Predigt Jürgen 23 Oktober 2005

Kraft

2Kor 12,9 Und er hat zu mir gesagt: Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, damit die Kraft Christi bei mir wohne.

Im September traf ich in den Zillertaler Bergen auf einen Wanderer, so etwa in meinem Alter, in meiner Größe und in meiner Gewichtsklasse. Ein offensichtlich entscheidender Unterschied zwischen uns beiden ist nicht nur, dass er verheiratet ist und Kinder hat, nein, darüber hinaus ist er auch besonders fit. Vielleicht hält solch eine Ehe ja besonders fit… Doch dieser durchtrainierte Wanderer ist sicherlich nicht nur besonders durchtrainiert, weil er es in seinem Leben zu einer kleinen Familie gebracht hat…

Ein kleiner bescheidener Rucksack ziert seinen Rücken…, in solch einem Ranzen hätten bei mir vielleicht nur Brotzeit, Getränke und eine Bibel Platz gehabt. Das sieht ja ganz nach einer Halbtagestour aus… Doch weit gefehlt… Er sei schon neun Tage unterwegs, auf einer Wanderung von München nach Venedig…, nach 26 Tagen wolle er dort ankommen und dort auf seine Frau und Kinder treffen. Ich fragte ihn nach dem Geheimnis seiner Fitness. Recht untrainiert sei er losgegangen, von München über Bad Tölz ins Karwendel hinein… Gerade die ersten Tage im flachen Voralpenland seien für ihn besonders wichtig gewesen, hier habe er vor allem Kraft und Kondition tanken können, ohne sich allzu sehr anstrengen zu müssen. Erst nach einigen Tagen gab es die erste große Herausforderung für ihn… durch das besonders anstrengende Schlauchkar ging es auf die Birkarspitze im Karwendel hinauf… bevor es dann endlich wieder hinab ging, ins Inntal hinunter. Ohne eine mehrtägige Einlaufzeit entlang der Isar hätte er diese Hürde gewiss nicht nehmen können. Mittlerweile, nach neun Tagen, machen ihm täglich tausend Höhenmeter rauf und runter nichts mehr aus… für mich ein sehr schönes Beispiel dafür, wie sich Kraft und Kondition antrainieren lassen können.

Im letzten Winterhalbjahr habe ich regelmäßig in einem Fitness –Studio trainiert. So war ich während einer Bergwanderwoche im Juni dieses Jahres in Südtirol einigermaßen fit. Dann kam die Sommerzeit, dann kam meine Mutter, dann kam der Regen, es blieb wenig Lust und Zeit zum trainieren, mit der Folge, dass ich im Juli und im August fast gar nichts für meine körperliche Fitness getan habe. Ende August war es wieder soweit. Ich wollte meine Kraft am fast 2000 m hohen Sommwendjoch in der Nähe von Bayrischzell messen. Doch wie kläglich hätte ich fast versagt… Nur mit großer Mühe und unter wesentlich höherem Zeitaufwand als normal erreichte ich endlich keuchend und schnaufend das Gipfelkreuz.
Für mich ist das ein sehr schönes Beispiel dafür, wie man Kraft und Kondition auch schnell wieder verlieren kann, wenn man ein regelmäßiges Training für längere Zeit ganz einfach ausfallen lässt.

Genauso ist es auch im geistlichen Bereich. Ich darf da auch wieder aus eigener Erfahrung berichten. In den ersten Jahren nach meiner Bekehrung ging es mit mir beständig bergauf, die Kurve zeigte nur selten nach unten. Ich lebte voll in Seiner ersten Liebe. Nach einigen Jahren hatte ich wohl ein gewisses „Level“ erreicht, mein geistliches Leben plätscherte so vor sich hin, zufrieden und satt war und fühlte ich mich, fast so wie in einem kleinen Paradies mit eigenem Badestrand, hier, am Starnberger See… Nach knapp neun Jahren im Glauben an unseren HERRN Jesus dachte ich mir, dass dies doch wohl nicht alles sein könne und ich suchte nach neuen Herausforderungen. Wie ihr wisst, habe ich mir sodann im Jahre 2001 vorgenommen, täglich in der Stillen Zeit eine Andacht zu schreiben… Ich wollte ganz einfach in Seinem Wort weiterkommen und dazulernen, dieses Jahr sollte ein geistliches Einkehrjahr sein, auch als Ersatz für eine mir nicht mehr mögliche Bibelschule… Und der HERR hat gewaltig gesegnet, das Andachtsbuch ist fertig geworden… Über 1000 Arbeitsstunden stecken in diesen mehr als 500 eng beschriebenen Computerseiten. In diesem Jahr 2001 sprang ich tatsächlich von einem geistlichen Höhepunkt zum Nächsten… Das tägliche Studieren, Nachdenken und Schreiben einer Andacht war der Höhepunkt eines jeden Tages. Sein Wort trug mich in diesem Jahr ganz besonders… Und wie ist es seitdem weitergegangen? Habe ich auch das getan, was ich mir täglich selber vorgepredigt habe? Nach fast vier Jahren bemerke ich mit Erschrecken, dass ich mir seitdem wieder viel weniger Zeit zum Bibellesen und zum Gebet nehme. Sicherlich, ich bleibe täglich dran an Seinem Wort, doch es könnte in meinem Leben noch viel mehr zu seiner Ehre geschehen. Vieles plätschert wieder vor sich hin, auch die Mitarbeit in der Gemeinde bereitet heute wieder oft mehr Mühe als Freude.

Nach meiner müden Erfahrung am Sonnwendjoch trainiere ich wieder regelmäßig, nicht nur in einem Fitnessstudio. Ich merke, wie Kraft und Kondition langsam wieder zurückkommen.

Doch wie lässt sich am besten wieder eine angefochtene Seele mit geistlicher Kraft und Fitness stärken? Hierum soll es heute gehen, hier möchte ich selbst wieder einen neuen Anlauf wagen. Dabei soll uns heute ein Vers des Paulus aus 2. Kor 12,7-9 leiten

2Kor 12,7 Und damit ich mich wegen der hohen Offenbarungen nicht überhebe, ist mir gegeben ein Pfahl ins Fleisch, nämlich des Satans Engel, der mich mit Fäusten schlagen soll, damit ich mich nicht überhebe.
2Kor 12,8 Seinetwegen habe ich dreimal zum Herrn gefleht, dass er von mir weiche.
2Kor 12,9 Und Er hat zu mir gesagt: Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, damit die Kraft Christi bei mir wohne

Worum handelt es sich nun bei Paulus' Pfahl im Fleisch? Wir können nur eines sicher sagen, dass es ein leibliches Problem war, das Gott in seinem Leben zulässt. Zweifellos will der Herr nicht genau sagen, was der Pfahl ist, damit versuchte und angefochtene Heilige eine engere Verbundenheit mit dem Apostel empfinden, wenn sie leiden müssen. Der Apostel beschreibt den »Pfahl für das Fleisch« als einen »Engel Satans«, der ihn »mit Fäusten« schlägt. In gewissem Sinne steht also ein Versuch Satans dahinter, Paulus am Werk des Herrn zu hindern. Doch Gott ist größer als Satan, und er benutzt den »Pfahl«, um das Werk des Herrn zu fördern, indem er Paulus demütig hält.

Ein erfolgreicher Dienst für Christus ist nur durch einen schwachen Diener möglich. Je schwächer Paulus ist, desto stärker kann der HERR durch ihn wirken.

Das Gebet des Paulus wird erhört, doch nicht auf die erhoffte Art. Praktisch sagt Gott zu Paulus: »Ich werde dir den Pfahl nicht nehmen, sondern dir etwas Besseres geben: Die Gnade, den Pfahl zu ertragen. Und denke daran: Auch wenn ich dir nicht gegeben habe, um was du gebeten hast, so gebe ich dir statt dessen, was du am meisten brauchst. Du möchtest doch, dass meine Kraft und Vollmacht deine Predigt begleitet, nicht wahr? Nun, die beste Art und Weise, dies zu erreichen, besteht darin, dass du in Schwachheit gehalten wirst. « Das ist Gottes wiederholte Antwort auf das dreimal geäußerte Gebet des Paulus.

Und so lautet die Antwort Gottes auch heute noch an Sein leidendes Volk auf der gesamten Welt. Besser als die Wegnahme von Anfechtungen und Leiden ist die Gemeinschaft mit Gottes Sohn, die Zusage Seiner Kraft und Seine befähigende Gnade im Leiden. »Meine Gnade genügt dir. «

Der Apostel ist mit der Antwort des Herrn vollkommen zufrieden und sagt deshalb: »Sehr gerne will ich mich nun vielmehr meiner Schwachheiten rühmen, damit die Kraft Christi bei mir wohne.«

Der Schlüssel zum Verständnis dieser Verse liegt in dem Wort Kraft. Diese Kraft Christi möchte nicht nur so gerne in Paulus, sondern auch in uns allen wohnen.

Nach diesen einleitenden Gedanken folgt jetzt wieder eine Gliederung unserer Predigt

Hauptteil
1. Nicht meine Kraft, nur Du allein…
2. Seid stark in dem HERRN…
3. Es soll nicht aus Heer oder Kraft…
4. Lass Dir an meiner Gnade genügen…

Schlussgedanke: …denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig!

Singen wir nun die erste Strophe aus Lied 548:
„Im Kreuz ist unsre Kraft verborgen, nimm sie nur gläubig an. Geh Schritt für Schritt und lass Ihn sorgen, Er führt auf rechter Bahn. Denn die da harren auf den HERRN, kriegen neue Kraft, sie fahren auf mit Flügeln, sie fahren auf mit Flügeln wie Adler. Sie laufen, ohne matt zu werden, wandeln ohn` Ermüden, sie laufen, ohne matt zu werden, wandeln ohn` Ermüden, sie laufen, ohne matt zu werden und wandeln mühelos.“

1. Nicht meine Kraft, nur Du allein...

Mein Leben, unser Leben ist ein großes Geschenk, welches wir erhalten haben. Als ungläubiger Mensch habe ich früher einfach gedankenlos gelebt, so nach dem Motto: Nach mir die Sintflut, ich kann ja mit meinem Leben tun und lassen, was ich will. Leider handele ich heute ab und zu immer noch danach. Ich bin zwar erwählt, erlöst und errettet und meine Sünden sind mir vergeben…. Doch mit den Folgen dieser Sünden habe ich dann oft lange Zeit zu tun.

Wenn ich als Christ beispielsweise mein Geld für zu viele unnütze Dinge ausgebe, anstatt es im Sinne des HERRN zweckgebunden und sparsam zu verwenden, dann brauche ich mich nicht zu wundern, wenn mir auf einmal ein notwendiges finanzielles Polster fehlt. Vom HERRN kann ich auch nicht erwarten, dass Er meine Löcher ständig stopft, wenn ich mein Übel nicht gleichzeitig an der Wurzel packe und mein Geld sinnvoller ausgebe.

Damit wir nicht in unseren alten Sünden und Gewohnheiten kleben bleiben, ist es nötig, dass uns Sein Wort täglich verändert, uns immer mehr nach Ihm hin ausrichtet. Sonst arbeiten wir in einem gottgeweihten Leben immer öfter vergeblich und setzen dabei unsere Kraft ganz umsonst ein.

Unsere göttliche Kraftquelle versiegt häufig, weil wir zu oft aus trüben Gewässern und morastigen Zisternen schöpfen.

Damit es nicht zu einem solch kraftlosen Leben ohne Tiefgang kommt, empfiehlt uns der Apostel Paulus ganz dringend in Phil 2,16:

„Haltet fest am Wort des Lebens, mir zum Ruhm an dem Tage Christi, so dass ich nicht vergeblich gelaufen bin noch vergeblich gearbeitet habe.“

Wir sind als gläubige Christen auch ein Produkt des Apostels Paulus, der sein Leben als Christ ganz der Heidenmission und der Evangelisation hingegeben hat. Paulus möchte so gerne, dass wir als seine Ernte eben nicht stehen bleiben, sondern im Glauben weiter wachsen und festhalten am ´Wort des Lebens`. Damit ist nicht irgendein Missionswerk gemeint, sondern unser HERR Jesus. Er ist das Wort, Er ist der Weg, Er ist die Wahrheit und Er ist das Leben!

Wenn wir uns das täglich klar machen und bewusst und liebevoll in Seinem Wort leben, es lesen und betend mit Jesus über alles sprechen, also aus Seiner Kraft heraus versuchen zu leben, ja, dann gibt es für uns immer weniger verlorene Tage, die umsonst und sinnlos sind. Dann dürfen wir immer mehr voller Freude die Frucht Seines guten Heiligen Geistes genießen, der in uns so liebevoll arbeitet und sodann immer weniger durch uns betrübt wird!

Singen wir nun die zweite Strophe aus Lied 548:
„Komm mit und lass das viele Sorgen – zum Heiland frohgemut, gib Ihm Dein Heute und Dein Morgen, sieh, es wird alles gut. Denn die da harren auf den HERRN, kriegen neue Kraft, sie fahren auf mit Flügeln, sie fahren auf mit Flügeln wie Adler. Sie laufen, ohne matt zu werden, wandeln ohn` Ermüden, sie laufen, ohne matt zu werden, wandeln ohn` Ermüden, sie laufen, ohne matt zu werden und wandeln mühelos.“

2. „Seid stark in dem Herrn...

und in der Macht Seiner Stärke“ (Eph 6,10)“. Mit diesen Worten fordert uns der Apostel Paulus heraus, stark zu sein durch den, der uns stark machen kann. Es ist unser HERR Jesus. Jesus möchte so gerne, dass wir aus Seiner Kraft heraus stark werden. Doch dazu müssen wir erst einmal Seine Kraft kennen lernen.

Um Gott kennen zu lernen, ist noch nicht einmal eine Bibel erforderlich. Dazu reicht auch schon ein Blick in Seine wunderbare Schöpfung. Lesen wir dazu aus

Röm 1,20: „Denn Gottes unsichtbares Wesen, das ist seine ewige Kraft und Gottheit, wird seit der Schöpfung der Welt ersehen aus seinen Werken...“

Wenn wir Gottes Stärke erkannt und akzeptiert haben, dann ist für uns nur noch ein kleiner Glaubensschritt nötig, um aus dieser Stärke heraus zu handeln. Auch Jesus hat als Menschensohn nicht auf Seine eigene Kraft vertraut. Der Heilige Geist in Ihm hat unserem HERRN göttliche Kraft geschenkt und Ihn darüber hinaus befähigt, ein sündenloses Leben zu führen. Jesus ist durch diesen Heiligen Geist ganz mit Seinem himmlischen Vater verbunden, in Seiner Vollmacht kann Jesus leben und handeln, siehe auch

Lukas 4,14: „Jesus kam in der Kraft des Geistes wieder nach Galiläa…“

Als Christen dürfen wir dieselbe Kraftquelle anzapfen. Auch wir können die Stärke, den Trost und die Hilfe des Heiligen Geistes täglich in Anspruch nehmen. Dazu braucht es keiner geistlichen Höhenflüge. Im Gegenteil. Es reicht total aus, wenn wir schwach und hilflos sind und neidlos Gottes Macht anerkennen..., denn, siehe

Röm 8,26: „Desgleichen hilft auch der Geist unsrer Schwachheit auf...“.

Dieser Heilige Geist wohnt ja in den gläubigen Christen, und durch diesen Heiligen Geist sind wir ein für alle Male mit unserem HERRN Jesus verbunden!

Diese göttliche Kraftquelle erschließt sich uns zum Beispiel, wenn wir regelmäßig in Seinem Wort, in der Bibel lesen. Der HERR stärkt uns immer wieder, wenn wir mit Ihm durch ein lebendiges Gebet verbunden sind. Seine Kraft und Stärke können wir darüber hinaus erfahren, wenn wir mit anderen Christen zusammen sind, zum Beispiel in der Gemeinde. Ich weiß, wovon ich rede. In Seiner Gemeinde hat mich mein Heiland im Laufe der Jahre so stark gemacht.

Singen wir nun die dritte Strophe aus Lied 548:
„Willst Du ein Neues für Ihn schaffen, ruf`s in die Welt hinein: Die müde sind und die Erschlafften, die solln Sein Eigen sein! Denn die da harren auf den HERRN, kriegen neue Kraft, sie fahren auf mit Flügeln, sie fahren auf mit Flügeln wie Adler. Sie laufen, ohne matt zu werden, wandeln ohn` Ermüden, sie laufen, ohne matt zu werden, wandeln ohn` Ermüden, sie laufen, ohne matt zu werden und wandeln mühelos.“

3. „Es soll nicht aus Heer oder Kraft...sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der HERR Zebaoth!“

Dieses Wort aus Sacharja 4,6 gehört zu meinen zehn liebsten Bibelversen. Es erinnert mich regelmäßig daran, wie kraftlos ich eigentlich bin und wie sinnlos letztlich die eigene Kraft ist, wenn der Geist Gottes nicht segnend dahinter steht.

Kurz nach meiner Bekehrung blieb mir gar nichts anderes übrig, als mich auf Gottes Kraft ganz und gar zu verlassen, so mutlos und gebrochen war ich, so sehr fehlte mir eigene Kraft. Damals, als ich nur sehr wenig eigene Energien besaß, konnte ich jedoch mit meinem Gott über Mauern springen. Zu jener Zeit erlebte ich direkt und wunderbar, wie fast alles von selbst geht, wenn ich mich nur auf Seine Kraft verlasse. Gerade auch in schwierigen Situationen möchte uns unser Heiland so gerne mit Seiner Kraft beschenken. In Seiner Kraft fuhr ich zu allen Jahreszeiten mit dem Fahrrad zur Arbeit, in Seiner Kraft konnte ich Platzängste und Menschenfurcht immer besser überwinden. In Seiner Kraft erlebte ich immer mehr, wie schön ist, nicht mehr auf eigene Kräfte angewiesen zu sein. Probiert diese Verheißung im Glauben ganz einfach aus, und ihr werdet sehen, wie schön es ist, Sacharja 4,6 anzuwenden.

„Es soll nicht aus Heer oder Kraft...sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der HERR Zebaoth!“

Es ist die Auferstehungskraft von Jesus Christus, mit der uns der gute Heilige Geist beschenkt. Diese Kraft hat schon unseren gekreuzigten HERRN Jesus wieder auferstehen lassen, siehe auch

1Petr 3,18: „… ist getötet nach dem Fleisch, aber lebendig gemacht nach dem Geist.“

Diese Kraft, die schon unseren HERRN Jesus auferweckt hat, diese Kraft schenkt auch uns der Heilige Geist. Diese Kraft möchte sich auch in Dir und in mir immer mehr entfalten!

Der HERR wird für Euch streiten......und Ihr werdet stille sein (2. Mo 14,14)!“

Aus eigener Kraft brauchen wir also gar nichts tun. Nur ´stille` sollen wir sein, nur vertrauen sollen wir Ihm.... Das hört sich doch nach viel zu wenig an! Dieses ´Stille sein` setzt aber von uns eine demütige Haltung voraus, eine innere Zerbrochenheit, die genau weiß, dass unsere eigene Kraft nicht ausreicht, um von alleine auch nur ein halbwegs siegreiches Leben für unseren HERRN zu führen

Der HERR zerbricht nicht nur. Er richtet uns auch wieder auf und wird sodann für uns streiten wie ein liebender Vater für seine Kinder. Wenn wir unsere Abhängigkeit und unser Ausgeliefertsein an unseren HERRN Jesus akzeptiert haben, dann können wir dankbar stille werden... und aus Seiner Kraft heraus handeln! Der HERR wird für uns streiten!

„Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unsern Herrn Jesus Christus (1. Kor 15,57)!“

Nur mit unserem HERRN können wir ein siegreiches Leben führen. Der HERR siegt so gerne mit uns und möchte uns dabei auch als Seine Werkzeuge gebrauchen. Ich denke jetzt beispielsweise an die Mauern von Jericho, die unser allmächtiger Gott einstürzen lässt. Immerhin dürfen dabei ausgewachsene Soldaten als Statisten eine kleine Nebenrolle spielen, indem sie Posaunen blasen...(siehe Josua 6)! - Ich denke da an die vielen Kämpfe, in denen das Volk Israel verwickelt ist. Im Buch der Richter können wir davon viel nachlesen. So bekämpft Gideon mit nur 300 müden Soldaten eine riesige Armee von Feinden, siehe Richter, Kapitel 8! Doch nicht etwa dieses Häuflein streitbarer Krieger hat über diese übermächtigen Feinde gesiegt. Nein, der HERR hat für das Volk Israel gestritten und ihnen den Sieg geschenkt!

Auch wir als Gottes Kinder dürfen uns ganz und gar auf unseren HERRN Jesus verlassen. Der HERR wird auch für uns und mit uns kämpfen, wenn wir Ihm nur unser Vertrauen schenken. Unsere Aufgabe dabei ist eigentlich nur, stille zu werden und aus Seiner Kraft heraus zu leben, die wir in dieser Stille empfangen.

Singen wir nun die vierte Strophe aus Lied 548:
„Ihr Schnitter in der weißen Ernte, oft elend, schwach und klein. Kommt, wartet auf den treuen Meister. Er will euch Kraft verleihn. Denn die da harren auf den HERRN, kriegen neue Kraft, sie fahren auf mit Flügeln, sie fahren auf mit Flügeln wie Adler. Sie laufen, ohne matt zu werden, wandeln ohn` Ermüden, sie laufen, ohne matt zu werden, wandeln ohn` Ermüden, sie laufen, ohne matt zu werden und wandeln mühelos.“

4. Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, damit die Kraft Christi bei mir wohne.

Gnade und Kraft gehören zusammen. Wir sehen es hier. Seine Kraft, die Er uns schenkt, ist ein Produkt, ist ein Geschenk aus Seiner Gnade heraus…. wenn wir uns an Seiner Gnade genügen lassen.

Gnade und Kraft gehören zusammen…, wir sehen es an verschiedenen Stellen in Seinem Wort.

Apg 4,33 Und mit großer Kraft bezeugten die Apostel die Auferstehung des Herrn Jesus, und große Gnade war bei ihnen allen.
Oder schauen wir uns den Martyrer Stephanus kurz an…

Apg 6,8 Stephanus aber, voll Gnade und Kraft, tat Wunder und große Zeichen unter dem Volk.

Interessant wird es, wenn wir uns das griechische Wort anschauen, welches so oft für Kraft steht, so wie auch hier in ApG 6,8

Stephanus aber, voll Gnade und Kraft

Es ist das Wort „dynamis“… Es bezeichnet „Fähigkeit, Vollmacht, innewohnende Kraft“. Im Gegensatz zu „ischys“, welches eher die körperliche Kraft betont, bedeutet „dynamis“ die Fähigkeit des Könnens, die Vollmacht, mit der Kraft ausgeübt werden kann. Am besten wird die Bedeutung von „dynamis“ durch das Fremdwort Dynamit verdeutlicht… Dynamit, ob zu friedlichen oder auch zu kriegerischen Zwecken gebraucht, entwickelt bei Anwendung bekanntermaßen eine gigantische Sprengkraft und gewaltige Kraftentfaltung…

Und wenn Seine Gnade und Kraft, Sein Dynamit… harmonisch in unserem Leben einhergehen, dann kann das überragende Auswirkungen auch in unserem Leben haben, zur Ehre unseres HERRN!

Lassen wir uns doch täglich in der Stille dieses Dynamit vom HERRN schenken, von Ihm geht so viel Kraft aus, lesen wir z. B. aus

Lk 6,19 Und alles Volk suchte, ihn anzurühren; denn es ging Kraft von ihm aus, und er heilte sie alle.
Lk 8,46 Jesus aber sprach: Es hat mich jemand berührt; denn ich habe gespürt, dass eine Kraft von mir ausgegangen ist.

Sein Wort ist pure Kraft, ist Dynamit, ist Sprengkraft, es kann die härtesten Herzen zertrümmern und sie in selige Herzen verwandeln, siehe auch Römer 1,16, hier schreibt Paulus

„Denn ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die daran glauben, die Juden zuerst und ebenso die Griechen.“

Auch hier steht dieses griechische Wort „dynamis“ für diese Kraft Gottes! Gott ist auch Kraft, wir lesen es in Römer 1,20, auch hier steht im Urtext wieder das griechische „dynamis“

„Denn Gottes unsichtbares Wesen, das ist seine ewige Kraft und Gottheit…“

Und ein wenig von dieser Kraft und Vollmacht möchte unser HERR auch Seinen Jüngern schenken, also, auch uns…, lesen wir 2Tim 1,7

Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft (dynamis!) und der Liebe und der Besonnenheit.

Unser HERR möchte auch uns immer wieder mit Seinem Geist der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit beglücken…, am liebsten in der Stille, wenn wir ganz bewusst auf Sein kraftvolles Wort hören…

Singen wir nun die fünfte Strophe aus Lied 548:
„Freut euch, denn Er ist immer mit uns, ja sicher bis ans End. Blickt auf, seid mutig und geht vorwärts, die nöt`ge Kraft Er spend`t. Denn die da harren auf den HERRN, kriegen neue Kraft, sie fahren auf mit Flügeln, sie fahren auf mit Flügeln wie Adler. Sie laufen, ohne matt zu werden, wandeln ohn` Ermüden, sie laufen, ohne matt zu werden, wandeln ohn` Ermüden, sie laufen, ohne matt zu werden und wandeln mühelos.“

Schlussgedanke: …denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig!

Lassen wir zum Schluss noch C.H.Spurgeon zu Worte kommen.
„Ein Haupterfordernis, um Gott dienen zu können und Ihm wohlgefällig zu sein, Gottes Werk gut auszurichten und siegreich hinauszuführen, ist, dass wir selber unsre Schwäche und unser Unvermögen fühlen. Wenn der Streiter Gottes hinauszieht in den Kampf, vertrauend auf die eigne Kraft; wenn er sich rühmt: ,,Ich weiß, ich werde siegen; mein starker Arm und mein gutes Schwert werden mir den Sieg erringen," so ist eine schmähliche Niederlage nicht fern. Gott stehet dem nicht bei, der in eigner Kraft einhergeht. Wer so gewiss auf den Sieg rechnet, rechnet falsch, denn ,,es soll nicht durch Heer oder Kraft, sondern durch meinen Geist geschehen, spricht der Herr Zebaoth." Wer hinauszieht in den Streit und sich seiner Gewandtheit rühmt, des luftiges Panier wird zerreißen und voller Staub wieder zurückkehren, und sein Wappen wird mit Schmach bedeckt sein. Wer Gott dienen will, muss Ihm nach Seiner Weise dienen und in Seiner Kraft, sonst nimmt Er den Dienst nicht an, und erkennt ihn nicht an. Was der Mensch ohne den göttlichen Gnadenbeistand unternimmt, kann Gott nie und nimmer anerkennen. Die erdentstammten Früchte verwirft der Herr; Er sammelt nur Korn, das vom Himmel herab gesät, von der Gnade betaut, und in der Sonne der göttlichen Liebe gereift ist. Gott schüttet alles aus, was in dir ist, bevor Er sein Eigentum dir anvertraut; Er fegt zuerst deine Tennen aus, ehe Er sie füllt mit dem besten Weizen. Gottes Strom hat Wassers die Fülle; aber nicht ein Tröpflein entspringt irdischen Quellen. Gott will, dass in seinem heiligen Kriege keine andre Kraft kämpfe, als die Kraft, die Er selber gibt. Bist du betrübt über deine Schwachheit? Fasse Mut, denn du musst zuerst deiner Schwäche bewusst werden, ehe dir der Herr Sieg verleiht. Deine innere Leere ist nur eine Zubereitung, dass Er dich erfüllen könne mit seiner Fülle, und wenn Er dich niederwirft, so tut Er's nur, um dich aufzurichten." Soweit Spurgeon.

Wenn ich durchtrainiert bin und körperlich fit, dann habe ich ein gewisses Trainingslevel erreicht, dann fällt mir vieles leichter. Wenn ich in den Bergen eine gewisse Höhe erreicht habe, lässt es sich einfacher wandern. Eine Hüttenwanderung auf einer Durchschnittshöhe von 2000 m ist für mich einfach viel schöner als wenn ich mich erst vom Tal 1000 Höhenmeter hoch schleppen muss, um diese 2000 m Durchschnittshöhe zu erreichen.
Ein Pulsmesser zeigt oft meine derzeitige Fitness an… Wenn ich bei geringer Anstrengung einen hohen Durchschnittspuls habe, dann stimmt etwas nicht mit meiner Fitness. Aber je geringer der Durchschnittspuls bei körperlichen Anstrengungen ist, desto weniger braucht mein Herz pro Minute schlagen, desto trainierter bin ich…
Es hat wenig Sinn, ohne Training gleich am ersten Tag ein sehr hochgestecktes Bergziel erreichen zu wollen. Voller Elan geht es los, macht dann aber bereits auf halben Weg schlapp… Ein zu spätes Aufstehen und Losgehen gefährdet gar das Tagesziel….

Wenn meine tägliche Stille Zeit vielleicht nur aus einem kurzen Abendgebet besteht, habe ich zwar in Seiner Gnade diesen Tag überlebt, doch ich hätte gewiss viel mehr zu Seiner Ehre erleben und schaffen können, wenn ich mir schon viel früher Kraft aus Seinem Wort und dem Gebet geholt hätte… Ein regelmäßiges Kraft und Ausdauertraining stärkt meine körperliche Fitness. Dranbleiben an Seinem Wort erhöht dagegen die geistliche Fitness, und diese geistliche Fitness kann trainiert werden, durch regelmäßige Bibellese, Gebet, Gemeinschaft mit den Geschwistern… Dann lässt es sich einfacher nach Gottes Willen Leben… dann fällt zum Beispiel eine Predigtvorbereitung viel leichter…. Ich kenne sogar Brüder, und ihr natürlich auch, die können aus dem Stegreif vollmächtig predigen, eben weil sie sich regelmäßig geistlich fit halten… Bei ihnen steht der geistliche Pulsmesser anscheinend auf einem sehr hohen und durchtrainierten Level!

Der HERR hilft uns am liebsten dann, wenn wir schwach sind, dann, wenn wir eingesehen haben, dass wir aus eigener Kraft und ohne Seinen Segen nicht mehr weitermachen können. So habe ich es immer wieder erfahren. Mittlerweile hat mich Sein Wort wieder gewaltig aufgerichtet, ich bin gesund und munter, mir geht es gut. Das hat aber auch den unerwünschten Nebeneffekt, dass ich mich oftmals zu stark fühle und ohne Seine Hilfe auskommen möchte. Der HERR hat nichts gegen unsere körperliche Fitness und Gesundheit, gewiss nicht. Es ist dann nur so wichtig, unsere körperliche Leistungsfähigkeit zu Seiner Ehre einzusetzen, in Seinem Namen zu handeln und unserem HERRN auch dann voller Dankbarkeit zu vertrauen, gerade wenn wir uns selbst so besonders stark fühlen. In Seiner Kraft und Stärke lebe ich ja, der HERR hat mir ja diese Energie und Leistungsfähigkeit geschenkt! Ich darf aus Seiner Kraft heraus leben, welche Er mir täglich schenkt. Ich schließe mit einem Wort aus 2. Timotheus 2,1

„Sei stark in der Gnade, die in Jesus Christus ist“

Amen!

Singen wir zum Schluss das Lied 203 „Ich brauch Dich allezeit“