Jesus genügt – der erhöhte Sieger
Predigt Jürgen vom 25. Januar 2004

(Teilweise wörtliche Zusammenfassung nach einer Kassettenvorlage von Bodo Hageneier, Christliches Bibelheim Oberstdorf)

Wie Ihr wisst, war ich vor in den Vorweihnachtstagen mit meiner Mutter in Oberstdorf, im christlichen Bibelheim. Bodo Hageneier war bis Ende Dezember letzten Jahres dort der geistliche Leiter und Hausseelsorger, nun ist er in seinen wohlverdienten Ruhestand gegangen. Viele von uns kennen ihn bereits, im Herbst des Jahres 2002 war er für eine halbe Bibelwoche bei uns. Bodo lässt unsere Gemeinde ganz herzlich grüßen.

In seinen mittlerweile Tausenden von Predigten und Botschaften malt er seinen Zuhören etwa dreißig Jahre lang immer wieder Jesus Christus als gekreuzigten und auferstandenen Sieger und Heiland vor Augen, in einer ergreifenden und auch oftmals originellen Art und Weise...

Ich habe uns heute mal eine seiner Botschaften mitgebracht, eine Predigt über sein heiß geliebtes Lieblingsthema: „Jesus genügt, der erhöhte Sieger.“ Größtenteils zitiere ich heute Bodo in dieser überarbeiteten Fassung, ich denke, er wird nichts dagegen haben. Hauptsache, Jesus wird gepredigt! Das könnte Bodos Lebensmotto sein!

Was muss das doch für eine große Stunde im Himmel gewesen sein, wenn man im Himmel überhaupt noch von einer Stunde reden kann, als Jesus Christus nach Seiner Kreuzigung, Auferstehung und Himmelfahrt zum Vater heimkehrte, so beginnt Bodo!

Was muss das doch für eine lange Reise gewesen sein, als er endlich, am Ende des Universums, zu Hause war... Wie viele Milliarden von Lichtjahren muss Jesus wohl geflitzt sein? Das sind natürlich nur unsere menschlichen Gedanken... Von einem Augenblick zum anderen war Jesus dort, unseren Augen entschwunden..., hinein in die Welt der Allgegenwart, der Welt der Allwissenheit und der Allmacht Gottes. Was muss es da doch für einen Empfang im Himmel gegeben haben...!!!

Jesus wird erhöht, siehe

Phil 2,9 Darum hat ihn auch Gott erhöht und hat ihm den Namen gegeben, der über alle Namen ist

Und warum? Darum..., weil Er sich erniedrigt hat, siehe einen Vers zuvor

Phil 2,8 Er erniedrigte sich selbst und ward gehorsam bis zum Tode, ja zum Tode am Kreuz.

Jesus hat sich in einer Weise erniedrigt, wie wir es uns nicht vorstellen können. Der Heilige macht sich selbst zum Sünder, um unser Knecht zu sein... Ein Knecht in dem Sinne, in dem Jesus alles tat, was nötig war, damit wir zu Herren werden und mit Ihm vor dem himmlischen Thron sein können. Deshalb hat diese Himmelfahrt auch eine unglaublich große Bedeutung für uns.

Singen wir nun aus Lied 302 die erste Strophe:
Jesus Christus herrscht als König, alles wird Ihm untertänig, alles legt Ihm Gott zu Fuß, aller Zunge soll bekennen, Jesus sei der HERR zu nennen, dem man Ehre geben muss.

Jesus Christus herrscht als König... Worüber? Was ist denn damit gemeint? Alles! Alles! Es gibt nichts, was Jesus nicht untertan ist! Ja, und der Teufel? Der muss Ihm auch untertan sein. Er kann nichts tun, was nicht in Seinem Plan ist! Der gesamte Erlösungsplan Gottes konzentriert sich auf das Kreuz. Wisst Ihr aber, was das Kreuz war? Der pünktliche Plan Gottes, welcher wann gefasst worden ist? Vor Grundlegung der Welt, sagt die Bibel! Das ist ein Geheimnis des Kreuzes, unfassbar und nicht auszudenken von uns...! Wir können Gott nicht begreifen, zumindest heute noch nicht! Der Sohn Gottes war Mensch geworden, ein wahrhaftiger Mensch. Jesus war als Stellvertreter aller Menschen unter der Last der Sünde zusammengebrochen und begraben worden. Er ging als Sieger aus dem Grab und hat das Werk der Erlösung vollendet, indem Er den letzten Feind besiegt hatte: den Tod! Jesus hat den Willen des Vaters vollkommen erfüllt. Seine Heimkehr ist ein Triumph, ein Triumph über die Sünde und ein Triumph über den Teufel und damit auch ein Triumph über den Tod.

Seine Heimkehr ist ein Triumph. Um den Sieg von Jesus zu verstehen, müssen wir den Feind kennen, den Er besiegt hat. Je größer und stärker und mächtiger der Feind ist, desto größer und mächtiger ist Sein Sieg. Die Größe des Sieges richtet sich also nach der Macht des Feindes, der bezwungen worden ist. Die Bibel sagt ganz deutlich von diesem Feind

Eph 6,12 Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Mächtigen und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in dieser Finsternis herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel.

Also, Gott der HERR steht mit dem Heer der himmlischen Heerscharen der teuflischen Kriegsmacht gegenüber. Wir werden nicht im Zweifel darüber gelassen, dass der Teufel eine Persönlichkeit ist, listig und klug, mit übernatürlicher Gewalt. Er herrscht in der Luft und Christus nennt ihn Fürst dieser Welt. Sein Wille ist gegen Gottes Willen gerichtet, gegen das ganze Heer Gottes im Himmel und auch auf der Erde. Der Gemeinde steht also wirklich ein Heer von Dämonen gegenüber, vergessen wir das nicht! Satans Wille steht gegen Gottes Willen. Das ist das gewaltige Drama zwischen Gott und dem Teufel. Der Weltenkampf, dessen Schauplatz die Erde ist und im Besonderen das Herz des Menschen. Es wäre töricht, die Macht des Teufels zu unterschätzen, Es gibt ja Leute, die meinen, sie könnten den Teufel als eine Puppe und als niedliches Spielzeug gebrauchen. Früher oder später wird jeder Mensch, der solch „harmloses Spielzeug“ benutzt, in den Bann dämonischer Mächte kommen. Manch einer ist in der Schule, in der Frühstückspause vielleicht, beim Gläserrücken oder beim Tischrücken in den Bann des Teufels gekommen. Solch „harmlose Spielchen“ sind eine Einstiegsdroge in den Satanismus. In meiner Stube, so erzählt Bodo Hageneier, habe er einen Diakon sitzen gehabt, der Religionsunterricht gibt. Er habe seinen Schülern das Pendeln gezeigt und erklärt..., um ihnen zu zeigen, das das alles nur eine Spielerei ist. Alles Humbug!?! Da sieht man, wie harmlose, naive Menschen darauf hineinfallen und unter die Macht des Teufels kommen. Was meinen sie wohl, wie groß das Heer von Hausfrauen ist, die mit dem Pendel einkaufen gehen. Damit sie wissen, was für sie am besten ist. Was meinen sie, wie viele Heilpraktiker das Pendel fragen, um herauszufinden, ob dieses oder jenes Medikament für ihre Patienten richtig oder falsch ist. Eine frühere Arbeitskollegin von mir, aus München, befragte regelmäßig als überzeugte Esoterikerin das Pendel, ganz in der Meinung, so würde sich Gott ihr gegenüber offenbaren...

Das sind die Heerscharen der Dämonen... Wir haben es im alltäglichen Leben mit den Mächten der Finsternis zu tun. Es bilde sich keiner ein, er würde diesen Kampf gewinnen. Noch einmal: Es ist töricht, die Macht des Teufels zu unterschätzen. Glaubt doch nicht, dass Harry Potter und Halloween harmlose Spielereien sind... Oder das ganze Drumrum mit Momo und der unendlichen Geschichte... Als ob das harmlose Kinderfilmchen sind... Im Gegenteil, das sind systematische Einführungen in die Welt des Okkulten und des Esoterischen. Diese Macht des Teufels sehen wir auch über den Menschen im Paradies. Ihr kennt die Geschichte von Adam und Eva und dem Sündenfall. Die Macht des Teufels sehen wir in der Weltgeschichte, auch in der heutigen Zeit und im Leben der Einzelnen.

Ganz aktuell möchte ich hier aus einen Bericht aus Idea Nr. 3 vom 14. Januar 2004 zitieren. Der lutheranische Pfarrer Stefan Scheuerl arbeitete bis vor kurzem in Tansania, unter den kriegerischen Massai. In „Idea“ erzählt er: „Wir Lutheraner sind nüchterne Menschen. Wir machen keinen Spektakel.“ Doch das es Dämonen gibt und sie durch Jesus Christus besiegt werden können, daran zweifelt er längst nicht mehr. Zwischen 4000 – 5000 Menschen vom Stamm der Massai habe er getauft. Männer kommen kaum in die Gottesdienste, denn Religion ist unter den Massai traditionell Frauensache. In den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts breitete sich unter den Massai eine Krankheit aus, gegen die sie kein Mittel fanden. Immer mehr Frauen werden besessen. Sie verdrehen die Augen, fallen in Trance, schreien und zucken... Ärzte vermuten, dass sie durch den Kontakt mit Zauberen aus den umliegenden Bantustämmen entstand. Für die Frauen, so stellte es sich heraus, gab es merkwürdigerweise nur ein Heilmittel: Die christliche Taufe. Dann wurden sie gesund. Weil nichts anderes half, ließen die Medizinmänner der Massai die Frauen zu christlichen Missionaren gehen. Wie solch eine Heilung abläuft, hat Stefan Scheuerl selbst hunderte Male erlebt. „Ich taufe Dich im Namen Gottes“ beginnt er und gießt mit der Hand den ersten Wasserschwall über den Kopf der Frau aus. Diese bricht in ein wahnsinniges und wütendes Geheul aus, fällt zu Boden und wälzt sich im Staub. Zwei Frauen helfen ihm, die am Boden Liegende aufzurichten, damit Scheuerl die Taufe vollziehen kann.... „im Namen des Sohnes und des Heiligen Geistes!“ Nach etwa einer Minute hört sie auf zu schreien. Alle Frauen, die getauft wurden, sind für den Rest ihres Lebens von ihrem Dämon geheilt. Gewöhnlich tauf Scheuerl nur Menschen, die vorher im Glauben unterrichtet wurden. Doch manche Frauen sind in ihrer Besessenheit so gefangen, dass sie dazu nicht mehr fähig sind. Dann müssen sie versprechen, nach der Taufe den Bibelunterricht zu besuchen. Einmal war nicht einmal das möglich. Zwölf Frauen wollten sich von ihm taufen lassen. Als Scheuerl den Gottesdienst mit den ersten Worten der Liturgie beginnt, fallen alle zwölf zu Boden und schreien wie wahnsinnig. Scheuerl verzichtet auf die Liturgie und macht zwölf Nottaufen. Danach begann er den Gottesdienst noch einmal.“ Soweit „Idea“

Singen wir nun aus Lied 302 die zweite Strophe:
Nur in Ihm, o Wundergaben, können wir Erlösung haben, die Erlösung durch Sein Blut. Hörts, das Leben ist erschienen, und ein ewiges Versühnen kommt in Jesus uns zugut.

Das ist gerade das Unheimliche dieser Zeit, das wir uns dämonischen Mächten gegenüber sehen, gegen die wir weder mit Kanonen, noch Flugzeugen und Atombomben vorgehen kann. Kein Mensch kann den Teufel besiegen. Kein Mensch kann den Teufel besiegen! Es glaube bloß kein Mensch, er könne in einem persönlichen Zweikampf mit dem Teufel Sieger sein!
Nur Unser HERR Jesus Christus ist der Sieger! Wodurch? Durch Kreuzigung und Auferstehung! Als Er die Strafe aller Menschen trug, da nahm Er dem Teufel jegliches Recht an den erlösten Menschen. Die Kette, mit der der Teufel die Menschen gebunden hatte, wurde zerschnitten und zerrissen. Ob wir es wissen oder nicht, ob wir es glauben oder nicht, ob wir Gebrauch davon machen oder nicht, es ist eine unumstößliche Tatsache: Jesus Christus ist der Sieger, der Teufel hat über Ihn keine Macht mehr! Pünktlich genau hat Jesus alles bezahlt, um zu demonstrieren: Die Macht des Teufels ist ein für alle Male gebrochen! Wenn ich natürlich den Sieger, der für mich den Sieg errungen hat, nicht für mich in Anspruch nehme, dann habe ich natürlich auch keinen Anteil an Seinem Sieg. Alleine in Christus ist der Sieg! Jesus Christus ist der Sieger, der Teufel hat keinerlei Macht mehr. Diese Tatsache wird uns in der Bibel verbürgt. Jesus hat für alle den Tod geschmeckt. Stimmt das? Ja, für Alle! Es reicht! Der Schöpfer aller Dinge hat für die ganze Schöpfung bezahlt und hat damit auch dem Tod die Macht genommen.

Wenn wir uns Jesus, Ihn selbst, zur Hauptsache machen, dann haben wir Anteil an allem, was Er ist, was er getan hat und was auch Sein Erbe ist! Das ist auch mein Erbe! Gott hat Ihn gesetzt über alle Fürstentümer, Gewalt, Macht und Herrschaft! Gott hat es getan, es ist geschehen! Aber jetzt die Frage: Wir sehen doch so wenig über diesen Sieg? Schaut doch einmal hinein in diese Welt! Denken wir doch an den 11. September... Denken sie doch an die Ängste vor Gewalt und Terrorismus, unter der so viele Menschen in den Großstädten leiden... Das kann doch nicht göttlich sein! Solch ein Terror, das ist doch Dämonie! Können wir heute nicht viel mehr sagen, der Teufel ist Sieger? Stehen Gottes Wort und unsere Erfahrungen nicht in einem totalem Widerspruch? Oder ist es bei Euch schon so weit, dass Ihr über allem steht, als totaler Sieger, wie Jesus?!? Das Wort Gottes sagt: Jesus ist Sieger! Aber die Erfahrung sagt: Der Teufel ist Sieger! Das macht uns manchmal große Mühe, das ist das Wesen der Anfechtung! Warum ist die Tatsache, das Jesus Christus der Sieger ist, noch nicht viel, viel mehr in Erscheinung getreten? Wenn Jesus der Sieger ist, warum macht Er dann von Seinem Recht als Sieger nicht viel mehr Gebrauch? Heute, hier und jetzt? Warum löst dieser Sieg nicht schon heute die Verurteilung des Teufels und seine ewige Verdammnis aus? Wie gerne hätten wir es manchmal, das Jesus als Sieger eingriffe und endlich Seine Macht gegenüber Satan geltend macht! Aber, der HERR wartet. Er wartet in der Kraft des Siegers. Souverän auf Seinem Thron. Gott richtet keinen Menschen, kein Volk und keinen Teufel, bevor Mensch, Volk und Teufel endgültig gerichtsreif sind. Das ist der Grund, weshalb Jesus wartet. Der Teufel soll erst bis zum äußersten zeigen und offenbar machen, was in ihm ist. Seine ganze boshafte Gewalt muss erst offenbar werden! Ich grüble öfter mal über das zukünftigeTausendjährige Reich nach, denke, dass der Teufel dann bereits tausend Jahre gebunden sein wird und die Völker werden dann schon tausend Jahre Wunder über Wunder erlebt haben, den Frieden Gottes hier auf Erden im Tausendjährigem Reich. Und dann wird der Teufel noch einmal losgelassen werden? Es geht wieder los??? Und schlimmer noch als vorher???

Jesus, der existiert nicht.... Doch, sie werden es sagen, obwohl diese Menschen tausend Jahre lang Jesus haben sehen können...Und jetzt geht es mit dem Teufel wieder los! Aber das muss auch in der Zukunft erst noch offenbar werden, dass der Mensch unverbesserlich ist – und der Teufel auch!

Der Mensch ohne Gott kann sich nicht ändern! Heute stehen wir vielleicht, gerade vor der entsetzlichsten Machtentfaltung des Teufels, die kurz vor dem Ende kommen muss. Wir stehen vielleicht an der Schwelle der Zeit, in der der Teufel durch den Antichristen zum entscheidenden Schlag gegen Jesus Christus ausholen will, ich meine jetzt natürlich die Zeit vor dem Tausendjährigen Reich! Ich denke, wir leben jetzt wirklich schon an der Schwelle der Endzeit. Der siegreiche Tag unseres Herrn kommt nun einmal nicht eher, bevor vor dem tausendjährigen Reich der große Abfall kommt, lesen wir

2Thes 2,3 Laßt euch von niemandem verführen, in keinerlei Weise; denn zuvor muß der Abfall kommen und der Mensch der Bosheit offenbart werden, der Sohn des Verderbens.

2Thes 2,4 Er ist der Widersacher, der sich erhebt über alles, was Gott oder Gottesdienst heißt, so dass er sich in den Tempel Gottes setzt und vorgibt, er sei Gott.

Singen wir nun aus Lied 302 die dritte Strophe:
Jesus Christus ist der Eine, der gegründet die Gemeinde, die Ihn ehrt als teures Haupt. Er hat sie mit Blut erkaufet, mit dem Geiste sie getaufet, und sie lebet, weil sie glaubt.



Aber auch in dieser Zeit, in der die Siegesgewalt von Jesus Christus vor aller Welt noch nicht in Erscheinung tritt, ist Jesus der Sieger! Ihr Lieben, Jesus sitzt bereits auf dem Thron als Sieger! Auch dann, wenn da unten auf der Erde wirklich der Teufel los ist! Der Teufel hat keine selbstständige Macht, er kann nur soweit handeln, wie es ihm Jesus Christus erlaubt. Das gilt natürlich auch für unsere ganz persönlichen Ängste und Bedrängnisse und Engpässe...

Joh 16,33 Das habe ich mit euch geredet, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.

Jesus ist Sieger. Das ist Trost und Gewissheit, auch in unserer Zeit! Aber der Sieg unseres HERRN Jesus Christus hat auch eine gewaltige Bedeutung für jeden einzelnen. Der Sieg Jesu Christi über den Teufel ist die größte Befreiung für einen geknechteten Menschen! Es ist eine Botschaft der Freude für alle Menschen, die noch in den Ketten des Teufels leben und unter der Bosheit der Sünde leiden

Joh 8,34 Jesus spricht: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer Sünde tut, der ist der Sünde Knecht.

Die Menschen sind Sklaven der Sünde. Niemand aber ist gerne ein Sklave, erst recht nicht ein Sklave des Teufels! Oder seid Ihr das gerne? Aber in dem Moment, wo wir noch sündigen, beweisen wir als Christen, dass wir da dem Feind noch genügend Spielraum geben. An dieser Stelle darf man und muss man natürlich fragen: Willst Du frei werden? Von all den Quälereien, auch durch sinnliche Begierden? Willst Du frei werden? Du hast gewiss alles versucht, um Dich zu befreien, aber alle guten Vorsätze scheiterten. Alle Tränen waren vergeblich. Alle heiligen Versprechungen wurden wieder gebrochen. Noch nie erlebt? Wir müssen die bittere Wahrheit erfahren, dass sich niemand selbst aus den Ketten des Teufels befreien kann. Im Zweikampf mit dem Teufel haben wir keine Chance. Aber Jesus ist erhöht, er sitzt zur Rechten Gottes, nachdem Er den Teufel besiegte und ihm jedes Anrecht an jedem Menschen nahm. Und wir dürfen aus Seiner Vergebung heraus leben! Du bist ein völlig befreiter Mensch, sobald Du Jesus Christus als Deinen Befreier annimmst! Das müssen wir wirklich als eine Glaubenstatsache, die vor zweitausend Jahren für alle Menschen geschehen ist, annehmen, auch wenn wir in unserer Erfahrungswelt etwas anderes erleben! Wir leben nicht aus Erfahrung, sondern aus dem Glauben an das vollbrachte Werk Jesu Christi!

Joh 8,36 Wenn euch nun der Sohn frei macht, so seid ihr wirklich frei.

Solch ein befreiter Mensch steht vor Gott so, als hätte er noch niemals in seinem Leben gesündigt! Denn Gott, der allmächtige Vater, sieht uns nicht mehr in uns selbst, Gott sieht uns in Jesus Christus! Das ist die wunderbare Formel des Paulus für all das, was Christsein heißt: In Christus sein... Wodurch? Durch gute Werke? Vergiß es! Wodurch? Durch Christus! Jesus Christus verbürgt uns die Freiheit und wir dürfen uns auf Sein Wort hin ab sofort als freie Menschen betrachten und auch benehmen., nicht aus eigener Kraft heraus, sondern aus der Kraft, die Jesus Christus uns täglich schenken möchte! Wenn wir Ihn als HERRN und Heiland anerkennen und in Ihm bleiben. Das ist das Geheimnis des Glaubens, Jesus Christus in uns und mit uns und durch uns! Freilich, im Erfahrungsbereich, werden wir erleben, dass dies nur ein langsames Wachsen ist. Diese Abhängigkeit von Gott ist unser Glück, und dieses Glück wird zur Freude, und diese Freude in Christus wird für uns zu unserer Kraft, einen Schritt vorwärts zu gehen im Gehorsam. Anders geht es nicht. Bei Euch nicht und bei mir nicht.

Und jetzt die Frage: Wo stehst Du? Entweder unter dem Teufel oder unter Jesus Christus? Wenn Du unter Jesus Christus stehst durch eine eindeutige Hinkehr zu Ihm als Antwort auf Seine Hinkehr zu Dir, dann darfst Du wissen: Ich bin ein Kind des Heilandes! Diese Frage stellt sich auch für uns Christen eigentlich tagtäglich, zum Beispiel dann, wenn wir aufstehen. Mit wem will ich jetzt durch den Tag gehen? Der Teufel ist der erbitterte Feind eines Gläubigen. Er versucht alles, um ihn von außen anzugreifen und um ihn zum Abweichen in seiner heiligen Nachfolge zu bringen. Die Anfechtung ist noch keine Schuld der Gläubigen. Man könnte vielmehr fast schon von einer Ehre sprechen, wenn der Teufel uns angreift. Er greift nämlich nur den an, bei dem er weiß, bei dem wird es sich lohnen! Dreierlei macht einen Gläubigen aus: Gottes Wort, Gebet und Anfechtung!

Jak 1,2 Meine lieben Brüder, erachtet es für lauter Freude, wenn ihr in mancherlei Anfechtungen fallt...

Jakobus hat uns das gesagt, und er hat uns durch den Heiligen Geist geschrieben. Je ernster wir also Jesus Christus bekennen, desto heftiger werden wir oft angegriffen. Wir können die Angriffe des Feindes nicht verhindern, aber wir müssen wissen, wie wir ihnen begegnen können und müssen. Gehen wir von der Tatsache aus, dass Jesus Christus den vollkommenen Sieg über den Teufel errungen hat und dass deshalb der Teufel ein völlig besiegter Feind ist. Das ist die Ausgangsbasis. Was folgt daraus für mich? Dann brauche ich den Sieg nicht mehr erringen, er ist bereits errungen. Also, gib es auf: Ärmel hoch und kämpfen, der soll mal sehen, wer ich bin! Dann habt Ihr schon verloren.
Singen wir nun aus Lied 302 die vierte Strophe:
Gebet doch dem Mann der Schmerzen, euer Leben, eure Herzen, saget Ihm doch alle Not! Christus kann die Wunden heilen, Frieden weiß er auszuteilen, Leben schenkt Er aus dem Tod.

Der Sieg liegt nicht mehr vor mir wie ein unerreichtes Ziel und Ideal, sondern der Sieg liegt bereits hinter mir. Als eine geschichtliche Tatsache, die bereits geschehen ist. Und wo? Am Kreuz! Am Ostermorgen ist es offenbar geworden vor allen, es ist nicht mehr zu leugnen. Ich habe bereits den Sieg, auch wenn mich der Feind immer wieder angreifen möchte! Das ist eine ganz gewaltige Botschaft für abgekämpfte und mutlose und vor Angst zitternde Menschen. Wir brauchen den Sieg über Satan und Sünde nicht mehr erringen, wir können es auch gar nicht, sondern wir haben den errungenen Sieg in Jesus Christus im Glauben anzunehmen. Sei dankbar, dass Jesus bereits für Dich gesiegt hat..., anstatt um Seinen Sieg zu bitten.
So macht es auch Paulus übrigens, der wahrhaftig zu siegen verstand, obwohl er wohl bestimmt die allergrößten Anfechtungen in seinem Leben überwinden musste. Lest zum Beispiel aus Römer 7:

Röm 7,19 Denn das Gute, das ich will, das tue ich nicht; sondern das Böse, das ich nicht will, das tue ich.
Röm 7,20 Wenn ich aber tue, was ich nicht will, so tue nicht ich es, sondern die Sünde, die in mir wohnt.
Röm 7,24 Ich elender Mensch! Wer wird mich erlösen von diesem todverfallenen Leibe?

Und jetzt fängt Paulus an zu danken...

Röm 7,25 Dank sei Gott durch Jesus Christus, unsern Herrn! So diene ich nun mit dem Gemüt dem Gesetz Gottes, aber mit dem Fleisch dem Gesetz der Sünde.
Röm 8,1 So gibt es nun keine Verdammnis für die, die in Christus Jesus sind.

Es ist vollbracht. Wer dies gelernt hat, hat bereits das Geheimnis des Sieges und des Siegers kennengelernt. Wenn aber nun der Feind anstürmt und ich seine Gewalt spüre? Was habe ich dann zu tun? Um mich zu schlagen – oder ganz still zu werden, um mich hineinzubegeben in die Arme von Jesus und zu danken: „HERR Jesus, ich danke Dir, dass Du für all das starbst, was mir jetzt zur Anfechtung werden will!“

Jetzt kommt natürlich der Einwand und wir sagen: „Aber man kann doch nicht einfach die Hände in den Schoß legen, oder?“ Nein, Du hast Dich als Sieger zu benehmen! Das ist auch eine Aktivität, aber nicht die Aktivität unseres Fleisches, sondern die Aktivität des Glaubens. Der Teufel ist besiegt. Was kann er uns also noch anhaben. Wir haben ihn als besiegten Feind zu behandeln. Er kann uns Geld und Gut und Leib und Leben nehmen, wenn Jesus Christus es erlaubt, aber niemals kann er uns mehr besiegen. Es wird eines Tages tatsächlich so sein, und zwar bei uns allen. Wenn er uns dann das allerletzte nimmt, Leib und Leben, Gut und Blut, dann hat das zwar nach außen hin den Anschein, als ob wir komplett besiegt worden wären, aber durch Jesu Auferstehungskraft wird alles umgewandelt in den letzten Sieg. Den herrlichsten Sieg. Aus der engsten Enge wird uns Jesus in die allergrößte Weite führen. Und wir dürfen einziehen in die Hütten Gottes, in die Wohnung Gottes, die Er uns zubereitet hat. Dann gibt es keine Anfechtungen, keine Tränen und Schmerzen mehr.

Paulus war unüberwindlich, bis er seinen Auftrag ausgeführt hat, und dann war er am Ziel. Ich weiß nicht, ob Ihr John Bunyan kennt, die „Pilgerreise“. Da erzählt er, wie „Christ“ auf schmalen Wegen geht und von ferne zwei Löwen brüllen hört. Es wird ihm Angst und bange, aber er muss vorwärts. Bald sieht er den tobenden Löwen, an jeder Seite seines schmalen Pfades einer. Erkann sich an fünf Fingern ausrechnen, dass diese Löwen zuschnappen, wenn er vorbeigeht. Dann bin ich erledigt... „Christ“ geht trotzdem weiter, mit dem Aufblick auf die Verheißungen Gottes. Mitten auf dem schmalen Weg merkt er: Die Löwen sind angebunden, und sie können nicht weiter, um ihn anzugreifen! Sie können nicht weiter, als Gott es zulässt. Das ist genau unsere Situation. Der „Christ“ schreitet weiter unangetastet an ihnen vorbei... Solche Erfahrungen müssen erst mal gemacht werden, diese Erfahrungen des Sieges in dem Leben der Gläubigen. Die Tatsache des Sieges von Jesus Christus wird zur Erfahrung des Sieges im täglichen Leben. Es genügt nicht, den Sieg Jesu Christi anzuerkennen, wir müssen ihn auch ausnützen, glaubend für mich in Anspruch nehmen! Christus verstand zu siegen. Wir verstehen so schlecht, aus Seinem Sieg heraus zu leben und mit Seinem Sieg über unsere Anfechtungen zu rechnen. Es ist uns eine gewaltige Vollmacht durch den erhöhten Christus gegeben. Sind wir am Kreuz eins mit Ihm geworden, haben wir Ihm unseren Tod gegeben und haben Sein Leben dafür genommen, so haben wir gleichsam die Rollen vertauscht. Er wurde zum Sünder, und ich zum Sieger! Aber das muss glaubend in Anspruch genommen werden! Jesus wurde zum Sterbenden, und ich habe Auferstehungsleben in Ihm, welches mir keiner mehr nehmen kann. Das kommt erst dann so richtig zur Geltung, wenn mein Leib, der noch das Gesetz des Todes und der Sünde in sich trägt, verfault. Dann steht der Himmel offen. Jesus wurde zum Sünder, und wir zum Sieger, Ihr Lieben, das ist unsere Botschaft! Weil wir als Gläubige in Jesus Christus sind, sind wir stärker als der Feind.

Eph 6,10 Zuletzt: Seid stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke.
Eph 6,11 Zieht an die Waffenrüstung Gottes, damit ihr bestehen könnt gegen die listigen Anschläge des Teufels.

Diese volle Waffenrüstung ist Jesus Christus!
Was haben wir dabei zu tun? Nur eins. In Ihm bleiben, in der Waffenrüstung bleiben. In einer starken Festung ist jeder geborgen. Der stärkste Mann und das schwächste Kind. Ich könnte mir vorstellen, dass sich das schwächste Kind dabei immer noch geborgener fühlt als der stärkste Mann, der immer noch in Versuchung steht, seine Stärke zu gebrauchen. Da kann sogar der Schwerbewaffnete seine eigenen Waffen ablegen, die Festung genügt völlig. Solange wir in Jesus Christus bleiben, sind wir unerreichbar für den Feind. Ihr Lieben, das weiß der Teufel sehr, sehr gut. Der Teufel glaubt übrigens viel mehr an Gottes Wort als wir selbst, siehe

Jak 2,19 Du glaubst, dass nur einer Gott ist? Du tust recht daran; die Teufel glauben's auch und zittern.

Deshalb rennt er nicht gegen die uneinnehmbaren Mauern der Festung an, gegen Jesus, sondern er versucht immer wieder listig, uns aus der Festung herauszulocken. Oft sieht es so harmlos aus. Der Teufel versucht uns nicht mit schweren Sünden, sondern viel eher mit kleinen Kompromissen, wenn wir beispielsweise die Stille Zeit vernachlässigen. Die Gnadenmittel, die ich bekommen sollte, um in Ihm zu bleiben, nehme ich dann nicht auf – und dann bin ich wieder in mir selbst, bin angreifbar, weil ich auf mich schaue, und nicht auf Ihn.

In unserer Nachfolge sind wir nur stark in dem HERRN. In dem HERRN sind wir unbesiegbar, in dieser Waffenrüstung. Das erinnert an eine Szene aus dem Nibelungenlied, die natürlich mit dem Evangelium nichts zu tun hat. Aber da ist etwas drin, was sehr vergleichbar ist und eine Wahrheit des Evangeliums auch zum Ausdruck bringen könnte. Gunter wollte Brunhilde gewinnen, aber er musste um sie kämpfen. Er sollte springen. Wer am weitesten springt, bekommt Brunhilde. Aber Gunter konnte nicht gut springen. Da kam Siegfried und bedeckte sich mit einer Tarnkappe, so dass ihn keiner sehen konnte. Siegfried konnte sehr gut springen. Er nahm Gunter unter den Arm und beide sprangen. Man sah Gunter, aber Siegfried war der eigentliche Springer. Unser Evangelium ist natürlich kein Mythos und keine Heldensaga, sondern millionenfach mehr, nämlich Wahrheit und Leben. Deshalb, versteht doch: Mit Christus werden wir siegen! Amen!

Singen wir nun aus Lied 302 die fünfte Strophe:
Ich auch auf der tiefsten Stufen, ich will glauben, singen, rufen, da ich noch auf Erden bin: Jesus Christus herrscht als König, alles sei Ihm untertänig, ehret, liebet, lobet Ihn!