Predigt Jürgen 3. Oktober 2006
Der Christ und die Sünde
Römer 6,1-11

(Teils wörtliche Zusammenfassung einer Predigt von Wilfried Plock, aus „Toolbox Gemeindebau“, zu beziehen unter http://www.mediendienst.org)

In Amerika gab es im 18. Jahrhundert einen Evangelisten, welcher sich damit begnügte, an den ersten Abenden nur jeweils die ersten sechs Kapitel des Römerbriefes zu lesen. Das war alles. Er las die ersten sechs Kapitel des Römerbriefes. Das könnte man heute nicht mehr machen. Das wäre wohl ein kleiner Skandal. Da wäre wohl am zweiten Abend niemand mehr da. Damals hat Gott solche Evangelisationen gebraucht, es gab jedes Mal neue Bekehrungen. Solch eine Kraft hat das Wort Gottes, solch eine Kraft haben die ersten sechs Kapitel des Römerbriefes!

Wir lesen heute morgen nicht die ersten sechs Kapitel des Römerbriefes, wir begnügen uns später mit Römer 6,1-11.

Unser Thema heute morgen soll heißen „Der Christ und die Sünde“… Ich nehme mal an, dass dieses Problem einen jeden von uns betreffen wird. Die Sünde hält uns wirklich immer wieder auf Trab, auch wenn wir noch so hingegeben leben wollen, uns auch besonders fromm am Sonntag in der Gemeinde zeigen… Immer wieder beherrscht sie Momente und Situationen in unserem Leben, im Leben eines Christen…

Die einen sagen: Christen sündigen nicht mehr! Wenn einer richtig bekehrt ist, dann sündigt er nicht mehr. Und wenn jemand noch sündigt, dann ist er noch nicht richtig bekehrt… Diese Sicht ist von der Bibel her falsch, wir wissen es ja auch aus eigener Erfahrung. Diese Lehre wird Perfektionismus genannt. Da wird behauptet, Christen seien sündlos, sie machen keine Fehler mehr! Diese Menschen müssen ja ganz schön verblendet sein, wenn sie nicht mehr wahrnehmen, dass sie doch noch Fehler haben und sündigen. Aber sie berufen sich auf den ersten Johannesbrief. Da gibt es einige Verse, die durchaus missverstanden werden können…

1Jo 3,8 Wer Sünde tut, der ist vom Teufel; denn der Teufel sündigt von Anfang an. Dazu ist erschienen der Sohn Gottes, dass er die Werke des Teufels zerstöre.
1Jo 3,9 Wer aus Gott geboren ist, der tut keine Sünde; denn Gottes Kinder bleiben in ihm und können nicht sündigen; denn sie sind von Gott geboren.

Das steht tatsächlich so im ersten Johannesbrief… Um diese Verse richtig begreifen zu können, bedarf es einer eigenen Bibelstunde, dazu fehlt uns jetzt natürlich die Zeit. Mit diesen Versen argumentieren jedoch diese Perfektionisten hauptsächlich und sie sind davon absolut überzeugt, sie würden nicht mehr sündigen. Schön wäre es ja!

Der Theologe Jonathan Paul hat vor über einhundert Jahren auch schon die Erkenntnis gewonnen, dass Christen nicht mehr sündigen müssen… In einer Ansprache auf einer Pfingstkonferenz hat er den bekannten Satz gesagt: „Brüder, ich habe schon seit vier Wochen meinen alten Adam nicht mehr gesehen…“ Er wollte damit sagen, er habe seit vier Wochen nicht mehr gesündigt… Ich lebe so sehr mit Christus, bin schon so sehr in Ihm hineingewachsen…, ich habe seit vier Wochen nicht mehr gesündigt…, ich habe seit vier Wochen den alten Adam nicht mehr gesehen… Und dann stand ein origineller lieber schwäbischer Bruder auf und sagte: „Aber wir haben ihn gesehen…“ Er wollte damit sagen: Frag mal Deine Frau, Deine Kinder, Deine Nachbarn, sie haben Deinen alten Adam sicherlich viel öfter gesehen…, sie haben sicherlich gesehen, wie er gesündigt hat…, auch in den letzten vier Wochen! Aber Jonathan Paul war so sehr von sich überzeugt und verblendet, er hat eigene Sünden nicht mehr gesehen.

Es gibt eine eigene evangelische Glaubensgemeinschaft, sie nennen sich die „Norweger“, und auch sie sind von ihrer eigenen Sündlosigkeit überzeugt. Christen brauchen nicht mehr zu sündigen, und sie sündigen auch nicht mehr, wenn sie nur ganz ernsthaft in der Nachfolge leben, ganz mit Jesus verwachsen sind.

Es gibt eine gegenteilige Richtung, und die fällt genau auf der anderen Seite vom Pferd… Diese Menschen sagen: Die Sünde, die werden wir nie los, einen neuen Zustand gibt es nicht. Ich muss mich jeden Tag neu bekehren… Dann wird Luther angestrengt und zitiert mit seinem Wort von der täglichen Reue und Buße… Etwas ganz neues in meinem Leben…?

Ich kann nicht behaupten, dass es da ist. Wir bleiben immer die armen kleinen Sünder… Wir kämpfen gegen die Sünde, wie Don Quichote gegen die Windmühlenflügel…, und wir kommen auch nicht weiter… Das ist das andere Extrem. Die einen sagen…: Wir sind als Christen ohne Sünde, die anderen sagen, es hätte sich gar nichts richtig geändert, die Sünde ist immer noch da… Aber auch diese Sicht ist falsch. Die Wahrheit liegt, wie meistens, in der Mitte.

Nach diesen einleitenden Gedanken folgt nun eine Gliederung zu unserer Predigt

B Hauptteil

1. Wir sind bereits errettet von der Strafe der Sünde…!

2. Gott möchte uns heute von der Macht der Sünde befreien…!

3. In der Zukunft werden wir von Gegenwart der Sünde erlöst
sein…!

4. Wie sollen wir uns nun als Christen gegenüber der Sünde
verhalten?

Schlussgedanke: …die volle Vergebung wird jedem zuteil, der Jesus
erfasset, das göttliche Heil!

Singen wir nun aus Lied 250 die erste Strophe:

„O Gott, Dir sei Ehre, der Großes getan. Du liebtest die Welt, nahmst der Sünder Dich an. Dein Sohn hat Sein Leben zum Opfer geweiht. Der Himmel steht offen zur ewigen Freud. Preist den HERRN! Preist den HERRN! Erde, hör diesen Schall! Preist den HERRN! Preist den HERRN! Völker, freuet Euch all! O kommt zu dem Vater, in Jesus wir nah`n. Und gebt Ihm die Ehre, der Großes getan!“

Die Bibel spricht eindeutig und klar davon, dass es eine Errettung gibt, eine Befreiung von der Sünde. Wenn wir genau hinschauen, finden wir im neuen Testament drei Zeitformen der Errettung… In der Vergangenheit sind wir errettet worden vor der Strafe der Sünde, am Kreuz von Golgatha, da ist Christus gestorben für die Schuld der Welt, für die Sünden der Menschen, auch für unsere Sünden. Wir sind errettet von der Strafe der Sünde…, siehe

2Tim 1,9 Er hat uns selig gemacht und berufen mit einem heiligen Ruf, nicht nach unsern Werken, sondern nach seinem Ratschluss und nach der Gnade, die uns gegeben ist in Christus Jesus vor der Zeit der Welt,

Hier steht die Vergangenheitsform, Gott hat uns errettet…!

Tit 3,4 Als aber erschien die Freundlichkeit und Menschenliebe Gottes, unseres Heilands,
Tit 3,5 machte er uns selig - nicht um der Werke der Gerechtigkeit willen, die wir getan hatten, sondern nach seiner Barmherzigkeit - durch das Bad der Wiedergeburt und Erneuerung im heiligen Geist,


Also, Gott errettete uns, Vergangenheit! Vor zweitausend Jahren ist das geschehen, wir sind errettet vor der Strafe der Sünde! Gott ist ein heiliger Gott, er kann keine Gemeinschaft mit der Sünde haben! Gott muss Sünde richten und bestrafen!

Martin Luther hat dazu einmal gesagt, es kommt nur darauf an, an welchem Halse diese Sünde hängt… Entweder sie hängt an Deinem Halse und zieht Dich ins Verderben, oder sie hängt am Halse von Jesus Christus und ist dort ein für alle Mal getilgt, am Kreuz von Golgatha. Zwei Orte hat die Sünde, an Deinem Hals oder am Hals von Jesus Christus! Gottes Gerechtigkeit verlangt, dass Sünde bestraft werden muss, aber Gott ist auch die vollkommene Liebe. Er möchte nicht uns bestrafen, darum nahm Er die Strafe auf sich selber. Gott wurde in Jesus Christus Mensch und ließ sich ans Kreuz nageln, unvorstellbar, das hat Gott getan… Damals erfüllte sich das Prophetenwort von Jesaja

Jes 53,5 Aber er ist um unsrer Missetat willen verwundet und um unsrer Sünde willen zerschlagen. Die Strafe liegt auf ihm, auf dass wir Frieden hätten, und durch seine Wunden sind wir geheilt.

Was für ein wunderbares Wort… Die Strafe liegt auf Ihm, es geht hier um die Befreiung der Strafe von der Sünde. Die Strafe hat Jesus getragen, Du musst sie nicht mehr tragen… Du musst nicht mehr für Deine Sünden bestraft werden! Wenn Du es nur anerkennst: Jesus hat stellvertretend meine Sünden getragen… Hat das ein jeder von uns begriffen? Jesus starb auch für meine Sünden, und ich brauche nicht eine einzige mehr bei mir behalten! Jesus hat all diesen Dreck und Schmutz für mich an seinem Hals getragen, ich bin Christ geworden! Gott nimmt Sünder an, um Jesu Willen, weil Er unsere Schuld am Kreuz trug.

Es gibt ein Bild in der Natur, welches sehr deutlich machen kann, dass Gott nur Sünder um Jesu willen annehmen kann… Es kann in einer Schafherde passieren, dass ein Lämmchen plötzlich stirbt…, ein anderes Lämmchen verliert ebenso plötzlich sein Mutterschaf… Nun könnte man meinen, das passt ja wunderbar… Wir nehmen das mutterlose Lämmchen und bringen es zu dem Mutterlamm, welches sein Lämmchen verloren hat… und alles ist wieder in Ordnung… Was passiert? Das Mutterschaf nimmt dieses fremde Lämmchen nicht an! Es stößt das Lämmchen ab… Was macht der Schäfer in diesem Fall? Er tut etwas sehr weises. Er zieht dem toten Lämmchen das Fell ab und bindet es dem lebenden Lämmchen um und führt es dann zu dem anderen Mutterschaf. Sie beschnuppert das Schaf, und dann nimmt sie es an. Ist das nicht eine wunderschöne Illustration für das Evangelium? So macht es Gott mit dem Sünder! Gott nimmt den glaubenden Sünder an, wenn er mit den Verdiensten und Tugenden von Jesus Christus bekleidet ist! Jesus wurde gewissermaßen, wenn wir in diesem Beispiel bleiben, am Kreuz für uns sein Fell abgezogen, damit wir in Seiner Gerechtigkeit und Heiligkeit leben können! Er hat seine Vollkommenheit hergegeben, und wir dürfen uns damit bekleiden, zum Vater im Himmel kommen… Er nimmt uns an, weil er den Wohlgeruch Seines lieben Sohnes an uns riecht… Jesus ist das Lamm Gottes, das sich hat opfern lassen an meiner und an Deiner Stelle. Das bedeutet die Befreiung von der Strafe der Sünde in der Vergangenheit…! Das hat Gott vor zweitausend Jahren getan, ohne uns zu fragen. Es ist geschehen, es ist Realität!

Singen wir nun aus Lied 250 die zweite Strophe:

„O große Erlösung, erkauft durch Sein Blut! Dem Sünder, der glaubt, kommt sie heute zugut. Die volle Vergebung wird jedem zuteil, der Jesus erfasset, das göttliche Heil. Preist den HERRN! Preist den HERRN! Erde, hör diesen Schall! Preist den HERRN! Preist den HERRN! Völker, freuet Euch all! O kommt zu dem Vater, in Jesus wir nah`n. Und gebt Ihm die Ehre, der Großes getan!“

Aber dann geht es weiter: In der Gegenwart, heute, möchte uns Gott befreien von der Macht der Sünde! Dazu wollen wir auch eine Bibelstelle lesen, siehe

Hebr 7,25 Daher kann er auch für immer selig machen, die durch ihn zu Gott kommen; denn er lebt für immer und bittet für sie.
Hebr 7,26 Denn einen solchen Hohenpriester mussten wir auch haben, der heilig, unschuldig, unbefleckt, von den Sündern geschieden und höher ist als der Himmel.

Der auferstandene Jesus, der jetzt beim Vater ist, der jetzt Hoherpriester ist, er kann völlig erretten, weil er immer lebt und sich vor Gott für uns verwenden kann. Wir werden ständig und fortlaufend errettet von der Macht der Sünde! Die Macht der Sünde will uns noch ankleben. Jesus kann uns völlig erretten, indem Er vor der Gegenwart Gottes als Hoherpriester sich für uns verwendet. Jesus vertritt uns, Er kann uns helfen, in der Stunde der Versuchung. Wir müssen als Christen nicht mehr sündigen, wir sind nicht dazu bestimmt, dass wir in der Sünde leben müssen. Nein, wir sind herausgerettet, und wir können in den Versuchungen auf den Anfänger und Vollender unseres Glaubens blicken, auf Jesus blicken, und wir werden bewahrt. Es gibt Sieg über jede Sünde, die an uns herankommen will. Es ist demnach theoretisch der Sieg möglich, wenn wir auf den HERRN Jesus blicken und im Glauben eins sind mit ihm, dann kann Er uns bewahren in jedem Augenblick der Versuchung. Nur wenn wir es in eigener Kraft schaffen wollen, dann fallen wir, dann versagen wir, dann kommt es zu den Niederlagen in unserem Leben, die wir alle nur zu gut kennen. Aber ist es nicht eine herrliche Botschaft, die Befreiung von der Macht der Sünde…?

Als Christen können wir sagen, dass es nicht nur vier Evangelien gibt, nämlich nach Matthäus, Markus, Lukas und Johannes. Diese Evangelien berichten uns davon, was Jesus in der Vergangenheit für uns getan hat. Der Hebräerbrief als ein fünftes Evangelium zeigt uns, was Jesus auch heute noch für uns tut, dass er sich ständig im Himmel für uns verwendet. Er kann uns erretten von der Macht der Sünde. Wir müssen nicht mehr fallen in der Gemeinschaft mit Ihm!

Und nun der dritte Aspekt. In der Zukunft werden wir von der Anwesenheit und Gegenwart der Sünde in unserem Leben befreit sein. Wenn wir unseren Erretter von Angesicht zu Angesicht sehen, werden wir errettet sein von der Anwesenheit der Sünde. Wenn der HERR Jesus kommt, wenn Er uns zu sich nimmt, entweder durch die Entrückung oder auch nach unserem Heimgang, dann werden auch unsere Leiber erlöst, in denen die Sünde wohnt, dann werden unsere sündigen Leiber beseitigt sein, verwandelt werden… Dann werden wir auch ganz errettet sein von der Anwesenheit und Gegenwart der Sünde. Die Bibel nennt unsere Körper Fleisch, da wohnt die Sünde drin, aber wir werden eines Tages errettet sein von diesem Leib, der uns immer wieder mit seinen Lüsten und Begierden nach unten ziehen will… Wir werden errettet sein von unserem Fleisch der Sünde, egal, wie viele Kilogramm der Leib wiegt… und wir werden somit auch nicht mehr von Sünde umgeben sein… Das ist ein großer Trost für alle von uns, die unter der Gegenwart der Sünde in ihrem Leben so sehr leiden, die betrübt sind und Trauer empfinden immer dann, wenn sie wieder einmal gesündigt haben. Aber auch alle Kranken, Alten und Gebrechlichen unter uns dürfen sich freuen, wenn sie im Himmel ihren alten und kranken Leib vertauscht haben mit einem herrlichen und perfekten Auferstehungsleib! Auch davon spricht der Römerbrief, siehe

Röm 8,23 Nicht allein aber sie, sondern auch wir selbst, die wir den Geist als Erstlingsgabe haben, seufzen in uns selbst und sehnen uns nach der Kindschaft, der Erlösung unseres Leibes.

Unsere Geistseele ist zwar schon erlöst, unser Leib dagegen noch nicht. Als Christen haben wir sozusagen einen neuen Motor, nämlich den Heiligen Geist, in unserer alten Karosserie… Unsere Zündkerzen und Stoßdämpfer sind noch nicht erneuert, aber unser Motor! Und darunter leiden wir, wenn uns die Sünde verführen möchte… Aber eines Tages wird alles neu sein!

Wir merken, von dieser Errettung spricht die Bibel in der Zukunftsform… Zukünftig werden wir auch von der Anwesenheit und Gegenwart der Sünde erlöst sein, wenn unser alter Leib in einen neuen Auferstehungsleib verwandelt sein wird und die Sünde dann nicht mehr in uns wohnen wird!

Wir sehen, es gibt Befreiung von der Sünde. Unser HERR Jesus hat uns vor der Strafe der Sünde errettet, er möchte uns heute vor der Macht der Sünde befreien und im Himmel werden wir auch von der Gegenwart der Sünde befreit sein! Erst dann werden wir sündlos sein, erst dann können wir nicht mehr sündigen, wenn wir in der Vollendung sind, bei Ihm!

Singen wir nun aus Lied 250 die dritte Strophe:

„Wie groß ist Sein Lieben. Wie groß ist Sein Tun! Wie groß unsre Freude, in Jesus zu ruhn! Doch größer und reiner und höher wird`s sein, wenn jubelnd und schauend wir droben ziehn ein! Preist den HERRN! Preist den HERRN! Erde, hör diesen Schall! Preist den HERRN! Preist den HERRN! Völker, freuet Euch all! O kommt zu dem Vater, in Jesus wir nah`n. Und gebt Ihm die Ehre, der Großes getan!

Wie sollen wir uns nun als Christen bis dahin gegenüber der Sünde verhalten? Jetzt, wo wir noch in diesem sündhaften Leib wohnen und leben? Kommen wir jetzt zu Römer 6,1-11. Hier wird uns gesagt, wie unsere Einstellung zur Sünde sein soll.

Röm 6,1 Taufe und neues Leben
Was sollen wir nun sagen? Sollen wir denn in der Sünde beharren, damit die Gnade umso mächtiger werde?
Röm 6,2 Das sei ferne! Wie sollten wir in der Sünde leben wollen, der wir doch gestorben sind?
Röm 6,3 Oder wisst ihr nicht, dass alle, die wir auf Christus Jesus getauft sind, die sind in seinen Tod getauft?
Röm 6,4 So sind wir ja mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, damit, wie Christus auferweckt ist von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, auch wir in einem neuen Leben wandeln. Röm 6,5 Denn wenn wir mit ihm verbunden und ihm gleichgeworden sind in seinem Tod, so werden wir ihm auch in der Auferstehung gleich sein.
Röm 6,6 Wir wissen ja, dass unser alter Mensch mit ihm gekreuzigt ist, damit der Leib der Sünde vernichtet werde, so dass wir hinfort der Sünde nicht dienen.
Röm 6,7 Denn wer gestorben ist, der ist frei geworden von der Sünde.
Röm 6,8 Sind wir aber mit Christus gestorben, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden,
Röm 6,9 und wissen, dass Christus, von den Toten erweckt, hinfort nicht stirbt; der Tod kann hinfort über ihn nicht herrschen.
Röm 6,10 Denn was er gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben ein für allemal; was er aber lebt, das lebt er Gott.
Röm 6,11 So auch ihr, haltet dafür, dass ihr der Sünde gestorben seid und lebt Gott in Christus Jesus.

Vor unserer Bekehrung, bevor wir uns im Glauben ganz und gar Jesus Christus übergeben haben, lebten wir noch in der Sünde und wir verharrten in der Sünde. Wir lebten nicht unter der Herrschaft von Jesus Christus, und dann ist ein ganzes Leben eine einzige Sünde! Das war vor unserer Bekehrung… Bei denen unter uns, die sich noch nicht bekehrt haben, ist das auch noch ihr heutiger Zustand. Römer 6 spricht nun davon, dass ich nach meiner Bekehrung der Sünde nicht mehr dienen muss… Ich bin nicht mehr Knecht und ein Sklave der Sünde. Und ich möchte der Sünde auch nicht mehr dienen… Ich bin keine Marionette des Teufels mehr. Ich bin freigesprochen von der Sünde, juristisch, in einem Prozess, den Jesus für mich durchlitten hat. Und ich darf nach Römer 11 sogar zur Sünde sagen…: Mit Dir möchte ich nichts mehr zu tun haben, Du bist für mich gestorben…! Ich brauche die Sünde auch nicht mehr herrschen lassen über mich… Seit dem Sündenfall hat die Sünde das Verlangen, über uns zu herrschen. Gott empfahl bereits auch schon Kain nach dem Brudermord, den Spieß umzudrehen, siehe

1Mo 4,6 Da sprach der HERR zu Kain: Warum ergrimmst du? Und warum senkst du deinen Blick?
Mo 4,7 Ist's nicht also? Wenn du fromm bist, so kannst du frei den Blick erheben. Bist du aber nicht fromm, so lauert die Sünde vor der Tür, und nach dir hat sie Verlangen; du aber herrsche über sie.

Aber der Mensch ist schwach und das Gegenteil passiert. Die Sünde herrscht immer wieder über den Menschen! Doch gerade das braucht nicht mehr zu sein, wenn wir zu Jesus Christus gehören. All unsere Glieder, ob Hände oder Füße, ob Mund oder Augen, sie sollen Gott geweiht sein und nicht mehr der Sünde dienen. Weg von der Sünde, hin zum HERRN, das ist eine Botschaft aus Römer 6…

Röm 6,11 So auch ihr: Haltet euch der Sünde für tot, Gott aber lebend in Christus Jesus!

So die Elberfelder Bibel zu Römer 6,11…

Doch wie ist das möglich, sich der Sünde für tot halten? Die Sünde ist nicht gestorben, sie ist lebendig…, sie wird uns immer wieder bedrängen in allen möglichen Formen, die Sünde klebt uns an, sie möchte uns immer wieder Post schicken… Doch diesen Briefkasten sollten wir schließen und „gestorben“ draufschreiben. Zurück an den Absender… Wir wollen nichts mehr damit zu tun haben.

Röm 6,11 … Haltet euch der Sünde für tot, Gott aber lebend in Christus Jesus!

Ich möchte nicht mehr sündigen, ich brauche nicht mehr, ich muss nicht mehr…, damit habe ich nichts mehr zu tun… Ich bin mit Jesus gestorben und auferstanden zu einem neuen Leben, deshalb möchte nicht mehr sündigen! Ich muss der Sünde nicht mehr dienen wie früher, ich brauche es nicht mehr… So können wir Sünde besiegen…, auch in unserem Alltag…!

Theoretisch… jedenfalls!

Kommen wir jetzt zu unserem Schlussgedanken. Im praktischen Alltag bleibt es auch für Christen unmöglich, jede Sünde zu besiegen. Ein persönliches Beispiel. Als ich noch kein Christ war, bin ich früher jahrelang in München schwarzgefahren, mit Bussen, S - und U – Bahnen. Ich hatte kein Schuldbewusstsein, für mich war es vor allem eine sportliche Leistung, mich nicht erwischen zu lassen. Heute habe ich hier ein ganz enges und gehorsames Gewissen. Vor kurzem bin ich mal versehentlich von München nach Starnberg schwarzgefahren. Nachdem ich in Starnberg ausgestiegen bin und so auch keine Gefahr mehr bestand, erwischt zu werden, entwertete ich dennoch im Nachhinein meine Fahrkarte, bezahlte so nachträglich. Also, es fällt mir ganz leicht, auf die Sünde des Schwarzfahrens zu verzichten. Solcherlei Arten von Sünde, die vor allem das Gebot „Du sollst nicht stehlen!“ betreffen, habe ich größtenteils in meinem Leben bereits besiegt!

Aber was ist mit dem Gebot „Du sollst nicht ehebrechen?“ Ich bin zwar nicht verheiratet… Aber das ist hier völlig unbedeutend, denn Matthäus 5,28 sagt uns, dass bereits ein begehrlicher Blick auf eine Frau ausreicht, um im Herzen die Ehe zu brechen… Mit diesem Gebot „Du sollst nicht ehebrechen?“ habe ich so meine allergrößte Mühe, die Sünde des Ehebruchs ist in meinem Leben noch lange nicht besiegt…

Muss ich deshalb trotzdem traurig oder gar todunglücklich sein? Nein, denn hier greift die herrliche und wunderbare Gnade unseres HERRN Jesus ein, in Form Seiner Vergebung! Wir wissen ja bereits aus Punkt eins dieser Predigt, dass unser HERR uns bereits in der Vergangenheit von der Strafe der Sünde errettet hat! Wir sind bereits rein um des Wortes Willen, dass unser HERR zu uns geredet hat! Die volle Vergebung, die vergangene, die gegenwärtige und auch die zukünftige, wird jedem zuteil, der Jesus erfasset, das göttliche Heil…! Wir haben es bereits gesungen! Und Seine Vergebung lässt mich immer wieder voller Freude, Kraft und Zuversicht in die Zukunft schauen, Amen!

Singen wir zum Schluss noch einmal die 2. Strophe aus Lied 250:

„O große Erlösung, erkauft durch Sein Blut! Dem Sünder, der glaubt, kommt sie heute zugut. Die volle Vergebung wird jedem zuteil, der Jesus erfasset, das göttliche Heil. Preist den HERRN! Preist den HERRN! Erde, hör diesen Schall! Preist den HERRN! Preist den HERRN! Völker, freuet Euch all! O kommt zu dem Vater, in Jesus wir nah`n. Und gebt Ihm die Ehre, der Großes getan!“