Predigt Jürgen 9. Februar 2003
Petrus 5,7 Werfet alle Sorgen auf Ihn..
.

Es gibt diese Geschichte von einer Frau, die einen schweren Holzkorb auf dem Rücken trägt. Da kam ein Pferdefuhrwerk vorbei und der Bauer auf dem Kutschbock lädt die Frau ein, ein Stück mitzufahren. Sie steigt auf und setzt sich hinten auf die Ladefläche. Nach einem guten Stück sieht der Bauer sich nach der Frau um und bemerkt, dass sie immer noch den schweren Korb auf dem Rücken hat. Sie hat ein ganz verbissenes Gesicht, denn der Korb ist schwer, die Lederriemen drücken auf den Schultern und der Rücken tut ihr schon lange weh. ,,Warum hast du denn den Korb nicht abgesetzt?" fragt der Bauer. Da sagt die Frau: ,,Ich wollte es deinem Pferd nicht so schwer machen."

Man kann sich echt vertun. Man kann total daneben liegen mit seiner Logik und mit den Gedanken, die man sich so macht.
Man kann sich echt vertun. Im guten Glauben, mit den besten Absichten, nach aller Erfahrung etwas tun, was sich bei näherem Zusehen als ziemlicher Unsinn erweist. Für den Handelnden selbst war das alles aber ganz logisch, oder?
Vielleicht hat die Frau irgendwann gelernt: Du darfst auf keinen Fall jemandem zur Last fallen. Wenn du lästig bist, dann kann dich keiner leiden. Wenn du zur Last fällst, wirst du weggeschickt. Wenn du zur Last fällst, bist du am Ende ganz allein.

Vielleicht hat sie auch gelernt: Du musst immer aktiv sein. Immer etwas Schaffen. Wenn du nichts tust, bist du nicht nützlich. Wenn du zu nichts nütze bist, bist du nichts wert.

Vielleicht ist sie sich auch ganz sicher: Wenn ich nichts tue, wenn ich nicht mit anpacke, dann wird sowieso nichts aus der Sache.

Vielleicht hat sie sich so an die Last gewöhnt, dass sie kaum mehr darüber nachdenkt, still vor sich hin leidet und nicht darauf kommt, dass das Leben auch leichter sein könnte, dass ein Ausweg möglich wäre. Die Grundhaltung lautet dann: Mir geht es sowieso nie gut. Ich habe immer mein Päckchen zu tragen. Mir wird immer alles mögliche aufgeladen. Mit mir kann man es ja machen. Ich bin immer und überall die Verliererin.

Man kann sich echt vertun. Man kann seine Lasten weiterschleppen, obwohl eine Ent-Lastung bereitsteht. Man kann sich abarbeiten - und läuft dabei doch im Leerlauf. Arbeiten aus Existenznot und dann aus Gewohnheit, um Leere zu füllen. Sich sorgen machen, um eine Leere zu füllen...

Die Deutschen, denen es doch immer noch recht gut geht, sind Europas Bedenkenträger Nummer 1. Laut Emnid-Studie vom November 2001 führen »Krieg und Unruhen mit religiösem Hintergrund« die Sorgenliste der Deutschen an; 62 % sehen hier die größte Gefährdung der menschlichen Zukunft (focus 1/02). Für viele stellen Fundamentalisten eine Gefahr dar. Große Sorgen können wir uns auch über unsere derzeitig schlechte wirtschaftliche Lage machen, über die hohe Arbeitslosigkeit, über die desolate Lage der Rentenversicherung, über Umweltzerstörung, Krieg und Krankheit und Leiden. Ein möglicher Irak – Krieg lässt grüßen. Doch wohin nur mit all unseren Sorgen?

Da liegt ein Kunsthistoriker im Sterben. Der herbeigerufene Seelsorger hält ihm ein Bild des Gekreuzigten vor. Da richtet der Sterbende einen prüfenden Blick auf das Kruzifix und murmelt aus seinem Kissen heraus: »Elfenbein – Würzburger Arbeit – Zopfstil – von mäßigem Wert«, spricht’s und stirbt. Eine erschütternde Szene. Was bedeutet uns das Kreuz Jesu? Ist es ein Kunstgegenstand, über dessen Wert man verhandelt? Ein Schmuckstück das Wände und Hälse ziert? Was ist mit dem Kreuz geschehen? Nun geht es nicht um das Kreuz an sich, sondern viel mehr um den, der daran hing: Jesus Christus. Das Wort vom Kreuz ist die Botschaft vom Sohn Gottes, der hingerichtet wurde. Es geht um Gottes Handeln am Kreuz.

Die Frau auf dem Fuhrwerk und unser sterbender Kunsthistoriker scheinen diese Botschaft nicht verstanden zu haben. Sie können ihre Last und ihre Sorgen nicht wegwerfen. Wohin auch? Sie sind hoffnungslos, weil sie Sein Evangelium nicht verstanden haben. Sein Evangelium, welches uns Liebe, Freude, Frieden und Hoffnung schenkt.

Wenn wir als wiedergeborene Christen an unseren HERRN Jesus glauben, dann haben wir Ihm bereits all unsere Sünden abgegeben. Dann wissen wir bereits, dass Jesus all unsere Sünden bereits vergeben und vergessen hat. All unsere vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen Sünden hat Jesus bereits angenommen und sie, bildlich gesprochen, ein für alle Male in die tiefsten Tiefen des Meeres versenkt (Micha 7,19). Wir dürfen deshalb frei und rein, weißer als der sauberste Schnee, vor Ihm stehen! Doch wissen wir auch, dass wir mit unseren Sorgen und Lasten genauso handeln können? Wir haben es schriftlich! Siehe

1Petr 5,7 „Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch.“

Gerade in den ersten Monaten nach meiner Bekehrung habe ich ganz praktisch erlebt, wie Jesus all meine Lasten, Sorgen und Nöte angenommen hat und sich dabei seitdem so liebevoll und treu um mich kümmert. Ich weiß also, wovon ich rede.

Wenn wir nun diese herrliche Verheißung aus 1. Petrus 5,7 regelmäßig anwenden, dann begreifen wir immer mehr, dass Sorgen unnötig sind... Es bestehen keinerlei Notwendigkeiten, Lasten zu tragen, wenn Gott bereit und in der Lage ist, sie für uns zu übernehmen. Sich sorgen ist vergeblich, denn das hat noch kein einziges Problem gelöst. Sorge ist Sünde. Ein Prediger hat einmal gesagt: »Sorge ist Sünde, weil sie die Weisheit Gottes leugnet, denn sie behauptet, dass Gott nicht wüsste, was er tut. Sie leugnet auch die Allmacht Gottes, denn sie behauptet, dass er nicht in der Lage ist, mich von dem zu befreien, das die Sorge verursacht.« Darüber wollen wir heute einmal ernsthaft nachdenken. Ich habe für uns alle dazu einen „Sorgen – Übergabevertrag“ vorbereitet, dessen Paragraphen wir heute Punkt für Punkt durchgehen wollen:
„Sorgen – Übergabevertrag

„Alle Eure Sorgen werft auf Ihn, denn Er sorgt für Euch!“ (1. Petr. 5,7)“

Zwischen dem Unterzeichnenden und Jesus Christus wird gemäß
1. Petrus 5 Vers 7 folgender Vertrag geschlossen:

§ 1 Ich übergebe Jesus Christus alle meine Sorgen und verliere alle
weiteren Bearbeitungsrechte.

§ 2 Er übernimmt meine Sorgen zur weiteren Bearbeitung und
kommt für die allerbeste Erledigung auf.

§ 3 Die Anzahl der übertragenen Sorgen ist unbegrenzt.

§ 4 Rückgabe – Sperrklausel: Bei dem Versuch, den Vertrag zu
brechen und rechtswidrig die abgegebenen Sorgen an sich zu
reißen, ist der Unterzeichnete zu folgendem Gebet
verpflichtet: Ich danke Dir, dass Du meine Sorgen bereits
endgültig übernommen hast. Ich vertraue Dir, dass Du Dich
ganz für mich einsetzt!

$ 5 Zur Vertragsausführung wird im einzelnen empfohlen:
a) die abzugebenden Sorgen auf einen Zettel zu schreiben und
diesen in die Bibel einzulegen, zum Beispiel bei 1. Petrus 5,7
b) die Sorgen außerdem im Gebet mündlich zu übergeben
c) späteres Abhaken der erledigten Sorgen und Dankgebete.

_______________ ____________________
Ort und Datum Unterschrift“

Singen wir nun aus Lied 213 die erste Strophe:

„Sicher in Jesu Armen, sicher an Seiner Brust, ruhend an Seiner Seite, da find ich Himmelslust. Mit holder Hirtenstimme ruft mir mein Heiland zu: Lass ab von eigenem Ringen, an meinem Herzen ruh!“

Kommen wir nun zu Paragraph 1.

§ 1 Ich übergebe Jesus Christus alle meine Sorgen und verliere alle weiteren Bearbeitungsrechte.

Was war ich doch voller Sorgen, Nöte und Zukunftsängste, so kurz nach meiner Bekehrung. Mindestens sechs ganz dicke Probleme hatte ich! Es ging um meine Einsamkeit in München, es ging um meine Ängste und die damit verbundene Menschenfurcht, es ging um meine Gesundheit, es ging um einen neuen Arbeitsplatz, der noch nicht da war, es drehte sich um einen Freundeskreis in einer ganz neuen Gemeinde, die ich noch suchen musste und es ging auch um die Aufgabe des Rauchens... Täglich übergab ich all diese Sorgen und Nöte meinem HERRN Jesus, stundenlang las ich in Seiner ersten Liebe aus der Bibel. Meine Sorgen waren nicht mehr mein Problem, der HERR sorgte sich von nun an um mich. Ich vertraute ganz einfach Seinen Verheißungen, die wir in der Schrift finden, lesen wir zum Beispiel

Ps 37,5 Befiehl dem HERRN deine Wege und hoffe auf ihn, er wird's wohlmachen

Ps 55,23 Wirf dein Anliegen auf den HERRN; der wird dich versorgen und wird den Gerechten in Ewigkeit nicht wanken lassen.
Hebr 13,6 "Der Herr ist mein Helfer, und ich will mich nicht fürchten; was wird mir ein Mensch tun?" {Ps. 118,6}

Phil 4,6 Seid um nichts besorgt, sondern in allem lasset durch Gebet und Flehen mit Danksagung eure Anliegen vor Gott kundwerden.

Und wie sehr Er sich um mich kümmerte! Nach nur wenigen Wochen waren all diese Probleme gelöst, denn Er hat sich so sehr um mich gesorgt!

Die meisten von uns können sicherlich ähnliches bezeugen Ich erinnere mich an so viele Gebetserhörungen und Zeugnisse hier in unserer Gemeinde

Der Evangelist Samuel Keller gibt uns zum Thema Sorgen folgendes mit auf den Weg:

„Unsere Sorge! Schade, dass wir es immer wieder mit diesem Gast zu tun haben! Und diese Sorge tut so, als ob sie mit uns verwandt und verwachsen wäre, als wäre sie berechtigt, bei uns am Tisch zu sitzen und das große Wort zu führen. Wie viel Tränen und Verstimmung hat sie uns nicht schon verursacht!

Sollten wir da nicht freudig die Mahnung des Apostels befolgen, der uns so einfach sagt, wie wir sie loswerden können? Sie hat sich in der Adresse geirrt; sie gehört Gott, nicht uns. Wir müssen sie so schnell als möglich fortschicken, und weil sie nicht gutwillig geht, sollen wir sie auf Gott werfen. Werfen und Werfen ist ein Unterschied. Man muss auch richtig treffen. Kehrt sie nach dem ersten Versuch sofort zu uns zurück, dann haben wir schlecht geworfen, Gott nicht getroffen; dann hilft nichts, als sie wieder auf Gott werfen, bis sie mal da an einem Verheißungshaken hängen bleibt. Uns macht sie unglücklich - Gott wird im Nu mit ihr fertig. Wollen wir nicht heute Abend unser Herz dadurch entlasten, dass wir alle unsere Sorge um Geld oder Gesundheit, um Menschen oder Dinge zusammenschnüren in ein Paket und es dann mit unserem Gebet auf Gott werfen!“

Der Apostel Paulus gibt zum Thema Sorgen einen weiteren entscheidenden Hinweis, siehe Philipper 4,6:

Sorget nichts, sondern in allen Dingen lasset eure Bitten im Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden.“

Zu diesen Vers schreibt Samuel Keller folgendes:

„Wie eine klebrige Klette hängt sich die Sorge an unsere Seele, und sie ist so zäh, dass wir sie kaum loskriegen. Aber der Apostel nennt ein gutes Mittel, um den bösen Gast wegzubringen. Sie kann es nämlich nicht vertragen, wenn man Gott dankt für das, was er bei ihren früheren Besuchen an uns getan hat. Sie hatte uns alles mögliche davon vorgeredet, wie schlimm es uns gehen werde, und Gott hat es so ganz anders gemacht. Darum bleibt ihr heute das Wort im Halse stecken, wenn wir, statt angstvoll auf sie zu hören, Gott Dank sagen. Dann sind wir sie bald los und haben es anstatt mit ihr nur noch mit Gott zu tun. Wer seine Bitten, anstatt an Menschen zu richten, in den Briefumschlag des Gebets steckt und durch den Eilboten gläubigen Flehens zu Gott schickt, der wird bald solche Antwort bekommen, dass er nichts als danken kann. Wo aber freudiger Dank herrscht, da ist kein Raum für die hässliche Sorge. Und Gotteskinder, die nach dem Vorhergehenden gelernt haben, sich an ihrem Heilande zu freuen, sind keine geduldige Gesellschaft für das Nörgeln und Übertreiben der Sorge. Es bleibt da der Sorge nichts übrig, als das Feld zu räumen. Je schneller man sie los ist, desto wohler ist einem zumut und desto freier ist unser Umgang mit Gott.“ Soweit noch einmal Samuel Keller.

Vielleicht sollten wir ab heute so etwas wie eine neue sportliche Disziplin in unserem Leben entwickeln, nämlich das „Sorgen-Wurf-Training.“ Bestimmt kann uns unser Sorgen – Überlassungsvertrag dabei helfen! Unsere Sorgen sollen weggeworfen werden! Hier steht nicht umsonst ein Bild aus dem Sport. Werfen. Hier steht ja nicht: Lasst eure Sorgen zurück. Lasst eure Sorgen fallen. Vergesst sie einfach. Nein: Werft sie auf Gott. Vielleicht muss man das trainieren und üben. Beim Basketballsport gibt es so ein paar Profis, die treffen den Korb oft aus den verschiedensten Stellungen, ja sogar, wenn sie hart angegriffen werden. Sie haben Stunden und Tage geübt, den Ball in den Korb in 3,05 m Höhe zu treffen.

Vielleicht ist das mit den Sorgen ganz ähnlich. Vielleicht hat mancher keine Übung im Abgeben, im Wegwerfen. Vielleicht desto mehr Übung im Herumwälzen und sich von allen Seiten immer wieder die gleichen Gedanken und Sorgen. zu machen....

Vielleicht wäre es eine gute Übung, einmal ganz konkret ranzugehen. Zu Gott, zu sagen oder es aufzuschreiben: "Die und die Sorgen habe ich ständig. Ich werfe sie jetzt auf dich und will glauben, dass du für mich sorgst". Und wenn ich den Korb nicht getroffen habe und der Ball zu mir zurückprallt? Nicht den Ball wieder stundenlang von allen Seiten betrachten, sondern wieder werfen. Und noch einmal....

Singen wir nun aus Lied 213 die zweite Strophe:

„Sicher in Jesu Armen, los von der Sorge Qual, sicher vor Satans Stürmen in Jesu Wundenmal, frei von dem Druck des Kummers, frei von des Zweifels Pfad; nur noch ein wenig Prüfung, nur etwas Tränensaat. Sicher in Jesu Armen, sicher an Seiner Brust, ruhend in Seiner Liebe, da find ich Himmelslust!“

Kommen wir jetzt zu Paragraph 2 unseres Sorgen – Übergabevertrages:

§ 2 Er übernimmt meine Sorgen zur weiteren Bearbeitung und
kommt für die allerbeste Erledigung auf.

Bei unserem HERRN sind unsere Sorgen wirklich allerbestens aufgehoben. Der HERR sorgt sich so wunderbar um uns. Der bekannte Bibellehrer und Evangelist William Mc Donald schreibt dazu folgendes:

„Die Bibel ist voller Beispiele von Gottes wunderbarer Fürsorge für Sein Volk. Während Israels vierzigjähriger Wüstenreise aßen sie Brot vom Himmel (2. Mose 16,4), hatten eine unerschöpfliche Wasserreserve (1. Korinther 10,4), und waren mit unbegrenzt haltbaren Schuhen ausgerüstet (5. Mose 29,5).
Mit unserer Wüstenreise ist es das gleiche. Um dies zu beweisen, macht uns der Herr deutlich, dass Seine Sorge für uns um vieles größer ist als seine Sorge für Vögel, Blumen und Tiere. So spricht Er zum Beispiel von Sperlingen. Er sorgt für ihre Nahrung (Matthäus 6,26). Keiner von ihnen ist vergessen bei Gott (Lukas 12,6). Keiner fällt ohne Seinen Willen auf die Erde <Matthäus 10,29), oder, wie sich H.A. Ironside ausdrückt: »Gott nimmt an der Beerdigung eines jeden Sperlings teil.« Die Moral der Geschichte ist natürlich die, dass wir für Ihn weit wertvoller sind als viele Sperlinge (Matthäus 10,31). Wenn Er die Lilien des Feldes prächtiger kleidet als Salomo in all seiner Herrlichkeit, wie viel mehr wird Er uns kleiden (Matthäus 6,30). Wenn Er für die Ochsen besorgt ist, wie viel mehr wird Er dann für unsere Bedürfnisse sorgen (1. Korinther 9,9).
Als unser Hohepriester trägt der Herr Jesus unsere Namen auf Seinen Schultern, der Stelle der Kraft (2. Mose 28,9-12) und auf Seiner Brust, der Stelle der Zuneigung (2. Mose 28,21). Auch sind unsere Namen in Seine Handflächen eingezeichnet (Jesaja 49,16), eine Tatsache, die uns unweigerlich an die Nägelwunden erinnert, die ihm auf Golgatha um unsretwillen zugefügt worden sind.
Er kennt die genaue Zahl der Haare auf unserem Kopf (Matthäus 10,30). Er zählt unser Umherirren und registriert in Seinem Buch jede einzelne unserer Tränen (Psalm 56,8).
Wer uns antastet, tastet Seinen Augapfel an (Sacharja 2,8). Keiner Waffe, die wider uns gebildet wird, wird es gelingen, uns etwas anzutun (Jesaja 54,17).
Während die Heiden ihre Götter auf ihren Schulter tragen müssen (Jesaja 46,7), trägt unser Gott uns (Jesaja 46,4).
Wenn wir durch Wasserströme oder Feuerfluten gehen, ist Er bei uns (Jesaja 43,2). In all unseren Bedrängnissen ist Er bedrängt (Jesaja 63,9).
Der, der uns hütet, schläft und schlummert nicht (Psalm 121, 3.4). Jemand hat diesen Charakterzug Gottes einmal die »göttliche Schlaflosigkeit« genannt.
Der Gute Hirte, der Sein Leben für uns hingegeben hat, wird uns kein Gutes vorenthalten (Johannes 10,11; Psalm 84,11; Römer 8,32).
Er sorgt für uns vom Anfang des Jahres bis zum Ende (5. Mose 11,12). Er trägt uns bis ins Greisenalter (Jesaja 46,4). Ja, Er wird uns nicht versäumen noch verlassen (Hebräer 13,5). Gott sorgt sich wirklich um uns!“ Soweit William Mc Donald!Tagtäglich erlebe ich Gottes Fürsorge für mich, es ist fast schon selbstverständlich geworden. Ich bitte, und Er erhört, indem Er so treu für mich sorgt und es mir an Leib und Seele gut gehen lässt. Darüber hinaus gibt es immer wieder besondere „Schmankerl“, Zuckerstückchen, die mir der HERR zusätzlich schenkt, seien es vielleicht zusätzliche Gaben und Geschenke oder auch ganz einfach Seine Hilfe bei Arbeit, Sport, Freizeit oder auch Predigtvorbereitung. Das alles ist unverdiente Gnade. Ich darf mich immer wieder in Ihm geborgen fühlen und mir Seiner Hilfe sicher sein.

Es ist so interessant zu sehen, wie der HERR täglich ein Puzzleteilchen genau und termingerecht neben das andere setzt. Wie Er mir auch in kleinen Dingen hilft, wenn ich Ihm nur die Oberaufsicht, das Kommando, freiwillig überlasse. Dann passt immer wieder alles gut zusammen! Was soll ich mich also sorgen und mich fürchten, der HERR sorgt doch für mich! Ich brauche Ihm doch nur meine Sorgen abgeben, am besten, in dem ich Ihm mein Leben täglich neu anvertraue.

Allerdings kann es durchaus bittere Lebenssituationen geben, die der HERR zuläßt, vielleicht auch, um unser Vertrauen besonders zu prüfen. Hiob ist durch solch ein dunkles Tal gegangen, Hiob, der bisher nur Reichtum und Gesundheit erfahren hat und dabei in besonderem Maße Gottes Liebe erlebte. Lieber reich und gesund als arm und krank..., und wenn schon arm und krank, dann lieber gleich tot... Vielleicht hat Hiob so ähnlich gedacht, als er sich in seinen schlechten Tagen nichts sehnlicher als den Tod wünschte! Doch Hiob war auch hier nicht alleine. Der HERR hat sich auch jetzt noch für ihn gesorgt und darum gekümmert, dass Hiob nicht über seine Kraft versucht würde. Nachdem Hiob alles überstanden hat, konnte er wieder in überreichem Maße Gottes Gnade und Belohnung erfahren.

Armut und Elend habe ich, Gott sei Dank, noch nicht erleben müssen, aber auch in solch einem Fall darf ich mir sicher sein, saß mich der HERR dann hindurchtragen wird. Der König David hat dies in großen Nöten erfahren können, siehe Ps 40,18: „Ich bin arm und elend; der Herr aber sorgt für mich.“

Ich brauche mich nicht mehr zu fürchten, denn Er kennt alle meine Sorgen und Nöte und Anfechtungen. Unter Seiner Regie geschieht alles zu meinem Besten, auch wenn es oft nicht einfach zu glauben ist. Ich brauche mich also wirklich nicht mehr zu fürchten. Gerade hier hat mir der HERR so wirklichkeitsnah und praktisch geholfen. All meine Beklemmungen, all meine Ängste, all meine Menschenfurcht hat Er seit meiner Bekehrung von mir genommen. Und all das nur, weil ich es in dieser gelernt Zeit habe, Ihm von Herzen zu vertrauen.

Singen wir nun aus Lied 213 die dritte Strophe:

„Jesus, des Herzens Zuflucht, Jesus, Du starbst für mich! Sicher auf diesen Felsen stütz ich mich ewiglich! Hier will ich stille warten, bis dass vergeht die Nacht, bis an dem Goldnen Ufer leuchtend der Tag erwacht. Sicher in Jesu Armen, sicher an Seiner Brust, ruhend in Seiner Liebe, da find ich Himmelslust!“

Kommen wir jetzt zu Paragraph 3 unseres Sorgen-Übergabevertrages.

$ 3 Die Anzahl der übertragenen Sorgen ist unbegrenzt.

Genauso wie häufig Gottes Vergebungsbereitschaft für seine Jünger unbegrenzt ist (vergleiche Matth 18,21-22), genau so unbegrenzt dürfen wir als Seine Jünger unsere Sorgen auf Ihn werfen. Egal, was uns auch belastet, bei Ihm dürfen wir all unsere Lasten und Sünden loswerden.

Mt 11,28 Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.

Unser Herr fordert uns hier regelrecht auf, zu Ihm mit all unseren Sorgen und Lasten zu kommen, damit Er uns erquicken kann! Diese Verheißung ist nicht auf ein oder zweimal begrenzt, nein, bei Ihm können wir immer wieder neu auftanken, indem wir all unseren Dreck und Schmutz gegen Sein erfrischendes und lebendiges Wasser austauschen, und zwar jederzeit! Jederzeit und an allen Orten dürfen wir bei Ihm unseren Müll loswerden. Statt uns dabei zu bestrafen, wird uns Jesus dabei so reich belohnen. Lesen wir dazu noch aus

2Kor 2,14 Gott aber sei gedankt, der uns allezeit Sieg gibt in Christus und offenbart den Wohlgeruch seiner Erkenntnis durch uns an allen Orten!

Singen wir nun aus Lied 550 die erste Strophe

„Seid nicht bekümmert, seid nicht bekümmert, denn die Freude am HERRN ist eure Stärke! Jesus, der auferstandene HERR, ist in eurer Mitte. Jesus, der auferstandene HERR, Er ist unter Euch! Seid nicht bekümmert, seid nicht bekümmert, denn die Freude am HERRN ist eure Kraft.“

Über die letzten beiden Paragraphen brauchen wir nicht mehr allzu viele Worte verlieren. Sie sprechen für sich. Es geht um gute Ratschläge und um praktische Anweisungen.

§ 4 Rückgabe – Sperrklausel: Bei dem Versuch, den Vertrag zu
brechen und rechtswidrig die abgegebenen Sorgen an sich zu
reißen, ist der Unterzeichnete zu folgendem Gebet verpflichtet: Ich danke Dir, dass Du meine Sorgen bereits
endgültig übernommen hast. Ich vertraue Dir, dass Du Dich ganz für mich einsetzt!

Diese Rückgabe – Sperrklausel dient ganz einfach zu unserem Besten. Wenn Du Dich von vielen Sorgen und Lasten wieder einfangen lässt, dann vertraue weiterhin, dass unser HERR auch diese Sorgen von Dir nehmen wird. Solltest Du diese Rückgabe – Sperrklausel einmal nicht beachten, dann kann es durchaus passieren, dass der HERR all Deine Sorgen und Lasten nicht sofort bearbeiten wird und nicht für eine allerbeste Erledigung sorgt..., bis Dich der gute Heilige Geist wieder an diese Rückgabe Sperrklausel erinnern wird.

§ 5 Zur Vertragsausführung wird im einzelnen empfohlen:die abzugebenden Sorgen auf einen Zettel zu schreiben und diesen in die Bibel einzulegen, zum Beispiel bei 1. Petrus 5,7die Sorgen außerdem im Gebet mündlich zu übergeben c) späteres Abhaken der erledigten Sorgen und Dankgebete.

Es folgen hier abschließend weitere gute Empfehlungen. Nach Paragraph 5a ist es zum Beispiel sinnvoll, sich alle Sorgen und Lasten von der Seele zu schreiben, vielleicht auf die Rückseite dieses Sorgen – Übergabevertrages. Bitte lasst diesen Vertrag dann nicht in einem Aktenschrank verstauben, sondern legt ihn ganz einfach hinein in eure Bibel, am besten zu 1. Petrus 5,7... Ist alles vollgeschrieben, so macht euch deshalb keine weiteren unnötigen Sorgen. Ihr könnt gerne zu mir kommen, ihr erhaltet dann von mir neue unbeschriebene Vertragskopien.

Mindestens genau so gut wird es sein, all diese Sorgen und Lasten täglich im Gebet zu übergeben, auf unseren HERRN zu werfen. Der HERR wird euch immer wieder erhören, indem Er all diesen Müll auf sich nimmt. Doch bitte, hakt diese erledigten Sorgen nicht nur einfach ab, sondern dankt unserem HERRN immer wieder von Herzen dafür.

Singen wir nun aus Lied 550 die zweite Strophe

„Seid nicht bekümmert, seid nicht bekümmert, denn die Freude am HERRN ist eure Stärke! Jesus, der auferstandene HERR, führt euch Seine Wege. Jesus, der auferstandene HERR, geht euch stets voran. Seid nicht bekümmert, seid nicht bekümmert, denn die Freude am HERRN ist eure Kraft.“

Es gibt Tage und auch Nächte, da muss ich mich so richtig darauf zurückbesinnen, dass ich im HERRN geborgen bin und dass ich deshalb keine Angst zu haben brauche, was immer auch passiert... Eines abends, kurz vor dem Einschlafen, da gab es solch einen Moment, da dachte ich tatsächlich: Was wäre, wenn der HERR in dieser Dunkelheit nicht da wäre? Doch bevor mich diese Gedanken in dieser völlig harmlosen Situation herunterziehen konnten, warf ich dieses Hirngespinst auf Ihn und ich konnte friedlich einschlafen. Ein gutes Wort zum Einschlafen ist zum Beispiel Psalm 4,9: „Ich liege und schlafe ganz mit Frieden, denn Du allein, HERR, hilfst mir, daß ich sicher wohne.“ Also, auch wenn ich alleine wohne, dann brauche ich mich wirklich nicht einsam und verlassen zu fühlen.

Der HERR ist da, nicht nur nachts, bei meinem Bett, sondern auch dann, wenn ich irgendwo in der weiten Welt wäre, ganz weit weg von hier. Psalm 139,9-10 sagt mir beispielsweise: „Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meer, so würde auch dort Deine Hand mich führen und Deine Rechte mich halten.“ Der HERR ist da.
Überall kann ich all meine Sorgen auf Ihn werfen. Der HERR wird mich niemals vergessen, auch wenn ich, wie so oft, Seine Gnade innerlich verdrängt und nicht bemerkt habe. Niemand kann mich mehr aus Seiner Hand rauben! Der HERR ist treu, auch wenn ich immer wieder so untreu bin. Der HERR ist da und mir dabei so nah! Mit Ihm brauche ich mich nicht mehr zu fürchten und zu sorgen. In Jesus sind wir geborgen, wenn wir Ihm nur alle Sorgen abgeben. Jesus bleibt treu. Er wird für uns sorgen. Amen!

Singen wir nun zum Schluss die letzte Strophe aus Lied 550:

„Seid nicht bekümmert, seid nicht bekümmert, denn die Freude am HERRN ist eure Stärke! Jesus, der auferstandene HERR, sendet Seine Engel. Jesus, der auferstandene HERR, kämpft und siegt in euch. Seid nicht bekümmert, seid nicht bekümmert, denn die Freude am HERRN ist eure Kraft.“