Predigt Jürgen 18. Dezember 2004 – 4. Advent

Joh 14,6 Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben;
niemand kommt zum Vater denn durch mich.

Ein Seelsorger berichtet: Es war kurz vor Weihnachten. Ich machte in meinem weitverzweigten Pfarrbezirk Krankenbesuche und stand am Bett einer Frau aus unserer Gemeinde, die an Krebs litt und nicht lange danach heimgegangen ist. Ich erzählte ihr, dass ich in meiner Familie Kummer hätte, weil einer meiner Jungen ein Zeugnis nach Hause gebracht habe, das weit unter seinen Fähigkeiten liege. Er sei ganz faul gewesen. Ich hätte meinem Jungen gesagt: "Mit diesem Zeugnis hast du dich um die Erfüllung deines Weihnachtswunsches gebracht; denn ich kann deine Faulheit natürlich nicht mit einem besonders wertvollen Weihnachtsgeschenk belohnen. Du bekommst also das heißersehnte Fahrrad nicht."
Als ich das der Kranken erzählte, sah sie mich groß an und sagte: "Wie, Herr Pastor, Sie wollen den Jungen zu Weihnachten bestrafen? Will uns denn das Weihnachtsfest nicht gerade klar machen, dass Gott uns ganz unverdient mit seiner Güte beschenkt hat, und soll sich diese unverdiente Güte Gottes nicht auch in den Geschenken widerspiegeln, die wir unseren Kindern geben? Bestrafen Sie Ihren Jungen, wann und wie Sie meinen, es tun zu müssen, aber nicht zu Weihnachten!"
Der Weihnachtsabend kam heran. Wir hatten unserem Jungen nur eine Reihe von kleineren Gaben auf den Tisch gelegt. Unter seinen Weihnachtsteller aber hatte ich ihm einen Zettel geschoben, auf dem die Worte standen:
"Unverdienterweise ein Fahrrad, weil wir das Weihnachtsgeschenk unseres himmlischen Vaters auch nicht verdient haben."
Nach der Familienfeier unter dem Lichterbaum kam die Bescherung. Jedes von den Kindern ging an seinen Tisch. Unser Bernhard - nennen wir ihn einmal so - sah sich seine Sachen an; aber nichts konnte ihn besonders fesseln. Man merkte es ihm an, dass das Hauptgeschenk fehlte. Ich sagte ihm:
"Hast du nun alles gesehen?"
"Ja."
"Ich glaube nicht, sieh dich doch einmal gründlich auf deinem Tisch um!"
Er warf noch einmal einen Blick auf seine Sachen: "Ich habe alles gesehen."
"Nun, dann hebe einmal deinen Weihnachtsteller hoch!"
Er tat es und fand den Zettel.
"Geh einen Augenblick in das Nebenzimmer und lies, was darauf steht." Ich ging langsam hinter ihm her. Ich sah, dass beim Lesen eine starke Bewegung durch ihn hindurchging. Er kam mir entgegen und sah mich strahlend an: "Vater!" Er sagte nur das eine Wort, aber in diesem Wort lag die ganze Seligkeit seines Herzens. Er fiel mir um den Hals. Sein heißer Wunsch war erfüllt. Dann holten wir gemeinsam das Fahrrad, das irgendwo versteckt worden war. - Das nächste Zeugnis war besser.
An jenem Abend habe ich gelernt, was unverdiente Gnade Gottes ist und dass wir am Weihnachtsfest das Evangelium als frohe Botschaft von der schenkenden Güte Gottes verkündigen dürfen.

Wie Ihr sicherlich auch an der Auswahl der Predigttexte bemerkt habt, rückt Weihnachten, auch mit den damit verbundenen Geschenken, immer näher. Vor allem um Weihnachtsgeschenke soll es heute gehen!

Unser Herr Jesus Christus sagt von sich selbst, siehe

Joh 14,6 Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.

Wenn das stimmt, dann hat sich unser HERR bei Seiner Geburt in Bethlehem uns selber als das allergrößte Weihnachtsgeschenk verschenkt! Wenn wir dieses Geschenk annehmen, dann hat unser Leben eine Perspektive, dann haben wir den Weg und die Wahrheit und das Leben endlich gefunden. Einige brauchen dazu fast ein Leben lang, andere packen dieses Geschenk, die Gnade der Wiedergeburt, bereits in jungen Jahren aus.

Habt Ihr schon einmal eine Wattwanderung gemacht? Nicht das ich Euch ängstigen möchte, aber die Erzählungen sind vielfach und eindringlich. Bei Ebbe kann man oft zu Fuß von einigen vorgelagerten Inseln zum Festland laufen. Auf solch einer Wanderung passierte einmal folgender Vorfall.

Eine Frau mit ihrer Tochter befand sich auf solch einer Wattwanderung.
Plötzlich zog Nebel auf, der immer dichter wurde. Selbst der Leuchtturm war innerhalb kürzester Zeit nicht mehr zu sehen. Das Wasser kam wieder. Zuerst füllten sich nur die Priele, aber die Gefahr nahte unweigerlich. Die Frau und das Kind hatten keine Chance, denn sie hatten völlig die Orientierung verloren. Am nächsten Tag wurden ihre Leichen angeschwemmt.

Wer hätte den beiden Menschen in dieser Situation helfen können? Die einzige Möglichkeit wäre ein Führer mit Kompass und guter Ortskenntnis gewesen. Die Bedingung dafür, sicher ans Ziel gebracht zu werden, wäre es gewesen, diesem Führer voll und ganz zu vertrauen - ihm zu glauben.

In den entscheidenden Grundfragen unseres Lebens befinden wir uns gleichsam in solch einer Nebelwand. Es gibt genügend Situationen, wo unser Egoismus, unser Stolz, kurz unsere sündige Natur uns auf falsche Wege führt. Satan, der Herr dieser Welt, gaukelt uns Sicherheit vor, das Ende aber ist der Tod. Wir brauchen aber den, der von sich gesagt hat:

»Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben« (Johannes 14,6).

Wer von uns die Herrnhuter Losungstexte regelmäßig liest, der weis auch, dass täglich 2 Bibeltexte zum Durchlesen vorgeschlagen werden. Sonntags gibt es zusätzlich zu den Losungen als Schmankerl bis zu vier Textvorschläge. Diese Bibeltexte nehmen häufig wechselseitig auf sich Bezug und eignen sich so vorzüglich, Zusammenhänge zu erkennen. Für den heutigen vierten Advent sind folgende Texte vorgeschlagen. Ich möchte uns nun diese Verse vorlesen, um anschließend mit uns über wichtige Grundwahrheiten nachzudenken, die sich in diesen Versen bezeugen. Was bedeutet es für uns, wenn sich Jesus als Weg, Wahrheit und Leben bezeichnet? Wir werden hierzu in den folgenden vier Bibeltexten, die für den heutigen 4. Advent vorgeschlagen sind, sicherlich auch für uns einige neue Einsichten gewinnen.

Lesen wir zunächst 1,39 – 56

„Maria aber machte sich auf in diesen Tagen und ging eilends in das Gebirge zu einer Stadt in Juda und kam in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabeth. Und es begab sich, als Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leibe. Und Elisabeth wurde vom heiligen Geist erfüllt und rief laut und sprach: Gepriesen bist du unter den Frauen, und gepriesen ist die Frucht deines Leibes! Und wie geschieht mir das, daß die Mutter meines Herrn zu mir kommt? Denn siehe, als ich die Stimme deines Grußes hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leibe. Und selig bist du, die du geglaubt hast! Denn es wird vollendet werden, was dir gesagt ist von dem Herrn.Und Maria sprach: Meine Seele erhebt den Herrn, und mein Geist freut sich Gottes, meines Heilandes; denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen. Siehe, von nun an werden mich seligpreisen alle Kindeskinder. Denn er hat große Dinge an mir getan, der da mächtig ist und dessen Name heilig ist. Und seine Barmherzigkeit währt von Geschlecht zu Geschlecht bei denen, die ihn fürchten. Er übt Gewalt mit seinem Arm und zerstreut, die hoffärtig sind in ihres Herzens Sinn. Er stößt die Gewaltigen vom Thron und erhebt die Niedrigen. Die Hungrigen füllt er mit Gütern und läßt die Reichen leer ausgehen. Er gedenkt der Barmherzigkeit und hilft seinem Diener Israel auf, wie er geredet hat zu unsern Vätern, Abraham und seinen Kindern in Ewigkeit. Und Maria blieb bei ihr etwa drei Monate; danach kehrte sie wieder heim.“

Es folgt Philipper 4,4-7
„Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch! Eure Güte lasst kund sein allen Menschen! Der Herr ist nahe! Sorgt euch um nichts, sondern in allen Dingen lasst eure Bitten in Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kundwerden! Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus.“

Es folgt Lukas 1,67 -79
“Und sein Vater Zacharias wurde vom heiligen Geist erfüllt, weissagte und sprach: Gelobt sei der Herr, der Gott Israels! Denn er hat besucht und erlöst sein Volk und hat uns aufgerichtet eine Macht des Heils im Hause seines Dieners David - wie er vorzeiten geredet hat durch den Mund seiner heiligen Propheten dass er uns errettete von unsern Feinden und aus der Hand aller, die uns hassen, und Barmherzigkeit erzeigte unsern Vätern und gedächte an seinen heiligen Bund und an den Eid, den er geschworen hat unserm Vater Abraham, uns zu geben, dass wir, erlöst aus der Hand unsrer Feinde, ihm dienten ohne Furcht unser Leben lang in Heiligkeit und Gerechtigkeit vor seinen Augen.Und du, Kindlein, wirst ein Prophet des Höchsten heißen. Denn du wirst dem Herrn vorangehen, dass du seinen Weg bereitest und Erkenntnis des Heils gebest seinem Volk in der Vergebung ihrer Sünden, durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes, durch die uns besuchen wird das aufgehende Licht aus der Höhe, damit es erscheine denen, die sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens.“

Es folgt noch 2. Korinther 1,18 – 22
„Gott ist mein Zeuge, dass unser Wort an euch nicht Ja und Nein zugleich ist. Denn der Sohn Gottes, Jesus Christus, der unter euch durch uns gepredigt worden ist, durch mich und Silvanus und Timotheus, der war nicht Ja und Nein, sondern es war Ja in ihm. Denn auf alle Gottesverheißungen ist in ihm das Ja; darum sprechen wir auch durch ihn das Amen, Gott zum Lobe. Gott ist's aber, der uns fest macht samt euch in Christus und uns gesalbt und versiegelt und in unsre Herzen als Unterpfand den Geist gegeben hat.“


Sehr interessant für uns ist es, dass in allen vier Bibeltexten, die für den heutigen 4. Adventssonntag vorgeschlagen sind, wichtige Aussagen gemacht werden zu unserem großen Thema heute:

Joh 14,6 Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.

Es werden Aussagen gemacht über den Heiligen Geist zum Thema Weg, der Heilige Geist als unser treuer persönlicher Wegbegleiter.

Erfüllte Verheißungen bezeugen in allen vier Bibelabschnitten Gottes Wahrheit in Seinem Wort.

In allen vier Textbeispielen wird die Heilsgewissheit betont, die uns ewiges
Leben in Seinem himmlischen Reich garantiert.

Heute können wir in unserem HERRN Jesus also mindestens drei Geschenke auspacken, dazu unsere Predigtgliederung:

B Hauptteil

1. Geschenk: Der Weg
2. Geschenk: Die Wahrheit
3. Geschenk: Das Leben

C Schlussgedanke: Kein Reinfall trotz Rheinfall…!

Singen wir nun die erste Strophe aus Lied 337

„Viele Wege gibt es auf dieser Welt. Doch nur einen können wir gehen. Und die Frage, die sich mir dadurch stellt, ist, welchen Weg ich nehm. Soll ich den Weg gehen, der mir gefällt? Such ich einen, der mir recht bequem? Doch nicht, was ich denke und wünsche, zählt. Wie Er führt, will ich gehen. Weise mir HERR, Deinen Weg, dass ich wandle in Deiner Wahrheit! Lass michs erkennen, o HERR und bekennen, dass Du nie einen Fehler machst. Weise mir HERR, Deinen Weg, dass ich wandle in Deiner Wahrheit! Und all mein Sinnen und all mein Beginnen möcht`ich, dass Du, HERR, überwachst.“

Viele Wege gibt es auf dieser Welt..., doch nur einen können wir gehen... Und die kürzesten Wege sind nicht immer die einfachsten. Über Umwege kommen wir oft leichter zum Ziel. Als Bergwanderer gehe ich lieber einige Serpentinen mehr, als den direkten und steilen Weg nach oben ...

Seit Adam und Evas Vertreibung aus dem Paradies können Umwege oft die besseren Wege sein, nur wissen wir es häufig nicht. Doch der HERR kennt bereits unseren Lebenslauf, aus Liebe zu uns bringt Er uns oft über gewaltige Umwege zum Ziel. Dies darf als Allererstes Sein Volk Israel erfahren. Der Herr führt sein Volk, lesen wir 2Mo 13,17-18 nach ´HfA`:

„Nachdem der Pharao die Israeliten hatte ziehen lassen, führte Gott sie nicht auf der Straße in Richtung des Philisterlandes, obwohl das der kürzeste Weg gewesen wäre. Gott dachte: ´Das Volk könnte seinen Sinn ändern und nach Ägypten zurückkehren, wenn es merkt, dass ihm Kämpfe bevorstehen!` Darum ließ Gott sie einen Umweg machen, auf der Wüstenstraße, die zum Schilfmeer führt. So zogen die Israeliten zum Kampf gerüstet aus Ägypten fort.“

Auch bestraft der HERR sein Volk durch Umwege. Anstatt nach ihrem Auszug aus Ägypten schon bald im verheißenen Land Israel einzutreffen, lässt der HERR sein Volk erst mal vierzig Jahre in der Wüste wandern, siehe 4Mo 14,33:

„Eure Kinder sollen vierzig Jahre mit euch umherziehen, bis ihr alle tot seid. So lange müssen sie mit darunter leiden, dass ihr mir untreu wart.“

Umwege müssen auch die Sternforscher gehen, die bei der Krippe zu Bethlehem unserem HERRN die Ehre gegeben haben. Unser allmächtiger Gott handelt wiederum aus Liebe, Er möchte Maria und Josef mit ihrem neugeborenem Kind bewahren und natürlich auch die drei Weisen sicher zurück in ihre Heimat führen, siehe Matthäus 2:

„7 Da rief Herodes die Sternforscher heimlich zu sich und fragte sie, wann sie zum ersten Mal den Stern gesehen hätten. Anschließend schickte er sie mit diesem Befehl nach Bethlehem: 8 ´Sucht nach dem Kind, und gebt mir Nachricht, wenn ihr es gefunden habt. Ich will dann auch hingehen und ihm Ehre erweisen.` 12 Im Traum befahl ihnen Gott, nicht mehr zu Herodes zurückzugehen. Deshalb wählten sie für ihre Heimreise einen anderen Weg.“

Einen gewaltigen Umweg musste auch ich gehen, bis ich endlich, mit 33 Jahren, zum HERRN finden konnte. Er hätte mich ja auch schon im Alter von zehn Jahren überzeugen können, vieles wäre mir da vielleicht erspart worden. Doch so konnte ich am Tiefpunkt meines Lebens eine ganz bewusste Entscheidung für Ihn treffen, nachdem ich jahrzehntelang in die Irre gelaufen bin.

Den allergrößten Umweg hat aber unser Vater im Himmel gemacht: Adam und Eva wollen etwas Verbotenes tun, sie wollen ihren eigenen Weg gehen und dies ist ihr Anfang vom Ende. Dieser Weg zeigt sich nach ihrem Sündenfall als größter Irrweg der gesamten Menschheitsgeschichte. Adam und Evas Sünde im Paradies haben eine direkte Gemeinschaft mit unserem HERRN unmöglich gemacht. Der HERR muss mit uns Menschen einen viele tausend Jahre dauernden Umweg machen, um uns wieder einzuholen, um dennoch an Sein Ziel mit uns zu kommen. Dieser gewaltige Umweg führt unseren HERRN tief hinab in dunkelste Täler, bis hin zum Kreuz von Golgatha. Tiefer kann keiner sinken, auch der ärgste Sünder nicht. Und deshalb kann auch ein jeder Bösewicht Vergebung bei Ihm finden, eben weil sich unser HERR so tief hinab gelassen hat zu uns. Um zu erlösen und zu erretten, was hoffnungslos verloren war.

Jesus ist unser Wegbereiter geworden, und das hat Konsequenzen. In unserer Nachfolge sollen auch wir zu Wegbereitern werden für unsere vielen Kollegen, Verwandten, Freunde und Nachbarn, die unseren HERRN noch nicht kennen.

Im Himmel werden wir wieder eine wunderschöne direkte Gemeinschaft mit unserem auferstandenen HERRN genießen können. Dann wird es keine Schwierigkeiten und Umwege mehr geben. Dann ist Er mit uns am Ziel angekommen, dann ist Sein Paradies wieder hergestellt, für alle Zeiten und Ewigkeiten! Dann können wir dieses ausgepackte Geschenk so erst richtig genießen!

Packen wir doch jetzt noch einmal diese Wahrheiten und Geschenke einzeln aus, die sich zum Thema Weg in unseren vier Textbeispielen finden lassen. Zum Thema Weg und Heiliger Geist finden wir hier folgende Perlen.

Der Heilige Geist schenkt uns Freude auf unserem Weg, siehe Lukas 1,41 und 47
41 Und es begab sich, als Elisabeth den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leibe.
47 Und Maria sprach: Meine Seele erhebt den Herrn, und mein Geist freut sich Gottes, meines Heilandes

Da kommt wieder Freude auf, siehe Phil 4,4
4 Freuet euch in dem Herrn allewege, und abermals sage ich: Freuet euch!

Diese Freude ist eine übernatürliche Frucht des Heiligen Geistes, die sich in unserer Nachfolge so richtig entfalten will. Ebenso auch wie Güte und Frieden
5 Eure Güte lasst kund sein allen Menschen!
7 Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus
Der Heilige Geist lässt auch den Zacharias voller Freude unseren HERRN loben und preisen, siehe Lukas 1,67

Und sein Vater Zacharias wurde vom heiligen Geist erfüllt, weissagte und sprach: Gelobt sei der Herr, der Gott Israels!

Gottes Heiliger Geist ist mit uns unzertrennbar verbunden, auf unserem irdischen Weg. Siehe auch 2. Kor 1,21 – 22

Gott ist's aber, der uns fest macht samt euch in Christus und uns gesalbt und versiegelt und in unsre Herzen als Unterpfand den Geist gegeben hat.

Singen wir nun aus Lied 344 die erste Strophe:
„Du hast mich, o HERR, errettet, ich bin Dein, ja Dein allzeit; durch des Lammes Blut gereinigt, rühm ich Deine Herrlichkeit. Lob und Ehre, Halleluja! Preis, Anbetung sei dem Lamm! Preis den HERRN, der mich errettet, als Er starb am Kreuzesstamm!“

Lügen haben kurze Beine... Mit diesem Sprichwort beschrieben wir einmal eine junge Kollegin, die wir beim Flunkern erwischt haben. Sie ist recht klein, sozusagen ein viel beschäftigter „laufender Meter...“.

Aber warum haben denn Lügen kurze Beine? Wer einmal lügt und dabei erwischt wird, dem glaubt man nicht, auch wenn er dann doch die Wahrheit spricht... So lautet sinngemäß ein weiteres Sprichwort. Lügen können nicht weit davonlaufen. Die Gefahr, beim Schwindeln früher oder später ertappt zu werden, ist sehr groß. Wenn man sich dann auch noch mit weiteren Lügen herausreden will, dann wird man erst recht unglaubwürdig.

Über Lügner und Lügen und über den Vater der Lüge sagt uns der Apostel Johannes folgendes, siehe Joh 8,44:

„Ihr habt den Teufel zum Vater, und nach eures Vaters Gelüste wollt ihr tun. Der ist ein Mörder von Anfang an und steht nicht in der Wahrheit; denn die Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er Lügen redet, so spricht er aus dem Eigenen; denn er ist ein Lügner und der Vater der Lüge.“

Dagegen ist unser Vater im Himmel, wie unser HERR Jesus und der Heilige Geist, wahrhaftig. Unser dreieinige Gott kann nicht lügen und gegen Seine eigenen Gebote verstoßen, siehe auch

Hebr 6,18: „...denn es ist unmöglich, dass Gott lügt...“
und
Tit 1,2: „...Gott, der nicht lügt...“.

Gerade deshalb können wir Seinem Wort unbedingt vertrauen. Sein Wort, Seine Heilige Schrift, lügt nicht, Sein Wort ist die Wahrheit! Sie ist von Gott selbst eingegeben (2. Tim 3,16). Paulus bezeugt beispielsweise einmal die Wahrheit des Evangeliums so, siehe

1Tim 1,15: Das ist gewisslich wahr und ein Wort, des Glaubens wert, dass Christus Jesus in die Welt gekommen ist, die Sünder selig zu machen, unter denen ich der erste bin.

Die Bibel ist glaubwürdig und wahr! Und deshalb können wir auch ihren Aussagen volles Vertrauen schenken.

Erfüllte Verheißungen bezeugen in allen vier genannten Bibelabschnitten Gottes Wahrheit in Seinem Wort

Lesen wir zunächst aus Lukas 1

Elisabeth, die Mutter von Johannes, dem Täufer spricht hier:
45 Und selig bist du, die du geglaubt hast! Denn es wird vollendet werden, was dir gesagt ist von dem Herrn.

Maria, die Mutter von Jesus, spricht hier:
48 denn er hat die Niedrigkeit seiner Magd angesehen. Siehe, von nun an werden mich seligpreisen alle Kindeskinder.
50 Und seine Barmherzigkeit währt von Geschlecht zu Geschlecht bei denen, die ihn fürchten.

Zumindest eine erfüllte Verheißung finden wir in Philipper 4
7 Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus.“

Als Christ kann ich da nur bezeugen, dass Jesus mir täglich Seinen Frieden schenkt, einen Frieden, den ich als ungläubiger Mensch vorher noch nie gekannt habe! Sein Wort ist wahr!

In Lukas 1 finden wir weitere erfüllte Verheißungen, die die Wahrheit Seines Wortes bestätigen.

67- 70 Und sein Vater Zacharias wurde vom heiligen Geist erfüllt, weissagte und sprach: Gelobt sei der Herr, der Gott Israels! Denn er hat besucht und erlöst sein Volk und hat uns aufgerichtet eine Macht des Heils im Hause seines Dieners David - wie er vorzeiten geredet hat durch den Mund seiner heiligen Propheten

76 – 79 Und du, Kindlein, wirst ein Prophet des Höchsten heißen. Denn du wirst dem Herrn vorangehen, dass du seinen Weg bereitest und Erkenntnis des Heils gebest seinem Volk in der Vergebung ihrer Sünden, durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes, durch die uns besuchen wird a das aufgehende Licht aus der Höhe, damit es erscheine denen, die sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens.


Es folgt noch 2. Korinther 1,18 – 20. Diese Verse bekräftigen eindrücklich, dass sich Gottes Verheißungen erfüllen werden und dass Sein Wort wahr ist. Sein Wort ist wahr, ja – und nicht nein!!! Paulus schreibt hier:

18 – 20 Gott ist mein Zeuge, dass unser Wort an euch nicht Ja und Nein zugleich ist. Denn der Sohn Gottes, Jesus Christus, der unter euch durch uns gepredigt worden ist, durch mich und Silvanus und Timotheus, der war nicht Ja und Nein, sondern es war Ja in ihm. Denn auf alle Gottesverheißungen ist in ihm das Ja; darum sprechen wir auch durch ihn das Amen, Gott zum Lobe.



Jesus spricht:
„Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich (Joh 14,6)“.

Wir müssen also diese Wahrheit, diese einzige Wahrheit, denn es gibt ja nur eine Wahrheit, kennen, um mit Jesus ewig leben zu können. Wenn wir diese Wahrheit erkannt und verinnerlicht haben, dann besitzen wir die Heilsgewissheit und wissen, dass uns niemand mehr aus Seiner Hand rauben kann, siehe auch Joh 10,27–30:

„Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie, und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben, und sie werden nimmermehr umkommen, und niemand wird sie aus meiner Hand reißen. Mein Vater, der mir sie gegeben hat, ist größer als alles, und niemand kann sie aus des Vaters Hand reißen. Ich und der Vater sind eins.“

Sein Wort ist wahr.

Singen wir nun aus Lied 344 die zweite Strophe
„Lange suchte ich nach Frieden, nach Gewissheit, ew`gem Heil, doch erst, als ich Dir vertraute, ward Dein Friede mir zuteil! Lob und Ehre, Halleluja! Preis, Anbetung sei dem Lamm! Preis den HERRN, der mich errettet, als Er starb am Kreuzesstamm!“

Über das »weiße Haus« früherer Tage gibt es folgende Anekdote: Niedergeschlagen kommt ein Farmer aus dem Weißen Haus. Er hatte versucht, dem Präsidenten ein dringendes Anliegen vorzutragen. Aber die vielen Vorzimmer waren ihm ein unüberwindliches Hindernis. Er wurde abgewimmelt. Ihm wurde kein Zutritt gewährt. Wer hätte es auch anders erwartet? Doch da spielt ein kleiner Junge vor dem Palast. Er bemerkt das traurige Gesicht des Farmers und spricht ihn darauf an. »Kein Problem«, sagt der Kleine, »komm!« Der Farmer folgt dem Bub. Die Türen öffnen sich bis zum Arbeitszimmer des Präsidenten. Nun kann er ihm sein Anliegen vortragen und findet Gehör. Dann erkennt er das Geheimnis dieses ungehinderten Zugangs zum mächtigsten Mann der Vereinigten Staaten: Der kleine Junge war der Sohn des Präsidenten.

Welch ein Glücksfall, einen solchen »Türöffner« zu haben! Wie viel größer aber ist der Abstand des Menschen zu dem ewigen Gott, dem Schöpfer des Universums, dem Herrscher aller Himmelsgewalten?
Wie kann ein Mensch zu ihm Kontakt aufnehmen? Keine Chance. Nicht nur unsere Winzigkeit, sondern vor allem unsere Schuld hat eine unüberwindliche Barriere aufgebaut. Wie viel Mühen haben sich Menschen gemacht, die Türe zu Gott aufzustoßen. Ohne Erfolg. Aber Gott hat einen Zugang geschaffen durch seinen Sohn. Nun dürfen wir alle kommen: Nicht nur wenige Hochgestellte, sondern Menschen - wie Ihr und ich - dürfen direkt, ohne Vorzimmer, zu Gott kommen. Den Zugang ermöglicht uns sein Sohn Jesus Christus. Er allein gibt uns das Recht, »lieber Vater« zu dem heiligen Gott zu sagen. Durch den Glauben an den Sohn werden wir Gottes Kinder. Diese Chance sollten wir nutzen, denn nur Jesus bietet uns ein erfülltes Leben und darüber hinaus ein erfülltes ewiges Leben an. Jesus beschenkt uns mit Heilsgewissheit!

In allen genannten Textbeispielen, die zum heutigen vierten Advent vorgeschlagen sind, wird auch diese Heilsgewissheit ganz besonders betont, eine Heilsgewissheit, die uns ein ewiges Leben in Seinem himmlischen Reich garantiert! Also, packen wir nun dieses dritte Geschenk, dieses ewige Leben aus!

In Lukas 1, Vers 50 wird bereits in Marias Lobgesang diese Heilssicherheit angedeutet:

50 Und seine Barmherzigkeit währt von Geschlecht zu Geschlecht bei denen, die ihn fürchten.

Auch in Philipper 4 Vers 7 wird diese Heilssicherheit angedeutet

7 Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre eure Herzen und Sinne in Christus Jesus.“

Der Friede Gottes bewahrt auch mein Herz in Jesus Christus! Das ist auch meine Heilsgewissheit! Jesus Christus ist das Leben, Er schenkt mir ewiges Leben!

Zacharias beschenkt uns in seinem Lobgesang auch wieder mit Heilssicherheit, siehe Lukas 1

76 – 77 Und du, Kindlein, wirst ein Prophet des Höchsten heißen. Denn du wirst dem Herrn vorangehen, dass du seinen Weg bereitest und Erkenntnis des Heils gebest seinem Volk in der Vergebung ihrer Sünden, durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes…

Heil und Sündenvergebung wird uns hier versprochen, eine Verheißung, die Jesus an uns, Seinen gläubigen Nachfolgern, erfüllt hat!!

Auch unsere Verse aus dem 2. Korintherbrief schenken uns Heilsgewissheit, siehe
2. Kor 1, 21 – 22

Gott ist's aber, der uns fest macht samt euch in Christus und uns gesalbt und versiegelt und in unsre Herzen als Unterpfand den Geist gegeben hat.

Die Gläubigen sind bereits festgemacht in Jesus Christus, gesalbt und versiegelt durch Seinen guten Heiligen Geist. Wir können nicht mehr verloren gehen. Jesus schenkt uns ewiges Leben! Jesus ist der Weg, die Wahrheit und das Leben! Ein größeres Geschenk kann uns niemand anders machen, auch zu Weihnachten nicht!

Singen wir nun aus Lied 344 die dritte Strophe:

Deinem Dienste hingegeben, leb und sterb ich Dir allein, durch die Gnade der Erlösung, die mich machte frei und rein. Lob und Ehre, Halleluja! Preis, Anbetung sei dem Lamm! Preis den HERRN, der mich errettet, als Er starb am Kreuzesstamm!“
Paul Humburg, gesegneter Zeuge aus dem Raum des rheinisch-westfälischen Pietismus, gebrauchte einmal folgendes Bild, um dieses Heil zu beschreiben, welches wir in Jesus Christus haben:

Oberhalb des Rheinfalles von Schaffhausen waren zwei Männer mit ihrem Boot umgekippt und trieben hilferufend im Strom. Es wurde ihnen vom Ufer ein Rettungsseil zugeworfen. Der eine der beiden ergriff das Rettungsseil und wurde ans Land gezogen. Der andere klammerte sich in seiner Verwirrung und Todesangst an das Boot und trieb mit ihm in den Tod. Beide haben etwas ergriffen. Beide haben in den Stunden der höchsten Gefahr auf etwas ihr Vertrauen gesetzt. Beide haben an etwas geglaubt. Nur der eine ergriff das Richtige, der andere das Falsche. Es kommt nicht darauf an, dass man überhaupt etwas erfasst als seine Rettung in der Not des Todes, sondern dass wir das Richtige ergreifen. So auch im Blick auf unser ewiges Heil. Es gilt, die Wahrheit Gottes im Glauben zu erfassen. Ein aufmerksamer Bibelleser findet vor allem im Neuen Testament Hunderte von Bibelstellen, die immer wieder neu bestätigen, dass nur Jesus unser Weg und unsere Wahrheit und unser Leben sein kann. Diese Wahrheit ist so einfach, denn

Joh 3,16 Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.

Amen!

Singen wir zum Schluss die letzte Strophe aus Lied 344

„Ja, dem HERRN, der mich errettet, dem gehöre ich forthin, nicht mir selbst mehr, nur in Jesus, ruht mein Heil, liegt mein Gewinn! Lob und Ehre, Halleluja! Preis, Anbetung sei dem Lamm! Preis den HERRN, der mich errettet, als Er starb am Kreuzesstamm!“