenn sie nur in einer anderen Familie, einer anderen Rasse oder vielleicht sogar mit einem anderen Geschlecht geboren wären. Wenn sie nur einen Körperbau hätten, um es im Sport zu etwas zu bringen. Wenn sie sich nur vollkommener Gesundheit erfreuen könnten.

Die Lektion, die diese Menschen lernen sollten ist die, dass wahrer Friede darin liegt, wenn man annimmt, was nicht geändert werden kann. Was wir sind, sind wir durch die Gnade Gottes. Er hat unser Leben mit unendlicher Liebe und unendlicher Weisheit geplant. Wenn wir alles so gut beurteilen könnten wie Er, hätten wir die Dinge genauso arrangiert wie Er. Deswegen sollten wir sagen können: »Ja, Vater, denn also war es wohlgefällig vor dir.«
Aber es geht noch einen Schritt weiter. Wir müssen diese Dinge nicht einfach in einer Gesinnung sanftmütiger Resignation akzeptieren. Indem wir wissen, dass sie von einem Gott der Liebe zugelassen wurden, können wir sie zu einem Gegenstand der Freude und des Lobpreises werden lassen. Paulus betete dreimal darum, dass sein Dorn im Fleisch entfernt werden möge. Als der Herr ihm genügend Gnade verhieß, um den Dorn ertragen zu können, rief der Apostel aus: »Daher will ich am allerliebsten mich viel mehr meiner Schwachheiten rühmen, auf dass die Kraft des Christus über mir wohne« (2. Korinther 12,9).

Es ist ein Zeichen geistlicher Reife, wenn wir in den scheinbar widerwärtigen Umständen des Lebens frohlocken und sie in ein Mittel zur Verherrlichung Gottes verwandeln können. Fanny Crosby (1823-1915, amerikanische Liederdichterin) lernte diese Lektion früh in ihrem Leben. Mit nur acht Jahren schrieb die im Alter von sechs Wochen erblindete Dichterin:

0, was für ein glückliches Kind ich bin,
Obwohl ich nicht sehen kann!
Ich habe mich entschlossen, in dieser Welt
Zufrieden zu sein.

Wie viele Segnungen genieße ich,
Die andere Menschen nicht haben!
Drum weine oder seufze, weil ich blind bin –
Ich kann und will und werde es nicht!

So weit William Mc Donald. Es bestätigt sich, große Dankbarkeit für all unsere Lebensumstände schützen vor Unzufriedenheit und Neid. Unser HERR Jesus kann uns so einen tiefen inneren Frieden schenken.

Seit über zehn Jahren bin ich ein überwiegend fröhlicher Mensch. Doch diese Lebensfreude ist nicht angeboren. Diese Freude ist ein Geschenk unseres HERRN Jesus, meines Gastes, der auch in mich eingezogen ist, der zu meinem Teil geworden ist.

Alle Menschen möchten in Freiheit und in Frieden leben, da bin ich mir ziemlich sicher. Freiheit und Frieden sind menschliche Grundbedürfnisse, fast so hoch einzuschätzen wie unser Verlangen nach Nahrungs- und Genussmitteln. Doch wovon möchten wir Menschen denn frei sein? Wahrscheinlich doch von den Zwängen des Alltages, wie es diese Menschen in ihrer Arbeitssituation, in ihrer Familiensituation, bei Geldmangel oder auch in Krankheit und Leid erleben. Auch ich wollte endlich mal frei sein und in Frieden leben, aus diesem Grund bin ich auch im Jahre 1987 nach München gezogen... Doch schon bald merkte ich, dass mich diese Stadt immer mehr zu erdrücken begann. Ich war zwar frei von familiären Bindungen, doch dafür einsam. Bald schon war ich auch arbeitslos, eben weil ich nach so vielen Jahren voller Arbeit auch mal die Freiheit des Nichtstun genießen wollte, doch dafür hatte ich schon bald kein Geld mehr... So bald ich von irgendetwas frei war, ergaben sich immer wieder neue Zwänge. So genoss ich zum Beispiel auch die Freiheiten, die mir ein Wochenende bieten kann, doch dafür litt dann aber am Montag morgen oft unter Katerstimmung. Ich suchte nach immer neuen Freiheiten, die nichts kosteten, ich suchte nach dem Sinn des Lebens, fand aber immer nur Scheinfreiheiten, die mir auf Dauer keinen Frieden schenkten. Ich zerbrach innerlich.

In dieser Zerbrechung sagte ich ´ja `zu Jesus – und dann musste mich der Teufel endlich aus meinem selbst zurechtgezimmerten Gefängnis ziehen lassen. Frieden ist in mein Herz eingekehrt, siehe Joh 14,27: „Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt.“

Durch meinen Mitbewohner Jesus habe ich allezeit Zugang zu dieser Gnade, zu diesem Trost, zu dieser Hoffnung, zu diesem Frieden. Lesen wir dazu aus Römer 5,1-2 nach „HfA“: „Nachdem wir durch den Glauben von unserer Schuld freigesprochen sind, steht nun nichts mehr zwischen uns und Gott. Wir haben Frieden mit ihm. Wem verdanken wir das? Allein Jesus Christus. Er hat uns die Tür zu diesem neuen Leben mit Gott geöffnet. Voller Freude danken wir Gott dafür, dass wir einmal an seiner Herrlichkeit teilhaben werden.“

Weiß ich überhaupt, wie gut es mir eigentlich geht...? Daran sollte ich immer wieder denken, gerade dann, wenn ich vielleicht einmal traurig oder verstimmt oder gar frustriert bin.

Singen wir aus Lied 219 die erste Strophe:
„Wenn Friede mit Gott meine Seele durchdringt, ob Stürme auch drohen von fern, mein Herze im Glauben doch allezeit singt: Mir ist wohl, mir ist wohl in dem HERRN!“

... Wenn Friede mit Gott meine Seele durchdringt... So heißt es in einem meiner Lieblingslieder. Sein Frieden für unsere Seele ist eine wunderbare Gabe für uns, dieser Friede ist eine Frucht Seines Geistes, wir haben es bereits gehört. Dieser Friede ist nicht davon abhängig, ob wir arm sind oder reich, ob ringsherum Krieg herrscht oder auch ein politischer Frieden, dieser göttliche Frieden hängt auch nicht davon ab, ob wir gesund sind oder krank. Dieser Friede Gottes ist höher als alle Vernunft, siehe Philipper 4,7: „Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre Eure Herzen und Sinne in Christus Jesus.“ Diesen Frieden bekommen wir geschenkt, wenn wir mit Jesus versöhnt sind, befreundet sind und mit Ihm und in Ihm leben. Und dieser Frieden kann uns ein Leben lang begleiten, wenn wir mit Jesus leben, wenn wir immer wieder dankbar Seine Hilfe und Bewahrung in Anspruch nehmen, denn siehe, Er ist bei uns alle Tage bis an der Welt Ende (vergleiche Matthäus 28,20). Dieser Friede überwindet nicht nur Kriege, sondern kann sie auch verhindern, wenn die Herzen einiger Krieger von diesem Frieden beseelt sind. Ein schönes Beispiel dazu kommt aus Südamerika.

Einst standen Argentinien und Chile wegen heftiger Grenzstreitigkeiten vor einem Krieg. Die Waffen waren bereit, Soldaten aufmarschiert und Kanonen in Stellung gebracht. Da gelang es besonnenen Menschen aus beiden Ländern, den Krieg zu verhindern und einen Frieden zu schließen. Nun goss man aus den aufgefahrenen Kanonen ein riesiges Standbild, das Christus auf der Grenze stehend darstellt. Die Christusstatue hält in der einen Hand das Kreuz, und die andere Hand reckt er segnend über die Völker. Der Sockel des Standbildes trägt die Inschrift: ,,Eher sollen die Berge der Anden in Staub zerfallen, als dass die Völker von Argentinien und Chile den Frieden brechen, den sie zu Füßen ihres Erlösers zwischen sich aufgerichtet haben!"

Christus ist der Friedefürst, der Erste des Friedens. Jesus hat uns den Frieden mit Gott geschenkt. Und zu seinen Füßen können wir auch unter uns den Frieden machen. Die Waffen können umgegossen werden in das Bild des segnenden Friedefürsten. Zu Füßen unseres Erlösers ist dann kein Raum mehr für Krieg und Hass, Zerstörung und Feindschaft.

Über Jesus, über diesen kommenden Friedensfürst, verheißt uns Jesaja in Kapitel 9:

„1 Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell. 2 Du weckst lauten Jubel, du machst groß die Freude. Vor dir wird man sich freuen, wie man sich freut in der Ernte, wie man fröhlich ist, wenn man Beute austeilt. ... 5 Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst;“

Jesus hat als Menschensohn bereits Seine Aufgabe erfüllt, mit aller Konsequenz. Er ist für unseren Frieden gestorben und auferstanden, damit wir bis in alle Ewigkeiten hinein mit Ihm in Seinem Frieden leben können!
Amen!

Singen wir zum Schluss aus Lied 219 die vierte Strophe:
„Nun leb ich in Christus für Christus allein. Sein Wort ist mein leitender Stern. In Ihm hab ich Fried und Erlösung von Pein; meine Seele ist Selig im HERRN!“